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Tag: Steve Weingart

Grafik: Torsten Sukrow

Simon Phillips – Protocol II

In der Musikgeschichte haben schon verschiedene Drummer Solo-Alben veröffentlicht. Häufig ist das in musikalischer Hinsicht in die Hose gegangen. Nun probiert es Schlagzeug-Koryphäe Simon Phillips erneut mit dem Album Protocol II, das am 26.09.2014 in Deutschland erscheinen wird. Bereits 1988 nahm der Brite sein erstes Solo-Album unter dem Namen Protocol auf. Damals spielte er alle Instrumente selbst. Es folgten neben vielen anderen Projekten diverse weitere Solowerke.

Simon Phillips - Protocol II
Das 88er Album habe ich tatsächlich in meinem Archiv. Dort blieb es jedoch eher unbeachtet. Das war eben so ein Drummer-Album, das für meinen Geschmack wenig aufregend war. Auf Protocol II überlässt Simon Phillips die anderen Instrumente Andy Timmons (Gitarre), Steve Weingart (Keyboards) und Ernest Tibbs (Bass). Musikalisch ist das deutlich besser. Denn auch wenn Simon Phillips wohl beim Songwriting federführend ist, ist sein Hauptinstrument nun mal das Schlagzeug und das bedient er auf Protocol II erwartungsgemäß gut. Auch die Songs sind anspruchsvoll und auf hohem Niveau. Teilweise fühle ich mich sogar an die Los Lobotomys erinnert. Das war die Gruppe, bei der Simon Mitte der Neunziger trommelte und zusammen mit Steve Lukather, David Garfield und John Pêna das Album Candyman aufnahm sowie einige tolle Konzerte spielte. Die Band löste sich leider aufgrund nicht abgestimmter Bootleg-Veröffentlichungen auf. Bei Toto ist Simon Phillips letztes Jahr auch in Freundschaft ausgestiegen, um sich mehr seinen Solo-Projekten zu widmen. Das Ergebnis habe ich nun zur Hörprobe bekommen. Der qualitative Unterschied zwischen Protocol und Protocol II ist deutlich. Die neue Scheibe glänzt mit rein instrumentalen Jazzrock/Fusion auf hohem Niveau. Simon ist ebenfalls Produzent der CD und für den Mix verantwortlich. Somit hat er sich genau auf die Tätigkeiten konzentriert, die er richtig gut beherrscht. Denn die Songs finde ich wirklich gelungen, das Schlagzeug-Spiel ist sowieso über jeden Zweifel erhaben und auch der Klang der Scheibe ist so, wie es sein soll. Transparent, warm und voll, aber nicht zu fett. So muss Jazzrock klingen! Das Album zeigt deutlich, dass Simon Phillips ein Vollblutmusiker ist und eben nicht nur ein brillanter Drummer. So einen hochwertigen Mix lassen viele, deutlich größere Produktionen von bekannten Künstlern oft vermissen. Manchmal dachte ich schon, dass ich Probleme mit dem Gehör habe. Da ist es sehr genugtuend, wenn man mal wieder eine CD im Player hat, die so super klingt.

Mein Fazit: Protocol II ist eine überzeugende Jazzrock/Fusion CD mit einem hervorragenden Klang, die für 1 Stunde hochkarätiges Musikvergnügen sorgt. Leider hatte die deutsche Plattenfirma in-akustik kein Bildmaterial für mich. So habe ich direkt per E-Mail beim Management von Simon Phillips angefragt, jedoch keine Antwort geschweige dann Fotos bekommen. Da die Platte wirklich gelungen ist und alle Tätigkeiten bei der musikalischen Besetzung optimal vergeben wurden, wäre mein Tipp, an der Qualität der Pressearbeit etwas zu schrauben. Denn da gibt es eindeutig Defizite. Notfalls langt mir auch ein Download-Bereich auf der Webseite, wo etwas Material zur Verfügung gestellt wird. Wenn jedoch selbst Anfragen zur Bebilderung einer Rezension ignoriert werden, ist dieses Aufgabengebiet suboptimal besetzt! Also: Super Album, schlechte Pressearbeit!

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Dave Weckl Band – Perpetual Motion

Bei Platten, die Drummer machen, auch wenn diese klangvolle Namen haben, ist das Ergebnis häufig ernüchternd. Solche Scheiben bedienen in der Regel weder die Freunde üppiger Trommelexzesse, noch die, anspruchsvoller Musikhörer. Dave Weckl ist auch ein Schlagzeuger, der sowohl unter eigenen Namen, als auch unter der Bezeichnung Dave Weckl Band CD´s herausbringt. Im Katalog von in-akustik gab es im November ein paar Re-Releases von interessanten Jazzplatten, die jetzt zum Sonderpreis in die Läden kommen.

Dave Weckl - Perpetual Motion
In dieser Reihe ist auch die CD "Perpetual Motion" von der Dave Weckl Band zu finden, die erstmals 2002 veröffentlicht wurde. Und wer nun meint, dass die eingangs erwähnte Ernüchterung auch mit diesem Longplayer zu erwarten ist, muss sich eines Besseren belehren lassen. Die Scheibe ist wunderbar groovig. Stillsitzen unmöglich! Der Stil von Dave Weckl geht schon ziemlich nach vorne. Er treibt seine ebenfalls hervorragenden Kollegen Tom Kennedy (Bass), Brandon Fields (Saxophone), Steve Weingart (Keyboards) sowie eine klasse Bläsersektion mächtig an. Weckl bearbeitet sein Schlagzeug in einer verspielten Art, was alles sehr lebendig macht. Seine Technik ist ausgezeichnet und man hört einfach, dass hier nicht nur ein Rhythmus getrommelt wird, sondern dass das Schlagzeug in dieser Musik eine tragende Rolle spielt, ohne sich jedoch zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Das Album passt wohl am besten irgendwo zwischen die Genres Jazz, Latin, Funk und Fusion und ist neben der hochkarätigen Musik auch im Klang schön offen, differenziert und direkt. Letztlich wird "Perpetual Motion" somit sowohl den Fans gepflegten Trommelns, als auch denen hochwertiger Musik gerecht. Und wenn man dann noch den aktuell günstigen Sonderpreis bei einer Spielzeit von über 1 Stunde berücksichtigt, zeigen bei dieser CD definitiv alle Daumen nach oben!

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