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Tag: Steve Morse

Foto: Eagle Vision

Deep Purple with Orchestra – Live In Verona [DVD & Blu-ray]

Bereits länger auf dem Markt ist der Konzertmitschnitt Deep Purple - Live At Montreux 2011, den es als DVD, Blu-ray sowie auf CD gibt. Der Montreux-Auftritt wurde am 16. Juli 2011 aufgenommen. Zwei Tage später, am 18. Juli 2011 wurde in der Arena in Verona ein weiteres Konzert der englischen Rockband in Bild und Ton festgehalten, welches am 17. Oktober als DVD und Blu-ray veröffentlicht wird.

Deep Purple with Orchestra – Live In Verona
Bei beiden Konzerten wurden exakt die gleichen Songs gespielt. Auch die Reihenfolge ist identisch. Somit kann man durchaus die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, zwei so kurz aufeinanderfolgende Gigs als DVD / Blu-ray zu veröffentlichen bzw. zu erwerben? Ich kenne die Montreux-Fassung nicht, hinsichtlich der Kulisse wird aber wohl das Verona-Konzert die Nase vorn haben. Das römische Amphitheater aus dem Jahre 30 n. Chr. ist optisch schon ein Hingucker und sorgt alleine dadurch für eine Gänsehautatmosphäre. Die farbigen Lichter auf den Torbögen sehen einfach klasse aus. Und wenn dort, wo normalerweise Nabucco, Aida oder Don Giovanni vorgetragen werden, eine britische Hardrock-Band ihr Liedgut zum Besten gibt, hat das definitiv was. Die Ergänzung mit dem Orchester Neue Philharmonie Frankfurt unter der Leitung von Stephen 'BK' Bentley-Klein setzt dem Ganzen das i-Tüpfelchen auf.

Das Konzert beginnt mit einem klassischen Intro namens Overture, in dem zum Ende das Gitarren-Riff aus "Smoke On The Water" orchestral angespielt wird. Danach geht es Deep Purple-typisch mit dem bekannten Opener "Highway Star" und der gewohnten Instrumentierung los. Es folgt eine bunte Mischung der großen Hits von "Strange Kind Of Woman" über "Woman From Tokyo" und "Lazy" bis zu "Smoke On The Water". Zwischendurch werden auch neuere Stücke wie "Rapture Of The Deep" und "When A Blind Man Cries" gespielt. Mein Highlight ist – ein wenig atypisch – "Contact Lost", eine Instrumentalnummer vom 2003er Album Bananas, geschrieben von Steve Morse. Eine ganz typische Nummer für Steve Morse, mit einer grandiosen Melodie als perfektes Schaustück für den besonderen Stil des Amerikaners. Anders, als bei der Album-Version von "Contact Lost" folgt noch ein klasse Solo-Part auf der Gitarre, den ich wirklich herausragend finde und bei dem Steve Morse seine Fähigkeiten beim Volume-Bending vorzüglich unter Beweis stellt! Der Gitarrensound von Ritchie Blackmore war definitiv schärfer und aus meiner Sicht auch rockiger. Steve Morse gibt der Band durch seine Spielart seit nunmehr 20 Jahren einen etwas weicheren und melodiöseren Charakter. Für mich ist er aber, trotz einiger kleiner Fehler der beste Musiker bei Deep Purple. Er ist jedoch auch der Jüngste in der Kapelle und vielleicht einfach noch etwas vitaler? Alle anderen haben inzwischen nämlich das Rentenalter geknackt. Und das zeichnet sich hier und da auch mal ein wenig ab. Die ganz bissige Hardrock-Power früher Jahre ist einfach nicht mehr da. Dennoch liefern die Herren einen guten Job ab und wählten vielleicht auch als Tribut an ihr Alter eine traditionelle Spielstätte wie die Arena in Verona. Wer Live At Montreux 2011 bereits im Archiv hat, wird vermutlich wenig Neues finden. Ob dann die schöne Kulisse allein den Kauf rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden.

Deep Purple & Orchestra - Space Truckin (Live in Verona)


Dass die Herren aber auch in absehbarer Zeit nicht in den Ruhestand eintreten wollen, belegt die gerade verkündete Tour für November 2015:

Datum Ort Location
13.11.2015 Oberhausen König-Pilsener-ARENA
14.11.2015 Magdeburg GETEC Arena
16.11.2015 Rostock Stadthalle
15.11.2015 Leipzig Arena
18.11.2015 Hannover Swiss Life Hall
20.11.2015 Trier Arena
21.11.2015 Nürnberg Arena
23.11.2015 Hamburg O2 World
24.11.2015 Berlin Max-Schmeling-Halle
26.11.2015 München Olympiahalle
27.11.2015 Frankfurt Festhalle
28.11.2015 Stuttgart Hanns-Martin-Schleyer-Halle
    

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Foto: Jim Arbogast

Flying Colors – Second Nature – Das neue Album der Superband

Im März 2012 hatte ich das Debüt der Flying Colors auf dem Tisch, bzw. im CD-Player und war sehr angetan. Meine Begeisterung kam zum einen aufgrund der tollen Zusammensetzung der Band mit Drummer Mike Portnoy (Ex - Dream Theater), Gitarrist Steve Morse (Dixie Dregs, Deep Purple), Bassist Dave LaRue (Dixie Dregs, Joe Satriani, John Petrucci, Steve Vai,…), Multi-Instrumentalist Neal Morse (Spock's Beard, Transatlantic, …) und am Gesang sowie der zweiten Gitarre Casey McPherson (Alpha Rev, Endochine, …). Zum anderen enthielt die CD einfach geniale Songs! Nun steht das zweite Album der Band ab 26. September in den Startlöchern und ich habe es mir schon mal angehört.

Flying Colors – Second Nature
Nachdem das Debüt für eine Prog-Rock-Band relativ eingängig war, sind die Songs auf Second Nature etwas komplexer angelegt. Das sorgte dafür, dass sich beim Hören der CD nicht unbedingt auf Anhieb ein breites Grinsen einstellte. Wenn man das Album jedoch ein paar Mal durchhört, bleiben auch die Titel besser hängen und man findet mehr und mehr Gefallen daran. Zur Erinnerung: Die Flying Colors machen Progressive Rock auf hohem Niveau! Ergo findet man bei den Kompositionen nicht unbedingt Standard-Schemata nach dem Strickmuster "zwei schlicht, zwei kraus". Oder mit anderen Worten: Strophe, Bridge, Refrain, Strophe, Bridge, Refrain, Solo, Refrain ist nicht. Bei den Flying Colors beginnt z.B. der Song "One Love Forever" mit einem Thema, welches in Richtung Irisch Folk geht, was sich auch in der Instrumentierung niederschlägt. Obwohl das Grundthema erhalten bleibt, geht der Song zum Ende in eine reinrassige Classic-Rock-Nummer über. Also es gibt mal wieder das eine oder andere Break, welches auf Schallplatten herkömmlicher Mainstream-Künstler eben nicht zu finden ist. Ferner sind mit "Open Up Your Eyes" und "Cosmic Symphony" mal wieder zwei Stücke dabei, die deutliche die 10 Minuten-Marke knacken. Mir gefällt das 🙂

Der eigene Sound der Band verfestigt sich. Somit haben die Flying Colors das, was vielen heute inzwischen fehlt: Einen Wiedererkennungswert durch ein individuelles Profil, wie es auch Künstler á la Supertramp, Queen oder Mike Oldfield hatten. Die Musik war unverkennbar und hatte Charakter. Und das scheint bei den Flying Colors auch zu passieren. Da ist der Gitarrensound von Steve Morse ebenso für verantwortlich, wie der Schlagzeug-Stil von Mike Portnoy, aber auch und besonders die Stimme von Casey McPherson, der zwischen den alten Hasen eindeutig seinen Platz gefunden hat. Neal Morse und Mike Portnoy haben ebenfalls wieder ihre Gesangsanteile. In der Summe entsteht dann der typische Flying Colors Sound. Somit findet auch das neue Album nach kurzen Anlaufschwierigkeiten meine uneingeschränkte Zustimmung. Letztlich macht es ja auch Spaß sich in die Musik reinzuhören. Die Chance, dass es dann über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte anhält ist dadurch deutlich höher, als beim klassischen, schnell zündenden Ohrwurm.

Flying Colors - Second Nature - Album Trailer


Das Cover-Design erinnert mit den bunten Heißluftballons an Verpackungen der Grafik-Software Corel Draw von vor 20 Jahren. Da wird mir der Bandname doch ein wenig zu platt umgesetzt. Auf der Rückseite meiner Promo-CD-Hülle ist ein grafisch gestalteter Schwalbenschwanz Schmetterling, der von der Idee leider auch viel zu banal ist. Zudem hat der Arme nicht einmal Fühler… Das Cover-Design ist mir jedoch ziemlich egal. Denn was nützt die schönste Plattenhülle, wenn die Musik nichts taugt. Zum Glück ist es bei den Flying Colors andersrum!

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6100%2
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Foto: Bert Treep

Flying Colors – Live In Europe [verschiedene Formate]

In meinen persönlichen Top 10 Veröffentlichungen aus dem Jahr 2012 waren die Flying Colors mit ihrem gleichnamigen Debütalbum vertreten. Die Superband aus den fünf Top-Musikern Steve Morse, Neal Morse, Casey McPherson, Mike Portnoy und Dave LaRue haben begleitend zum ersten Longplayer eine Tour gemacht, in deren Rahmen ein Konzert in Ton und Bild festgehalten wurde, welches am 11. Oktober 2013 als DVD, Blu-ray, 2CD, Limited Edition 3 LP Vinyl Set und als Download in die Läden kommt.

Flying Colors - Live In Europe
Am 20. September 2012 gastierten die Flying Colors im niederländischen Tilburg, wo diese Konzertaufnahme entstand. Musikalisch haben alle eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie das, was im Studio für das Album aufgenommen wurde, auch live wiedergeben können. Casey McPherson intoniert seine Gesangsparts überzeugend und bringt die Songs stimmlich mit seinem angenehmen Timbre rüber, ohne auch nur in die Nähe seines Limits zu kommen. Allerdings ist McPherson nicht der geborene Entertainer. Das mag daran liegen, dass er der jüngste im Konglomerat der musikalischen Kapazitäten ist und eine gewisse Ehrfurcht vor den Kollegen allgegenwärtig ist. Oder ihm liegt die Position "Stimmungskanone" einfach nicht so sehr. Somit springt Trommelkoryphäe Mike Portnoy bei einigen Moderationsparts ein, was ihm sichtlich Freude bereitet. Auch seine Live-Qualitäten an den Drums sind über jeden Zweifel erhaben und singen kann er ebenfalls. Hinsichtlich der Fähigkeiten am Instrument gilt für Steve Morse das gleiche. Mit seinem ganz speziellen Stil und der genialen Spieltechnik punktet er sowohl bei den Gitarrenspezis als auch bei Freunden guter Harmonien. Neal Morse liefert neben einer fachgerechten Bedienung der Keyboards diverse Gesangsparts, die ebenfalls super ins Gesamtbild passen. Und last but not Least konnte Dave LaRue am Bass ebenso beweisen, dass er eine richtige Keule ist. Hinsichtlich der Musik zeigt der Daumen für dieses Konzert also steil nach oben. Neben den Album-Titeln gibt es von allen Bandmitgliedern noch jeweils eine Nummer aus deren anderen Projekten. Die Konzertspielzeit liegt bei ca. 110 Minuten, hinzu kommt eine Doku "First Flight" mit 45 Minuten Spielzeit, in der weitere Konzertausschnitte und Interviews der Musiker zu sehen sind. Die letzte Zugabe des Konzertteils steht sogar nicht mal im Titelverzeichnis. Denn nachdem das komplette Repertoire abgeliefert wurde, fordert das begeisterte Publikum einen weiteren Nachschlag. So kommt man am Ende noch in den Genuss von Deep Purple´s Klassiker "Space Truckin'", das normal nur während der Soundchecks angestimmt wird.

Neben dem musikalischen Genuss will man bei einem Konzertvideo aber auch optisch etwas geboten bekommen. Ich habe als Promoexemplar eine DVD bekommen. Während des Schauens fiel mir recht schnell auf, dass die Kameras teilweise Probleme mit dem Licht haben. Wenn die Grundstimmung dunkel ist und einer der Musiker mit einem hellen Spot angeleuchtet wird, sorgt das im Bild für ausgefressene Lichter bzw. Überstrahlungen. Das lässt vermuten, dass die eingesetzte Kameratechnik nicht die beste war. Weitere Auffälligkeiten waren unruhige Schwenks und als Krönung eine Kamera die mit einem Ministativ auf einem Flightcase (?) inkl. Rollen im Fotograben vor der Bühne hin- und hergeschoben wurde. Das ist unprofessionell! Beim Song "All Falls Down", eine schnellere Nummer, scheint die Videotechnik sogar mit den Stroboskoplichtern Probleme zu haben, so dass es zu leichten Aussetzern kommt… Also bei der Videoqualität wurde ganz offensichtlich gespart. Schade! Da bekommt so ein Konzertvideo leicht den Eindruck, dass mit einem billig produzierten Mitschnitt nochmal schnell ein bisschen Kasse gemacht werden soll. Ein paar Euros mehr bei der Produktion hätten den Gesamteindruck deutlich verbessern können. Dennoch bereitet die Show große Freude und die fünf Herren kann man auch genießen, wenn das Bild mal nicht so optimal ist. Für Freunde herausragender Musik wird hier auf jeden Fall eine Menge geboten und die Flying Colors haben ihre Live-Qualitäten eindrucksvoll belegt.

Flying Colors - The Storm

Flying Colors - The Storm (Live Music Video) on MUZU.TV.

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Foto: Joey Pippin

Flying Colors – Die neue Superband!

1976 haben sich in Los Angeles 6 überaus talentierte Studiomusiker zu einer Band formiert, die unter dem Namen Toto weltweit Musikgeschichte geschrieben hat. 35 Jahre später besteht nun die Möglichkeit etwas Ähnliches zu erleben! Die Idee zum Bandprojekt von Flying Colors kam vom ausführenden Produzenten Bill Evans. Der hat seinen Einfall 2008 dem Produzenten Peter Collins sowie 5 weltbekannten Musikern vorgestellt. Alle waren begeistert und haben sich für das Projekt verpflichtet.

Flying Colors Cover
Die Musiker von Flying Colors sind Drummer Mike Portnoy, der Gründungsmitglied der US-Progressive-Metal-Band Dream Theater war, wo er jedoch 2010 ausgestiegen ist sowie Gitarrist Steve Morse, Mitbegründer der Dixie Dregs und seit 15 Jahren festes Mitglied bei Deep Purple. Ferner gehören zur Gruppe Dave LaRue (Dixie Dregs, Joe Satriani, John Petrucci, Steve Vai,…) am Bass, Multi-Instrumentalist Neal Morse (Spock's Beard, Transatlantic, …) sowie am Gesang und der zweiten Gitarre Casey McPherson (Alpha Rev, Endochine, …). Zusammen ist eine beeindruckende Superband entstanden, in der jeder Musiker das liefert, was man von ihm erwartet und in der Summe dennoch etwas ganz neues rauskommt. Das Album wurde in nur neun Tagen komponiert sowie in seinem Grundgerüst aufgenommen und zeigt, was passiert, wenn die musikalische Oberliga sich gruppiert. In der kurzen Zeit wurde ein Meilenstein produziert, wie es ihn lange nicht gegeben hat. Die Songs sind geniale Kompositionen, die teilweise radiotauglich sind und dennoch die volle Bandbreite des Könnens aller Beteiligten aufzeigen. Ein Song wie "Kayla" hat mit einem Ohrwurm-Refrain echtes Hitpotential und sollte unbedingt als Single ausgekoppelt werden. Von ruhigeren, eher poppigen Nummern bis zu ziemlich harten Stoff findet der Musikbegeisterte auf knapp 60 Minuten bestes musikalisches Handwerk sowie die eindrucksvolle Demonstration, wie Musik im Jahr 2012 und darüber hinaus klingen kann. Die CD der Flying Colors ist ein herausragendes Highlight und ich wage zu behaupten, dass sie in die Geschichte der besten Rockalben aller Zeiten eingehen wird. In meinem CD-Player will ich gar nichts anderes mehr einlegen. Wer jetzt einen wässrigen Mund hat, muss sich noch bis zum 23. März gedulden. Dann kommt dieses Hammer-Album der Flying Colors in die Läden. Es wird übrigens auch eine Vinyl-Version als Doppelalbum geben! Zudem wird offen über Tourpläne geschrieben. Live dürfte dieses virtuose Quintett ein Leckerbissen erster Kajüte werden!

In das Album "Flying Colors" reinhören und/oder als MP3 bei Amazon.de kaufen:



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