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Tag: Solo Piano

Foto: CF-Wesenberg

Bugge Wesseltoft – Songs

Den Jazz-Freunden dürfte der norwegische Pianist Bugge Wesseltoft schon länger ein Begriff sein. Wesseltoft gilt als Mastermind einer neuen Generation von Jazzmusikern, der neben dem klassischen Piano auch problemlos moderne Synthesizer in seine Werke einbaut und bereits zahlreiche musikalische Grenzen überschritten hat. Auf seinem neuen Album "Songs", das am 2. März veröffentlicht wird, reduziert sich Bugge Wesseltoft nur auf den Flügel und interpretiert erstmals bekannte Jazz-Standards, die er zwar über Jahre täglich gespielt, jedoch nie aufgeführt oder aufgenommen hat. Nun jedoch war er der Meinung, dass seine Versionen persönlich genug seien, um eine CD damit zu produzieren. Herausgekommen ist ein besonderes Album, das einen musikalisch mitnimmt in eine Welt höchster Entspannung und Transzendenz.

Bugge Wesseltoft - Songs
Bugge Wesseltoft reduziert die Stücke auf ein Maximum und gibt den Pausen zwischen den Tönen dieselbe Bedeutung, wie den Noten. Zu den Titeln gehören z.B. Klassiker wie "How High The Moon" von Morgan Lewis und Nancy Hamilton, "Moon River" von Henry Mancini oder "Giant Steps" von John Coltrane. Insgesamt 9 Titel bietet uns Bugge Wesseltoft auf seine ganz eigene Art dar und zeigt, wie wichtig der Raum ist, in dem er die Songs minimalistisch interpretiert. Der grundsätzlich gute Klang der CD macht deutlich, dass ein Flügel ein "Noisy Instrument" ist. Man hört also neben dem gewollten Schwingen der Pianosaiten auch teils recht deutlich die Pedale, was gerade bei lauterem Hören etwas störend ist. Diese Problematik tritt aber bei Solo-Piano Scheiben immer mehr oder weniger auf. Und da Bugge Wesseltoft nun mal reduzierte Interpretationen der Songs eingespielt hat, sind die unvermeidlichen Nebengeräusche vermutlich etwas präsenter, als bei Werken anderer Pianisten. Wer jedoch das unverfälschte und echte Musikerlebnis haben will, wird die gesamte Klangkulisse vermutlich sogar zu schätzen wissen. Musikalisch ist die CD über jeden Zweifel erhaben und eine klare Empfehlung!

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Keith Jarret – Rio

Männer die Klavierspielen können, heißt es im Volksmund, seien bei Frauen begehrt. Ob diese These auch auf Keith Jarret zutrifft, ist nicht überliefert. Ich kann mir jedoch nur schwer vorstellen, wie sich eine Frau im edlen Abendkleid lasziv über den Flügel von Herrn Jarret drapiert und mit Kulleraugen seinen abgefahrenen Jazz-Improvisationen lauscht. Man muss also unterscheiden. Natürlich spielt Keith Jarret auf seiner aktuellen Doppel-CD "Rio" auch ruhige Stücke. Aber er wechselt die Tempi zwischen den Stücken doch teils sehr stark, so dass man getrost sagen kann, hier keine durchgängig leichte Kost vorzufinden. Das ist aber auch gar nicht das Ziel. Das Auditorium von Keith Jarret erwartet ja keine Fahrstuhlmusik zur zarten Berieselung. Das Publikum des US-Jazzpianisten will aufmerksam und konzentriert zuhören und die Virtuosität ins sich aufnehmen.

Keith Jarret – Rio
Das Rio-Cover-Booklet ist auf das allernötigste reduziert. Hier geht es halt zielgerichtet nur um die Musik und um nichts anderes! Die Aufnahme fand offenbar mit einer Komplettabnahme statt. Man hört also auch mal einen Huster im Publikum, die Mechanik des Pianos oder das Mitsummen von Keith Jarret. Das ist das pure und unverfälschte Live-Erlebnis. Auf den Klang kann man sich bei CD´s aus dem Hause ECM ja eh verlassen. Ich finde, dass diese Aufnahme - obwohl durchgängig digital - irgendwie analog und warm klingt und fast ein Feeling wie auf Jazzplatten der Siebziger vermittelt. "Rio" setzt eine Serie aus Konzertaufnahmen von Keith Jarrets Solo-Piano Improvisationen fort, zu denen z.B. auch der legendäre Mitschnitt "The Köln Concert" aus dem Jahr 1975 gehört. Aufgenommen wurde das Rio-Konzert am 9. April 2011 in – man kann es sich denken – Rio de Janeiro. Es war erst das zweite Mal, dass Keith Jarett in Brasilien spielte. Das erste Mal lag bereits über zwei Jahrzehnte zurück und es war für Ihn, wie ein unvollendetes Werk. „Alles, was ich in Rio gespielt habe, war improvisiert“, sagte Jarret zu dem Konzert und fügte hinzu, dass die Vollendung des Werks an keinem anderen Platz, in keinem anderen Land, in keiner anderen Konzerthalle, mit keinem anderen Publikum und an keinem anderen Abend hätte stattfinden können. Es handelt sich also um eine absolut einmalige Momentaufnahme, deren spontane Kompositionen nur am besagten Abend existent waren. Zum Glück wurde dieses Konzert aufgenommen und steht seit 04.11.2011 für den ambitionierten Zuhörer beim gut sortierten Plattenhändler im Regal. Für Jazzfreunde ein guter Tipp für Keith Jarret Fans ein Muss!

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Foto oben: © Reto Caduff / ECM Records

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