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Tag: Singer

Foto: Robert Ascroft

Kat Edmonson – The Big Picture – Feinster Vintage Pop

Kürzlich bekam ich ein Paket mit diversen CDs, die im Januar auf den Markt kommen. Dabei war auch das neue Album von Kat Edmonson, die mir bis dahin unbekannt war. The Big Picture ist der zweite Longplayer der US-Amerikanerin und erscheint am 16. Januar 2015.

Kat Edmonson - The Big Picture
Bereits das Cover im Twiggy-Look mit Kurzhaarfrisur und einem klassischen, analogen Fotoapparat vermittelt einen Eindruck, der sich in der Musik fortsetzt. Jede Menge Retro-Feeling. Den Anfang macht "Rainy Day Woman", das problemlos als James Bond-Titelsong durchgehen würde. Sowohl das Songwriting als auch die Instrumentierung mit aufwendigen Orchester-Elementen transportieren ein Sechziger-Feeling, welches sich größtenteils auch in den weiteren Titeln wiederfindet. Dass Kat Edmonson eine Texanerin ist, mag man kaum glauben. Das Album klingt very british und versetzt einen gefühlt ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück. Hochklassige Arrangements produziert vom Grammy nominierten Mitchell Froom (u. a. Paul McCartney) sorgen für eine ganz spezielle Stimmung. Vergleiche zu Amy Winehouse oder Duffy kann man in positiver Hinsicht durchaus ziehen, wobei die Stimme von Kat Edmonson ganz anders klingt. Ihr Timbre erinnert mich hier und da an Christina Perri, allerdings wirkt Kat Edmonson deutlich routinierter, sicherer und sie kann das Niveau auch live halten.

Kat Edmonson - Foto: Robert Ascroft

Die Songs haben den Charme großer Songwriter-Nummern aus den 60er-Jahren, als noch echte Handwerkskunst nötig war, um gute Titel zu produzieren. Einzig der Track "All The Way" ordnet sich nicht so ganz in dieses Schema ein, was dem positiven Gesamteindruck jedoch überhaupt keinen Abbruch tut, weil dieser Titel nämlich eine ganz wunderbare Singer-/Songwriter-Nummer ist, für mich sogar der beste Song des Albums. Fast alle Titel stammen ganz oder zu erheblichen Teilen aus der Feder von Kat Edmonson. Wir hören hier also keine Marionette, sondern eine Vollblutmusikerin. Das macht dieses Album extrem authentisch, eigen und besonders, so dass es aus den vielfach glattgeschliffenen Pop-Publikationen wohltuend heraussticht. Der Sixties-Style in moderner Aufnahmetechnik, sie nennt es selbst Vintage-Pop, wirkt trotz aller Retro-Elemente frisch, unverbraucht und trifft meinen Geschmack. Die Musik dürfte auch mühelos in den Mainstream-Medien funktionieren. Für mich ist The Big Picture auf jeden Fall schon mal ein sehr schöner musikalischer Auftakt für 2015. So darf es gerne weitergehen…

Kat Edmonson - The Big Picture


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Foto: Heather Pollock

Oh Susanna – Namedropper

Name-dropping bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie "mit bekannten Namen angeben", oder "Wichtigtuerei". Namedropper, der Titel des neuen Albums von Oh Susanna, bezieht sich darauf, dass die Songs für diesen Longplayer alle von namhaften kanadischen Songwritern wie Ron Sexsmith, Jim Cuddy, Melissa McClelland, Joel Plaskett, u.a. geschrieben wurden. Das Album ist bereits Anfang Oktober in Deutschland erschienen und ich habe es erst kürzlich beim deutschen Vertriebspartner als Rezensionsexemplar angefragt, weil ich in einige Songs reinhören konnte, die mir sehr gut gefielen.

Oh Susanna – Namedropper
Wir befinden uns im Singer/Songwriter Segment und Namedropper enthält auf knapp 50 Minuten 14 Stücke, die ich größtenteils als musikalische Perlen bezeichnen möchte. Oh Susanna sind Sängerin Suzie Ungerleider sowie Multiinstrumentalist und Produzent Jim Bryson. Mit verschiedenen Gastmusikern wurde dieses schöne Album eingespielt, das eine tiefe Ehrlichkeit und Authentizität ausstrahlt. Die Songs sind auf das Maximum reduziert, teils filigran und dennoch - oder gerade deswegen - so vollkommen. Kein großes Tamtam und keine Effekthascherei, sondern nur gute Songs, die wunderbar interpretiert werden. Der Gesang von Suzie Ungerleider ist klar, unverfälscht und berührend. Das Gefühl wird verstärkt, wenn man im Booklet der CD liest, dass die Sängerin während der abschließenden Arbeiten zum Album die Diagnose Brustkrebs bekam und als erstes eine Schuld fühlte, dass sie nun dadurch die Freude rund um die CD-Veröffentlichung kaputt machen würde. Als sie ihr Umfeld über die Erkrankung informiert hat, kam eine Welle von Liebe zurück, die die anfänglich empfundene Schuld in Dankbarkeit umwandelte. Seither segelt sie auf dieser Welle der Liebe. Suzie schreibt, dass der Krebs sie verändert hat, sie aber dennoch weiterhin sie selbst ist. Und sie ist bereit, ihre Musik mit uns Zuhörern zu teilen. Diese rührsamen Worte lassen das Album noch ein Stück wertvoller erscheinen. Oh Susanna verstehen es, feine Musik ohne Kitsch und Schmalz so zu inszenieren, dass man sich wohlig darin verlieren kann. Ein tolles und zu tiefst glaubwürdiges Album und die perfekte Musik für einen kalten Herbsttag.

Das Video zeigt den Song "Goodnight" im Duett mit Suzie Ungerleider und Royal Wood, dem Autoren des Liedes. Auf der CD singt Suzie bei diesem Titel die erste und Royal Wood die zweite Stimme, natürlich ebenso schön, wie es die beiden im Clip machen…

Goodnight – Oh Susanna featuring Royal Wood


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Foto: © Gordon Hawkins

Matthew Good – Arrows Of Desire

In letzter Zeit hatten Musik-DVDs eindeutig die besseren Karten hier im Blog. Nun stelle ich auch mal wieder eine neue CD vor. Es geht um das 13. Studioalbum von Matthew Good mit dem Namen Arrows Of Desire, welches am 27. September die Verkaufsregale der Plattenläden entert. Matthew wer (?) wird sich der eine oder andere jetzt fragen. In Kanada ist der gute Mann seit über zwei Jahrzehnten eine Größe und hat dort bereits diverse Gold- und Platin-Auszeichnungen erhalten. Seit 1999 ging jedes seiner Alben in die Top 5 der kanadischen Charts.

Matthew Good - Arrows Of Desire
Die Eckdaten wecken doch auf jeden Fall schon mal Interesse und sind ein guter Grund, sich genauer mit Matthew Good zu beschäftigen. Ich habe das neue Album (eine Doppel-CD) kürzlich bemustert bekommen. In den meisten Fällen frage ich die Tonträger an, die mich interessieren. Hier bekam ich das Album unaufgefordert zugesandt. In solche "blind" bemusterten Alben höre ich natürlich grundsätzlich rein, oft erreichen sie mich musikalisch aber nicht. Bei Matthew Good war das anders. Bereits die ersten Töne klingen vielversprechend. Gitarrenriffs wie man sie ähnlich von Bands wie New Model Army oder Big Country kennt. Und dann die Stimme! Analogien zu Michael Stipe von R.E.M. sind deutlich erkennbar. Die Kombination der geradlinigen Gitarren mit angenehmen Harmonien und einer irgendwie vertrauten Stimmfarbe fesseln mich gleich an den Longplayer. Die erste CD des Albums bleibt dabei auch im eher rockigen Genre mit kompletter Band und enthält einige Nummern, die es durchaus zum Radio-Hit bringen könnten. Scheitern wird das vermutlich nur mal wieder an ängstlichen Maintream-Musikredakteuren, denen neue Musik und unbekannte Interpreten offensichtlich eine biblische Angst einjagen.

Die zweite CD des Albums kommt deutlich ruhiger daher. Hier ist alles viel sparsamer und akustisch instrumentiert. Matthew Good spielt Gitarre und singt; hinzukommen ganz dezent mal ein Piano oder eine Orgel. Die letzten beiden Stücke sind live aufgenommen. Auch in der reduzierten Form zündet die Begeisterung für diese Musik sehr gut. Das liegt zum einen am hervorragenden Songwriting von Matthew Good und zum anderen an der authentischen Interpretation. Ferner ist die Produktion des Albums – ebenfalls von Herrn Good – exzellent. Arrows Of Desire hat mich eindeutig positiv überrascht und ich kann nur empfehlen, mal die Hörproben (unter dem Video) zu starten!

Hey Hell Heaven by Matthew Good


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Foto: Emma-Lee (selfportrait)

Emma-Lee – Backseat Heroine

Besonders spannend sind für mich als "Musikkritiker" immer Alben von solchen Künstlern, die ich bis dato nicht kannte. Das kann mächtig in die Hose gehen, oder wie im Fall von Emma-Lee ein Aha-Erlebnis sein. Das zweite Album "Backseat Heroine" der kanadischen Singer/Songwriterin kam am 19. April in den Handel und kürzlich auf meinen Rezensionstisch.

Emma-Lee - Backseat Heroine
Das Genre Singer/Songwriter klingt vielleicht ein wenig nach Protestsongs à la Bob Dylan. Es kann aber auch eine deutlich poppigere Färbung haben, wie bei Emma-Lee. Die CD enthält 11 Songs, die sich auf gut 45 Minuten Spielzeit verteilen und eine Menge Abwechslung bieten. Schon der Opener "Not Coming By" fängt zwar ruhig an, baut sich aber bis zum Schluss zu einer extrem energiegeladenen Nummer auf. Im Mittelteil des Songs erklingen noch klagende Mariachi-Trompeten, während am Ende der powervolle Gesang den Stimmungswechsel deutlich macht. Der Titeltrack "Backseat Heroine" klingt im Refrain ein wenig nach Lady Antebellum´s Erfolgshit "Need You Now", bleibt aber nicht zuletzt deswegen auch hängen.

Ansonsten besticht das Album durch ein exzellentes Songwriting, Top-Produktion und absolut eingängige Musik. Emma-Lee´s Stimme erinnert an einigen Stellen an Eddi Reader (Fairground Attraction). Das Duett "Today´s Another Yesterday" mit Luke Doucet lässt Vergleiche zu Songs aus den Federn von Burt Bacharach sowie Carole King & Gerry Goffin zu. Es gibt also leichte Anleihen zu den Sechzigern. Und dennoch klingt alles extrem frisch und authentisch. Das Kolorit Nordamerikas ist unüberhörbar. Die Songs sind vielfältig und werden genau genommen keinem Genre wirklich gerecht. Emma-Lee hat einen eigenen Stil gefunden, den sie glaubwürdig auf diesen Tonträger gebannt hat. Der poppige Einschlag macht diverse Songs sogar absolut radiotauglich. Es würde den Musikredakteuren der Stationen guttun, mal auf den 387sten Einsatz der versmaßunfähigen und inzwischen total weichgespülten Toten Hosen zu verzichten und vielleicht mal ganz mutig etwas von Emma-Lee zu spielen. Dafür müsste jedoch der Wille da sein, die eingetretenen Pfade mal ein wenig zu verlassen und beherzt etwas Neues vorzustellen. Ich habe bei der Einöde der Radioprogramme zwar nur wenig Hoffnung, aber die Songs von Emma-Lee hätten es allemal verdient, einem größeren Publikum vorgestellt zu werden. "Backseat Heroine" ist ein richtig gutes Album, das auch klanglich voll überzeugen kann.


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Foto: Torsten Sukrow

Meine CD-Tipps aus den Veröffentlichungen des 8. Februars 2013

Neues Spiel, neues Glück! Diese Woche erstelle ich zum vorerst letzten Mal meine Liste mit Tipps aus den Neuerscheinungen des Plattenmarktes. Die Resonanz auf diese Rubrik ist zu gering und die Arbeit dafür zu aufwendig. Ich werde jedoch weiter in loser Folge interessante Einzeltitel auf CD und DVD / Blu-ray rezensieren.

Meine Auswahl enthält diesmal wieder in erster Linie eher unbekannte Namen. Da wäre z.B. die belgische Elektronik-Pop-Band Amatorski, die bereits reichlich Lob aus dem Feuilleton bekommen hat, oder Chris Stamey, dessen Albumtitel zwar Blues vermuten lässt; zum Vorschein kommt jedoch ein Singer-Songwriter mit ansprechendem Retro-Sound. Die Band Carver steht für zeitgemäßen Rock mit Punk und Heavy Einflüssen und Lakeside Inn bieten einen spannender Genre-Mix zwischen Rock und Pop mit Anleihen britischer Künstler der 80er. Ebenfalls eher unbekannt ist die Band Delta Spirit, die auf ihrem dritten Album vom Americana/Folk zum Rock/Pop wechselt. Bekannte Namen habe ich aber auch dabei: Da wären z.B. die UK SUBS mit ihrem 24. Album. Die erste Pressung der neuen CD von den Punk-Urgesteinen erscheint als Deluxe Hard Back Sleeve komplett mit einem 20-seitigen Booklet in einer Auflage von 2.000 Stück. Die Bluesrocker Robin Trower und Dr. Feelgood tummeln sich auch in meinen Tipps. Letztere bringen ein Re-Release des 90er Albums "Live In London", remastered und mit bisher unveröffentlichten Tracks. Jazzig wird es mit ECM Künstler Charles Lloyd & Jason Moran und die Singer-Songwriterin Lisa Loeb, die mit dem Song "Stay (I Missed You)" bekannt wurde, steht auch mit einem neuen Longplayer in den Startlöchern. Beim Klick auf die Cover-Fotos öffnet sich die entsprechende Produktseite von Amazon.de. Bei den meisten Alben kann man die Songs anspielen.

Hier kommt die makellose Übersicht meiner Tipps aus den Neuerscheinungen vom 8. Februar 2013:

Cover
Titel
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Lisa Loeb - No Fairy Tale
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Amatorski - TBC
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Robin Trower - Roots & Branches
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Delta Spirit - Delta Spirit
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Carver - Preflight
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Charles Lloyd & Jason Moran - Hagar's Song
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UK SUBS - XXIV
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Chris Stamey - Lovesick Blues
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Lakeside Inn - Tomorrow Will Be Done
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Dr. Feelgood - Live In London
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Foto: PR

Milow – From North To South – Live

Mit dem Belgier Jonathan Vandenbroeck, besser bekannt unter dem Namen Milow verbindet mich die Leidenschaft für Live-Aufnahmen. So kommt es, dass er nun schon sein zweites Live-Album auf den Markt bringt. Ich habe ein Promo-Exemplar erhalten und bin positiv über die Qualität überrascht!

Milow - From North To South - Live
Milow kennt man durch seine Single Hits wie "You Don´t Know", "Little In The Middle" und natürlich der neu interpretierten 50 Cent Nummer "Ayo Technology". Die Milow-Songs funktionieren im Radio recht gut, weil sie schöne Melodien haben und eingängig sind. Somit kann man jedoch auch leicht denken, dass alles etwas weichgespült und auf Stromlinie gebürstet ist. Das aktuelle Live-Album zeigt aber keinen glattgebügelten Mainstream. Es hat Tiefe, tolle Songs und klingt zudem noch sehr gut.

Die Live-Atmosphäre kommt auch ganz intensiv rüber, so dass man sich der Darbietung der Musik hingeben kann. Die Stimmung des Publikums erinnert mich sogar an eine Live-Aufnahme von James Taylor, bei der die Fans ebenfalls ganz euphorisch sind. Bei James Taylor sind es halt Amerikaner, die grundsätzlich etwas anders reagieren, aber Milow erzeugt derartige Hochgefühle bei seinen europäischen Auditorien. Seine langjährige Band hat daran einen großen Anteil, da sie die Songs hochgradig professionell spielen. Man spürt die Leidenschaft und der Funke springt über, sowohl beim Live-Publikum, als auch zu Hause auf der Couch. Diese poppigen Singer-/Songwriter Nummern werden mir sicher noch den einen oder anderen Herbstabend versüßen. Im Übrigen verspricht Milow für jedes verkaufte Album einen Baum zu pflanzen. Neben der wirklich gelungenen Scheibe mit gut 65 Minuten Spielzeit ein weiterer Grund für dieses Album. Die CD wird zusammen mit einer DVD ausgeliefert, die eine Doku zum Album enthält. From North To South – Live ist ab den 19. Oktober im Handel!

Milow – Car Wreck In The Lake (Live)


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Foto: Colm Henry (www.colmhenry.ie)

Sarah McQuaid – The Plum Tree And The Rose

Was macht eine Frau, die als Tochter eines Spaniers und einer Amerikanerin in Madrid geboren wurde, in Chicago aufwuchs, die amerikanische sowie irische Staatsbürgerschaft hat und nun mit ihrer Familie im ländlichen England lebt für Musik? Sarah McQuaid findet offensichtlich großen Gefallen an der alten, englischen Folkmusik.

Sarah McQuaid - The Plum Tree and the Rose
Auf Ihrem neuen Album "The Plum Tree And The Rose" sind diese Einflüsse unüberhörbar. Mehr noch; sie arbeitet stilistisch und textlich mit den Elementen der frühen Neuzeit und hat sogar einige alte Lieder aus dieser Epoche für dieses Album aufgenommen. Zu allen Titeln gibt es im Booklet die Texte sowie Beschreibungen, die meist die Intention erläutern, wie es zum jeweiligen Stück gekommen ist. Auch hier zeigt sich vielfach das eingangs beschriebene Interesse zur frühen Neuzeit. Der Großteil der Songs wurde von Sarah McQuaid selbst, teilweise zusammen mit Gerry O´Beirne geschrieben. Gerry O´Beirne hat das Album auch produziert und spielt die Gitarrenparts.

Interessant an der Zusammenstellung der Songs ist, dass mich Stücke wie "Lift You Up And Let You Fly" oder "So Much Rain" an die Musik von James Taylor erinnern, jedoch wunderbar mit den traditionell anmutenden Titeln harmonieren. Die Verwandtschaft der alten britischen Folkmusik zum amerikanischen Singer-/Songwriter Genre ist somit erkennbar. Die Vorfahren von James Taylor kamen übrigens aus Schottland. Die Stimme von Sarah McQuaid lässt durchaus den Vergleich zu Carly Simon zu. Sie hat das gleiche Timbre. Und interessanterweise waren James Taylor und Carly Simon von 1972 bis 1983 verheiratet. Das alles passt wohl eher zufällig zusammen, aber die Verbindung ist dennoch irgendwie da und interessant! Wer also die Klangfarbe der Stimme von Carly Simon mag, mit der Musik von James Taylor etwas anfangen kann und ebenfalls einen Zugang zu alter englischer Folkmusik hat, könnte mit "The Plum Tree And The Rose" einen Volltreffer landen. Klanglich ist das Album überzeugend und wird dem Zuhörer Freude bereiten.

Sarah McQuaid - Lift you up and let you fly


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Foto: Samantha Rozon

Brooke Miller – Familiar

Manche CD-Veröffentlichungen würde man als "Normalbürger" glatt übersehen. Zum Glück halten mich diverse Platten- und Promotionfirmen hinsichtlich ihrer Neuerscheinungen auf dem Laufenden, so dass ich auf diesen musikalischen Leckerbissen aufmerksam wurde. Veröffentlicht wird Familiar von Brooke Miller am 15. Juni 2012. Die Plattenfirma Stockfisch Records hat mir freundlicherweise auf Anfrage ein Rezensionsexemplar zukommen lassen (Danke!). Und das ist auch gut so. Das Album, das sowohl als SACD (läuft problemlos im normalen CD-Player), als auch gebacken in 180g Vinyl erscheinen wird, ist nämlich höchst beeindruckend!

Brooke Miller - Familiar
Bei Brooke Miller werden nicht unzählige Instrumente und Effekte eingesetzt, um eine bombastische Stimmung zu konstruieren. Nein, die Kanadierin erzeugt ihr ganz besonderes, einfühlsames Feeling allein mit ihrer Stimme und einer Akustik-Gitarre. Das ist Stimmungsmusik der anderen Art mit Einflüssen aus Folk, Country und Pop. Reduziert, intim und apodiktisch. Bei einigen Stücken kommt Don Ross am Bass, Piano oder einem Fender Rhodes E-Piano zum Einsatz. Der Rest ist Brooke Miller pur. Sie erzeugt mit der Minimalbesetzung eine unglaublich persönliche Atmosphäre. Ein Großteil der Stücke ist mit Open Tunings eingespielt. Das bedeutet, dass die Gitarre nicht normal gestimmt ist, sondern die Saiten individuelle Stimmungen erhalten. Dadurch entstehen teils wunderbare Harmonien, die abseits vom Mainstream eine willkommene Abwechslung bieten. Für die Gitarristen werden die Open Tunings der Songs auch im Booklet genannt. Das erspart einen Teil der aufwendigen Transkription. Doch bevor man die Stücke nachspielt, sollte man sich erst mal Zeit nehmen und dieses Album ausgiebig genießen. Im Pressematerial wird Brooke Miller mit ihren kanadischen Landsleuten Bruce Cockburn und Joni Mitchell verglichen. Ich bin mir sicher, dass deren Fans auch Gefallen an Familiar finden werden. Hinsichtlich der Stimmfarbe würde ich noch Sarah McLachlan und Dido, als Vergleich heranziehen, wobei Brooke Miller weniger poppig klingt und die Töne am Schluss nicht so hochzieht. Der herausragend gute, audiophile Klang des Albums, tut sein übriges zum redlichen Musikgenuss der Sonderklasse! Aufgenommen wurde der Longplayer übrigens Im Gewölbe von Stockfisch Records im beschaulichen Northeim (Niedersachsen). In Zeiten oftmals übertechnisierter Produktionen und maschinell erstellter Musik, ist Familiar von Brooke Miller eine akustische Perle mit erfrischendem Charakter. Grandios!

Das folgende Video zeigt eine Aufnahme aus der Gitarrenwerkstatt von Greenfield Guitars. Der Song "You Can See Everything" ist vom Album Familiar.

Brooke Miller - You can see everything


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Foto: Continental Record Services

Clarence Bucaro – Walls Of The World

Als Musik-Journalist habe ich häufiger die Möglichkeit, CDs von Künstlern zu bekommen, die einem vorher gänzlich unbekannt waren. Teilweise sind diese Interpreten zu Recht unbekannt und einen Artikel nicht wert. Manchmal sind aber auch echte Entdeckungen dabei. Zu eben diesen gehört z.B. Clarence Bucaro mit seinem neuen Album "Walls Of The World".

Clarence Bucaro - Walls Of The World
Bucaro verarbeitet auf der CD Eindrücke aus einer Reise in den mittleren Osten, die er 2009 unternommen hat. Musikalisch bleibt jedoch alles sehr amerikanisch. Und der US-Sound ist es auch, was diesem Album den Charme gibt. Politisch mag man von den Amis denken, was man will, musikalisch liegen sie für meinen Geschmack oft ganz weit vorne. Clarence Bucaro zeigt mit seinem Album jedoch auch inhaltlich Format. So erinnert er z.B. im ersten Titel "Two Men Down" an die beiden Fotografen Chris Hondros und Tim Hetherington, die im April 2011 in Libyen ermordet wurden, als diese über die Gaddafi-Gegner berichten wollten. Bucaros Gesang erinnert mich zum Teil an Al Stewart – musikalisch, eher weich, aber klangvoll. Auf seiner Homepage heißt es, er sei ein "honey-voiced singer-songwriter". Zudem kann man Clarence Bucaro von der Optik wohl als Frauentyp bezeichnen. Die Songs auf "Walls Of The World" werden von verschiedenen, hervorragenden Gitarrensounds und häufig von einer singenden Hammond-Orgel aus einem langsam drehenden Leslie-Kabinett getragen. Einige Titel erinnern von den Harmonien und der Instrumentierung an Jackson Browne. Die CD bietet 11 Songs in wohltemperierter Atmosphäre, die den Genres Americana, Rock, Roots und Soul zugeordnet werden können. Produziert wurde "Walls Of The World" von Hector Castillo (David Bowie, Björk, Lou Reed) und Chocolate Genius, den Mix hat der legendären Tchad Blake (Peter Gabriel, Sheryl Crow, Pearl Jam, Suzanne Vega, u.v.m.) gemacht. Das Album hat einen angenehmen und warmen Klang. Massentauglich ist die Musik, die Clarence Bucaro macht eigentlich nicht, dennoch würde ein Großteil der Lieder auch im deutschen Radio wunderbar funktionieren; dort beschränkt man sich jedoch lieber auf die altbewerte Dauerschleife größtenteils totgespielter Songs. So ist es mir auch persönlich immer wieder eine Freude, CDs von Künstlern vorzustellen, die eine breitere Aufmerksamkeit verdient haben, von vielen Medien jedoch offensichtlich gar nicht wahrgenommen werden. "Walls Of The World" von Clarence Bucaro zählt ohne Zweifel dazu!

Clarence Bucaro - "Child of War" Official Music Video


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24.11.2011 Veröffentlicht von Torsten in Konzerte, Live On Stage

An Intimate Evening With The Quintessential James Taylor And His Band - 2012

Seit Mitte der sechziger Jahre ist James Taylor bereits im Geschäft. Er gilt als Inbegriff der amerikanischen Singer/Songwriter Szene und hat in seiner Laufbahn bereits 2 Dutzend Alben veröffentlicht. Der fünffache Grammy-Preisträger hat mit seiner warmen Bariton Stimme einen besonders hohen Wiedererkennungswert und genießt nicht nur in den USA größte Beliebtheit. Seinen einzigen Nummer-1-Hit hatte er 1971 zusammen mit Carole King. Das war "You´ve Got A Friend". Aber auch seine anderen Hits wie "Fire and Rain", "Sweet Baby James", "Mexico" oder "Handy Man" werden vom Publikum immer wieder mit tosendem Applaus bedacht, auch wenn sie nicht die Spitze der Charts geentert haben. Mit seinem virtuosen Gitarrenspiel hat er einen eigenen Standard etabliert und genießt höchste Reputation in der Folkrock-Branche. Zu Recht! Konzertreisen nach Deutschland kommen allerdings nicht so häufig vor, so dass es sehr erfreulich ist, dass Herr Taylor 2012 mal wieder in einigen hiesigen Hallen musizieren wird.

James Taylor © Universal Music

Die Termine:

DatumOrtHalle
27.04.2012BerlinTempodrom
28.04.2012HamburgLaeiszhalle
09.05.2012FrankfurtAlte Oper
12.05.2012MünchenPhilharmonie

Der Kartenvorverkauf beginnt am 26.11.2011 um 9.00 Uhr!

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Foto oben: © James O'Mara
Foto mitte: © Universal Music

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