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Tag: Ritchie Blackmore

Foto: Eagle Vision

Deep Purple – Perfect Strangers Live [DVD]

Die Promotion-Ankündigung zu diesem Deep Purple Livemitschnitt klingt mehr als vielversprechend. Dort heißt es, dies sei ohne Zweifel eines der stärksten Deep Purple Konzerte, das jemals gefilmt wurde. Die Aufnahme ist aus der Tour zum Album Perfect Strangers. Damals hat die Plattenfirma PolyGram die Band bekniet und es geschafft, dass die Herren in der erfolgreichen Mk. II – Besetzung mit Ritchie Blackmore, Ian Gillan, Roger Glover, Jon Lord und Ian Paice wieder ein Album aufnehmen. Als dieses schließlich auf den Markt kam, waren Deep Purple jedoch gerade auf der anderen Seite der Erde und spielten in Australien die ersten Konzerte ihrer Tour.

Deep Purple Perfect Strangers Live
Perfect Strangers Live ist die einzige vollständige Konzertaufnahme der Band aus dieser Epoche. Entstanden ist der Mitschnitt im australischen Melbourne. Nach guter alter Manier beginnt das Konzert mit dem Titel "Highway Star". Es folgen diverse weitere große Hits wie "Strange Kind Of Women", "Child In Time" und natürlich "Smoke On The Water". Die Setlist enthält darüber hinaus eine Auswahl der Songs des seinerzeit frischen Albums Perfect Strangers. Beim Betrachten fällt schnell auf, dass Ritchie Blackmore auch 11 Jahre nach der Mk. II Trennung ein neurothischer Typ ist. Er wirkt angestrengt und genervt. Immerhin zeigt er dann und wann auch mal ein Lächeln. Ob das jedoch aufrichtig ist, oder aufgesetzt, lässt sich schwer sagen. Während alle anderen sauber zusammenspielen, wirkt Blackmore häufig, wie ein Fremdkörper. Auch seine Soli zünden wiederholt nicht wirklich. Richtig anstrengend wird es beim Solo zu "Space Truckin`", welches nur noch eine Lärmerzeugung war, aber mit virtuosem Gitarrenspiel gar nichts mehr zu tun hatte. Möglicherweise verstehe ich auch diese Art der Kunst einfach nicht. Die restlichen vier Bandmitglieder haben gute Miene zum bösen Spiel gemacht und konnten zumindest musikalisch überzeugen. Nur Ian Gillan wirkte zeitweise etwas überdreht. Bei der Bild- und Klangqualität darf man keine Wunder erwarten. Mitte der Achtziger wurde noch brav im 4:3 Format aufgenommen. Das ist aber absolut in Ordnung. Wenn das jedoch, wie anfangs erwähnt, eines der stärksten Deep Purple Livemittschnitte sein soll, möchte ich die schwachen lieber nicht sehen. Ich habe die Herren in der gleichen Besetzung am 2. Oktober 1993 in der Kieler Ostseehalle gesehen. Musikalisch war das seinerzeit okay, aber die Spannungen in der Band waren bis in den letzten Winkel der Halle spürbar. 1½ Monate später hat Ritchie Blackmore erneut hingeschmissen. Damals spielte Joe Satriani die Tour zu Ende. Er hätte als neuer Gitarrist einsteigen sollen, was jedoch aufgrund seines Plattenvertrages nicht möglich war. So kam dann etwas später Steve Morse zur Band, der bis heute zur Stammbesetzung von Deep Purple gehört.

Perfect Strangers Live ist neben der DVD auch als DVD+2CD-Set sowie als DVD+2CD+2LP-Set erschienen. Für Deep Purple Fans ist das sicher ein Puzzleteil in der Sammlung, musikalisch jedoch konnte das Konzert mich nicht wirklich überzeugen. Ritchie Blackmore ist zwar ein begnadeter Gitarrist, aber er ist auch ein Exzentriker, der im Gefüge einer Band irgendwie nie seinen Platz gefunden hat. Vermutlich ist er mit dem Renaissance-Rock bei Blackmore’s Night mehr in seinem Element, als er es je bei Deep Purple oder Rainbow war.

Deep Purple - Perfect Strangers


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Rainbow – Live In Munich 1977 [DVD]

Rainbow zählt unbestritten zu den spannendsten Rockbands der Siebziger Jahre. 1975 nach dem Austritt bei Deep Purple von Ritchie Blackmore gegründet, kann die Band bis in die frühen Achtziger vor allem in Großbritannien einige hohe Chartplatzierungen mit ihren Alben ergattern. Wirklich legendär ist aber für viele nur die frühe Phase der Band, in der Ronnie James Dio am Gesang war und der Musik durch seine Stimme einen ganz eigenen Charakter gab. Dio ist 1978 aufgrund der Spannungen mit Ritchie Blackmore ausgestiegen.

Rainbow - Live In Munich 1977 DVD
Aus dem Jahr 1977 stammt dieser Konzertmitschnitt, der einzige, der jemals in voller Länge mit der klassischen Blackmore-Dio-Powell-Besetzung gefilmt wurde. Am Bass waren Bob Daisley und am Keyboard David Stone frisch besetzt. Bis die Münchener Olympiahalle jedoch in den Genuss der musikalischen Darbietung kommen konnte, war Geduld gefragt. Ritchie Blackmore hatte nämlich zwei Abende zuvor bei einem Auftritt in Österreich Ärger mit der Polizei und musste aus dem Alpenland herausgeschmuggelt werden. Das Konzert begann also erst weit nach Mitternacht!

Ob Ritchie Blackmore aufgrund der Vorkommnisse in Österreich so launisch wirkte, oder ob das seine normalen Allüren waren, kann ich nicht beurteilen. Er macht auf der DVD jedenfalls einen recht angespannten Eindruck. Blackmore war für derartige Stimmungsschwankungen aber auch bekannt. Musikalisch haben alle einen guten Job abgeliefert. Insbesondere Ronnie James Dio zeigte sein ganzes Können als hervorragender Sänger, der von weich und gefühlvoll bis hart und heavy zu jeder Zeit Herr seiner Stimme war, ohne dabei jemals in die Nähe seines Limits zu kommen. Cozy Powell trommelte souverän mit einer Haltung, dessen Anblick mir schon Rückenschmerzen verursacht. Ritchie Blackmore mimte den Boss und bediente in gewohnter Manier seine Strat mit flotten Läufen. Zum Schluss zertrümmerte er dann auch noch ein etwas günstigeres Model der Gitarre und wirkte dabei recht aggressiv. Er schleuderte das Instrument, bzw. dessen gebrochene Reste bedenklich nah an den Köpfen des Publikums vorbei. Passiert ist seinerzeit offensichtlich jedoch nichts.

Alles in allem ist dieses Konzert ein Highlight für Rainbow Fans. Die DVD wurde jedoch in nahezu gleicher Aufmachung schon 2006 veröffentlicht. Geändert hat sich – soweit erkennbar – nur, dass jetzt die Rockpalast- und WDR-Logos mit auf dem Cover abgebildet sind. Die neue Auflage ist dafür aber auch um einiges günstiger. Weil eine TV-Aufnahme von 1977 natürlich nicht an den heutigen Stand der Technik heranreicht, darf man sowohl vom Bild als auch vom Ton keine Wunder erwarten. Insbesondere im Bild laufen teilweise ein paar Streifen durch. Als Zeitdokument dieser beeindruckenden Rainbow Ära bekommt der Fan jedoch einige schöne Stücke präsentiert. Da können mir auch paar Störstreifen den Spaß nicht verderben. Für ein Kind der Siebziger kann das sogar einen gewissen Charme haben. Das Konzert erscheint als DVD und zeitgleich auf Doppel-CD sowie als Vinyl-Doppelalbum am 26. April 2013.


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