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Tag: Review

Foto: Ben Meadows

Steven Wilson – Hand. Cannot. Erase.

Wenn es personell einen Benchmark für hochkarätige Musik gibt, dürfte Steven Wilson ohne jeden Zweifel für viele erste Wahl sein. Der Mann ist ein genialer Songwriter, Produzent und Multiinstrumentalist. Am vergangen Freitag (27/02/15) erschien sein neues Solo-Album Hand. Cannot. Erase.

Steven Wilson – Hand. Cannot. Erase.
Ich hatte am Samstag ein Rezensionexemplar im Kasten. Erste Soundfiles, die ich mir schon vorab mal online anhören konnte, plätscherten eher unspektakulär an mir vorbei. Das Album in voller Länger von über 66 Minuten auf einigermaßen vernünftiger Hardware abgespielt, offenbart jedoch den erneuten Geniestreich. Gerade bei den Progressive Rock-Musikern kommt bei mir zuweilen das Gefühl auf, dass einige profilneurotische Freaks Musik für Musiker machen, nur um zu imponieren. Das ist dann zwar in der Tat oftmals imposant, hat jedoch meist keine Seele. Steven Wilson muss sich zum Glück nicht beweisen und setzt seine Stücke so um, wie es eben für den jeweiligen Titel optimal ist und nicht für technikverliebte Musikjunkies, die noch schnellere Gitarrensoli oder noch spektakulärere Breaks und krumme Rhythmen brauchen. Die Musik von Steven Wilson ist dennoch ohne Frage virtuos, enthält aber auch jede Menge Gefühl und erzählt Geschichten. Auf Hand. Cannot. Erase. wird die Geschichte von Joyce Vincent erzählt, einer jungen, attraktiven und beliebten Frau, die annähernd drei Jahre tot in ihrer Wohnen in London lag, bevor sie vermisst und gefunden wurde. So ein Thema wühlt auf und muss emotional feinfühlig verarbeitet werden. Wilson beschreibt musikalisch, wie sie langsam aus dem Leben "verschwindet" und weist mit diesem intonierten Drama auf die zunehmende Anonymität und Vereinsamung in der Gesellschaft hin. Und genau das geht nicht mit wilden Gitarrengekurbel, sondern braucht eine sensiblere Umsetzung. Die ist Dank göttlicher Songwriter-Qualitäten und illustrer Gäste wie Gitarrenvirtuose Guthrie Govan, dem deutschen Schlagzeuger Marco Minnemann (beide auch mit ihrer Band The Aristocrats eine unbedingte Empfehlung!), Sängerin Katherine Jenkins oder Dave Stewart, der an Chor und Streicher Arrangements mitgewirkt hat, sehr gelungen. Einen Großteil der Instrumente spielt Steven Wilson ja selbst. Trotz des schweren Themas und der Komplexität erdrückt einen diese Platte nicht. Natürlich spitzt sich die Dramatik im Laufe der Spielzeit zu, doch es bleibt immer musikalisch und berührend. Zum Schluss wird es dann wieder ganz ruhig und es hat den Anschein, als würden Engel das Outro singen…

Dieses Konzeptalbum mit dem tollen Cover von Lasse Hoile gehört in die Sammlung eines jeden Musiksammlers, oder besser noch in oder auf das Abspielgerät. Hand. Cannot. Erase. ist ein Meilenstein, der vermutlich auch in Jahrzehnten noch als herausragendes Gesamtkunstwerk in den Katalogen geführt und in einem Atemzug mit Dark Side Of The Moon, Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band oder Tubular Bells genannt werden wird. Das Zeug dazu hätte es auf jeden Fall, so dass ich es jedem anspruchsvollen Musikliebhaber nur wärmstens empfehlen kann!

Steven Wilson - Perfect Life


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Foto: Katja Ruge

Evi Vine – Give Your Heart To The Hawks

Zugegeben, der Titel des neuen Albums von Evi Vine klingt vielleicht für den einen oder anderen etwas kitschig. Ich habe Give Your Heart To The Hawks das erste Mal über meinen PC abgespielt, während ich an irgendetwas anderen gearbeitet habe. Die suboptimale Klangqualität ergänzt durch die Ablenkung hinterließen einen ersten Eindruck, der eher enttäuschend war.

Evi Vine – Give Your Heart To The Hawks
Nun gebe ich Rezensionsexemplaren, insbesondere solchen, die ich explizit anfordere, immer die Chance, unter ordentlichen Bedingungen zu punkten. Ergo legte ich den Tonträger bei wohlig temperierter Raumbeschaffenheit in das Abspielgerät meiner HiFi-Anlage und hörte mir das Album ganz bewusst an. Und siehe da, auf einmal funktioniert es. Nicht nur irgendwie und einigermaßen, sondern richtig gut. Manche Platten, gerade die, die auf eine Zielgruppe jenseits des Mainstreams zielen, brauchen zuweilen diese erhöhte Aufmerksamkeit. Evi Vine ist ein Duo, das aus der gleichnamigen Sängerin und dem Songwriter Steven Hill besteht. Die Songs sind speziell, besonders und sehr atmosphärisch. Mal elfenartiger, mal gehauchter Gesang, der mich hier und da ein wenig an melancholische Stimmungen zwischen Heather Nova, The Sundays und Clannad erinnert. Gepaart mit einer, teils unorthodoxen Instrumentierung zaubern die Songs emotionale Tiefe und eine einsetzende Transzendenz, was durchaus berühren kann. Es geht auf dem Album um dunkles Leiden, es vermittelt intensive Gefühle und nimmt einen mit auf eine expressive Reise. Wenn man diese Musik zulässt, wirkt sie auch ganz intensiv.

Entstanden ist Give Your Heart To The Hawks in der Nähe von Berlin, an einem Ort, wo Evi und Steven die dunkle, elementare Natur des menschlichen Herzens sowie die Umwelt und post-apokalyptische Themen für dieses Album erforschten. Schon der erste Longplayer ..And so The Morning Comes, den die beiden in Eigenregie zu Hause aufgenommen haben, wurde in England begeistert von Kritikern und Musikerkollegen gewürdigt. Nun steht Album Nr. 2 in den Startlöchern und wird ab 06. März im Handel erhältlich sein. Für alle, die emotionalen Tiefgang mögen und für einen imaginären Gang durch den dunklen Wald einen passenden Soundtrack suchen, könnte Give Your Heart To The Hawks genau das Richtige sein.

Evi Vine - Porcelain (Official Video)


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Foto: John Zocco

The Neal Morse Band – The Grand Experiment

Wo Neal Morse seine Finger im Spiel hat, ist feinster Progressive Rock nicht fern. Das galt bis zum letzten Album des US-Amerikaners. Mit Songs From November (2014) wurde er zwischendurch zwar mal etwas mainstreamiger. Am 13. Februar kommt aber das neue Album, The Grand Experiment, welches wieder auf gewohnten Pfaden wandelt und lupenreinen Prog-Rock bietet.

The Neal Morse Band – The Grand Experiment
Mit an Bord sind auch diesmal wieder Schlagzeug-Gott Mike Portnoy und Randy George am Bass, wie auf der letzten Prog-Scheibe Momentum (2012). Dauerhaft sind nun ebenfalls Eric Gillette an der Gitarre und Bill Hubauer an den Tasten im Line-Up. Letztere steuern auch gesanglich einiges zum Gelingen bei. Schon der erste Track des Albums, "Following The Call" beginnt mit einem astreinen Satzgesang, der mich gleich mal an "Fat Bottomed Girls" von Queen erinnert hat. Dieser wohlklingenden, mehrstimmigen Gesangseinlagen sind des Öfteren zu hören. Insgesamt ist das neue Album durch eine wirklich kompetente Kapelle deutlich attraktiver, als es Momentum war. Besonders ist an The Grand Experiment auch, dass die Herren das erste Mal zu einer Aufnahme-Session kamen, ohne Material dabei zu haben. Normal bringt Neal Morse schon seine Ideen oder komplette Titel mit. Diesmal sollten die Songs erst im Studio entstehen, was grundsätzlich ein Risiko war, aber bei der hochkarätigen Besetzung auch eine Chance. Und herausgekommen ist tatsächlich eine Scheibe, die Prog-Rock-Freunde in Entzückung versetzen wird. So gefallen mir, neben den oben genannten Gesangseinlagen auch die Gitarrenparts sehr gut. Die Songs wirken insgesamt ausgewogener und in sich stimmiger. Rund 53 Minuten Spielzeit sind für Neal Morse zwar ein relativ kurzes Intermezzo, aber die Qualität der Songs macht das wieder komplett wett. Und natürlich darf auch auf dem neuen Album der obligatorische, besonders lange Track nicht fehlen. Mit "Alive Again" gibt es einen Titel, der mit 26 Minuten und 42 Sekunden wieder das gesamte Spektrum der Möglichkeiten im Progressive Rock und das Besondere dieses Genres aufzeigt. Wenn das dann noch so gekonnt, wie von der Neal Morse Band eingespielt wird, bleiben kaum noch Wünsche offen. The Grand Experiment ist eine extrem gelungene Platte, die klar beweist, dass Neal Morse zu Recht als Speerspitze des modernen Progs gilt! Die Kollegen tun ihr übriges und somit ist die neue Interpreten-Bezeichnung mit The Neal Morse Band durchaus nachvollziehbar!

The Neal Morse Band "The Grand Experiment" OFFICIAL Music Video


The Neal Morse Band Live 2015
Datum Ort Location
11.03.2015 Aschaffenburg Colos-Saal
12.03.2015 Mannheim Alte Seilerei
13.03.2015 Hamburg Markthalle
14.03.2015 Bochum Matrix
    

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Foto: Paal Audestad

Katzenjammer – Rockland – das dritte Studioalbum der Norwegerinnen

Aufmerksame Leser dieses Blogs konnten beim Lesen der letzten Katzenjammer-Rezension Zeuge meiner Begeisterung werden. Die Band ist so andersartig und speziell und lieferte auf den letzten Alben einige extrem festsitzende Ohrwürmer, so dass die Erwartungen für das neue Album ziemlich hoch waren. Dieses erscheint nun am kommenden Freitag (16.01.2015) unter dem Namen Rockland.

Katzenjammer - Rockland
Ich habe Rockland als Download bemustert bekommen, lud also sofort das Material herunter und startete den Player. Auf gut 42 Minuten finden sich 11 brandneue Songs der nordischen Mädels. Beim ersten Durchhören wollte der Funke noch nicht so recht überspringen. Beim Vorgänger A Kiss Before You Go gab es Songs wie "I Will Dance (When I Walk Away)", "Lady Marlene", "Rock-Paper-Scissors" oder "Cocktails and Ruby Slippers", die sofort hängengeblieben sind und vor dem geistigen Ohr in einer Tour abliefen. Das ist bei Rockland nicht der Fall. Die Songs passen zwar ins Schema von Katzenjammer, die Leichtigkeit scheint jedoch ein wenig abhanden gekommen zu sein. Beeindruckten die ersten beiden Alben noch durch Frische, Eigenart und Spontanität, wirkt die neue Platte etwas affektierter bzw. gesteuerter. Während die ersten Scheiben vermutlich relativ frei und ohne Erfolgsdruck eingespielt werden konnten, müssen bei Rockland wahrscheinlich Erwartungen hinsichtlich des Publikums und der Verkaufszahlen erfüllt werden. Das geht für mein Empfinden auf Kosten der Andersartigkeit. Aber gerade das ist das Markenzeichen bei Katzenjammer. Mir scheint das Konzept Katzenjammer etwas aufgeweicht bzw. nicht konsequent fortgesetzt worden zu sein. Somit klingt der eine oder andere Song schon mal leicht wie ein zweiter Aufguss älterer Titel. Das Material auf Rockland ist dennoch gut und wird vermutlich dem Großteil der Fans zusagen. Gefallen haben mir z.B. "Flash In The Dark" mit einem schönen mehrstimmigen Gesang oder "My Dear" mit einem eingängigen Folk-Refrain. Der große Aha-Effekt bleibt unterm Strich aber leider aus. Da hätte ich mir etwas mehr Mut gewünscht. Stattdessen hat man lieber wieder auf Bewährtes gesetzt, gleiche Sounds und ähnliche Songs eingespielt. So wirkt das Ganze dann in der Summe doch etwas zu berechnet und die richtigen Ohrwürmer sind leider ebenfalls nicht dabei. Möglicherweise brennt sich der eine oder andere Song noch nach mehrmaligem Hören besser ein. Die Klasse des Vorgängers erreicht Rockland jedoch nicht. Das nächste Album darf gerne wieder etwas experimenteller und authentischer werden!

Nachtrag / Korrektur
Nun habe ich Rockland einige Male durchgehört und mich doch nahezu komplett infiziert. Die neuen Katzenjammer-Songs zündeten etwas weniger schnell als einige Vorgänger, aber nun spucken mir die Lieder wieder derart durch den Kopf, dass ich kaum noch schlafen kann. Ergo nehme ich meine Kritik an dem Album zurück und korrigiere meine Bewertung. Sorry Mädels, aber Ihr habt erneut einen sehr guten Job gemacht und ein tolles Album abgeliefert, das mich wohl noch einige Tage um die verdiente Nachtruhe bringen wird. Das ist vielleicht die Strafe für meine erste Fehleinschätzung 😉

Katzenjammer – Lady Grey (Official Video)


Katzenjammer Tour 2015
Datum Ort Location
04.03.2015 Köln Palladium
05.03.2015 Dresden Alter Schlachthof
06.03.2015 Berlin Columbiahalle
07.03.2015 Bielefeld Ringlokschuppen
09.03.2015 Hamburg Große Freiheit
10.03.2015 Mannheim Maimarktclub
20.03.2015 München Tonhalle
21.03.2015 Wiesbaden Schlachthof
    

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Foto: Robert Ascroft

Kat Edmonson – The Big Picture – Feinster Vintage Pop

Kürzlich bekam ich ein Paket mit diversen CDs, die im Januar auf den Markt kommen. Dabei war auch das neue Album von Kat Edmonson, die mir bis dahin unbekannt war. The Big Picture ist der zweite Longplayer der US-Amerikanerin und erscheint am 16. Januar 2015.

Kat Edmonson - The Big Picture
Bereits das Cover im Twiggy-Look mit Kurzhaarfrisur und einem klassischen, analogen Fotoapparat vermittelt einen Eindruck, der sich in der Musik fortsetzt. Jede Menge Retro-Feeling. Den Anfang macht "Rainy Day Woman", das problemlos als James Bond-Titelsong durchgehen würde. Sowohl das Songwriting als auch die Instrumentierung mit aufwendigen Orchester-Elementen transportieren ein Sechziger-Feeling, welches sich größtenteils auch in den weiteren Titeln wiederfindet. Dass Kat Edmonson eine Texanerin ist, mag man kaum glauben. Das Album klingt very british und versetzt einen gefühlt ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück. Hochklassige Arrangements produziert vom Grammy nominierten Mitchell Froom (u. a. Paul McCartney) sorgen für eine ganz spezielle Stimmung. Vergleiche zu Amy Winehouse oder Duffy kann man in positiver Hinsicht durchaus ziehen, wobei die Stimme von Kat Edmonson ganz anders klingt. Ihr Timbre erinnert mich hier und da an Christina Perri, allerdings wirkt Kat Edmonson deutlich routinierter, sicherer und sie kann das Niveau auch live halten.

Kat Edmonson - Foto: Robert Ascroft

Die Songs haben den Charme großer Songwriter-Nummern aus den 60er-Jahren, als noch echte Handwerkskunst nötig war, um gute Titel zu produzieren. Einzig der Track "All The Way" ordnet sich nicht so ganz in dieses Schema ein, was dem positiven Gesamteindruck jedoch überhaupt keinen Abbruch tut, weil dieser Titel nämlich eine ganz wunderbare Singer-/Songwriter-Nummer ist, für mich sogar der beste Song des Albums. Fast alle Titel stammen ganz oder zu erheblichen Teilen aus der Feder von Kat Edmonson. Wir hören hier also keine Marionette, sondern eine Vollblutmusikerin. Das macht dieses Album extrem authentisch, eigen und besonders, so dass es aus den vielfach glattgeschliffenen Pop-Publikationen wohltuend heraussticht. Der Sixties-Style in moderner Aufnahmetechnik, sie nennt es selbst Vintage-Pop, wirkt trotz aller Retro-Elemente frisch, unverbraucht und trifft meinen Geschmack. Die Musik dürfte auch mühelos in den Mainstream-Medien funktionieren. Für mich ist The Big Picture auf jeden Fall schon mal ein sehr schöner musikalischer Auftakt für 2015. So darf es gerne weitergehen…

Kat Edmonson - The Big Picture


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Foto: SULUPRESS.DE / Torsten Sukrow

Melissa Etheridge – This is M.E. – Das neue Album

Bekannt wurde Melissa Etheridge hauptsächlich durch Songs wie "Bring Me Some Water", "Come To My Window" und "Like The Way I Do". Ebenfalls denken viele Leser bestimmt auch an ihre Krebserkrankung 2004 und natürlich an das Outing hinsichtlich ihrer Homosexualität 1993. Nun steht die US-Amerikanische Sängerin, Grammy- und Oscar-Preisträgerin aber mal wieder musikalisch im Fokus und bringt am 16. Januar 2015 Ihr neues Album This Is M.E. in Deutschland auf den Markt. In den USA ist dies bereits Ende September erschienen.

Melissa Etheridge – This is M.E.
Das Cover zeigt ein Portrait von Melissa Etheridge, welches eine Kollage aus vielen kleinen Einzelbildern ist. Im Inneren des Booklets finden sich zudem diverse alte Fotos der Sängerin. Alles wirkt ein wenig wie aus dem persönlichen Fotoalbum, wie ein Blick zurück. Deswegen habe ich als Bild zu diesem Artikel ebenfalls ein älteres Foto von Melissa Etheridge aus meinem Archiv genommen. Das Bild konnte ich 1993 auf dem Jübek Open Air machen.

Auf This Is M.E. haben viele kreative Leute aus der Musikszene mitgearbeitet: Jon Levine (Nelly Furtado, K’Naan, Selena Gomez), RoccStar (Usher, Chris Brown), Jerrod Bettis (Adele, One Republic, Eric Hutchinson, Gavin DeGraw), Jerry Wonda (Grammy-Gewinner und Produzent der Fugees, von Mary J. Blige und Akon),… wirkten mit. "Ich war seit Jahren nicht mehr dermaßen begeistert", erklärt Etheridge, "jeder einzelne Song war eine großartige Erfahrung." Beim Lesen der Namen denkt man vielleicht, dass das ein sehr modernes oder gar poppiges Albums sein müsste. Es klingt aber definitiv nach Melissa Etheridge. Ihre überaus markante Stimme ist prägend und die Produktion klingt dabei frisch und unverbraucht. Letzteres mag dem Einfluss der o.g. Personen geschuldet sein. This Is M.E. ist ein Album, das ggf. nicht beim ersten Hören sofort zündet, aber ich habe es nun ein paar Mal abgespielt und finde immer mehr Gefallen an den Songs, die wie die Single "Take My Number" sehr gut im Radio funktionieren könnten. Eine Nummer wie "Stranger Road" klingt da schon deutlich amerikanischer, fast wie ein pathetischer Bon-Jovi Titel, natürlich mit der charakteristischeren Stimme von M.E.. Trotz etwas moderner Produktion bleibt sich Melissa Etheridge treu und erfüllt auf gut 41 Minuten Spielzeit die Erwartungen, die man an eine Rockplatte der US-Sängerin hat. Gute Songs, gute Produktion, Hammer-Stimme und ein solides Werk.

Melissa Etheridge: Take My Number


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Foto: A&M Records / Universal Music

Supertramp – Crime Of The Century – 40th Anniversary Edition

Es gibt nur wenige Bands die einen so unverkennbaren Sound haben, wie Supertramp. Zum 40. Jahrestag von Crime Of The Century kommt am 05. Dezember eine überarbeitete Version des Albums auf den Markt. Die Deluxe-Version erhält eine weitere CD mit dem Mittschnitt eines Konzerts vom 9. März 1975 aus dem Londoner Hammersmith Odeon, bei dem bereits erste Live-Versionen einiger Songs vom Nachfolgealbum Crisis? What Crisis? gespielt wurden.

Supertramp – Crime Of The Century – 40th Anniversary Edition
Crime Of The Century ist das Album, welches Supertramp 1974/1975 den Durchbruch brachte. Sie kamen damit bis auf Platz 4 der britischen Albumcharts und schafften es ebenfalls in die US-Top 40. Mit ihrer hochkarätigen Musik und der herausragenden Klangqualität setzte die Band, bestehend aus Rick Davies, Roger Hodgson, John Anthony Helliwell, Bob Siebenberg und Dougie Thomson Maßstäbe. Das Album wurde übrigens neben Dark Side Of The Moon von Pink Floyd gerne zur Demonstrationen von HiFi-Anlagen aufgelegt. Für die Neuauflage wurde Crime Of The Century vom Tontechniker-Legende Ray Staff, der auch schon für Led Zeppelin, The Rolling Stones, Muse u.v.m. tätig war, in den Londoner AIR-Studios digital überarbeitet. Und es klingt wirklich schön luftig, dynamisch und räumlich. Bereits 1987 kam das Album als hochwertige Gold-Disk sowie 1997 und 2002 in überarbeiteten Neuauflagen auf den Markt. Ob sich das neue Re-Release klanglich von seinen Vorgängern unterscheidet, entzieht sich meiner Kenntnis. Interessant wird es jedoch bei der aktuellen Neuveröffentlichung durch die beigefügte Live-CD in der Deluxe-Version, die sämtliche Songs des Studioalbums von Crime Of The Century wie "School", "Bloody Well Right", "Asylum" oder "Rudy" sowie ein paar weitere Titel enthält. Allein diese CD ist den Kauf des Albums schon wert. Denn neben den eindrucksvollen Qualitäten im Songwriting überzeugten die Herren von Supertramp auch stets als Top-Liveband und belegen, dass sie zur 1. Liga in den Siebzigern zählten. In dieser Zeit war es auch noch ein Ritual, Musik zu hören. Man nahm vorsichtig die Vinyl-Schallplatte aus dem Cover, legte sie behutsam auf den Plattenspieler, entstaubte die LP und die Nadel und setzte letztere vorsichtig auf den Tonträger. Dann machte man es sich gemütlich und lauschte der Musik seiner Helden, möglichst laut und intensiv. Und so sollte man es mit Crime Of The Century auch weiter machen. Dieses Album ist ein Meisterwerk, ein Meilenstein und ohne jeden Zweifel eines der besten Alben der Musikgeschichte. Es erscheint nun in diversen Formaten, u.a. auch wieder in zwei verschiedenen Vinyl-Versionen und sollte in keiner ernsthaft geführten Musiksammlung fehlen.

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Birdy / Foto: Warner Music

Sounds Of The 80s – Unique Covers Of Classic Hits

Eigentlich war ich geneigt, mich für diesen Artikel als Kind der Achtziger zu bezeichnen. Richtig ist jedoch, dass ich ein Teenager der Achtziger war. Diese jugendliche Lebensphase war extrem prägend und fiel bei mir eben rein zufällig zu fast 100% in das besagte Jahrzehnt, das musikalisch tatsächlich ganz besonders war. Sounds Of The 80s ist nicht nur die nächste Kompilation einiger Hits aus der Zeit, sondern enthält teils recht spezielle Cover-Versionen verschiedenster Songs meiner Jugend, interpretiert von namhaften Künstlern, sowohl von damals, als auch von heute. Das Album ist seit 21.11.2014 im Handel.

Sound Of The 80s - Unique Covers Of Classic Hits
Es handelt sich um eine Doppel-CD mit einer Gesamtspielzeit von rund 137 Minuten, verteilt auf 37 Songs. Viele der Titel sind im Original eigentlich kaum zu toppen, wobei das wohl auch nicht die Absicht war. Spannend wird es jedoch an den Stellen, wo die Hits von damals komplett neu interpretiert werden. Herausragend ist da z.B. "Man In The Mirror" der Country-Zwillinge Ward Thomas. Ja, da wird der Michael Jackson Klassiker kurz mal zur Country-Pop-Nummer umfunktioniert. Klasse! Ebenfalls super gefällt mir die Katie Melua Version von Black´s "Wonderful Life". Die samtige Stimme und eine akustische Gitarre mit einer, an "More Than Words" von Extreme erinnernden Anschlagtechnik geben dem Song eine ganz neue Stimmung. Gefallen haben mir ferner "Lucky Star" von Birdy, "Island In The Stream" von The Shires und "Head Over Heals" von Millers Daughter. Aber nicht alles begeistert! Einige Titel sind mir zu nah am Original oder können diesen, trotz eigener Interpretation, nicht ansatzweise das Wasser reichen. So finde ich z.B. "If I Could Turn Back Time" von Christina Perri stimmlich etwas schwach. Sich auf einen Vergleich mit Cher einzulassen, ist vielleicht auch nicht die beste Idee, wenn man nur ein relativ dünnes Stimmchen hat. Dido versucht sich an "Smalltown Boy" von Bronski Beat. Im ersten Moment eine tolle Alternativversion mit akustischer Gitarre, die dann aber für meinen Geschmack doch mit etwas zu wenig Feeling vorgetragen wird. Gut gemacht und besonders ist dann wieder "True Colors" von Shane Filan (Westlife). Fast etwas schräg wird es, wenn Dolly Parton und Richie Sambora den Bon Jovi Hit "Lay Your Hands On Me" zusammen intonieren.

Dass bei so einer speziellen Zusammenstellung nicht alles gefällt, ist klar. Aber neben einigen schwächeren Titeln sind durchaus Coverversionen dabei, die richtig gelungen sind. Interessanterweise sind es die (bei uns) eher unbekannteren Künstler, deren Versionen bei mir persönlich mehr Anklang finden. Die bekannteren Acts sind in der Summe etwas weniger überzeugend, Kylie Minogue schafft es aber dennoch "Betty Davis Eyes" zu einem Kylie-Song zu machen und Paul Heaton von den Housemartins covert gleich mal zusammen mit Jacqui Abbot den eigenen Hit "Caravan Of Love", obwohl der auch in den Achtzigern schon ein Cover war und im Original 1985 von Isley Jasper Isley kam, bevor die Housemartins damit zu Weihnachten 1986 in ihrer A-cappella Version einen Nr. 1 Hit in Großbritannien landeten.

Es gibt auf Sounds Of The 80s also einiges zu entdecken und so schwelgt man dann doch ganz schnell wieder in diesem abgefahrenen Jahrzehnt und erfreut sich an den meisten Songs, auch oder teilweise gerade wegen der ungewohnten Interpretationen.

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Foto: Anton Corbijn

Depeche Mode – Live In Berlin – Ein Konzertfilm von Anton Corbijn

Letztes Jahr im November waren Depeche Mode u.a. für zwei Konzerte in Berlin. Bei diesen beiden Shows hat Starfotograf und Regisseur Anton Corbijn den Konzertfilm Live In Berlin aufgenommen, der seit dem 14. November im deutschen Handel erhältlich ist. Ich habe das DVD-Boxset bemustert bekommen, das auf der ersten DVD den kompletten Konzertfilm mit Interview-Sequenzen und dem Bonus-Material (zwei Songs aus der Bordello Acoustic Session) enthält. Eine weitere DVD enthält die reine Live-Show, die auch auf den zwei Audio-CDs zu hören ist. Last but not least gibt es eine Audio-Blu-ray-Disk mit der 5.1 Version des Albums Delta Machine. Das Ganze kommt in einer wertige Pappschachtel mit Stülpdeckel daher und dürfte den Fan schon mal vom Umfang entzücken.

Depeche Mode – Live In Berlin
Ich selbst hatte meine heiße Depeche Mode Phase vor ca. 30 Jahren, als "People Are People" und "Master And Servant" in den Charts waren. Damals habe ich auch verschiedene Tonträger der Briten erworben und diese gerne gehört. Gerade aus dem seinerzeit aktuellen Album Some Great Reward hat es aber leider kein Song in die Show geschafft. Dennoch sind neben einigen Titeln aus Delta Machine diverse Welthits von Depeche Mode zu hören und zu sehen. Wer nur hören will, bekommt vermutlich, was er erwartet: Jede Menge typischen Depeche Mode Sound, eine tolle Stimmung in der Halle sowie ein stimmiges Gesamtpaket. Wer sich die Show anschaut, sieht drei Bandmitglieder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Andrew Fletcher steht, ohne eine Miene zu verziehen, mit schwarzer Hose, schwarzem T-Shirt, Bauchansatz und Sonnenbrille hinter seinen Keyboards und spielt. Der totale Gegenpart ist Dave Gahan, der extrovertiert tanzt, die Hüften kreisen lässt, mit dem Hintern wackelt und derart charismatisch und energiegeladen die Show rockt, dass man nur staunen kann. Zum Zeitpunkt des Konzerts, war Gahan 51 Jahre alt und hinsichtlich seiner Biographie inkl. Suizid-Versuch, einem fast-Drogentod und einer früheren Krebserkrankung beneidenswert gut in Form. Er kokettiert mit dem Publikum, ist Diva, Sex-Symbol und beindruckender Frontmann. Daneben wirkt Martin Gore blass und fast eingeschüchtert. Ich habe das Gefühl, dass er Dave Gahan gerne nacheifern würde, aber einfach nicht das Handwerkszeug dafür hat. Da helfen dann auch keine glitzernden Karo-Hosen. Es wirkt, als verstecke er sich hinter den Gitarren, obwohl er, so ist mein Eindruck, auch gerne mehr im Mittelpunkt stehen würde. Ich habe teilweise auch den Verdacht, dass er zumindest die Gitarre(n) gar nicht live spielt. Der Schnitt des Bildmaterials macht es extrem schwer, das genau zu beurteilen. Bei den drei Solo-Stücken, wo Martin Gore alleine mit Keyboarder Peter Gordeno auf der Bühne stehend singt, wirkt er ohne Gitarre hinterm Mikroständer fast ein wenig zerbrechlich, weiß nicht so Recht, wohin mit den Händen. Er scheint hin und her gerissen zwischen Unwohlsein und der zuträglichen Anerkennung des Publikums. Viele Fans mögen gerade diese Parts der Show, vielleicht weil sie eine gewisse Intimität und Verletzbarkeit zeigen. Ein grandioser Live-Musiker ist Gore auf jeden Fall nicht! Dafür ist er jedoch hinsichtlich der Kreativität das Maß der Dinge in der Band und hat es über Jahrzehnte geschafft, einen eigenen, speziellen Sound zu entwickeln und zu erhalten, der unverwechselbar ist.

Die Interviews einiger Konzertbesucher vor der Halle zeigen, dass Depeche Mode extrem treue Fans hat, die der Band auf Tour sogar nachreisen und möglichst viele Konzerte mitnehmen wollen. Eine Frau sagte sogar auf die Frage, was die Band für sie bedeutet: Depeche Mode sei ihre Religion. Und diesen Status muss man erst mal erreichen. Depeche Mode hat ihn seit vielen Jahren. Und somit sind es vermutlich genau die ungleichen Charaktere der Bandmitglieder sowie der unverwechselbare Sound, die das Gesamtwerk so hell leuchten lassen. Die eigenständigen Songs, zum Großteil von Mastermind Martin Gore geschrieben und authentisch vorgetragen vom energiestrotzenden Entertainer Dave Gahan. So wird ein Schuh draus. Der eine könnte ohne den anderen nicht und das macht am Ende vielleicht die Magie dieser Band aus. Die Fans danken es mit bedingungsloser Treue und geben dem Gesamtkonzept der Band somit auch im vierten Jahrzehnt ihres Bestehens Recht. Live In Berlin ist ein ansprechendes Set, Anton Corbijns Videoschnitt ist eher Old-School und verzichtet zum Glück auf überzuckerte Videoeffekte wie Splittscreens, Zoom-Fahrten im Rhythmus der Musik oder nervige Überblend-Animationen. Die Klangqualität ist gut, das Bild so lala… Zur Audio-Blu-ray mit 5.1 Sound kann ich nichts schreiben, da ich weder einen BR-Player, noch eine Surround-Anlage habe. Insgesamt schneidet das Boxset mit fünf Scheiben gerade noch gut ab, weil es inhaltlich viel bietet, einen restlos überzeugenden Dave Gahan in Top-Form zeigt und somit in jede ordnungsgemäß geführte Depeche Mode Sammlung gehört.

Depeche Mode - Live in Berlin - Trailer


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Foto: Stian Andersen

Röyksopp – The Inevitable End – Das letzte Album der Norweger

Als Remixer arbeiten Röyksopp für Weltstars wie Coldplay, Lady Gaga, Kings of Leon oder Depeche Mode. Sie gehören zu den erfolgreichsten Künstlern in der elektronischen Musik weltweit. Ihr neues Album The Inevitable End soll zugleich auch das letzte sein. Es erscheint am 21. November und enthält zum einen das Hauptalbum mit gut 60 Minuten Musik. Zum anderen ist eine weitere CD mit fünf Bonustracks dabei.

Röyksopp – The Inevitable End
Aufmerksam wurde ich auf das norwegische Duo, bestehend aus Svein Berge und Torbjørn Brundtland, weil ich in der Presseankündigung zum Album lass, dass bei zwei Titeln der Platte Susanne Sundfør singt. Selbige habe ich auch eher zufällig im Oktober 2012 über ihr Album "The Silicone Veil" entdeckt und in mein musikalisches Herz geschlossen, weil sie einen ganz eigenen und besonderen Musikstil hat. Letzteres gilt auch für Röyksopp, die selbst den Anspruch haben, Musik zu machen, die sie sonst nirgends finden. Die Songs sind schon größtenteils sehr technisch – manchmal weich und zart, dann wieder sperrig, hart und rau. Der Gesang schafft dann aber oft einen brillanten Gegenpol, der die teils kalten Sounds wieder mit Wärme füllt. Und so entstehen audiophile Leckerbissen, die irgendwo zwischen Daft Punk und Kraftwerk liegen. Neben Susanne Sundfør (ebenfalls aus Norwegen) singt bei einigen Stücken die Schwedin Robyn, die in Skandinavien eine Legende ist, und Jamie McDermott (The Irrepressibles) sowie Ryan James (Man Without Country) übernehmen die männlichen Gesangsparts. Die Damen gefallen mir jedoch eindeutig besser! In Norwegen gehen die Alben von Röyksopp meist auf die Top-Positionen der Charts. Dort haben sie auch bereits 7 norwegischen Grammys (Spellemannprisen) und fünf norwegische Musikpreise (Alarmprisen) bekommen. Das sind doch mal Belege. Dass Röyksopp bis dato in den anderen, ausländischen Märkten noch nicht so bekannt sind, mag an der Gesinnung der Macher und deren speziellen Werken liegen. Oder sie sind einfach (noch) nicht auf dem Tableau der Musikredakteure. Mich macht dieser leicht kühle, aber extrem moderne, skandinavische Sound auf jeden Fall ziemlich an. Die Herren verstehen es gekonnt, die geilsten Klänge aus ihren Synthesizern zu holen, coole Arrangements zu erstellen, perfekt zu mixen und das Ganze in ein Gesamtgebilde zu gießen, das auch mich, der eigentlich lieber ein dickes Gitarrenbrett hört, in den Bann zieht. Die Skandinavier scheinen grundsätzlich ein gutes Händchen für elektronische Musik zu haben. The Inevitable End von Röyksopp bedient dieses Genre definitiv sehr eindrucksvoll. So etwas findet man in der Tat sonst nirgends.

Røyksopp feat. Robyn - Monument (The Inevitable End Version)


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