Derek Sherinian – Re-Releases von 5 Solo-CDs des Prog-Rock-Keyboarders

Wenn man ein Ranking der besten Keyboarder in der Rockmusik erstellen würde, wäre Derek Sherinian ganz weit oben, vielleicht sogar an der Spitze. Der US-Amerikaner mit armenischen Wurzeln hat die Tasten schon bei vielen elitären Kollegen bedient und gehört nicht nur deswegen selbst zur Elite an den Keyboards. Heute (07.02.2014) veröffentlicht Armoury Records fünf Solo-Alben von Derek Sherinian als Re-Release.

Derek Sherinian (Foto: William Hames)

Sherinian war von 1994 – 1999 festes Mitglied bei Dream Theater und gehörte zum Aufgebot von Black Country Communion, die sich jedoch nach dem Ausstieg von Joe Bonamassa aufgelöst haben. Wegen Streitigkeiten hinsichtlich des Namens werden die verbleibenden Mitglieder Glenn Hughes und Jason Bonham jedoch ohne Derek Sherinian unter dem Namen California Breed mit dem neuen Gitarristen Andrew Watt als Trio weitermachen. Auch gehört Sherinian zur Supergroup P.S.M.S. (Portnoy, Sheehan, MacAlpine, Sherinian) zu Planet X, hat bei Billy Idol, Alice Cooper, Kiss und in diversen weiteren Projekten gespielt. Mit anderen Worten: Der Mann versteht sein Handwerk ziemlich gut. Und das beweist er auch eindrucksvoll auf seinen Solo-Scheiben. Die oben erwähnten Re-Releases liegen mir als Rezensionsexemplare vor. Und auch hier gaben sich reichlich namhafte Kollegen die Ehre und spielten als Gäste auf den Longplayern. Produziert hat die Alben alle Derek Sherinian selbst, auf dreien waren Schlagzeuglegende Simon Phillips, auf einem zusätzlich Brian Tichy als Co-Produzenten tätig. Simon Phillips agiert zum Teil auch als Tonmeister und natürlich als Trommler!

Das erste wiederveröffentlichte Album ist Inertia von 2001, welches bereits mit Simon Phillips am Schlagzeug sowie Steve Lukather und Zakk Wylde an den Gitarren ein Ausrufezeichen setzt. Der Bass wird von Tony Franklin, Tom Kennedy bzw. Jimmy Johnson bedient. Insbesondere Lukather und Phillips sind deutlich bei ihrer Arbeit rauszuhören. So werden Fans der Los Lobotomys bestimmt auf ihre Kosten kommen. Aber auch Anhänger gepflegten Prog-Rocks dürften großen Gefallen an Inertia finden.

Album Nr. 2 in der Liste ist Black Utopia von 2003, das gleich bei den ersten beiden Tracks unverkennbar mit Yngwie Malmsteen an der Gitarre loslegt. Ebenfalls mit an Bord sind Al Di Meola (sogar in Kombination mit Malmsteen!), Billy Sheehan am Bass sowie erneut Simon Phillips an den Drums, Steve Lukather (Git.), Zakk Wylde (Git.), Tony Franklin (Fretless Bass) und Jerry Goodman an der Violine. Die Besetzung steckt die Erwartungen hoch und diese werden absolut erfüllt. Das ist oberste Liga!

Nr. 3 heißt Mythology aus dem Jahr 2004. Neben den üblichen Verdächtigen Zakk Wylde, Steve Lukather, Simon Phillips und Tony Franklin reihen sich diesmal auch Steve Stevens, John Skyes, Allan Holdsworth, Brian Tichy und Marco Mendoza in die Gästeliste ein. Das Niveau bleibt auch auf dieser Scheibe gewohnt hoch und die Musik kann erneut überzeugen. Dabei sind natürlich nicht die Gastmusiker alleine für die Güte der Songs verantwortlich. Derek Sherinian zeigt in jedem einzelnen Track seine Fähigkeiten an den Tasten. Aus der Reihe tanzt hier der Song "El Flamingo Suave" der mit einem modernen Flamenco auffällt. Aber auch sonst verlässt dieses Album ein wenig den üblichen Pfad, ohne jedoch weniger genial zu sein.

Die vierte CD ist Blood Of The Snake aus dem Jahr 2006. Das erotisch anmutende Cover erinnert an frühere Platten die mit eben solchen Gemälden phantastischer Bilder aus anderen Welten die Blicke auf sich zogen. Das Bild stammt von Mattias Norén, der auch schon für Kamelot, Sabaton oder John Petrucci gearbeitet hat. Bis auf Inertia sind die anderen Covers der Re-Releases ebenfalls von Mattias Norén. Ja und musikalisch ist dieses Album mit den Gästen Billy Idol, Slash, John Petrucci, Brad Gillis, Brandon Fields (Sax.) sowie erneut Simon Phillips, Zakk Wylde, Jerry Goodman und Yngwie Malmsteen wiederum über jeden Zweifel erhaben. Als Sahnehäubchen gibt es eine Coverversion von Ray Dorset ´s (Mungo Jerry) "In The Summertime" gesungen von Billy Idol und mit Slash an der Lead-Gitarre.

Last but not least wird Molecular Heinosity von 2009 wiederveröffentlicht. Neu im Line-Up sind diesmal Rusty Cooley (Git.), Brett Garsed (Git.), Virgil Donati (Drums), Taka Minamino (Git.) und Tina Guo (Cello). Obwohl bereits auf Interia von 2001 die geniale Spielweise von Derek Sherinian deutlich erkennbar ist, hört man bis zu Molecular Heinosity eine Entwicklung. Das Album wirkt in sich geschlossener und auch die Songs sind noch ein wenig virtuoser, als auf den Vorgängern. Bereits auf den früheren CDs ist es großartig, aber Molecular Heinosity ist ein musikalischer Volltreffer.

Alle CDs sind durch die Bank hochklassig und größtenteils nichts für seichte Kuschelabende. Hier geht die Post schon in der Regel richtig ab und man bekommt virtuose Songs erster Wahl mit tollen Musikern geboten. Durch die verschiedenen Mitstreiter ändern sich auch immer ein wenig die Stile der Alben und der Songs. Vieles was Derek Sherinian spielt, wirkt oft erst gar nicht wie Keyboard, sondern durch die Spielweise mit speziellen Sounds, Pitchbender und wirklich flotten Fingern wie eigenständige Instrumente. Sherinian versteht es, wie kaum ein anderer das Optimum aus seinen Tasteninstrumenten zu holen. Die Freunde anspruchsvoller Rockmusik, egal ob Progressive, Fusion oder auch der härteren Sachen, dürften ihre wahre Freude an den Alben haben. Unten sind die Cover mit den Bestelllinks abgebildet. Beim Click auf die Cover kommt Ihr zum jeweiligen Album im Amazon-Shop, wo auch in die Songs reingehört werden kann.

Die fünf Re-Releases von Derek Sherinian
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Derek Sherinian - Inertia
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Derek Sherinian - Black Utopia
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Derek Sherinian - Mythology
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Derek Sherinian - Blood Of The Snake
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Derek Sherinian - Molecular Heinosity
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