Es ist bereits eine Tradition, dass 3sat an Sylvester die große Livemusik-Kiste öffnet und rund 24 Stunden am Stück "pop around the clock" sendet. Dieses Jahr ist die Auswahl à la bonne heure und dürfte für jeden etwas im Gepäck haben. Es fällt auf, dass eine ganze Menge Konzerte dabei sind, die erst dieses Jahr auf DVD / Blu-ray erschienen sind. Natürlich werden diese nicht in voller Länge gezeigt, aber die Highlights sind in der Regel mit an Bord. So dürfen wir uns an Sylvester u.a. auf Queen, Paul McCartney, Joe Bonamassa, Duran Duran, Udo Lindenberg, Robbie Williams oder Coldplay freuen. Ein Klick auf den Sendungstitel in der Tabelle führt Euch – sofern verfügbar – zur entsprechenden DVD / Blu-ray bzw. zur Künstlersuche bei Amazon.de. Solltet Ihr also Geschmack an den Konzerten finden, könnt Ihr z.T. direkt das vollständige Werk ordern. Alternativ kann der Festplattenrecorder auf Dauerbetrieb eingestimmt werden Vor dem offiziellen Start des Thementages laufen früh morgens am 31.12.2012 ab 2.30 bereits drei Konzertmitschnitte von Medina, The Baseballs und Skunk Anansie bei 3sat!
Joe Bonamassa ist zu Sylvester auch bei "pop around the clock" auf 3sat dabei:
Die Liste der "pop around the clock" Konzerte für Sylvester 2012:
Mit Queen ist es so eine Sache! Ihre letzte Tour mit Freddie Mercury war 1986. Und dennoch erscheinen bis heute immer wieder Konzertmitschnitte als DVD/Blu-ray und/oder CDs. Ist das nun eine übermäßige Geschäftstüchtigkeit, oder ist wirklich immer noch Bedarf an weiterem Material bei den Fans?
Da ich selbst großer Queen-Fan bin, erlaube ich mir den Versuch, die vorangehende Frage zu beantworten. Allein von der Magic Tour 1986 gibt es auf CD bereits die "Live Magic" sowie "Live At Wembley ´86". Nun kommt ein filmisches Dokument der Konzertreise mit dem Namen "Hungarian Rhapsody – Live In Budapest" hinzu, das jeweils auch in Deluxe-Versionen mit Audio-CDs erhältlich sein wird. Der Konzertfilm lief sogar vorab in ausgesuchten Kinos (siehe Trailer unten). Die Besonderheit bei dem Budapest-Konzert ist sicherlich die Tatsache, dass das damals in der Art und Weise ein Novum war. Eine westliche Rockband in einem Stadion mit 80.000 Besuchern gab es zuvor noch nicht im damaligen Ostblock. Am 27. Juli 1986 traten Queen im Népstadion in Budapest auf und zogen nicht nur Fans aus Ungarn, sondern aus Polen, der Tschechoslowakei und anderen osteuropäischen Ländern an.
Die DVD, die mir als Rezensionexemplar vorliegt, zeigt also nicht nur ein Konzert, sondern einen Meilenstein in der Karriere von Queen. Gut ein Jahr nach dem legendären Live Aid Konzert standen die vier Musiker im Rahmen ihrer größten Tournee, die über 2 Millionen Fans gesehen haben, für ein Konzert hinter dem "Eiserneren Vorhang". Das Set ist recht ähnlich mit dem der Wembley-CD, aber visuell ist das Ganze ebenfalls immer ein Leckerbissen. Nach dem Start des DVD-Players sieht man in Zeitraffer den Aufbau der Bühne und wie sich anschließend das Stadion mit den Zuschauern füllt. Wenn dann die Gitarre von "One Vision" einsetzt, habe ich eine picobello Gänsehaut! Das ist es u.a., was Queen ausmachte. Sie begeistern mich bis heute. Und obwohl mir die alten Songs bis ca. 1980 besser gefallen, sind auch die späteren Queen-Hits wie "A Kind Of Magic", "Radio Ga Ga" oder "Is This The World We Created…?" ein Erlebnis bei diesem Konzert. Zwischen den Songs gibt es vier kurze Einspieler, die die Bandmitglieder im Umfeld des Konzertes in Budapest zeigen. Freddie Mercury wird u.a. gezeigt, als er im quitschgelben Jogginganzug auf der noch leeren Bühne vorm leeren Stadion ein paar Gesangsübungen macht. Mit so einem Jogginganzug würde man heute selbst im Altenheim unangenehm auffallen. Beim Konzert gibt es bei Freddie Mercury, John Deacon und Brian May einige Kleidungswechsel. Und auch John Deacon steht plötzlich in einem ähnlich unvorteilhaft geschnittenen, hellgelben Jogginganzug auf der Bühne. Daran erkennt man deutlich, dass die Mode damals echt schräg war! Musikalisch waren Queen jedoch in Topform. Es scheinen allerdings einige Passagen des Konzertes dem Schnitt zu Opfer gefallen zu sein. Als Bonus gibt es noch eine Dokumentation mit dem Titel "A Magic Year", die das Jahr nach dem Live Aid Auftritt, der Queen einen gewaltigen Schub gegeben hat, dokumentiert.
Um zur Ausgangsfrage zurückzukommen. Ist so eine DVD nun pure Geschäftemacherei oder Bedarfsdeckung für die Fans? Gut, die Umsätze wird wohl keiner der Beteiligten verschmähen, aber wenn der Bedarf nicht da wäre, würde auch niemand die neuen Titel kaufen. Somit entscheidet der Fan, ob er ein weiteres Konzert in seiner Sammlung haben möchte, oder nicht. Im Übrigen meine ich, dass ich mir eine Band wie Queen – hätte ich die Möglichkeiten gehabt – gerne auch mehrfach live angesehen hätte. Da mir das nicht vergönnt war, kann ich mich zumindest an diversen Ton- und Bildträgern erfreuen. Und 1986, als dieses Konzert entstand, galt Queen als größte Rockband der Welt. Für viele sind sie es heute noch! Es besteht also durchaus auch noch Bedarf an solchem Material!
Queen - Hungarian Rhapsody: Live In Budapest (Cinema Trailer)
QUEEN - Hungarian Rhapsody: Live in Budapest jetzt bestellen bei:
Das angezeigte Video wird von YouTube bereitgestellt!
In den letzten Tagen bin ich ein wenig Queen-lastig. Da heute jedoch der 20. Todestag (24. November 1991) von Freddie Mercury ist, lasse ich es mir nicht nehmen, einen seiner schönsten Songs in der Live-Version aus der DVD/Blu-ray "Queen – Rock Montreal" zu posten. Das Konzert wurde am 24./25. November 1981 mit hochwertigen 35mm Filmkameras aufgenommen und ist besonders in der Blu-ray Variante ein Augenschmaus. "Love Of My Life" stammt im Original vom Album "A Night At The Opera" und wurde von Freddie geschrieben. Dort ist der Song jedoch ganz anders instrumentiert. Die Umsetzung der Live-Version nur mit der 12-saitigen Gitarre ist allerdings fantastisch und war auf den Queen Konzerten immer ein Highlight.
Freddie Mercury war einer der begnadetsten Entertainer. Auf dem Band-Foto (oben) wirkt er eher schüchtern. Auf der Bühne hatte er jedoch sein Publikum im Griff. Je größer die Halle oder später die Stadien wurden, desto mehr hingen die Fans an seinen Lippen und ließen sich bis in die letzten Reihen mitreißen. Die Gerüchte um seine HIV-Erkrankung kursierten damals schon länger. Einen Tag nach der offiziellen Bekanntgabe starb Freddie Mercury an Aids, was nicht nur die Queen-Fans schockte. Mit ihm ging heute vor 20 Jahren eine der schillerndsten Lichtgestalten der Rockmusik, wie es sie nur ganz selten gibt!
Heute auf den Tag genau vor 18 Jahren war ich in Hamburg beim Konzert von Brian May im CCH. Als Gitarrist und Songwriter bei Queen hat er Musikgeschichte geschrieben. Als Queen Fan war das damals ein echtes Highlight und ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wäre! Im Rahmen der "Back To The Light Tour 93" wurde auch am 15. Juni 1993 ein Konzert in der Brixton Academy in London mitgeschnitten und als Album herausgebracht.
Brian May spielt neben eigenen Songs wie "Back To The Light", oder "Driven By You" auch einige Queen-Songs. Als er seinerzeit das von Freddie Mercury geschriebene "Love Of My Life" ankündigte und das Publikum mit den Worten „We do this one for Freddie“ um Unterstützung bat, hatte ich einen Klos im Hals und eine Gänsehaut bis unter die Haarwurzeln! Der ganze Saal hat natürlich mitgesungen. Das war einmalig! Die CD gibt dieses Feeling sehr gut wieder. Auch Queen-Klassiker wie "Tie Your Mother Down", "Now I´m Here" oder "Hammer To Fall" waren im Programm und finden sich auf dem Mitschnitt wieder. Die CD hat eine recht gute Klangqualität und auch die Stimme von Brian – die eigentlich etwas dünn ist – kommt gut rüber. Zudem wurde er durch gute Musiker wie z.B. Cozy Powell (Schlagzeug) oder Neil Murray (Bass) begleitet. Auch die beiden Backgroundsängerinnen Cathy Porter und Shelly Preston sind eine echte Bereicherung. Queen Fans sollten diese Scheibe auf jeden Fall in der Sammlung haben. Ich hoffe bis heute, dass dieses Konzert irgendwann noch mal auf DVD erscheinen wird!
Brian May ist für viele Musiker einer der einflussreichsten Gitarristen. Sein Sound ist so eigenständig, dass man ihn bereits beim ersten Ton erkennt. Steve Vai sagte mal, dass Brian May seiner Gitarre das Flair eines ganzen Orchesters entlocken kann. Kaum einer hat so einen speziellen Ton wie Brian May. Dieser Sound hat auch die Songs von Queen ganz erheblich geprägt. Ich freue mich noch heute, dass ich diesen legendären Musiker live sehen und hören konnte. Die Live-CD ist die Krönung dieses Erlebnisses. Das Foto habe ich beim besagten Konzert in Hamburg gemacht!
Ende der Sechziger hat sich in London eine Band zusammengefunden, die anfangs unter dem Namen "Smile" aktiv war, 1970 jedoch den Namen änderte. Fortan hießen sie Queen! Den Grundstein legten ursprünglich Brian May und Roger Taylor, anfangs noch mit anderen Mitgliedern. Später kam ein Sänger namens Farrokh Bulsara dazu, der auf den Künstlernamen Freddie Bulsara hörte, den er jedoch kurz nach der Queen-Gründung in Freddie Mercury wandelte. Anfang 1971 stieß der Bassist John Deacon zur Band. In dieser Besetzung blieben Queen bis zum Tod von Freddie Mercury 1991 zusammen und brachten währenddessen 26 Alben heraus, die sich weltweit über 300 Millionen Mal verkauften. Anfang der Achtziger galt Queen als größte Rockband der Welt!
2011 gibt es Queen offiziell 40 Jahre. Und es ist am 24. November bereits 20 Jahre her, dass Freddie starb. Kürzlich wurden Queen vor einem Fernsehpublikum von schätzungsweise 1,2 Mrd. Zuschauern bei den MTV EMAs 2011 mit dem Global Icon Award geehrt. Die Band stand immer für Superlative. In den Siebzigern waren sie es, die die größten Konzertereignisse mit riesigen Lichtanlagen ablieferten. Sie waren die ersten, die ganze Fußballstadien in Südamerika füllten. Die Shows von Queen waren immer legendär. Bei Live Aid 1985 haben sie neben allen anderen Top-Stars vermutlich die beste Show abgeliefert. Aufgrund der herausragenden Geschichte der Band und des Jubiläums wurde es nun Zeit für eine Dokumentation über Queen.
Rhys Thomas und Simon Lupton hatten zehn Jahre lang Queen-DVDs produziert, als die Band sie schließlich mit der ultimativen Dokumentation zum 40. Jahrestag beauftragte. Regie führte der renommierte Regisseur Matt Casey. Das Ergebnis von einem knappen Jahr akribischer Recherchen ist nun unter dem Namen "Days Of Our Lives" als DVD und Blu-ray erhältlich. Die Blu-ray enthält etwas mehr Bonus-Material als die DVD. Es empfiehlt sich also für den Queen-Fan gleich die richtige Scheibe zu kaufen! Gezeigt wird die Bandgeschichte in zwei Teilen. Hierbei kommen viele Weggefährten der Band, aber auch Queen selbst zu Wort. Es ist extrem spannend zu sehen, welchen Höhen aber auch Tiefen die Band durchmachte. Insbesondere die schlechten Zeiten sind dem normalen Queen-Fan oftmals gar nicht so bekannt. Auch gibt es viele Anekdoten darüber, wie die Alben und einige Songs entstanden sind, wie es zu den Stilwechseln der Band kam und wie sie sich letztlich doch immer wieder gemeinsam ins Studio begaben um neue Platten aufzunehmen. Im zweiten Teil der Dokumentation nimmt die HIV-Erkrankung von Freddie immer mehr Raum ein. Es wird sehr bewegend geschildert, wie Freddie trotz seiner Beschwerden weiter mit den Bandkollegen im Studio arbeitet, um noch so viel wie möglich aufzunehmen, bevor er letztlich stirbt. Durch seinen starken Willen sind letztlich überhaupt noch die Alben "Innunendo" und "Made in Heaven" entstanden. Wenn man die aktuellen Einspieler von Brian und Roger auf "Days Of Our Lives" sieht, wird klar, dass neben der professionellen Zusammenarbeit auch trotz einiger Spannungen eine ganz tiefe Freundschaft und Verbundenheit unter den Queen Mitgliedern herrschte. Und als langjähriger Fan und Betrachter dieser Doku fühle ich mich sogar ein wenig, wie ein Teil dieser Freundschaft…
Queen waren die Helden meiner Jugend und sind bis heute eine meiner absoluten Lieblingsbands. Sie haben meine Leben musikalisch geprägt und wunderbare Songs hinterlassen. Durch die Dokumentation "Days Of Our Lives" habe ich einen viel tieferen Einblick bekommen, wie diese Band ihre aktive Zeit erlebt hat und fühle mich noch ein wenig verbundener mit der Geschichte von Queen!
Queen - "Days Of Our Lives" ist als DVD und Blu-ray ab 25.11.2011 im Handel erhältlich!
Wer Queen nur aus den Achtzigern mit Songs wie "Radio Ga Ga" oder "A Kind Of Magic" kennt, sollte mal etwas weiter in die Vergangenheit schauen. Bereits in den frühen Siebzigern zählte die Band um Freddie Mercury in England zu den angesagtesten Acts neben Größen wie Led Zeppelin oder The Who. Im März 1974 veröffentlichten die 4 Briten das Album "Queen II", das in Großbritannien und in den USA Gold-Status erreichte. Schon damals war der Sound von Queen ganz eigenständig und typisch sowie von einer atemberaubenden Komplexität, die bis heute unerreicht ist!
Diese Scheibe zählt zu meinen Allzeit-Favoriten! Dazu trägt auch die, für damalige Verhältnisse, ausgefeilte Aufnahmetechnik bei, die die mehrstimmigen Chöre sowie den einmaligen Sound der Gitarre von Brian May perfekt eingefangen hat. Die Durchgängigkeit der Songs belegt, dass es sich hier um so etwas wie ein Konzeptalbum handelt. Anspieltipps auf dem Album: "White Queen (As It Began)" sowie natürlich "Orge Battle". Die "Queen II" ist für mich ein Meilenstein der Rockgeschichte, die der "A Night At The Opera" in nichts nachsteht, mir persönlich sogar noch besser gefällt. So etwas schafft heute kaum einer mehr! Ach, hatte ich erwähnt, dass ich Queen-Fan bin?
Als alter Queen Fan starte ich die Rubrik "Song der Woche" mit "Killer Queen", das von Freddie Mercury geschrieben wurde. Mit dieser Nummer gelang Queen im 4. Quartal 1974 der kommerzielle Durchbruch. Kurz nach der Single kam auch das 3. Queen-Album "Sheer Heart Attack" in die Läden, das in Großbritannien Platin- und in den USA Gold-Status erreichte. "Killer Queen" handelt von einem Edel-Call-Girl. Freddie versuchte damit zu sagen, dass auch scheinbar noble Menschen Huren sein können. Er zog es jedoch vor, den Zuhörern die Interpretation zu überlassen.