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Tag: Progressive Rock

Foto: Ben Meadows

Steven Wilson – Hand. Cannot. Erase.

Wenn es personell einen Benchmark für hochkarätige Musik gibt, dürfte Steven Wilson ohne jeden Zweifel für viele erste Wahl sein. Der Mann ist ein genialer Songwriter, Produzent und Multiinstrumentalist. Am vergangen Freitag (27/02/15) erschien sein neues Solo-Album Hand. Cannot. Erase.

Steven Wilson – Hand. Cannot. Erase.
Ich hatte am Samstag ein Rezensionexemplar im Kasten. Erste Soundfiles, die ich mir schon vorab mal online anhören konnte, plätscherten eher unspektakulär an mir vorbei. Das Album in voller Länger von über 66 Minuten auf einigermaßen vernünftiger Hardware abgespielt, offenbart jedoch den erneuten Geniestreich. Gerade bei den Progressive Rock-Musikern kommt bei mir zuweilen das Gefühl auf, dass einige profilneurotische Freaks Musik für Musiker machen, nur um zu imponieren. Das ist dann zwar in der Tat oftmals imposant, hat jedoch meist keine Seele. Steven Wilson muss sich zum Glück nicht beweisen und setzt seine Stücke so um, wie es eben für den jeweiligen Titel optimal ist und nicht für technikverliebte Musikjunkies, die noch schnellere Gitarrensoli oder noch spektakulärere Breaks und krumme Rhythmen brauchen. Die Musik von Steven Wilson ist dennoch ohne Frage virtuos, enthält aber auch jede Menge Gefühl und erzählt Geschichten. Auf Hand. Cannot. Erase. wird die Geschichte von Joyce Vincent erzählt, einer jungen, attraktiven und beliebten Frau, die annähernd drei Jahre tot in ihrer Wohnen in London lag, bevor sie vermisst und gefunden wurde. So ein Thema wühlt auf und muss emotional feinfühlig verarbeitet werden. Wilson beschreibt musikalisch, wie sie langsam aus dem Leben "verschwindet" und weist mit diesem intonierten Drama auf die zunehmende Anonymität und Vereinsamung in der Gesellschaft hin. Und genau das geht nicht mit wilden Gitarrengekurbel, sondern braucht eine sensiblere Umsetzung. Die ist Dank göttlicher Songwriter-Qualitäten und illustrer Gäste wie Gitarrenvirtuose Guthrie Govan, dem deutschen Schlagzeuger Marco Minnemann (beide auch mit ihrer Band The Aristocrats eine unbedingte Empfehlung!), Sängerin Katherine Jenkins oder Dave Stewart, der an Chor und Streicher Arrangements mitgewirkt hat, sehr gelungen. Einen Großteil der Instrumente spielt Steven Wilson ja selbst. Trotz des schweren Themas und der Komplexität erdrückt einen diese Platte nicht. Natürlich spitzt sich die Dramatik im Laufe der Spielzeit zu, doch es bleibt immer musikalisch und berührend. Zum Schluss wird es dann wieder ganz ruhig und es hat den Anschein, als würden Engel das Outro singen…

Dieses Konzeptalbum mit dem tollen Cover von Lasse Hoile gehört in die Sammlung eines jeden Musiksammlers, oder besser noch in oder auf das Abspielgerät. Hand. Cannot. Erase. ist ein Meilenstein, der vermutlich auch in Jahrzehnten noch als herausragendes Gesamtkunstwerk in den Katalogen geführt und in einem Atemzug mit Dark Side Of The Moon, Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band oder Tubular Bells genannt werden wird. Das Zeug dazu hätte es auf jeden Fall, so dass ich es jedem anspruchsvollen Musikliebhaber nur wärmstens empfehlen kann!

Steven Wilson - Perfect Life


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Foto: John Zocco

The Neal Morse Band – The Grand Experiment

Wo Neal Morse seine Finger im Spiel hat, ist feinster Progressive Rock nicht fern. Das galt bis zum letzten Album des US-Amerikaners. Mit Songs From November (2014) wurde er zwischendurch zwar mal etwas mainstreamiger. Am 13. Februar kommt aber das neue Album, The Grand Experiment, welches wieder auf gewohnten Pfaden wandelt und lupenreinen Prog-Rock bietet.

The Neal Morse Band – The Grand Experiment
Mit an Bord sind auch diesmal wieder Schlagzeug-Gott Mike Portnoy und Randy George am Bass, wie auf der letzten Prog-Scheibe Momentum (2012). Dauerhaft sind nun ebenfalls Eric Gillette an der Gitarre und Bill Hubauer an den Tasten im Line-Up. Letztere steuern auch gesanglich einiges zum Gelingen bei. Schon der erste Track des Albums, "Following The Call" beginnt mit einem astreinen Satzgesang, der mich gleich mal an "Fat Bottomed Girls" von Queen erinnert hat. Dieser wohlklingenden, mehrstimmigen Gesangseinlagen sind des Öfteren zu hören. Insgesamt ist das neue Album durch eine wirklich kompetente Kapelle deutlich attraktiver, als es Momentum war. Besonders ist an The Grand Experiment auch, dass die Herren das erste Mal zu einer Aufnahme-Session kamen, ohne Material dabei zu haben. Normal bringt Neal Morse schon seine Ideen oder komplette Titel mit. Diesmal sollten die Songs erst im Studio entstehen, was grundsätzlich ein Risiko war, aber bei der hochkarätigen Besetzung auch eine Chance. Und herausgekommen ist tatsächlich eine Scheibe, die Prog-Rock-Freunde in Entzückung versetzen wird. So gefallen mir, neben den oben genannten Gesangseinlagen auch die Gitarrenparts sehr gut. Die Songs wirken insgesamt ausgewogener und in sich stimmiger. Rund 53 Minuten Spielzeit sind für Neal Morse zwar ein relativ kurzes Intermezzo, aber die Qualität der Songs macht das wieder komplett wett. Und natürlich darf auch auf dem neuen Album der obligatorische, besonders lange Track nicht fehlen. Mit "Alive Again" gibt es einen Titel, der mit 26 Minuten und 42 Sekunden wieder das gesamte Spektrum der Möglichkeiten im Progressive Rock und das Besondere dieses Genres aufzeigt. Wenn das dann noch so gekonnt, wie von der Neal Morse Band eingespielt wird, bleiben kaum noch Wünsche offen. The Grand Experiment ist eine extrem gelungene Platte, die klar beweist, dass Neal Morse zu Recht als Speerspitze des modernen Progs gilt! Die Kollegen tun ihr übriges und somit ist die neue Interpreten-Bezeichnung mit The Neal Morse Band durchaus nachvollziehbar!

The Neal Morse Band "The Grand Experiment" OFFICIAL Music Video


The Neal Morse Band Live 2015
Datum Ort Location
11.03.2015 Aschaffenburg Colos-Saal
12.03.2015 Mannheim Alte Seilerei
13.03.2015 Hamburg Markthalle
14.03.2015 Bochum Matrix
    

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Foto: A&M Records / Universal Music

Supertramp – Crime Of The Century – 40th Anniversary Edition

Es gibt nur wenige Bands die einen so unverkennbaren Sound haben, wie Supertramp. Zum 40. Jahrestag von Crime Of The Century kommt am 05. Dezember eine überarbeitete Version des Albums auf den Markt. Die Deluxe-Version erhält eine weitere CD mit dem Mittschnitt eines Konzerts vom 9. März 1975 aus dem Londoner Hammersmith Odeon, bei dem bereits erste Live-Versionen einiger Songs vom Nachfolgealbum Crisis? What Crisis? gespielt wurden.

Supertramp – Crime Of The Century – 40th Anniversary Edition
Crime Of The Century ist das Album, welches Supertramp 1974/1975 den Durchbruch brachte. Sie kamen damit bis auf Platz 4 der britischen Albumcharts und schafften es ebenfalls in die US-Top 40. Mit ihrer hochkarätigen Musik und der herausragenden Klangqualität setzte die Band, bestehend aus Rick Davies, Roger Hodgson, John Anthony Helliwell, Bob Siebenberg und Dougie Thomson Maßstäbe. Das Album wurde übrigens neben Dark Side Of The Moon von Pink Floyd gerne zur Demonstrationen von HiFi-Anlagen aufgelegt. Für die Neuauflage wurde Crime Of The Century vom Tontechniker-Legende Ray Staff, der auch schon für Led Zeppelin, The Rolling Stones, Muse u.v.m. tätig war, in den Londoner AIR-Studios digital überarbeitet. Und es klingt wirklich schön luftig, dynamisch und räumlich. Bereits 1987 kam das Album als hochwertige Gold-Disk sowie 1997 und 2002 in überarbeiteten Neuauflagen auf den Markt. Ob sich das neue Re-Release klanglich von seinen Vorgängern unterscheidet, entzieht sich meiner Kenntnis. Interessant wird es jedoch bei der aktuellen Neuveröffentlichung durch die beigefügte Live-CD in der Deluxe-Version, die sämtliche Songs des Studioalbums von Crime Of The Century wie "School", "Bloody Well Right", "Asylum" oder "Rudy" sowie ein paar weitere Titel enthält. Allein diese CD ist den Kauf des Albums schon wert. Denn neben den eindrucksvollen Qualitäten im Songwriting überzeugten die Herren von Supertramp auch stets als Top-Liveband und belegen, dass sie zur 1. Liga in den Siebzigern zählten. In dieser Zeit war es auch noch ein Ritual, Musik zu hören. Man nahm vorsichtig die Vinyl-Schallplatte aus dem Cover, legte sie behutsam auf den Plattenspieler, entstaubte die LP und die Nadel und setzte letztere vorsichtig auf den Tonträger. Dann machte man es sich gemütlich und lauschte der Musik seiner Helden, möglichst laut und intensiv. Und so sollte man es mit Crime Of The Century auch weiter machen. Dieses Album ist ein Meisterwerk, ein Meilenstein und ohne jeden Zweifel eines der besten Alben der Musikgeschichte. Es erscheint nun in diversen Formaten, u.a. auch wieder in zwei verschiedenen Vinyl-Versionen und sollte in keiner ernsthaft geführten Musiksammlung fehlen.

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Foto: Linda Åkerberg

Pain Of Salvation – Falling Home – Schwedische Genialität

Ich muss zugeben, dass ich den Namen Pain Of Salvation schon mal gehört habe. Was dahinter steckt, wusste ich jedoch nicht. Das hat sich heute geändert und ich habe eine Band entdeckt, die extrem kreativ und musikalisch ist. Falling Home heißt das neue Werk der Schweden, welches am 7. November in die Deutschen Läden kommt und ein Akustik-Album ist, auf dem u.a. einige Songs aus dem Pain Of Salvation-Repertoire neu interpretiert werden.

Pain Of Salvation – Falling Home
Den Bandnamen habe ich immer mit einer Form von Metal in Verbindung gebracht, die mir nicht liegt. Nun habe ich jedoch heute eine digitale Bemusterung des neuen Albums bekommen, in die ich einfach mal reingehört habe. Die Überraschung war groß! Laut Presseunterlagen ist das Progressive Rock, laut Wikipedia Progressive Metal. Dazu später mehr... Vorerst ein paar Worte zum Klang. Wenn ich am PC erste Höreindrücke bekommen möchte, passiert das derzeit über sehr kleine Lautsprecher, die in meinem Monitor sind und eigentlich ziemlich bescheiden klingen. Aber selbst über diese zierlichen Papp-Brüller kam bei Falling Home bereits eine Transparenz und Räumlichkeit rüber, die mich begeistert hat. Ergo habe ich mir die Musik mal richtig angehört! Der Eindruck hat sich bestätigt. Das Album klingt ein wenig ungewohnt, weil alles sehr offen und differenziert ist, was aber für musikalische Hörer den Spaßfaktor nur erhöhen kann.

Schon der erste Track "Stress", der im Original auf dem Album Entropia ziemlich hart und schräg daherkommt, macht auf Falling Home einen zahmeren aber nicht minder genialen Eindruck. Aus einer harten Metal-Nummer wird ein überaus anspruchsvolles Jazzstück. Oder nehmen wir "Holy Diver", im Original von Ronnie James Dio als klassischer Hardrock-Song bekannt. Dieser wird in den Fingern von Pain Of Salvation in ein jazziges Grundthema gepackt, dass dann mal in der Bridge locker zum Reggea wechselt und etwas vollkommen Eigenes wird. Also ich muss schon sagen, dass mich das sehr beeindruckt. Hier sind wirkliche Musiker am Werk, die ihr Handwerk nicht nur tadellos ausüben, sondern durch ihre unbändige Schöpferkraft Songs schaffen und/oder modifizieren, die man gehört haben muss. Ein weiterer Coversong ist "Perfect Day" von Lou Reed, der ausnahmsweise mal relativ nah an seinem Urbild ist und natürlich auch gefällt. Am Ende der CD kommt dann noch der Titel-Track "Falling Home", der einzige neue Song auf dem Longplayer, der am ehesten in die Singer/Songwriter Ecke passt und ebenfalls total überzeugt. Musikalisch ist das aller oberste Top-Liga. Wenn Progressive Rock all das, was auf dieser CD ist, umschreiben soll, muss ich den Begriff für mich neu definieren. Das ist so viel mehr und so genreübergreifend, dass ich das zumindest für dieses Album Progressive Crossover Fusion nennen möchte… Diese Platte zeigt, dass Musikstile wie z.B. Jazz und Metal gar nicht unbedingt so weit auseinanderliegen, wie es oftmals scheint.

Pain Of Salvation beherrschen die Instrumente, überzeugen oftmals mit mehrstimmigem Gesang und schaffen mit Falling Home ein ganz spezielles und ungewöhnliches Album, das mich restlos begeistert. Ich ziehe meinen Hut vor diesem großartigen Meisterwerk, das einige Überraschungen bereithält!

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Foto: Jim Arbogast

Flying Colors – Second Nature – Das neue Album der Superband

Im März 2012 hatte ich das Debüt der Flying Colors auf dem Tisch, bzw. im CD-Player und war sehr angetan. Meine Begeisterung kam zum einen aufgrund der tollen Zusammensetzung der Band mit Drummer Mike Portnoy (Ex - Dream Theater), Gitarrist Steve Morse (Dixie Dregs, Deep Purple), Bassist Dave LaRue (Dixie Dregs, Joe Satriani, John Petrucci, Steve Vai,…), Multi-Instrumentalist Neal Morse (Spock's Beard, Transatlantic, …) und am Gesang sowie der zweiten Gitarre Casey McPherson (Alpha Rev, Endochine, …). Zum anderen enthielt die CD einfach geniale Songs! Nun steht das zweite Album der Band ab 26. September in den Startlöchern und ich habe es mir schon mal angehört.

Flying Colors – Second Nature
Nachdem das Debüt für eine Prog-Rock-Band relativ eingängig war, sind die Songs auf Second Nature etwas komplexer angelegt. Das sorgte dafür, dass sich beim Hören der CD nicht unbedingt auf Anhieb ein breites Grinsen einstellte. Wenn man das Album jedoch ein paar Mal durchhört, bleiben auch die Titel besser hängen und man findet mehr und mehr Gefallen daran. Zur Erinnerung: Die Flying Colors machen Progressive Rock auf hohem Niveau! Ergo findet man bei den Kompositionen nicht unbedingt Standard-Schemata nach dem Strickmuster "zwei schlicht, zwei kraus". Oder mit anderen Worten: Strophe, Bridge, Refrain, Strophe, Bridge, Refrain, Solo, Refrain ist nicht. Bei den Flying Colors beginnt z.B. der Song "One Love Forever" mit einem Thema, welches in Richtung Irisch Folk geht, was sich auch in der Instrumentierung niederschlägt. Obwohl das Grundthema erhalten bleibt, geht der Song zum Ende in eine reinrassige Classic-Rock-Nummer über. Also es gibt mal wieder das eine oder andere Break, welches auf Schallplatten herkömmlicher Mainstream-Künstler eben nicht zu finden ist. Ferner sind mit "Open Up Your Eyes" und "Cosmic Symphony" mal wieder zwei Stücke dabei, die deutliche die 10 Minuten-Marke knacken. Mir gefällt das 🙂

Der eigene Sound der Band verfestigt sich. Somit haben die Flying Colors das, was vielen heute inzwischen fehlt: Einen Wiedererkennungswert durch ein individuelles Profil, wie es auch Künstler á la Supertramp, Queen oder Mike Oldfield hatten. Die Musik war unverkennbar und hatte Charakter. Und das scheint bei den Flying Colors auch zu passieren. Da ist der Gitarrensound von Steve Morse ebenso für verantwortlich, wie der Schlagzeug-Stil von Mike Portnoy, aber auch und besonders die Stimme von Casey McPherson, der zwischen den alten Hasen eindeutig seinen Platz gefunden hat. Neal Morse und Mike Portnoy haben ebenfalls wieder ihre Gesangsanteile. In der Summe entsteht dann der typische Flying Colors Sound. Somit findet auch das neue Album nach kurzen Anlaufschwierigkeiten meine uneingeschränkte Zustimmung. Letztlich macht es ja auch Spaß sich in die Musik reinzuhören. Die Chance, dass es dann über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte anhält ist dadurch deutlich höher, als beim klassischen, schnell zündenden Ohrwurm.

Flying Colors - Second Nature - Album Trailer


Das Cover-Design erinnert mit den bunten Heißluftballons an Verpackungen der Grafik-Software Corel Draw von vor 20 Jahren. Da wird mir der Bandname doch ein wenig zu platt umgesetzt. Auf der Rückseite meiner Promo-CD-Hülle ist ein grafisch gestalteter Schwalbenschwanz Schmetterling, der von der Idee leider auch viel zu banal ist. Zudem hat der Arme nicht einmal Fühler… Das Cover-Design ist mir jedoch ziemlich egal. Denn was nützt die schönste Plattenhülle, wenn die Musik nichts taugt. Zum Glück ist es bei den Flying Colors andersrum!

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Foto: Charles Jischke

Derek Sherinian – Re-Releases von 5 Solo-CDs des Prog-Rock-Keyboarders

Wenn man ein Ranking der besten Keyboarder in der Rockmusik erstellen würde, wäre Derek Sherinian ganz weit oben, vielleicht sogar an der Spitze. Der US-Amerikaner mit armenischen Wurzeln hat die Tasten schon bei vielen elitären Kollegen bedient und gehört nicht nur deswegen selbst zur Elite an den Keyboards. Heute (07.02.2014) veröffentlicht Armoury Records fünf Solo-Alben von Derek Sherinian als Re-Release.

Derek Sherinian (Foto: William Hames)

Sherinian war von 1994 – 1999 festes Mitglied bei Dream Theater und gehörte zum Aufgebot von Black Country Communion, die sich jedoch nach dem Ausstieg von Joe Bonamassa aufgelöst haben. Wegen Streitigkeiten hinsichtlich des Namens werden die verbleibenden Mitglieder Glenn Hughes und Jason Bonham jedoch ohne Derek Sherinian unter dem Namen California Breed mit dem neuen Gitarristen Andrew Watt als Trio weitermachen. Auch gehört Sherinian zur Supergroup P.S.M.S. (Portnoy, Sheehan, MacAlpine, Sherinian) zu Planet X, hat bei Billy Idol, Alice Cooper, Kiss und in diversen weiteren Projekten gespielt. Mit anderen Worten: Der Mann versteht sein Handwerk ziemlich gut. Und das beweist er auch eindrucksvoll auf seinen Solo-Scheiben. Die oben erwähnten Re-Releases liegen mir als Rezensionsexemplare vor. Und auch hier gaben sich reichlich namhafte Kollegen die Ehre und spielten als Gäste auf den Longplayern. Produziert hat die Alben alle Derek Sherinian selbst, auf dreien waren Schlagzeuglegende Simon Phillips, auf einem zusätzlich Brian Tichy als Co-Produzenten tätig. Simon Phillips agiert zum Teil auch als Tonmeister und natürlich als Trommler!

Das erste wiederveröffentlichte Album ist Inertia von 2001, welches bereits mit Simon Phillips am Schlagzeug sowie Steve Lukather und Zakk Wylde an den Gitarren ein Ausrufezeichen setzt. Der Bass wird von Tony Franklin, Tom Kennedy bzw. Jimmy Johnson bedient. Insbesondere Lukather und Phillips sind deutlich bei ihrer Arbeit rauszuhören. So werden Fans der Los Lobotomys bestimmt auf ihre Kosten kommen. Aber auch Anhänger gepflegten Prog-Rocks dürften großen Gefallen an Inertia finden.

Album Nr. 2 in der Liste ist Black Utopia von 2003, das gleich bei den ersten beiden Tracks unverkennbar mit Yngwie Malmsteen an der Gitarre loslegt. Ebenfalls mit an Bord sind Al Di Meola (sogar in Kombination mit Malmsteen!), Billy Sheehan am Bass sowie erneut Simon Phillips an den Drums, Steve Lukather (Git.), Zakk Wylde (Git.), Tony Franklin (Fretless Bass) und Jerry Goodman an der Violine. Die Besetzung steckt die Erwartungen hoch und diese werden absolut erfüllt. Das ist oberste Liga!

Nr. 3 heißt Mythology aus dem Jahr 2004. Neben den üblichen Verdächtigen Zakk Wylde, Steve Lukather, Simon Phillips und Tony Franklin reihen sich diesmal auch Steve Stevens, John Skyes, Allan Holdsworth, Brian Tichy und Marco Mendoza in die Gästeliste ein. Das Niveau bleibt auch auf dieser Scheibe gewohnt hoch und die Musik kann erneut überzeugen. Dabei sind natürlich nicht die Gastmusiker alleine für die Güte der Songs verantwortlich. Derek Sherinian zeigt in jedem einzelnen Track seine Fähigkeiten an den Tasten. Aus der Reihe tanzt hier der Song "El Flamingo Suave" der mit einem modernen Flamenco auffällt. Aber auch sonst verlässt dieses Album ein wenig den üblichen Pfad, ohne jedoch weniger genial zu sein.

Die vierte CD ist Blood Of The Snake aus dem Jahr 2006. Das erotisch anmutende Cover erinnert an frühere Platten die mit eben solchen Gemälden phantastischer Bilder aus anderen Welten die Blicke auf sich zogen. Das Bild stammt von Mattias Norén, der auch schon für Kamelot, Sabaton oder John Petrucci gearbeitet hat. Bis auf Inertia sind die anderen Covers der Re-Releases ebenfalls von Mattias Norén. Ja und musikalisch ist dieses Album mit den Gästen Billy Idol, Slash, John Petrucci, Brad Gillis, Brandon Fields (Sax.) sowie erneut Simon Phillips, Zakk Wylde, Jerry Goodman und Yngwie Malmsteen wiederum über jeden Zweifel erhaben. Als Sahnehäubchen gibt es eine Coverversion von Ray Dorset ´s (Mungo Jerry) "In The Summertime" gesungen von Billy Idol und mit Slash an der Lead-Gitarre.

Last but not least wird Molecular Heinosity von 2009 wiederveröffentlicht. Neu im Line-Up sind diesmal Rusty Cooley (Git.), Brett Garsed (Git.), Virgil Donati (Drums), Taka Minamino (Git.) und Tina Guo (Cello). Obwohl bereits auf Interia von 2001 die geniale Spielweise von Derek Sherinian deutlich erkennbar ist, hört man bis zu Molecular Heinosity eine Entwicklung. Das Album wirkt in sich geschlossener und auch die Songs sind noch ein wenig virtuoser, als auf den Vorgängern. Bereits auf den früheren CDs ist es großartig, aber Molecular Heinosity ist ein musikalischer Volltreffer.

Alle CDs sind durch die Bank hochklassig und größtenteils nichts für seichte Kuschelabende. Hier geht die Post schon in der Regel richtig ab und man bekommt virtuose Songs erster Wahl mit tollen Musikern geboten. Durch die verschiedenen Mitstreiter ändern sich auch immer ein wenig die Stile der Alben und der Songs. Vieles was Derek Sherinian spielt, wirkt oft erst gar nicht wie Keyboard, sondern durch die Spielweise mit speziellen Sounds, Pitchbender und wirklich flotten Fingern wie eigenständige Instrumente. Sherinian versteht es, wie kaum ein anderer das Optimum aus seinen Tasteninstrumenten zu holen. Die Freunde anspruchsvoller Rockmusik, egal ob Progressive, Fusion oder auch der härteren Sachen, dürften ihre wahre Freude an den Alben haben. Unten sind die Cover mit den Bestelllinks abgebildet. Beim Click auf die Cover kommt Ihr zum jeweiligen Album im Amazon-Shop, wo auch in die Songs reingehört werden kann.

Die fünf Re-Releases von Derek Sherinian
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Titel
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Derek Sherinian - Inertia
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Derek Sherinian - Black Utopia
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Derek Sherinian - Mythology
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Derek Sherinian - Blood Of The Snake
Derek Sherinian - Blood Of The Snake
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Derek Sherinian - Molecular Heinosity
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Foto: Jessica Lausen

Transatlantic – Kaleidoscope – Ein Prog-Rock Highlight!

Diese anspruchsvolle Kapelle besteht aus bekannten Namen des Progressive Rocks. Man könnte fast schon von den üblichen Verdächtigen reden. Neal Morse (Ex-Spock's Beard, Flying Colors), Mike Portnoy (The Winery Dogs, Ex-Dream-Theater, Flying Colors, …), Roine Stolt (The Flower Kings) und Pete Trewavas (Marillion) haben alle ihre musikalischen Projekte. Dennoch finden sich gerade in diesem bombastischen Genre immer wieder solche elitäre Koryphäen zusammen und machen – so hat es fast den Eindruck – schnell mal ein Album.

Transatlantic – Kaleidoscope
Transatlantic ist ein Nebenprojekt von Neal Morse. Der Terminus Nebenprojekt erweckt dabei möglicherweise den Eindruck von Halbherzigkeit. Dem ist jedoch nicht so. Kaleidoscope kommt in verschiedenen Versionen am 24. Januar 2014 auf den Markt. Die Standard-Version ist ein Doppelalbum, wobei die erste Scheibe 5 grandiose Song-Perlen auf über 75 Minuten Spielzeit verteilt, in die ich bereits intensiv reinlauschen konnte. CD zwei enthält Coverversionen von The Moody Blues, King Crimson, Elton John, ELO u.a. Leider wurde die Cover-CD nicht mit bemustert, so dass ich hierüber nur mutmaßen kann, dass diese ebenfalls hochkarätig sein wird. CD eins beglückt jedoch auch schon massiv und rechtfertigt definitiv allein den Kauf dieses Albums. Mal ruhig mal rockig sorgen die vier Herren für musikalische Glückmomente, die an Bands wie Yes, Emerson, Lake and Palmer und andere Größen früher Zeiten erinnern. Wer die richtig gute Musik der Siebziger auch so sehr vermisst wie ich, sollte Transatlantic mal in den CD-Player oder besser noch als Vinyl auf den Plattenteller legen. Ich hatte diverse Assoziationen beim Hören des Albums, ohne dass hier irgendwie abgekupfert wurde. Die erste CD hat ihren ganz eigenen Stil und transportiert einfach eine Musikalität, die man kaum noch findet. Dabei sind die Songs "Into The Blue" sowie der Titeltrack "Kaleidoscope" mit 25 bzw. knapp 32 Minuten Spielzeit epische Meisterwerke, die die wahre Größe der Musiker aufzeigen. Komplexität und Musikgenuss stehen sich hier jedoch nicht im Weg, sondern ergänzen sich perfekt zu einem Stil, von dem ich persönlich nicht genug bekommen kann. Und wenn das Ganze dann noch mit moderner Technik aufgenommen wird, kommt ein erstklassiges Album wie Kaleidoscope heraus. Ein wahrer Paukenschlag zu Beginn des Jahres und eine unbedingte Kaufempfehlung für wahre Musikfreunde. Perfekt eingespielt aber absolut nicht steril passt hier einfach alles. Ich bin begeistert! Das folgende Video zeigt den ruhigen Song "Shine", der auch auf dem Album enthalten ist.

Transatlantic - "Shine" Official Music Video


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Portnoy • Sheehan • MacAlpine • Sherinian – Live In Tokyo

PSMS ist weder die Abkürzung für zyklusbedingte Frauenbeschwerden, noch ist es ein neuer Kurznachrichtendienst (oder doch?). PSMS steht hier für die Supergroup mit Schlagzeuger Mike Portnoy (Dream Theater, Flying Colors, The Winery Dogs, Transatlantic), Bassist Billy Sheehan (Talas, Mr. Big, Niacin, David Lee Roth), Gitarrist Tony MacAlpine und Keyboarder Derek Sherinian (Black Country Communion, Dream Theater, Billy Idol). Von dieser hochkarätigen Arbeitsgemeinschaft erscheint am 30. August 2013 der Konzert-Mitschnitt "Live In Tokyo" vom 14. November 2012 auf DVD, Blu-ray und Doppel-CD.

Portnoy Sheehan MacAlpine Sherinian - Live In Tokyo
Eigentlich kann ich mich kurz fassen und das Konzert wie folgt bewerten: Oberaffengeil!

Ich möchte meiner Leserschaft dennoch ein paar Details nennen, da mir bereits ein Promo-Exemplar auf DVD vorliegt, welches ich gestern mit weit hochgezogenen Mundwinkeln genossen habe. Die Show enthält 16 Songs aus dem Repertoire der einzelnen Bandmitglieder. Zusammen kommt alles auf rund 95 Minuten erstklassiger Unterhaltung mit einer gigantischen Spielfreude und phänomenaler spielerischer Qualität. Die Herren schenken sich nichts und zeigen ihre meisterlichen Künste an den Instrumenten in perfekter Manier. Gerne verfallen musikalische Übertalente auch mal in profilneurotisches Egogedudel und lassen die Mitmusiker schlecht aussehen. Das passiert hier nicht! Bei diesem Konzert brillieren alle zu gleichen Teilen und spielen gemeinsam auf einem Niveau, dass man nur ins Dauergrinsen verfallen kann. Das Timing ist exzellent und das Zusammenspiel vortrefflich. Die Instrumente sind hervorragend abgemischt und der Sound a la bonne heure. Auch Bildqualität und Schnitt entsprechen meinen Vorstellungen einer restlos gelungenen Konzertaufnahme. So gibt es viele Details der feinen Fingerarbeit von Derek Sherinian, Tony MacAlpine und Billy Sheehan. Letzterer zelebriert auch mal wieder eine Menge unorthodoxer Spieltechniken auf dem Bass. Ebenfalls beeindruckend sind die Aufnahmen aus dem Fußraum von Mike Portnoy, dessen Beinarbeit über die massive Hardware nicht weniger sehenswert ist, als das was oberhalb passiert. Wer mit den Namen der Protagonisten und/oder grundsätzlich mit Progressive Rock und Progressive Metal etwas anfangen kann, wird seine größte Freude an diesem exorbitanten Live-Mitschnitt haben. Live In Tokyo von PSMS ist in jeder Hinsicht oberste Top-Qualität! Einen Vorgeschmack liefert der Video-Trailer (oben).


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Foto: Alex Solca

Spock´s Beard - Brief Nocturnes And Dreamless Sleep

Die US-amerikanische Progressive-Rock-Band Spock´s Beard bringt am 22. März ihr neues Album "Brief Nocturnes And Dreamless Sleep" heraus, das es als Einzel-CD sowie als Doppel-CD geben wird. Gegründet wurde die Band 1992 von den Brüdern Neal und Alan Morse. Neal Morse, der auch mit diversen anderen Projekten einen Namen in der Prog-Rock-Szene hat, ist 2002 ausgestiegen, hat aber auf dem aktuellen Longplayer beim Songwriting die Hände maßgeblich mit im Spiel.

Spock´s Beard - Brief Nocturnes And Dreamless Sleep
Ansonsten hat sich das Line-Up der Band ein wenig geändert: Die Langzeitmitglieder Alan Morse (Gitarre/Vocals), Dave Meros (Bass/Keyboard/Vocals) und Ryo Okumoto (Keyboard/Vocals) werden nun von Sänger Ted Leonard und Drummer Jimmy Keegan unterstützt. Zum Rezensieren habe ich leider nur die einfache CD als Download bekommen. Leider deswegen, weil die Musik absolut überzeugend ist. Ich mag einfach diese einerseits komplexen Instrumentierungen beim Progressive-Rock und andererseits die geniale Musikalität, die dieses Genre dennoch oft mitbringt. Ein hoher technischer Anspruch und Musik mit ungeheurem Feeling schließen sich einander eben nicht aus. Gerade wenn Leute wie Spock´s Beard am Werk sind, die ihr Handwerk perfekt beherrschen.

Ein weiterer Vorteil, den der Prog-Rock mitbringt ist der, dass die CD-Kapazität häufig gut ausgenutzt wird. Auch die Songs von Spock´s Beard haben monomentale Elemente, die Platz brauchen. So gibt es nur einen Song auf dem Album, der kürzer als 5 Minuten ist. Die Herren nehmen sich also den Raum, der nötig ist, um die Musik optimal zu transportieren. Und das hat auf "Brief Nocturnes And Dreamless Sleep" hervorragend geklappt. Ein tolles Album, das selbst mit den Download-Daten schon recht warm und füllig klingt und somit dem Trend permanenter Klangverschlechterung entgegenwirkt. Diese Musik muss gut klingen, sonst bleibt der Spaß definitiv auf der Strecke. Auch wenn mir nur die einfache Version des 11. Studio-Albums von Spock´s Beard vorliegt, ist das alleine bereits ein Kracher. Ich gehe davon aus, dass auch CD 2 im Doppel-Album restlos überzeugen wird.

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Foto: Tom Bowell & Robin Portnoff

Enochian Theory als Support auf der Threshold Tour 2013

Threshold stehen für ausgefeilten Prog-Metal, den die Engländer auf ihrer Tour im März mal wieder live in Deutschland darbieten werden. Nicht weniger Interessant ist die Progressive-Rock/Metal Band Enochian Theory, die als Support auf der Threshold Tour dabei sein wird.

Enochian Theory - Life...And All It Entails
Zum anteasen habe ich das Enochian Theory Album "LIFE …And All It Entails" bemustert bekommen, das im März 2012 erschienen ist. Die Musik ist hochqualitativ und erinnert mich zum Teil sehr an Anathema oder ähnliche Bands des Genres. Alles ist etwas düster und komplex, dabei aber immer musikalisch und eingängig. Das Album enthält über eine Stunde Musik auf höchstem Niveau. Kürzlich hatte ich in meiner Rezension zu "Transition" von Steve Lukather schon mal ein Problem angemerkt, welches mir besonders bei Veröffentlichungen von Mascot Records aufgefallen ist. Der Klang der Mascot Alben, die ich zuletzt angehört habe, war auf allen Tonträgern nicht wirklich überzeugend. Und so ist es leider auch bei der Enochian Theory CD, die ebenfalls bei Mascot erschienen ist. Gerade bei dieser Vielschichtigkeit in der Musik fällt der suboptimale Klang besonders auf. Solange einzelne Instrumente spielen, geht es noch, sobald jedoch mehr passiert, wird alles zu einer dichten "Matschepampe", klingt mittenlastig, luftleer und verhangen. Mein Artikel für das Steve Lukather Album ist bis zu ihm persönlich durchgedrungen und er wollte klären, was da passiert ist, da er selbst viel Wert auf guten Klang legt. Bis dato habe ich noch nichts weiter gehört, hoffe aber noch auf Feedback.

Auf Tour dürfte Enochian Theory jedoch richtig Spaß machen, so dass ich Euch hier mal die Tourdaten durchgebe.

Threshold – March Of Progress Tour 2013 – Support: Enochian Theory
Datum Ort Location
04.03.2013 Hamburg Markthalle
05.03.2013 Berlin C-Club
13.03.2013 Aschaffenburg Colos Saal
14.03.2013 Ludwigsburg Rockfabrik
15.03.2013 Essen Turock
16.03.2013 Osnabrück Bastard Club
    
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