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Tag: Pop

Foto: ZDF / GF-Design

3sat - Pop Around The Clock - Silvester 2015 - Das Programm

Alle Jahre wieder erfreut uns 3sat bei Pop Around The Clock mit einem bunten Strauß an Konzerten aller Couleur und sendet einen ganzen Tag lang Live-Mitschnitte, die teils erst ganz frisch auf DVD bzw. BluRay oder auch auf CD veröffentlicht wurden. So dürfen wir uns auch dieses Jahr wieder auf ein hochkarätiges, musikalisches Programm freuen, bei dem für jeden etwas dabei sein dürfte.

Den Anfang macht Joe Bonamassa mit seinem Konzert am leganderen Red Rocks Amphitheatre in Morrison, Colorado. Das Konzert vor beeindruckender Kulisse stand im Zeichen von Muddy Waters und Howlin´ Wolf. Ebenfalls dabei und für mich sehr erfreulich, ist der kürzlich veröffentlichte Mitschnitt eines Queen Konzertes, das am 24.12.1975 im Hammersmith Odeon in London im Rahmen der A Night At The Opera Tour aufgenommen wurde und den Beginn ihrer Weltkarriere markiert. Tina Turner ist gleich mit zwei Konzerten dabei und auch Ex-Beatle Ringo Starr zeigt mit illustren Gästen wie Steve Lukather (Toto), Todd Rundgren, Gregg Bissonette oder Mr. Mister-Sänger Richard Page eine sicher spannende Show.

Das komplette Programm mit den Sendezeiten findet ihr unten in der Tabelle. Dort sind auch wieder – sofern vorhanden – die Links, um die Konzerte in voller Länge auf DVD, BluRay und/oder CD zu ordern, da 3sat meist nur Highlights aus den Shows zeigt. Einfach auf den Titel klicken...

Die Silvester-Party 2015 findet also wieder gemütlich auf dem Sofa bei guter Musik statt.

Queen - Foto: Universal Music

Die Liste aller Pop Around The Clock Konzerte für Silvester 2015
Uhrzeit Sendung Aufnahmejahr
6.20
Joe Bonamassa: A Tribute to Muddy Waters & Howlin' Wolf
2014
7.05
In memoriam B.B. King: Live at Montreux 1993
1993
7.35
Annie Lennox: Nostalgia
2015
8.20
100 Jahre Frank Sinatra: The Main Event *
1974
9.10
Queen: A Night at the Odeon
1975
9.55
Tina Turner: Nice 'n' Rough *
1982
10.25
The Rolling Stones: From the Vault - Marquee 1971
1971
11.00
Dire Straits: Alchemy Live
1983
12.15
Deep Purple & Friends: Celebrating Jon Lord
2014
13.15
Ringo Starr & Friends: At the Ryman
2012
14.00
Shania Twain: Still the One - Live in Las Vegas
2014
14.45
Lynyrd Skynyrd: Pronounced Leh-nerd Skin-nerd - Live
2015
15.45
Bruce Springsteen & Friends: A MusiCares Tribute
2013
16.45
Peter Maffay & Band: Niemals war es besser
2015
18.00
Eric Clapton: Slowhand at 70
2015
19.15
Jeff Lynne's ELO: Hyde Park 2014
2014
20.15
Tina Turner: One Last Time
2000
21.15
Aerosmith: Rocks Donington
2014
22.15
Katy Perry: The Prismatic World Tour 2015
2015
23.15
Kylie Minogue: Kiss Me Once
2014
0.00
Miley Cyrus: Bangerz Tour
2014
0.45
One Direction: Where We Are
2014
1.30
Die Fantastischen Vier: Rekord
2015
2.30
Revolverheld: MTV Unplugged
2015
3.30
Andreas Bourani: Hey - Live
2015
4.15
Lenny Kravitz: Just Let Go - Live
2014
5.15
The Who: Live at Hyde Park 2015
2015
6.15
Status Quo: The Frantic Four Final Fling
2014
7.00
Roxy Music aus der 3sat-Reihe "In concert" *
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* Von diesen Konzerten gibt es (derzeit) keine DVD/Blu-ray zu kaufen.

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Foto: Katja Ruge

Evi Vine – Give Your Heart To The Hawks

Zugegeben, der Titel des neuen Albums von Evi Vine klingt vielleicht für den einen oder anderen etwas kitschig. Ich habe Give Your Heart To The Hawks das erste Mal über meinen PC abgespielt, während ich an irgendetwas anderen gearbeitet habe. Die suboptimale Klangqualität ergänzt durch die Ablenkung hinterließen einen ersten Eindruck, der eher enttäuschend war.

Evi Vine – Give Your Heart To The Hawks
Nun gebe ich Rezensionsexemplaren, insbesondere solchen, die ich explizit anfordere, immer die Chance, unter ordentlichen Bedingungen zu punkten. Ergo legte ich den Tonträger bei wohlig temperierter Raumbeschaffenheit in das Abspielgerät meiner HiFi-Anlage und hörte mir das Album ganz bewusst an. Und siehe da, auf einmal funktioniert es. Nicht nur irgendwie und einigermaßen, sondern richtig gut. Manche Platten, gerade die, die auf eine Zielgruppe jenseits des Mainstreams zielen, brauchen zuweilen diese erhöhte Aufmerksamkeit. Evi Vine ist ein Duo, das aus der gleichnamigen Sängerin und dem Songwriter Steven Hill besteht. Die Songs sind speziell, besonders und sehr atmosphärisch. Mal elfenartiger, mal gehauchter Gesang, der mich hier und da ein wenig an melancholische Stimmungen zwischen Heather Nova, The Sundays und Clannad erinnert. Gepaart mit einer, teils unorthodoxen Instrumentierung zaubern die Songs emotionale Tiefe und eine einsetzende Transzendenz, was durchaus berühren kann. Es geht auf dem Album um dunkles Leiden, es vermittelt intensive Gefühle und nimmt einen mit auf eine expressive Reise. Wenn man diese Musik zulässt, wirkt sie auch ganz intensiv.

Entstanden ist Give Your Heart To The Hawks in der Nähe von Berlin, an einem Ort, wo Evi und Steven die dunkle, elementare Natur des menschlichen Herzens sowie die Umwelt und post-apokalyptische Themen für dieses Album erforschten. Schon der erste Longplayer ..And so The Morning Comes, den die beiden in Eigenregie zu Hause aufgenommen haben, wurde in England begeistert von Kritikern und Musikerkollegen gewürdigt. Nun steht Album Nr. 2 in den Startlöchern und wird ab 06. März im Handel erhältlich sein. Für alle, die emotionalen Tiefgang mögen und für einen imaginären Gang durch den dunklen Wald einen passenden Soundtrack suchen, könnte Give Your Heart To The Hawks genau das Richtige sein.

Evi Vine - Porcelain (Official Video)


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Foto: Paal Audestad

Katzenjammer – Rockland – das dritte Studioalbum der Norwegerinnen

Aufmerksame Leser dieses Blogs konnten beim Lesen der letzten Katzenjammer-Rezension Zeuge meiner Begeisterung werden. Die Band ist so andersartig und speziell und lieferte auf den letzten Alben einige extrem festsitzende Ohrwürmer, so dass die Erwartungen für das neue Album ziemlich hoch waren. Dieses erscheint nun am kommenden Freitag (16.01.2015) unter dem Namen Rockland.

Katzenjammer - Rockland
Ich habe Rockland als Download bemustert bekommen, lud also sofort das Material herunter und startete den Player. Auf gut 42 Minuten finden sich 11 brandneue Songs der nordischen Mädels. Beim ersten Durchhören wollte der Funke noch nicht so recht überspringen. Beim Vorgänger A Kiss Before You Go gab es Songs wie "I Will Dance (When I Walk Away)", "Lady Marlene", "Rock-Paper-Scissors" oder "Cocktails and Ruby Slippers", die sofort hängengeblieben sind und vor dem geistigen Ohr in einer Tour abliefen. Das ist bei Rockland nicht der Fall. Die Songs passen zwar ins Schema von Katzenjammer, die Leichtigkeit scheint jedoch ein wenig abhanden gekommen zu sein. Beeindruckten die ersten beiden Alben noch durch Frische, Eigenart und Spontanität, wirkt die neue Platte etwas affektierter bzw. gesteuerter. Während die ersten Scheiben vermutlich relativ frei und ohne Erfolgsdruck eingespielt werden konnten, müssen bei Rockland wahrscheinlich Erwartungen hinsichtlich des Publikums und der Verkaufszahlen erfüllt werden. Das geht für mein Empfinden auf Kosten der Andersartigkeit. Aber gerade das ist das Markenzeichen bei Katzenjammer. Mir scheint das Konzept Katzenjammer etwas aufgeweicht bzw. nicht konsequent fortgesetzt worden zu sein. Somit klingt der eine oder andere Song schon mal leicht wie ein zweiter Aufguss älterer Titel. Das Material auf Rockland ist dennoch gut und wird vermutlich dem Großteil der Fans zusagen. Gefallen haben mir z.B. "Flash In The Dark" mit einem schönen mehrstimmigen Gesang oder "My Dear" mit einem eingängigen Folk-Refrain. Der große Aha-Effekt bleibt unterm Strich aber leider aus. Da hätte ich mir etwas mehr Mut gewünscht. Stattdessen hat man lieber wieder auf Bewährtes gesetzt, gleiche Sounds und ähnliche Songs eingespielt. So wirkt das Ganze dann in der Summe doch etwas zu berechnet und die richtigen Ohrwürmer sind leider ebenfalls nicht dabei. Möglicherweise brennt sich der eine oder andere Song noch nach mehrmaligem Hören besser ein. Die Klasse des Vorgängers erreicht Rockland jedoch nicht. Das nächste Album darf gerne wieder etwas experimenteller und authentischer werden!

Nachtrag / Korrektur
Nun habe ich Rockland einige Male durchgehört und mich doch nahezu komplett infiziert. Die neuen Katzenjammer-Songs zündeten etwas weniger schnell als einige Vorgänger, aber nun spucken mir die Lieder wieder derart durch den Kopf, dass ich kaum noch schlafen kann. Ergo nehme ich meine Kritik an dem Album zurück und korrigiere meine Bewertung. Sorry Mädels, aber Ihr habt erneut einen sehr guten Job gemacht und ein tolles Album abgeliefert, das mich wohl noch einige Tage um die verdiente Nachtruhe bringen wird. Das ist vielleicht die Strafe für meine erste Fehleinschätzung 😉

Katzenjammer – Lady Grey (Official Video)


Katzenjammer Tour 2015
Datum Ort Location
04.03.2015 Köln Palladium
05.03.2015 Dresden Alter Schlachthof
06.03.2015 Berlin Columbiahalle
07.03.2015 Bielefeld Ringlokschuppen
09.03.2015 Hamburg Große Freiheit
10.03.2015 Mannheim Maimarktclub
20.03.2015 München Tonhalle
21.03.2015 Wiesbaden Schlachthof
    

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Foto: Robert Ascroft

Kat Edmonson – The Big Picture – Feinster Vintage Pop

Kürzlich bekam ich ein Paket mit diversen CDs, die im Januar auf den Markt kommen. Dabei war auch das neue Album von Kat Edmonson, die mir bis dahin unbekannt war. The Big Picture ist der zweite Longplayer der US-Amerikanerin und erscheint am 16. Januar 2015.

Kat Edmonson - The Big Picture
Bereits das Cover im Twiggy-Look mit Kurzhaarfrisur und einem klassischen, analogen Fotoapparat vermittelt einen Eindruck, der sich in der Musik fortsetzt. Jede Menge Retro-Feeling. Den Anfang macht "Rainy Day Woman", das problemlos als James Bond-Titelsong durchgehen würde. Sowohl das Songwriting als auch die Instrumentierung mit aufwendigen Orchester-Elementen transportieren ein Sechziger-Feeling, welches sich größtenteils auch in den weiteren Titeln wiederfindet. Dass Kat Edmonson eine Texanerin ist, mag man kaum glauben. Das Album klingt very british und versetzt einen gefühlt ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit zurück. Hochklassige Arrangements produziert vom Grammy nominierten Mitchell Froom (u. a. Paul McCartney) sorgen für eine ganz spezielle Stimmung. Vergleiche zu Amy Winehouse oder Duffy kann man in positiver Hinsicht durchaus ziehen, wobei die Stimme von Kat Edmonson ganz anders klingt. Ihr Timbre erinnert mich hier und da an Christina Perri, allerdings wirkt Kat Edmonson deutlich routinierter, sicherer und sie kann das Niveau auch live halten.

Kat Edmonson - Foto: Robert Ascroft

Die Songs haben den Charme großer Songwriter-Nummern aus den 60er-Jahren, als noch echte Handwerkskunst nötig war, um gute Titel zu produzieren. Einzig der Track "All The Way" ordnet sich nicht so ganz in dieses Schema ein, was dem positiven Gesamteindruck jedoch überhaupt keinen Abbruch tut, weil dieser Titel nämlich eine ganz wunderbare Singer-/Songwriter-Nummer ist, für mich sogar der beste Song des Albums. Fast alle Titel stammen ganz oder zu erheblichen Teilen aus der Feder von Kat Edmonson. Wir hören hier also keine Marionette, sondern eine Vollblutmusikerin. Das macht dieses Album extrem authentisch, eigen und besonders, so dass es aus den vielfach glattgeschliffenen Pop-Publikationen wohltuend heraussticht. Der Sixties-Style in moderner Aufnahmetechnik, sie nennt es selbst Vintage-Pop, wirkt trotz aller Retro-Elemente frisch, unverbraucht und trifft meinen Geschmack. Die Musik dürfte auch mühelos in den Mainstream-Medien funktionieren. Für mich ist The Big Picture auf jeden Fall schon mal ein sehr schöner musikalischer Auftakt für 2015. So darf es gerne weitergehen…

Kat Edmonson - The Big Picture


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Foto: PR

Oh mein Gott! Queen + Adam Lambert zu Weihnachten in der Helene Fischer Show...

Als ich heute Morgen lass, dass Queen + Adam Lambert bei der Helene Fischer Show (!) dabei sind, die am 25.12.2014 im ZDF ausgestrahlt wird, ist mir fast die Teetasse aus der Hand gefallen. Helene Fischer ist ja ganz schnuckelig und ihre Show, die bereits zum dritten Mal in Folge, das genügsame und betagte ZDF-Publikum zu Weihnachten einbalsamiert, soll gerne die heile Welt mit ihren Discofox-Schmonzetten und weiterem Liedgut der Gäste suggerieren. Aber was machen Queen, die Helden meiner Jugend in diesem schöngefärbten, weichgespülten Schlager-Umfeld???

Queen + Adam Lambert - Foto: PR

Nach dem Tod von Freddie Mercury habe ich Brian May 1993 live in Hamburg gesehen. Er hat damals viele Queen Klassiker gespielt. Ich bin leider nie in den Genuss eines Konzertes von Queen mit Freddie Mercury gekommen. So war der Auftritt von Brian May eines der herausragenden musikalischen Live-Erlebnisse meines Lebens. Als Queen dann zusammen mit Paul Rodgers auf Tour gingen, war ich nicht richtig begeistert, aber Paul Rodgers ist u.a. durch Free und Bad Company eine musikalische Größe und konnte zumindest dadurch sowie als herausragender Sänger überzeugen. Das Studioalbum The Cosmos Rocks von Queen + Paul Rodgers war aber definitiv weder Fisch noch Fleisch, so dass diese Kollaboration keinen Bestand hatte. Man hätte es dabei belassen können oder besser sollen!

Seit 2012 trällert nun aber der Musical-Darsteller und Zweitplatzierte der Castingshow American Idol (2009) Adam Lambert als Interim-Frontmann bei Queen. Für jeden echten Fan ein Schlag ins Gesicht! Wie können Brian May und Roger Taylor an die Stelle von Freddie so einen selbstverliebten Gockel stellen? Gesanglich mag Herr Lambert ja eine passabele Leistung abliefern, aber seine überzuckerte Selbstdarstellung auf der Bühne erweckt den Eindruck, als ob er der alleinige Star wäre und die Band seine geduldeten Begleitmusiker. Gut, Freddie war auch eine Diva und hat auf der Bühne eine extrovertierte Performance abgeliefert. Er hat aber auch einen erheblichen Teils der Queen Songs geschrieben. Er war das Genie, das die Extravaganz verkörperte und uns große Songs wie "Bohemian Rhapsody", "Sombody To Love", "Love Of My Life" u.v.m. beschert hat. Adam Lambert singt nur und posiert wie der Gottkaiser des Entertainments.

Der Auftritt von Queen + Adam Lambert in der Helene Fischer Show ist ein weiterer Tiefpunkt meiner einstigen Lieblingsband, wie das Jüngste Gericht, die Wahrwerdung der Apokalypse und das Ende des musikalischen Abendlandes. Es macht mich Atemlos! Was ist nur aus meinen musikalischen Haudegen geworden, dass sie inzwischen mit einem profilneurotischen No-Name aus einer Castingshow in einer Schlagersendung des ZDF auftreten, um Rentnern zu Weihnachten etwas vorzusingen? Ich verstehe es nicht! Die Ära Queen war mit dem Tod von Freddie Mercury beendet. Das, was heute unter dem Namen Queen firmiert, ist nicht mehr als eine Coverband mit partieller Originalbesetzung, eine Jahrmarktskapelle, die noch ein paar Auftritte vor Senioren mitnimmt und die die Seele einer der besten Rockbands der Musikgeschichte ausgeweidet hat. Wie kann man sich so in die Lächerlichkeit begeben? Ich verstehe es nicht…

Wer sich dennoch ein wenig von dem, was Queen einmal war, mit dem Beiwerk eines aufgeplusterten Frontmanns ansehen und anhören möchte, hat im Frühjahr die Chance dazu. Dann kommen die Herren nämlich auch für ein paar Konzerte nach Deutschland (Tourtermine). Ich werde mir meine guten Erinnerung behalten und lieber mal wieder ein paar alte Queen-Platten auflegen, die mich definitiv mehr erfreuen, als ein ungenügend inszeniertes und merkwürdig anmutendes Plagiat.

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Foto: Warner Bros.

Jersey Boys – Der Film von Clint Eastwood jetzt auf DVD und Blu-ray

Es muss irgendwann in den Achtzigern gewesen sein, als ein paar Freunde und ich zusammen in einer Kneipe saßen und darüber sinnierten, von wem der Song "December, 1963 (Oh, What a Night)" sei. Jedem, der an unserem Tisch vorbeikam, sangen wir den Refrain vor und jeder kannte das Lied. Aber niemand konnte sagen, von wem der Titel ist… Irgendwann sind wir dahintergekommen, dass es die Four Seasons waren, die wir suchten.

Jersey Boys DVD
Ganz korrekt waren es Frankie Valli and The Four Seasons, die hauptsächlich in den Sechzigern mit Hits wie "Sherry", "Big Girls Don´t Cry", "Working My Way Back To You" und vielen mehr begeistert haben und bis heute begeistern. Um die turbulente Geschichte der Band wurde ein Musical namens Jersey Boys geschrieben, dass 2005 am Broadway uraufgeführt wurde. Die Show wurde weltweit ein Erfolg und spielte auch am Londoner West End, in Las Vegas sowie in Metropolen in Kanada, Südafrika, Australien,… Ferner gewann Jersey Boys vier Tony Awards für das beste Musical und den Laurence Olivier Award als bestes neues Musical.

2013 wurde das Bühnenwerk dann unter dem gleichen Namen verfilmt. Clint Eastwood führte Regie und war ferner einer der Produzenten des Films. Am 18. Dezember kommen nun die Kaufversionen als DVD- und Blu-ray in die Läden. Der Film zeigt die Zeitspanne von der Gründung der Band in den Fünfzigern bis zur Aufnahme in die Hall Of Fame im Jahre 1990. Die Story erzählt den Aufstieg der Musiker aus dem Armeleuteviertel in Newark, New Jersey, die in den Sechzigern als Four Seasons berühmt wurden. Insgesamt wirkt die Handlung jedoch ein wenig auseinander gerissen und lässt somit den roten Faden etwas vermissen. Mir gefällt allerdings an gut gemachten Musik-Biografien bzw. grundsätzlich an Filmen, die ein paar Jahrzehnte in der Vergangenheit spielen, das Szenenbild, das bei Jersey Boys detailgetreu von den richtigen Autos bis zur Seeburg Wall-O-Matic Tisch-Jukebox das Flair der Zeit authentisch transportier. Viel Musik gibt es selbstverständlich auch, so dass Freunde der Sechziger also hinsichtlich der Optik und der Akustik ihre Freude haben werden. John Lloyd Young spielte bereits in der Broadway-Inszenierung, wie auch im Film die Rolle des Frankie Valli und kann darin ebenso überzeugen, wie Christopher Walken als Mafia-Boss Gyp DeCarlo. Leider geht aus allen mir vorliegenden Informationen nicht klar hervor, wie nah der Film an der echten Geschichte der Four Seasons ist, oder ob einiges fiktiv ist. Ich habe die DVD-Version bemustert bekommen, die im DVD-Player problemlos abgespielt wird, auf meinem PC jedoch etwas zickig war. Die Sprachauswahl funktionierte am Rechner leider gar nicht.

JERSEY BOYS - offizieller Trailer


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Birdy / Foto: Warner Music

Sounds Of The 80s – Unique Covers Of Classic Hits

Eigentlich war ich geneigt, mich für diesen Artikel als Kind der Achtziger zu bezeichnen. Richtig ist jedoch, dass ich ein Teenager der Achtziger war. Diese jugendliche Lebensphase war extrem prägend und fiel bei mir eben rein zufällig zu fast 100% in das besagte Jahrzehnt, das musikalisch tatsächlich ganz besonders war. Sounds Of The 80s ist nicht nur die nächste Kompilation einiger Hits aus der Zeit, sondern enthält teils recht spezielle Cover-Versionen verschiedenster Songs meiner Jugend, interpretiert von namhaften Künstlern, sowohl von damals, als auch von heute. Das Album ist seit 21.11.2014 im Handel.

Sound Of The 80s - Unique Covers Of Classic Hits
Es handelt sich um eine Doppel-CD mit einer Gesamtspielzeit von rund 137 Minuten, verteilt auf 37 Songs. Viele der Titel sind im Original eigentlich kaum zu toppen, wobei das wohl auch nicht die Absicht war. Spannend wird es jedoch an den Stellen, wo die Hits von damals komplett neu interpretiert werden. Herausragend ist da z.B. "Man In The Mirror" der Country-Zwillinge Ward Thomas. Ja, da wird der Michael Jackson Klassiker kurz mal zur Country-Pop-Nummer umfunktioniert. Klasse! Ebenfalls super gefällt mir die Katie Melua Version von Black´s "Wonderful Life". Die samtige Stimme und eine akustische Gitarre mit einer, an "More Than Words" von Extreme erinnernden Anschlagtechnik geben dem Song eine ganz neue Stimmung. Gefallen haben mir ferner "Lucky Star" von Birdy, "Island In The Stream" von The Shires und "Head Over Heals" von Millers Daughter. Aber nicht alles begeistert! Einige Titel sind mir zu nah am Original oder können diesen, trotz eigener Interpretation, nicht ansatzweise das Wasser reichen. So finde ich z.B. "If I Could Turn Back Time" von Christina Perri stimmlich etwas schwach. Sich auf einen Vergleich mit Cher einzulassen, ist vielleicht auch nicht die beste Idee, wenn man nur ein relativ dünnes Stimmchen hat. Dido versucht sich an "Smalltown Boy" von Bronski Beat. Im ersten Moment eine tolle Alternativversion mit akustischer Gitarre, die dann aber für meinen Geschmack doch mit etwas zu wenig Feeling vorgetragen wird. Gut gemacht und besonders ist dann wieder "True Colors" von Shane Filan (Westlife). Fast etwas schräg wird es, wenn Dolly Parton und Richie Sambora den Bon Jovi Hit "Lay Your Hands On Me" zusammen intonieren.

Dass bei so einer speziellen Zusammenstellung nicht alles gefällt, ist klar. Aber neben einigen schwächeren Titeln sind durchaus Coverversionen dabei, die richtig gelungen sind. Interessanterweise sind es die (bei uns) eher unbekannteren Künstler, deren Versionen bei mir persönlich mehr Anklang finden. Die bekannteren Acts sind in der Summe etwas weniger überzeugend, Kylie Minogue schafft es aber dennoch "Betty Davis Eyes" zu einem Kylie-Song zu machen und Paul Heaton von den Housemartins covert gleich mal zusammen mit Jacqui Abbot den eigenen Hit "Caravan Of Love", obwohl der auch in den Achtzigern schon ein Cover war und im Original 1985 von Isley Jasper Isley kam, bevor die Housemartins damit zu Weihnachten 1986 in ihrer A-cappella Version einen Nr. 1 Hit in Großbritannien landeten.

Es gibt auf Sounds Of The 80s also einiges zu entdecken und so schwelgt man dann doch ganz schnell wieder in diesem abgefahrenen Jahrzehnt und erfreut sich an den meisten Songs, auch oder teilweise gerade wegen der ungewohnten Interpretationen.

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Foto: ZDF / GF-Design

3sat Thementag – Pop Around The Clock – Das Programm für Silvester 2014

Erneut neigt sich ein Jahr dem Ende zu und steuert zumindest aus Sicht der Musikfans auf ein TV-Highlight erster Kajüte hin. Zu Silvester heißt es bei 3sat wieder Pop Around The Clock. Mir liegen die Details für diesen Thementag mit vielen interessanten Konzerten vor. Ich bin entzückt und möchte Euch hiermit am Programm für den 31. Dezember 2014 teilhaben lassen. Es handelt sich komplett um TV-Erstausstrahlungen und es finden sich erneut eine Menge wohlklingender Namen wie Queen, Deep Purple, The Rolling Stones, Genesis, Billy Joel, Coldplay, Muse, Depeche Mode, Bryan Adams, Moby u.v.m. im Line-Up. Insgesamt stehen 25 Stunden Live-Musik auf dem Zettel!

Einige Konzerte sind Klassiker, wie z.B. "Three Sides Live" von Genesis, "Live At The Rainbow" von Queen, oder "From The Vault – Live in 1981" von den Rolling Stones. Andere Aufzeichnungen sind so frisch, dass sie noch dampfen. Da wäre z.B. Jeff Beck - "Live in Tokyo" (2014), Max Herre mit seinem MTV Unplugged (2013), Depeche Mode – "Live in Berlin" (2013) oder Bryan Adams - "Live in Toronto" (2014). Die meisten Konzerte sind – wie immer – Auszüge aus kompletten Shows, die größtenteils in voller Länge auf DVD bzw. Blu-ray erhältlich sind. Wenn Ihr auf die Titel in der Übersicht klickt, könnt Ihr diese Konzerte - sofern verfügbar - in der kompletten Version bestellen. Die neueren Aufnahmen sendet 3sat übrigens alle in HD-Qualität.

Ich finde es überaus beeindruckend, was 3sat alljährlich bei diesem speziellen Thementag auf die Beine stellt. So sind einige Konzerte gerade als DVD bzw. Blu-ray in den Handel gekommen und schon laufen die meist recht ansprechenden Auszüge im Free-TV. Da sehe ich die Rundfunkgebühr ausnahmsweise mal als richtig gutes Investment.

Also, Schampus kühlen, Knabberzeug parat legen und die Party kann beginnen!

Queen - Foto: Universal Music

Die Liste der Pop Around The Clock Konzerte für Silvester 2014
Uhrzeit Sendung Aufnahmejahr
6.00
The Dukes Of September - Live At Lincoln Center
2012
6.45
Beth Hart & Joe Bonamassa - Live At Amsterdam
2013
7.45
Jeff Beck - Live In Tokyo
2014
8.45
Queen - Live At The Rainbow
1974
9.30
Deep Purple - Perfect Stranger
1984
10.30
The Rolling Stones - From The Vault - Live in 1981
1981
11.30
Genesis - Three Sides Live
1981
12.15
Phil Collins - No Ticket Required *
1985
13.15
Billy Joel - A Matter Of Trust - The Bridge To Russia
1987
14.00
Dire Straits - On The Night
1992
15.00
Ed Sheeran - Live In Dublin *
2014
15.45
Max Herre - MTV Unplugged - Kahedi Radio Show
2013
17.00
Sting - The Last Ship Sails
2013
18.15
Peter Gabriel - Back To Front
2013
19.20
Coldplay - Ghost Stories
2014
20.15
Céline Dion - Une Seule Fois
2013
21.00
Elton John - The Million Dollar Piano
2012
22.15
Jessie J - Alive At The O2 *
2013
23.00
Muse - Live At Rome
2013
0.00
Depeche Mode - Live In Berlin
2013
1.15
Bryan Adams - Live In Toronto *
2014
2.15
ZZ Top - Live At Montreux
2013
3.00
Roxette - Travelling The World - Roxette Live
2012
3.45
Simple Minds - Celebrate
2013
4.30
Zucchero - La Sesión Cubana *
2012
5.15
Hall & Oates - Live In Dublin *
2014
6.00
Moby - Almost Home - Live At The Fonda
2012
    
* Von diesen Konzerten gibt es (derzeit) keine DVD/Blu-ray zu kaufen.

5.7/615votes
Voting statistics:
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Foto: Anton Corbijn

Depeche Mode – Live In Berlin – Ein Konzertfilm von Anton Corbijn

Letztes Jahr im November waren Depeche Mode u.a. für zwei Konzerte in Berlin. Bei diesen beiden Shows hat Starfotograf und Regisseur Anton Corbijn den Konzertfilm Live In Berlin aufgenommen, der seit dem 14. November im deutschen Handel erhältlich ist. Ich habe das DVD-Boxset bemustert bekommen, das auf der ersten DVD den kompletten Konzertfilm mit Interview-Sequenzen und dem Bonus-Material (zwei Songs aus der Bordello Acoustic Session) enthält. Eine weitere DVD enthält die reine Live-Show, die auch auf den zwei Audio-CDs zu hören ist. Last but not least gibt es eine Audio-Blu-ray-Disk mit der 5.1 Version des Albums Delta Machine. Das Ganze kommt in einer wertige Pappschachtel mit Stülpdeckel daher und dürfte den Fan schon mal vom Umfang entzücken.

Depeche Mode – Live In Berlin
Ich selbst hatte meine heiße Depeche Mode Phase vor ca. 30 Jahren, als "People Are People" und "Master And Servant" in den Charts waren. Damals habe ich auch verschiedene Tonträger der Briten erworben und diese gerne gehört. Gerade aus dem seinerzeit aktuellen Album Some Great Reward hat es aber leider kein Song in die Show geschafft. Dennoch sind neben einigen Titeln aus Delta Machine diverse Welthits von Depeche Mode zu hören und zu sehen. Wer nur hören will, bekommt vermutlich, was er erwartet: Jede Menge typischen Depeche Mode Sound, eine tolle Stimmung in der Halle sowie ein stimmiges Gesamtpaket. Wer sich die Show anschaut, sieht drei Bandmitglieder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Andrew Fletcher steht, ohne eine Miene zu verziehen, mit schwarzer Hose, schwarzem T-Shirt, Bauchansatz und Sonnenbrille hinter seinen Keyboards und spielt. Der totale Gegenpart ist Dave Gahan, der extrovertiert tanzt, die Hüften kreisen lässt, mit dem Hintern wackelt und derart charismatisch und energiegeladen die Show rockt, dass man nur staunen kann. Zum Zeitpunkt des Konzerts, war Gahan 51 Jahre alt und hinsichtlich seiner Biographie inkl. Suizid-Versuch, einem fast-Drogentod und einer früheren Krebserkrankung beneidenswert gut in Form. Er kokettiert mit dem Publikum, ist Diva, Sex-Symbol und beindruckender Frontmann. Daneben wirkt Martin Gore blass und fast eingeschüchtert. Ich habe das Gefühl, dass er Dave Gahan gerne nacheifern würde, aber einfach nicht das Handwerkszeug dafür hat. Da helfen dann auch keine glitzernden Karo-Hosen. Es wirkt, als verstecke er sich hinter den Gitarren, obwohl er, so ist mein Eindruck, auch gerne mehr im Mittelpunkt stehen würde. Ich habe teilweise auch den Verdacht, dass er zumindest die Gitarre(n) gar nicht live spielt. Der Schnitt des Bildmaterials macht es extrem schwer, das genau zu beurteilen. Bei den drei Solo-Stücken, wo Martin Gore alleine mit Keyboarder Peter Gordeno auf der Bühne stehend singt, wirkt er ohne Gitarre hinterm Mikroständer fast ein wenig zerbrechlich, weiß nicht so Recht, wohin mit den Händen. Er scheint hin und her gerissen zwischen Unwohlsein und der zuträglichen Anerkennung des Publikums. Viele Fans mögen gerade diese Parts der Show, vielleicht weil sie eine gewisse Intimität und Verletzbarkeit zeigen. Ein grandioser Live-Musiker ist Gore auf jeden Fall nicht! Dafür ist er jedoch hinsichtlich der Kreativität das Maß der Dinge in der Band und hat es über Jahrzehnte geschafft, einen eigenen, speziellen Sound zu entwickeln und zu erhalten, der unverwechselbar ist.

Die Interviews einiger Konzertbesucher vor der Halle zeigen, dass Depeche Mode extrem treue Fans hat, die der Band auf Tour sogar nachreisen und möglichst viele Konzerte mitnehmen wollen. Eine Frau sagte sogar auf die Frage, was die Band für sie bedeutet: Depeche Mode sei ihre Religion. Und diesen Status muss man erst mal erreichen. Depeche Mode hat ihn seit vielen Jahren. Und somit sind es vermutlich genau die ungleichen Charaktere der Bandmitglieder sowie der unverwechselbare Sound, die das Gesamtwerk so hell leuchten lassen. Die eigenständigen Songs, zum Großteil von Mastermind Martin Gore geschrieben und authentisch vorgetragen vom energiestrotzenden Entertainer Dave Gahan. So wird ein Schuh draus. Der eine könnte ohne den anderen nicht und das macht am Ende vielleicht die Magie dieser Band aus. Die Fans danken es mit bedingungsloser Treue und geben dem Gesamtkonzept der Band somit auch im vierten Jahrzehnt ihres Bestehens Recht. Live In Berlin ist ein ansprechendes Set, Anton Corbijns Videoschnitt ist eher Old-School und verzichtet zum Glück auf überzuckerte Videoeffekte wie Splittscreens, Zoom-Fahrten im Rhythmus der Musik oder nervige Überblend-Animationen. Die Klangqualität ist gut, das Bild so lala… Zur Audio-Blu-ray mit 5.1 Sound kann ich nichts schreiben, da ich weder einen BR-Player, noch eine Surround-Anlage habe. Insgesamt schneidet das Boxset mit fünf Scheiben gerade noch gut ab, weil es inhaltlich viel bietet, einen restlos überzeugenden Dave Gahan in Top-Form zeigt und somit in jede ordnungsgemäß geführte Depeche Mode Sammlung gehört.

Depeche Mode - Live in Berlin - Trailer


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Foto: Stian Andersen

Röyksopp – The Inevitable End – Das letzte Album der Norweger

Als Remixer arbeiten Röyksopp für Weltstars wie Coldplay, Lady Gaga, Kings of Leon oder Depeche Mode. Sie gehören zu den erfolgreichsten Künstlern in der elektronischen Musik weltweit. Ihr neues Album The Inevitable End soll zugleich auch das letzte sein. Es erscheint am 21. November und enthält zum einen das Hauptalbum mit gut 60 Minuten Musik. Zum anderen ist eine weitere CD mit fünf Bonustracks dabei.

Röyksopp – The Inevitable End
Aufmerksam wurde ich auf das norwegische Duo, bestehend aus Svein Berge und Torbjørn Brundtland, weil ich in der Presseankündigung zum Album lass, dass bei zwei Titeln der Platte Susanne Sundfør singt. Selbige habe ich auch eher zufällig im Oktober 2012 über ihr Album "The Silicone Veil" entdeckt und in mein musikalisches Herz geschlossen, weil sie einen ganz eigenen und besonderen Musikstil hat. Letzteres gilt auch für Röyksopp, die selbst den Anspruch haben, Musik zu machen, die sie sonst nirgends finden. Die Songs sind schon größtenteils sehr technisch – manchmal weich und zart, dann wieder sperrig, hart und rau. Der Gesang schafft dann aber oft einen brillanten Gegenpol, der die teils kalten Sounds wieder mit Wärme füllt. Und so entstehen audiophile Leckerbissen, die irgendwo zwischen Daft Punk und Kraftwerk liegen. Neben Susanne Sundfør (ebenfalls aus Norwegen) singt bei einigen Stücken die Schwedin Robyn, die in Skandinavien eine Legende ist, und Jamie McDermott (The Irrepressibles) sowie Ryan James (Man Without Country) übernehmen die männlichen Gesangsparts. Die Damen gefallen mir jedoch eindeutig besser! In Norwegen gehen die Alben von Röyksopp meist auf die Top-Positionen der Charts. Dort haben sie auch bereits 7 norwegischen Grammys (Spellemannprisen) und fünf norwegische Musikpreise (Alarmprisen) bekommen. Das sind doch mal Belege. Dass Röyksopp bis dato in den anderen, ausländischen Märkten noch nicht so bekannt sind, mag an der Gesinnung der Macher und deren speziellen Werken liegen. Oder sie sind einfach (noch) nicht auf dem Tableau der Musikredakteure. Mich macht dieser leicht kühle, aber extrem moderne, skandinavische Sound auf jeden Fall ziemlich an. Die Herren verstehen es gekonnt, die geilsten Klänge aus ihren Synthesizern zu holen, coole Arrangements zu erstellen, perfekt zu mixen und das Ganze in ein Gesamtgebilde zu gießen, das auch mich, der eigentlich lieber ein dickes Gitarrenbrett hört, in den Bann zieht. Die Skandinavier scheinen grundsätzlich ein gutes Händchen für elektronische Musik zu haben. The Inevitable End von Röyksopp bedient dieses Genre definitiv sehr eindrucksvoll. So etwas findet man in der Tat sonst nirgends.

Røyksopp feat. Robyn - Monument (The Inevitable End Version)


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