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Tag: Piano

Foto: Ho Geun Kim

Yiruma – Blind Film – Ein Soundtrack für die Seele

Diese CD bekam ich mal wieder als Blindbemusterung. Erneut ein klassisches Album. Ich entfernte das Cellophan und legte den Silberling ein, ohne mir das Cover genauer anzusehen. Es erklangen liebliche Piano-Klänge, bei denen sofort das Gefühl einer berührenden Filmszene entstand, ohne dass ich passende Bilder dazu vor dem geistigen Auge hatte. Yiruma heißt der Künstler, kommt aus Südkorea und vermag mich bereits mit wenigen Tönen in den Bann zu ziehen.

Yiruma – Blind Film
Nun greif ich doch mal zum Cover und sehe den Titel: Blind Film – Das passt. Ein Blick in das Booklet offeriert zu jedem Song ein paar Szenen, die allegorisch jeweils eine mehr oder wenig abstrakte Situation beschreiben, die mit der dazugehörigen Musik vertont wird. Es ist wie ein melancholischer Soundtrack zu verschiedenen Begebenheiten. Und im Kopf läuft kein actionreicher Blockbuster, sondern etwas fürs Herz. Die Songs nehmen einen mit, in eine Art Hollywood für die Ohren und die Seele wird von diesen schönen Kompositionen beflügelt. Es ist ruhig und schön, teilweise auch etwas traurig in Moll. Yiruma transportiert hier eine riesengroße Portion wunderbar vertonter Emotionen, ohne Kitsch aber mit ganz viel Pathos. Und bereits beim zweiten Hören ist die Musik sehr vertraut und wirkt wie die Erinnerungen an schöne Erlebnisse, die in den Arrangements konserviert wurden. Erstaunlich wie Musik einen einfangen kann. Ich habe mich also erneut durch ein Klassik-Album überzeugen lassen, das Konzept meines Blog ein wenig aufzuweichen. Bei Yiruma sind die Grenzen zwischen Klassik und Pop jedoch auch fließend. Letztlich enthält das Album einfach schöne Melodien, die hauptsächlich durch das sensible Pianospiel, partiell untermalt durch ein paar Streicher begeistern. Der in Seoul geborene Yiruma hat bereits mehr als ein Dutzend CDs veröffentlich und berührt damit inzwischen Menschen aller Altersklassen. Selbst die Generation-YouTube liebt den Südkoreaner, was die Zahl seiner Klicks belegt. Die Musik ist zeitlos und sorgt für wohlige Stimmungen jenseits der Hektik des Alltags und fernab allen Stresses. Zum Entschleunigen und Entspannen ist Blind Film perfekt. Leider endet der Genuss bereits nach gut 41 Minuten. Die Klangqualität ist sehr gut und das Artwork der CD im Digipak überzeugt mich ebenfalls. Ein gelungenes Gesamtkunstwerk!

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Keith Jarret – Rio

Männer die Klavierspielen können, heißt es im Volksmund, seien bei Frauen begehrt. Ob diese These auch auf Keith Jarret zutrifft, ist nicht überliefert. Ich kann mir jedoch nur schwer vorstellen, wie sich eine Frau im edlen Abendkleid lasziv über den Flügel von Herrn Jarret drapiert und mit Kulleraugen seinen abgefahrenen Jazz-Improvisationen lauscht. Man muss also unterscheiden. Natürlich spielt Keith Jarret auf seiner aktuellen Doppel-CD "Rio" auch ruhige Stücke. Aber er wechselt die Tempi zwischen den Stücken doch teils sehr stark, so dass man getrost sagen kann, hier keine durchgängig leichte Kost vorzufinden. Das ist aber auch gar nicht das Ziel. Das Auditorium von Keith Jarret erwartet ja keine Fahrstuhlmusik zur zarten Berieselung. Das Publikum des US-Jazzpianisten will aufmerksam und konzentriert zuhören und die Virtuosität ins sich aufnehmen.

Keith Jarret – Rio
Das Rio-Cover-Booklet ist auf das allernötigste reduziert. Hier geht es halt zielgerichtet nur um die Musik und um nichts anderes! Die Aufnahme fand offenbar mit einer Komplettabnahme statt. Man hört also auch mal einen Huster im Publikum, die Mechanik des Pianos oder das Mitsummen von Keith Jarret. Das ist das pure und unverfälschte Live-Erlebnis. Auf den Klang kann man sich bei CD´s aus dem Hause ECM ja eh verlassen. Ich finde, dass diese Aufnahme - obwohl durchgängig digital - irgendwie analog und warm klingt und fast ein Feeling wie auf Jazzplatten der Siebziger vermittelt. "Rio" setzt eine Serie aus Konzertaufnahmen von Keith Jarrets Solo-Piano Improvisationen fort, zu denen z.B. auch der legendäre Mitschnitt "The Köln Concert" aus dem Jahr 1975 gehört. Aufgenommen wurde das Rio-Konzert am 9. April 2011 in – man kann es sich denken – Rio de Janeiro. Es war erst das zweite Mal, dass Keith Jarett in Brasilien spielte. Das erste Mal lag bereits über zwei Jahrzehnte zurück und es war für Ihn, wie ein unvollendetes Werk. „Alles, was ich in Rio gespielt habe, war improvisiert“, sagte Jarret zu dem Konzert und fügte hinzu, dass die Vollendung des Werks an keinem anderen Platz, in keinem anderen Land, in keiner anderen Konzerthalle, mit keinem anderen Publikum und an keinem anderen Abend hätte stattfinden können. Es handelt sich also um eine absolut einmalige Momentaufnahme, deren spontane Kompositionen nur am besagten Abend existent waren. Zum Glück wurde dieses Konzert aufgenommen und steht seit 04.11.2011 für den ambitionierten Zuhörer beim gut sortierten Plattenhändler im Regal. Für Jazzfreunde ein guter Tipp für Keith Jarret Fans ein Muss!

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Foto oben: © Reto Caduff / ECM Records

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