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Tag: Jazz

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2.11.2012 Veröffentlicht von Torsten in DVD / Blu-ray, DVD Neuheiten

Paul McCartney – Live Kisses als DVD und Blu-ray

Anfang Februar habe ich die CD "Kisses On The Bottom" von Paul McCartney vorgestellt. Im Rahmen dieser Aufnahme gab es am 9. Februar 2012 ein kleines Konzert mit den Liedern des Albums in den Capitol Studios in Hollywood. Ein Mitschnitt kommt am 9. November als DVD und Blu-ray in die Läden. Ich habe die DVD kürzlich als Rezensionsexemplar bekommen!

Paul McCartney - Live Kisses - DVD
Zu aller erst fällt die ungewöhnliche Aufmachung der DVD auf. Es ist keine typische Plastikhülle, sondern ein Buch mit festem Einband. Das vermittelt sofort ein ganz tolles, haptisches Gefühl. In diesem Buch finden sich in einem sehr ansprechenden Layout auf dickem Papier jede Menge Informationen rund um die Songs, die Musiker und diverse schöne Fotos. Zudem gibt es den Abdruck eines Gespräches, welches Paul McCartney am 14. Juni 2012 mit Elvis Costello via Skype geführt hat!

"Live Kisses" enthält einen großen Teil der Songs vom Album, die live vor einem kleinen Publikum gespielt wurden. Zwischen den Songs gibt es Interview-Clips (bei Bedarf mit deutschen Untertiteln) mit vielen Beteiligten der Aufnahmen, wie Diana Krall, John Pizzarelli, John Clayton,… sowie Paul McCartney selbst und Tommy LiPuma, dem Produzenten. Weitere Mitwirkende, die ebenfalls zu Wort kamen waren Joe Walsh (Eagles), Eric Clapton und Stevie Wonder. In den Interviews wird deutlich, wie intim und harmonisch das ganze Projekt verlief. Die Protagonisten waren vor Beginn unsicher, wie man dem anderen begegnen sollte. Und gerade Paul McCartney, einer der größten und wichtigsten Künstler der Musikgeschichte, zeigte seinen Charme und die Demut gegenüber seiner Kollegen sehr deutlich und so spürten alle schnell den Spirit und die besonderen Schwingungen. Die gute Chemie der Beteiligten spiegelt sich auch in den Darbietungen wieder. Die schönen Jazz-Songs vergangener Tage wurden ganz wunderbar interpretiert. Die Musikstücke sind alle in Schwarz/Weiß gefilmt, was ihnen eine ganz besondere Anmut gibt. Die leisen Titel mit den hochwertigen Filmaufnahmen erwecken den Eindruck, weit in die Zeit zurückzureisen, als Farbfilm noch extrem selten war und die Lieder rund um die Liebe vom Herzen kamen. "Live Kisses" ist der Beleg eines fabelhaften Projektes von Paul McCartney.

Diana Krall & Paul McCartney
Als Bonusmaterial gibt es noch alle sechs Versionen des Videos zu "My Valentine", dem einzigen Song, den Paul McCartney für das Projekt selbst geschrieben hat. In den Videos sind die Hollywood-Stars Natalie Portman und Johnny Depp zu sehen! Ferner gibt es zwei Kurzfilme über die Entstehung des Coverfotos der CD sowie ein Interview mit Paul McCartney und Tommy LiPuma. Die Stardichte für den Ausflug in die musikalische Vergangenheit war sehr hoch und das Ergebniss ist eine extrem gelungene Mischung aus Dokumentation und Konzert, beim dem Sir Paul McCartney seine Qualitäten – auch als Jazz-Sänger – unter Beweis stellt.

Sir Paul McCartney - My Valentine (Live Kisses)


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RJP-Tipps für die Neuheiten im Plattenladen am 02. November 2012

Auch in der ersten November-Woche gibt es wieder jede Menge Neuheiten auf dem Tonträgermarkt. Die Scheibe von Rick Springfield hatte ich Euch schon kürzlich vorgestellt; hier kommen weitere Tipps für den Einkaufszettel. Robbie Williams veröffentlicht sein erstes Album bei Universal Music und hofft an frühere Erfolge anknüpfen zu können. Die Rocker von Aerosmith bringen ihr 15. Studioalbum an den Start und Survivor Sänger Jimi Jamison versucht sich mit einer neuen Solo-CD. Auch Céline Dion bringt nach fünf Jahren ein neues Werk und Nena nutzt ihre aktuelle Medienpräsenz ebenfalls strategisch sinnvoll zur Veröffentlichung eines frischen Albums. Interessant finde ich in dieser Woche die CD von der Norwegerin Rebekka Karijord sowie das Best-Of-Album der erfolgreichen neuseeländischen Reggae-Crossover-Band Salmonella Dub. Macy Gray re-interpretiert zum vierzigsten Jahrestag das legendäre Album "Talking Book" von Stevie Wonder. Und mein Geheimtipp ist ein ziemlich abgefahrenes Werk von Elephant9 With Reine Fiske mit den Namen "Atlantis". Ich würde die Musik in etwa mit Psychedelic Jazz umschreiben – unbedingt mal reinhören! Last but not least gibt es noch einen frühen Konzertmitschnitt der Stray Cats von 1981 aus Montreux auf DVD.

Hier sind meine Tipps akkurat in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst:

Cover
Titel
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Elephant9 With Reine Fiske - Atlantis
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Robbie Williams - Take The Crown
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Aerosmith - Music From Another Dimension!
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Céline Dion - Sans Attendre
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Rebekka Karijord - We Become Ourselves
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Macy Gray - Talking Book
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Salmonella Dub - For The Love Of It
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Nena - Du bist Gut
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Jimi Jamison - Never Too Late
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Stray Cats - Live At Montreux 1981
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CD und DVD Neuerscheinungen für den 19. Oktober 2012

So langsam füllen sich die Regale der Plattenhändler mal wieder mit Weihnachts-CDs aller möglichen und unmöglichen Künstler. Eine Liste entsprechender Werke, die sich lohnen, habe ich letztes Jahr schon mal hier zusammengestellt. Diese Woche begnüge ich mich jedoch (noch) ohne festtagsmusikalische Werke. Meine Liste enthält dafür Metal von Doro und Mob Rules, Jazz vom Trommelvirtuosen Manu Katché, Tony Bennett sowie dem Bobo Stenson Trio und z.B. eine neue Soloscheibe von Journey Gitarrist Neil Schon. Mein ganz besonderer Tipp in dieser Liste ist das neue Album von Steve Hackett mit dem Namen "Genesis Revisited II". Hier interpretiert der frühere Gitarrist von Genesis (1970 – 1977) einige frühe Werke der Band. Ein wirklich spannendes Album! Das neue Live-Album von Milow habe ich kürzlich schon hier rezensiert, daher ist es nicht in der Liste, aber dennoch sehr empfehlenswert!

Hier sind meine Tipps für Freitag, den 19. Oktober 2012

Cover
Titel
Bestellen bei
Steve Hackett - Genesis Revisted II
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Herbert Grönemeyer - I Walk
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Manu Katché - Manu Katché
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Doro - Raise Your Fist
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Bobo Stenson Trio - Indicum
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Tony Bennett - Viva Duets
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Neal Schon - The Calling
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Andy Burrows - Company
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Mob Rules - Cannibal Nation
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The Doors - Live At The Bowl ´68 - DVD / Blu-ray
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Die Neuheiten beim Plattenhändler am 12. Oktober 2012

Nun, wo es mal wieder mit großen Schritten auf die Weihnachtszeit zugeht, zeigen viele Plattenfirmen erneut ihre Geschäftstüchtigkeit und bringen Compilations, Best Of´s, Greatest Hits und Essential Collections ihrer Künstler auf den Markt. Zwei wirklich gute Neuaufgüsse findet man in meinen Neuheiten-Tipps mit dem ziemlich ansprechenden Box-Set (3 CDs + 1 DVD) von Stevie Ray Vaughan sowie mit der Zusammenstellung von "Mr. 335" Larry Carlton. Ebenfalls interessant sein dürften die neuen Werke von Gitarren-As Paul Gilbert (Mr. Big, Racer X,…) und Donald Fagen (Steely Dan). Mein besonderer Tipp diese Woche ist das Album Lee Ritenour, der von vielen Top-Musikern begleitet einen amtlich überzeugenden Longplayer veröffentlicht!

Meine Auswahl an Neuveröffentlichungen für Freitag, den 12. Oktober 2012:

Cover
Titel
Bestellen bei
Lee Ritenour - Rhythm Sessions
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Fools Garden - Who Is Jo King
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A Fine Frenzy - Pines
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Paul Gilbert - Vibrato
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Scott Henderson, Jeff Berlin, Dennis Chambers – Hbc
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Donald Fagen - Sunken Condos
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Larry Carlton - Four Hands & A Heart Volume One
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Chris de Burgh - Home
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Ina Müller - Live
Ina Müller - Live CD, DVD, Blu-ray
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Stevie Ray Vaughan And Double Trouble - S.R.Vaughan
Stevie Ray Vaughan And Double Trouble - S.R.Vaughan (Box-Set)
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Neuerscheinungen Alben & DVD / Blu-ray´s 28. September 2012

Aufmerksame Leser dieses Blogs haben mitbekommen, dass es hier etwas ruhiger geworden ist. Um die Seite jedoch nicht vollkommen einschlafen zu lassen, will ich mal versuchen, wöchentlich eine Liste der CDs und DVDs zusammenzustellen, die immer die aktuellen, aus meiner Sicht wichtigen Neuerscheinungen vorstellt. Eine Bewertung findet in diesen Listen nicht statt, die Bestellmöglichkeiten bleiben dennoch bestehen. Dazu könnt Ihr entweder direkt auf das Cover bzw. den Titel klicken oder die Bestellbuttons in der rechten Spalte nutzen. Heute gibt es somit die erste Auflistung dieser Art.

Diese Woche sind ein paar interessanten Neuerscheinungen dabei. So melden sich die Altmeister John Hiatt und Van Morisson mit neuen Werken zurück. Vom kürzlich verstorbenen Tastenvirtuosen Jon Lord kommt das "Concerto for Group and Orchestra", womit sich der Deep Purple Keyboarder einen Traum erfüllt hat und bei der Aufnahme von illustren Gästen wie Bruce Dickinson (Iron Maiden), Steve Morse oder Joe Bonamassa begleitet wurde. Auch die Rock-Ladys von Heart, NDW-Ikone Joachim Witt und Pfarrerstochter Tori Amos haben neue Alben. Von Porcupine Tree – Sänger Steven Wilson kommt eine Konzert DVD / Blu-ray, die den Prog-Rock Freunden zusagen sollte.

Hier ist meine Auswahl der Veröffentlichungen für Freitag, den 28.09.2012:

Cover
Titel
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Muse - The 2nd Law
Muse - The 2nd Law
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Diana Krall - Glad Rag Doll
Diana Krall - Glad Rag Doll
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Papa Roach - The Connection
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Jon Lord - Concerto for Group and Orchestra
Jon Lord - Concerto for Group and Orchestra
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Tori Amos - Gold Dust
Tori Amos - Gold Dust
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John Hiatt - Mystic Pinball
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Van Morisson - Born to Sing: No Plan B
Van Morisson - Born to Sing: No Plan B
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Joachim Witt - Dom
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Heart - Fanatic
Heart - Fanatic
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Steven Wilson - Get All You Deserve
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Mike Stern – All Over The Place

Der US-amerikanische Jazz- und Fusion Gitarrist Mike Stern hat kürzlich mal wieder ein frisches Album auf den Markt gebracht. "All Over The Place" heißt das Werk und bietet mit einer feinen Auswahl von Gastmusikern eine flexible Zusammenstellung von 11 Songs.

Mike Stern - All Over The Place
Vorab fällt bereits beim Einlegen der CD die Spielzeit von über 75 Minuten positiv auf. Während Mainstream-Musiker sich oft schon schwer tun, 40 Minuten ansatzweise akzeptabel zu füllen, scheint es bei Jazz-Musikern eher so zu sein, dass sie zu wenig Platz auf dem Silberling haben, um alle guten Songs unterzubringen. Quantitativ ist der Daumen schon mal oben. Wer nun ein Album erwartet, dass von der Gitarre dominiert wird, muss umdenken. Aufgrund der vielen hochkarätigen Gäste stehen auch andere Instrumente im Focus und die Stücke zeigen ganz verschiedene Facetten, so dass es durchaus Abwechslung gibt. Ein Titel wie "Cameroon" mit Richard Bona am Gesang (und Bass) klingt im Refrain ein wenig wie Toto, also fast poppig. Andere Stücke zeigen mehr den zeitgenössischen Jazz. "Out Of The Blue" erinnert an Pat Metheny; hier spielt Randy Brecker noch eine passende Trompete und Tom Kennedy zupft dazu eine Basslinie, die schon ziemlich abgefahren ist. Gerade die Solo-Parts sind auf diesem Album wahre Leckerbissen und zeigen die durchgehend hohe Qualität aller Musiker. Ebenfalls mit dabei sind u.a. Jim Beard (zudem Produdent des Albums), Dave Weckl, Kenny Garrett, Dave Holland, Victor Wooten,…

Bei der Expertendichte wäre für profilneurotische Ego-Shows auf der Gitarre wohl gar kein Platz. Das scheint auch Mike Stern´s Ding nicht zu sein! Dennoch kommt der typische, mittenbetonte und Chorus-versetzte Gitarrensound nicht zu kurz. Auf zwei Stücken greift Mike Stern auch zur Nylon-Gitarre. Die Songs gehen von fetzig bis ruhig, "As Far As We Know" ist fast meditativ. Somit ist die Richtung Jazz und Fusion grob vorgegeben, das Album zeigt jedoch ein buntes Spektrum mit Einflüssen aus allen Himmelsrichtungen. Folglich sind die 75 Minuten kurzweilig und qualitativ ebenfalls erste Sahne. Nachdem nun die Spielzeit und die Güte der Musik positiv abgeschnitten haben, möchte ich abschließend noch den Klang lobend erwähnen, der ebenfalls seinen Beitrag zum Gelingen des Musikgenusses leistet. Wer nicht fest auf ein Instrument geprägt ist, sondern Jazz und Fusion Musik mit großer Vielfalt begrüßt, ist mit "All Over The Place" in jeder Hinsicht optimal bedient.

Mike Stern - All Over The Place - Teaser


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David Benoit – Conversation

In der Liga der Jazz-Pianisten spielt der US-Amerikaner David Benoit ganz oben mit. Er beherrscht zum einen die Jazz-Standards, spielt aber auch zeitgenössischen Jazz aus eigener Feder und arrangiert bei Bedarf ein komplettes Orchester. Heute ist sein neues Album Conversation erschienen.

David-Benoit - Conversation
Schon die ersten Töne lassen die Handschrift Benoits erkennen. Für Gitarristen gibt es mehr Möglichkeiten, den eigenen, unverwechselbaren Sound zu finden. Pianisten haben es deutlich schwerer. Und dennoch hört man David Benoit - bei seinen typischen Kompositionen - an den ersten Tönen heraus. Sein Musikstil ist einmalig! Er spielt zum einen wunderschöne Dur-Melodien, die vor dem geistigen Auge eine Blumenwiese erscheinen lassen, auf der es frisch duftet, Schmetterlinge von einer Blüte zu nächsten fliegen und alles in vollendeter Harmonie dahingleitet. Zum anderen hat er Moll-Kompositionen, wie z.B. "Sunrise On Mansion Row", das begleitet von einem singenden Sopran-Saxophon eine bittersüße Stimmungen schafft, die direkt ins Herz geht. Was vielleicht etwas kitschig klingt, ist Kopfkino der besonderen Art, zu dem David Benoit den Soundtrack spielt. Besser noch; er liefert das Filmskript. Begünstigt wird die Filmmusik-These teilweise noch durch hervorragend dargebotene orchestrale Arrangements. Alles klingt vollendet und rund. Hier und da groovt noch mal ein lateinamerikanischer Rhythmus und rundet das Bild eines exquisiten Instrumental-Jazz-Albums ab. Ich mag die Musik von David Benoit sehr gerne, weil sie zum einen sehr anspruchsvoll ist und zum anderen immer melodisch sowie feinsinnig bleibt.

Conversation ist das 27. oder 28. Solo Album, wenn man die vom Benoit-Freemann-Projekt mitzählt. Auf unzähligen anderen Produktionen, vieler bekannter Interpreten hat David Benoit zudem mitgewirkt. Ich hätte mir auf Conversation noch ein bis zwei Songs mehr gewünscht, da die CD mit einer Spielzeit von gut 36 Minuten recht knapp ausfällt. Klanglich wird aber mal wieder ein gutes bis sehr gutes Niveau erreicht, so dass der Daumen hier nach oben zeigt.

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Return To Forever – The Mothership Returns

Ein wahres Schmankerl für Jazz/Rock/Fusion Freunde steht seit heute in den CD-Regalen guter Plattenhändler. Return To Forever ist ein Band-Projekt, das Anfang der Siebziger von der Jazz-Keyboard-Legende Chick Corea ins Leben gerufen wurde. "The Mothership Returns" ist eine Doppel-Live-CD + DVD, die jetzt zum normalen CD-Kurs in die Läden kommt.

Return To Forever - The Mothership Returns
Die aktuelle Besetzung wird auch "Return To Forever IV" genannt und besteht neben Chick Corea aus Stanley Clarke am Bass, Lenny White am Schlagzeug, Jean-Luc Ponty an der Geige sowie Frank Gambale an der Gitarre, der Al Di Meola´s Posten übernommen hat. Jeder für sich ist schon ein Meister an seinem Instrument und hat als Solo-Künstler sowie in verschiedenen Formationen bereits höchste Beachtung und Anerkennung errungen. In dieser wahren Supergroup findet sich allerdings eine Band zusammen, die das Genre perfekt bedient. Die Herren sind alle schon etwas betagter, Frank Gambale ist mit 53 Jahren der jüngste im Bunde. Der Rest hat – bis auf Stanley Clarke – die Rente altersmäßig schon längst erreicht. Und dennoch sprüht diese Altherrengruppe vor Spielfreude und Können, dass viele jüngere Kollegen nur blass werden können.

Bei dem Konzertmittschnitt aus dem Jahr 2011 zeigt sich die wahre musikalische Größe des Quintetts. Jeder Ton sitzt perfekt, das Timing stimmt und man spürt die Energie. Trotz der teils komplexen Stücke und der hohen Güte, wird alles mit einer scheinbaren Leichtigkeit vorgetragen. Vielleicht wirkt sich das Alter der Bandmitglieder hier positiv aus! Alle fünf Protagonisten haben tolle Solo-Parts in den Stücken und die Songs überschreiten das radiotaugliche Spielzeitmaß von 3-4 Minuten meistens erheblich. Für Jazzrock-Fans ein rauschendes Fest! Die Beiden CDs kommen zusammen auf knapp zwei Stunden musikalischen Hochgenuss und klingen hervorragend.

Die DVD enthält eine Dokumentation, in der die fünf Musiker über die Entstehung der Songs sprechen und Anekdoten dazu erzählen. Auch hier spürt man die Freundschaft und das Glücksgefühl zusammen zu musizieren. Zudem sind mit "After The Cosmic Rain" und "The Romantic Warrior" zwei umfangreiche Live-Songs auf der DVD. Last but not least gibt es einen ausführlichen Trailer für den demnächst erscheinenden Film "The Story Of Return To Forever". Zu den zwei Stunden hochkarätiger Musik kommen also noch mal rund zwei Stunden Bonus-Material auf der DVD. Dieses Album ist qualitativ und quantitativ ein Highlight. Return To Forever spielt ohne Zweifel in der höchsten Liga und geizt nicht mit beeindruckendem Material. "The Mothership Returns" wird garantiert viele alte und neue Fans beglücken.

Das folgende Video zeigt eine Aufnahme vom Festival Jazz des Cinq Continents (FJ5C) in Marseille. Der Song "Medieval Overture" ist der klassische Opener für RTF-Konzerte, natürlich auch auf The Mothership Returns.

RETURN TO FOREVER IV / FJ5C 2011 MARSEILLE OFFICIAL


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Claudia Schmidt – Bend In The River – Collected Songs

Zugegeben, der Namen Claudia Schmidt klingt nicht unbedingt nach einer internationalen Sängerin, die schon erfolgreich mehrere Alben publiziert hat. Und dennoch kommt eine Frau, mit eben diesem Namen aus Traverse City in Michigan / USA und hat kürzlich ihr 17. Album mit einer Songauswahl früherer Tonträger veröffentlicht.

Claudia Schmidt - Bend In The River
Die Songs zeigen einen Auszug aus ihren Red House Alben "Big Earful", "Essential Tension", "While We Live (with Sally Rogers)", "It Looks Fine From Here" und "Wings Of Wonder". Claudia Schmidt hat nicht den Bekanntheitsgrad, wie Künstlerinnen der ersten Liga, was der musikalischen Qualität jedoch keinen Abbruch tut. Sie begeistert mit ihrer wandlungsfähigen Stimme bereits seit Jahrzehnten und bietet mit Folk, Jazz und Blues eine ganz besondere musikalische Mischung. Auf dem Album "Bend In The River" mit 16 Original-Songs sind auch Gastauftritte von Mitgliedern der JJ Farley & The Original Soul Stirrers, Beausoleil, The Violent Femmes, Tom Waits Band, Peter Ostroushko und Sally Rogers zu hören. Neben dem Gesang spielt Claudia Schmidt ebenfalls Gitarre sowie ein zitherähnliches Instrument namens Appalachian Dulcimer. Seit Ende der Siebziger zählt sie zur Folk/Akustik Musikszene in den USA und hatte bereits mit ihrem ersten Album, das schlicht "Claudia Schmidt" hieß, großen Erfolg. Wer so lange im Geschäft ist, muss Qualität abliefern. Und genau das macht Claudia Schmidt auch. Sowohl das Songwriting, als auch ihr Gesang überzeugen. Garrison Keillor, ein US-amerikanischer Schriftsteller und Radiomoderator sagt: "Wenn Claudia ein Lied singt, bleibt es gesungen", und der San Francisco Bay Guardian schrieb: "Schmidts Shows sind ähnlich, wie sich zu verlieben. Man weiß nie, was als nächstes passieren wird, möglich ist, es wird wunderbar sein, jeder Moment wird ins Gedächtnis gebrannt und du weißt, du wirst nie wieder derselbe sein." Konzerte gibt Claudia Schmidt hauptsächlich in ihrem direkten Umfeld in Michigan, große Tourneen scheinen jedoch nicht ihr Ding zu sein. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie in Deutschland eher unbekannt ist. Ihre neue CD ist hier dennoch erhältlich. Diese zeigt über eine Spielzeit von 63:30 Minuten ein interessantes Spektrum ihrer Stile und ihres sauberen Gesangs.

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John Pizzarelli – Double Exposure

Der Name Pizzarelli ist in der Jazz-Szene schon seit Jahrzehnten ein Begriff. Beginnend mit Bucky Pizzarelli, dem Vater von John Pizzarelli, der durch Oldtime-Jazz und Swing bekannt wurde. Auch das Pizzarelli Trio, bestehend aus John, seinem Bruder Martin am Bass sowie Ray Kennedy am Klavier, sind eine bekannte Größe. John Pizzarelli ist seit fast 30 Jahren im Musikbusiness und hat den Jazz in verschiedenen Facetten ausprobiert. Dabei hat er seinen eigenen unverwechselbaren Sound kreiert. 2011 waren er und sein Vater auch als Musiker auf dem Jazz-Album "Kisses On The Bottom" von Paul McCartney zu hören.

John Pizzarelli - Double Exposure
In Deutschland kommt nun 1,5 Monate früher, als in den USA das neue Album von John Pizzarelli, "Double Exposure" in den Handel. Im Booklet schreibt er, dass es eine weitere CD auf der langen "To-Do-Liste" der Platten war, die er unbedingt machen wollte. Er hat oft Listen mit den Songs geführt, die ihn begleitet haben und wichtig für ihn waren. Mit der Zeit haben sich einige Titel herauskristallisiert, denen er sich auf der neuen CD gewidmet hat. Es geht auf "Double Exposure" darum, bekannte Lieder mit anderen zu kreuzen, so dass man zwar beide Grundthemen erkennt, aber dennoch eine ganz spezielle Interpretation entsteht. So hat John Pizzarelli z.B. "I Feel Fine" von den Beatles mit "Sidewinder" von Lee Morgan kombiniert. Geht nicht? Doch das geht! Pizzarelli interpretiert aber auch andere Songs wie "Harvest Moon" von Neil Young, "Free Man In Paris" von Joni Mitchell oder "Alison", das für Elvis Costello bereits ein Hit war, auf eine angenehm jazzige Art. Die populären Songs im Jazzgewand von Wes Montgomery, Billy Strayhorn, Thad Jones oder John Coltrane erinnern stilistisch an die Sechziger, als Songwriter wie Carole King & Gerry Goffin, Jerry Leiber & Mike Stoller oder Burt Bacharach & Hal David für die großen Stars Lieder schrieben. Von Leiber/Stoller stammt auch der 4. Track des Albums, "Ruby Baby". Alles hat einen hohen musikalischen Anspruch, ist aber dennoch leicht und entspannt zu hören. Sowohl an der Gitarre, als auch am Gesang überzeugt John Pizzarelli. Der Klang der Gitarre ist weich, aber brillant, was mir sehr gut gefällt. Rund 55 Minuten hervorragend gespielter sowie hochwertig klingender Jazz werden den anspruchsvollen Zuhörer erfreuen!

John Pizzarelli - Double Exposure


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