Username:

Password:

Fargot Password? / Help

Tag: Jazz

Foto: ZDF / GF-Design

3sat - Pop Around The Clock - Silvester 2015 - Das Programm

Alle Jahre wieder erfreut uns 3sat bei Pop Around The Clock mit einem bunten Strauß an Konzerten aller Couleur und sendet einen ganzen Tag lang Live-Mitschnitte, die teils erst ganz frisch auf DVD bzw. BluRay oder auch auf CD veröffentlicht wurden. So dürfen wir uns auch dieses Jahr wieder auf ein hochkarätiges, musikalisches Programm freuen, bei dem für jeden etwas dabei sein dürfte.

Den Anfang macht Joe Bonamassa mit seinem Konzert am leganderen Red Rocks Amphitheatre in Morrison, Colorado. Das Konzert vor beeindruckender Kulisse stand im Zeichen von Muddy Waters und Howlin´ Wolf. Ebenfalls dabei und für mich sehr erfreulich, ist der kürzlich veröffentlichte Mitschnitt eines Queen Konzertes, das am 24.12.1975 im Hammersmith Odeon in London im Rahmen der A Night At The Opera Tour aufgenommen wurde und den Beginn ihrer Weltkarriere markiert. Tina Turner ist gleich mit zwei Konzerten dabei und auch Ex-Beatle Ringo Starr zeigt mit illustren Gästen wie Steve Lukather (Toto), Todd Rundgren, Gregg Bissonette oder Mr. Mister-Sänger Richard Page eine sicher spannende Show.

Das komplette Programm mit den Sendezeiten findet ihr unten in der Tabelle. Dort sind auch wieder – sofern vorhanden – die Links, um die Konzerte in voller Länge auf DVD, BluRay und/oder CD zu ordern, da 3sat meist nur Highlights aus den Shows zeigt. Einfach auf den Titel klicken...

Die Silvester-Party 2015 findet also wieder gemütlich auf dem Sofa bei guter Musik statt.

Queen - Foto: Universal Music

Die Liste aller Pop Around The Clock Konzerte für Silvester 2015
Uhrzeit Sendung Aufnahmejahr
6.20
Joe Bonamassa: A Tribute to Muddy Waters & Howlin' Wolf
2014
7.05
In memoriam B.B. King: Live at Montreux 1993
1993
7.35
Annie Lennox: Nostalgia
2015
8.20
100 Jahre Frank Sinatra: The Main Event *
1974
9.10
Queen: A Night at the Odeon
1975
9.55
Tina Turner: Nice 'n' Rough *
1982
10.25
The Rolling Stones: From the Vault - Marquee 1971
1971
11.00
Dire Straits: Alchemy Live
1983
12.15
Deep Purple & Friends: Celebrating Jon Lord
2014
13.15
Ringo Starr & Friends: At the Ryman
2012
14.00
Shania Twain: Still the One - Live in Las Vegas
2014
14.45
Lynyrd Skynyrd: Pronounced Leh-nerd Skin-nerd - Live
2015
15.45
Bruce Springsteen & Friends: A MusiCares Tribute
2013
16.45
Peter Maffay & Band: Niemals war es besser
2015
18.00
Eric Clapton: Slowhand at 70
2015
19.15
Jeff Lynne's ELO: Hyde Park 2014
2014
20.15
Tina Turner: One Last Time
2000
21.15
Aerosmith: Rocks Donington
2014
22.15
Katy Perry: The Prismatic World Tour 2015
2015
23.15
Kylie Minogue: Kiss Me Once
2014
0.00
Miley Cyrus: Bangerz Tour
2014
0.45
One Direction: Where We Are
2014
1.30
Die Fantastischen Vier: Rekord
2015
2.30
Revolverheld: MTV Unplugged
2015
3.30
Andreas Bourani: Hey - Live
2015
4.15
Lenny Kravitz: Just Let Go - Live
2014
5.15
The Who: Live at Hyde Park 2015
2015
6.15
Status Quo: The Frantic Four Final Fling
2014
7.00
Roxy Music aus der 3sat-Reihe "In concert" *
?
    
* Von diesen Konzerten gibt es (derzeit) keine DVD/Blu-ray zu kaufen.

6.0/69votes
Voting statistics:
RatePercentageVotes
6100%9
50%0
40%0
30%0
20%0
10%0
Foto: Linda Åkerberg

Pain Of Salvation – Falling Home – Schwedische Genialität

Ich muss zugeben, dass ich den Namen Pain Of Salvation schon mal gehört habe. Was dahinter steckt, wusste ich jedoch nicht. Das hat sich heute geändert und ich habe eine Band entdeckt, die extrem kreativ und musikalisch ist. Falling Home heißt das neue Werk der Schweden, welches am 7. November in die Deutschen Läden kommt und ein Akustik-Album ist, auf dem u.a. einige Songs aus dem Pain Of Salvation-Repertoire neu interpretiert werden.

Pain Of Salvation – Falling Home
Den Bandnamen habe ich immer mit einer Form von Metal in Verbindung gebracht, die mir nicht liegt. Nun habe ich jedoch heute eine digitale Bemusterung des neuen Albums bekommen, in die ich einfach mal reingehört habe. Die Überraschung war groß! Laut Presseunterlagen ist das Progressive Rock, laut Wikipedia Progressive Metal. Dazu später mehr... Vorerst ein paar Worte zum Klang. Wenn ich am PC erste Höreindrücke bekommen möchte, passiert das derzeit über sehr kleine Lautsprecher, die in meinem Monitor sind und eigentlich ziemlich bescheiden klingen. Aber selbst über diese zierlichen Papp-Brüller kam bei Falling Home bereits eine Transparenz und Räumlichkeit rüber, die mich begeistert hat. Ergo habe ich mir die Musik mal richtig angehört! Der Eindruck hat sich bestätigt. Das Album klingt ein wenig ungewohnt, weil alles sehr offen und differenziert ist, was aber für musikalische Hörer den Spaßfaktor nur erhöhen kann.

Schon der erste Track "Stress", der im Original auf dem Album Entropia ziemlich hart und schräg daherkommt, macht auf Falling Home einen zahmeren aber nicht minder genialen Eindruck. Aus einer harten Metal-Nummer wird ein überaus anspruchsvolles Jazzstück. Oder nehmen wir "Holy Diver", im Original von Ronnie James Dio als klassischer Hardrock-Song bekannt. Dieser wird in den Fingern von Pain Of Salvation in ein jazziges Grundthema gepackt, dass dann mal in der Bridge locker zum Reggea wechselt und etwas vollkommen Eigenes wird. Also ich muss schon sagen, dass mich das sehr beeindruckt. Hier sind wirkliche Musiker am Werk, die ihr Handwerk nicht nur tadellos ausüben, sondern durch ihre unbändige Schöpferkraft Songs schaffen und/oder modifizieren, die man gehört haben muss. Ein weiterer Coversong ist "Perfect Day" von Lou Reed, der ausnahmsweise mal relativ nah an seinem Urbild ist und natürlich auch gefällt. Am Ende der CD kommt dann noch der Titel-Track "Falling Home", der einzige neue Song auf dem Longplayer, der am ehesten in die Singer/Songwriter Ecke passt und ebenfalls total überzeugt. Musikalisch ist das aller oberste Top-Liga. Wenn Progressive Rock all das, was auf dieser CD ist, umschreiben soll, muss ich den Begriff für mich neu definieren. Das ist so viel mehr und so genreübergreifend, dass ich das zumindest für dieses Album Progressive Crossover Fusion nennen möchte… Diese Platte zeigt, dass Musikstile wie z.B. Jazz und Metal gar nicht unbedingt so weit auseinanderliegen, wie es oftmals scheint.

Pain Of Salvation beherrschen die Instrumente, überzeugen oftmals mit mehrstimmigem Gesang und schaffen mit Falling Home ein ganz spezielles und ungewöhnliches Album, das mich restlos begeistert. Ich ziehe meinen Hut vor diesem großartigen Meisterwerk, das einige Überraschungen bereithält!

Pain Of Salvation – Falling Home bestellen bei:
Diesen Artikel bei Amazon.de bestellen
Diesen Artikel bei JPC bestellen

Links
Pain Of Salvation Homepage
Pain Of Salvation bei Facebook
Pain Of Salvation bei Twitter

6.0/62votes
Voting statistics:
RatePercentageVotes
6100%2
50%0
40%0
30%0
20%0
10%0
Grafik: Torsten Sukrow

Simon Phillips – Protocol II

In der Musikgeschichte haben schon verschiedene Drummer Solo-Alben veröffentlicht. Häufig ist das in musikalischer Hinsicht in die Hose gegangen. Nun probiert es Schlagzeug-Koryphäe Simon Phillips erneut mit dem Album Protocol II, das am 26.09.2014 in Deutschland erscheinen wird. Bereits 1988 nahm der Brite sein erstes Solo-Album unter dem Namen Protocol auf. Damals spielte er alle Instrumente selbst. Es folgten neben vielen anderen Projekten diverse weitere Solowerke.

Simon Phillips - Protocol II
Das 88er Album habe ich tatsächlich in meinem Archiv. Dort blieb es jedoch eher unbeachtet. Das war eben so ein Drummer-Album, das für meinen Geschmack wenig aufregend war. Auf Protocol II überlässt Simon Phillips die anderen Instrumente Andy Timmons (Gitarre), Steve Weingart (Keyboards) und Ernest Tibbs (Bass). Musikalisch ist das deutlich besser. Denn auch wenn Simon Phillips wohl beim Songwriting federführend ist, ist sein Hauptinstrument nun mal das Schlagzeug und das bedient er auf Protocol II erwartungsgemäß gut. Auch die Songs sind anspruchsvoll und auf hohem Niveau. Teilweise fühle ich mich sogar an die Los Lobotomys erinnert. Das war die Gruppe, bei der Simon Mitte der Neunziger trommelte und zusammen mit Steve Lukather, David Garfield und John Pêna das Album Candyman aufnahm sowie einige tolle Konzerte spielte. Die Band löste sich leider aufgrund nicht abgestimmter Bootleg-Veröffentlichungen auf. Bei Toto ist Simon Phillips letztes Jahr auch in Freundschaft ausgestiegen, um sich mehr seinen Solo-Projekten zu widmen. Das Ergebnis habe ich nun zur Hörprobe bekommen. Der qualitative Unterschied zwischen Protocol und Protocol II ist deutlich. Die neue Scheibe glänzt mit rein instrumentalen Jazzrock/Fusion auf hohem Niveau. Simon ist ebenfalls Produzent der CD und für den Mix verantwortlich. Somit hat er sich genau auf die Tätigkeiten konzentriert, die er richtig gut beherrscht. Denn die Songs finde ich wirklich gelungen, das Schlagzeug-Spiel ist sowieso über jeden Zweifel erhaben und auch der Klang der Scheibe ist so, wie es sein soll. Transparent, warm und voll, aber nicht zu fett. So muss Jazzrock klingen! Das Album zeigt deutlich, dass Simon Phillips ein Vollblutmusiker ist und eben nicht nur ein brillanter Drummer. So einen hochwertigen Mix lassen viele, deutlich größere Produktionen von bekannten Künstlern oft vermissen. Manchmal dachte ich schon, dass ich Probleme mit dem Gehör habe. Da ist es sehr genugtuend, wenn man mal wieder eine CD im Player hat, die so super klingt.

Mein Fazit: Protocol II ist eine überzeugende Jazzrock/Fusion CD mit einem hervorragenden Klang, die für 1 Stunde hochkarätiges Musikvergnügen sorgt. Leider hatte die deutsche Plattenfirma in-akustik kein Bildmaterial für mich. So habe ich direkt per E-Mail beim Management von Simon Phillips angefragt, jedoch keine Antwort geschweige dann Fotos bekommen. Da die Platte wirklich gelungen ist und alle Tätigkeiten bei der musikalischen Besetzung optimal vergeben wurden, wäre mein Tipp, an der Qualität der Pressearbeit etwas zu schrauben. Denn da gibt es eindeutig Defizite. Notfalls langt mir auch ein Download-Bereich auf der Webseite, wo etwas Material zur Verfügung gestellt wird. Wenn jedoch selbst Anfragen zur Bebilderung einer Rezension ignoriert werden, ist dieses Aufgabengebiet suboptimal besetzt! Also: Super Album, schlechte Pressearbeit!

Simon Phillips – Protocol II bestellen bei:
Diesen Artikel bei Amazon.de bestellen
Diesen Artikel bei JPC bestellen

Links
Protocol II Homepage
Simon Phillips Homepage
Simon Phillips bei Facebook
Simon Phillips bei Twitter

6.0/62votes
Voting statistics:
RatePercentageVotes
6100%2
50%0
40%0
30%0
20%0
10%0
Foto: Steven Parke

The Stanley Clarke Band – Up – Neue CD vom Top-Bassisten

Er ist einer der bedeutendsten Bassisten im Bereich Jazz und Fusion. Stanley Clarke hat seit 1973 eine Menge Solo-Scheiben herausgebracht, aber auch mit vielen anderen Top-Stars der Branche Projekte verwirklicht. Ich habe ihn z.B. 1994 zusammen mit Al Di Meola und Jean-Luc Ponty live im Hamburger Stadtpark gesehen und war schwer beeindruckt. Am 26. September kommt sein neues Werk Up auf den Markt. Es firmiert zwar unter dem Namen The Stanley Clarke Band, jedoch posiert er - wie unschwer zu erkennen - alleine auf dem Cover-Foto und sein Name ist auch hervorgehoben.

The Stanley Clarke Band – Up
Es sind aber durchaus einige Klangvolle Namen dabei, die das Album durch ihr Dazutun bereichern. So spielen im Titelsong "Up" Stewart Copeland (The Police) am Schlagzeug sowie Joe Walsh (u.a. Eagles) an der Gitarre. Chick Corea musiziert am Piano bei einer ruhigen, aber sehr ansprechenden Nummer namens "La Canción de Sofia" im Duett mit Stanley Clarke. Die Vielfalt der CD ist für das Genre bezeichnend. Einen Stil über ein ganzes Album durchziehen? Nicht bei Stanley Clarke! Der Eröffnungssong "Pop Virgil" ist zur Einstimmung gleich mal eine ganz typische Nummer, wie man sie vom Meister erwartet. Ein zünftiges Slap-Bass-Thema, das als "Türöffner" eine ziemlich groovige Marke setzt und wohl insbesondere die zahlreichen Basser und Bass-Fans unter den Zuhörern sofort in Wallung versetzen wird. Da zeigt Clarke gleich zu Beginn, wo der Hammer hängt. Dann geht es weiter mit "Last Train To Sanity", einem Song der durchaus auch als Filmmusik durchgehen würde. Soundtrack-Erfahrung hat Stanley Clarke ja schließlich auch, was auf Up ebenfalls klar erkennbar ist. Seinem früheren Weggefährten und Freund George Duke, der 2013 verstorben ist, widmet er eine Interpretation des Songs "Brazilian Love Affair" sowie das ganze Album. Klasse finde ich zudem die "Bass Folk Songs", drei bzw. vier kurze Solo-Bass-Passagen, die auf dem Kontrabass oder E-Bass dargeboten werden. Und last but not least finden wir auf dem Longplayer auch noch eine frisch eingespielte Version des Stanley Clarke Klassikers schlechthin: "School Days". Während der rund 45 Minuten Spielzeit wird man musikalisch auf hohen bis höchstem Niveau unterhalten. Der sehr gute Klang der Scheibe tut sein übriges, um die Freude noch weiter zu steigern. Denn gute Musik erfordert einen guten Klang, der heute leider viel zu häufig vernachlässigt wird. Nicht aber bei Stanley Clarke! Ein rundum gelungener Longplayer, bei dem die Songs zwar manchmal aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit etwas speziell und schräg wirken, aber dennoch durch die Bank gefallen.

The Stanley Clarke Band – Up bestellen bei:
Diesen Artikel bei Amazon.de bestellen
Diesen Artikel bei JPC bestellen

Links
Stanley Clarke Homepage
Stanley Clarke bei Facebook
Stanley Clarke bei Twitter

6.0/63votes
Voting statistics:
RatePercentageVotes
6100%3
50%0
40%0
30%0
20%0
10%0
Foto: PR

Beth Hart & Joe Bonamassa - Live In Amsterdam

Letztes Jahr im Mai veröffentlichten Beth Hart und Joe Bonamassa ihr zweites gemeinsames Studioalbum Seesaw. Wie es sich gehört, haben die beiden auch eine Tournee gespielt und die Scheibe live vorgestellt. Am 21. März kommt der Mitschnitt des Konzertes aus Amsterdam als Doppel-DVD, Blu-ray, Doppel-CD und 3 LP Set in den Handel.

Beth Hart & Joe Bonamassa - Live In Amsterdam
Von Joe Bonamassa kommt ja in den letzten Jahren viel Material auf den Markt. Studio-Alben, Live-Mitschnitte in aller Form und auch Kollaborationen mit anderen Musikern, wie Black Country Communion, die sich inzwischen wieder aufgelöst haben, oder eben Beth Hart. Die Menge der Bonamassa-Publikationen hat gefühlt schon fast etwas Inflationäres…

Beth Hart ist eine US-Sängerin mit einer Powerstimme, wie man sie selten hört. Dass dieses Organ auch live bestens funktioniert, wird auf dem neuen Tonträger Live In Amsterdam eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Für Bonamasssa Fans sei vorab erwähnt, dass Beth Hart bei dieser Zusammenarbeit in der ersten Reihe steht. Joe Bonamassa spielt zwar unter den Musiker die erste Geige – pardon – die erste Gitarre, aber er tritt spürbar etwas zurück und überlässt die Bühne seiner musikalischen Partnerin, die mit rauer Stimme und gekonnt eingesetztem Vibrato überzeugt. Natürlich werden Songs aus den gemeinsamen Alben vorgetragen, welches größtenteils Soul- und Jazzcover z.B. von Etta James, Melody Gardot, Aretha Franklin, Billie Holiday oder Ray Charles sind. Für meinen Geschmack stechen "Someday After Awhile (You´ll Be Sorry)" von Freddie King, "Nutbush City Limits" von Tina Turner und "I´d Rather Go Blind" von Billy Foster & Ellington Jordan am meisten hervor. Und obwohl auch die Band auf sehr hohem Niveau unterwegs ist, will der Funken nicht so ganz überspringen. Sowohl beim holländischen Publikum, als auch bei mir auf der Couch zündet die Show nicht vollständig. Das mag an den Songs liegen, die grundsätzlich weniger gitarrensololastig sind, wie auf anderen Bonamassa-Produktionen. Musikalisch gibt es jedoch nichts zu meckern. Das überragende Können von Joe Bonamassa an der Gitarre und die Hammerstimme von Beth Hart ergänzen sich eigentlich optimal. Ich würde mir mal eine echte Bluesrockscheibe mit mehr Drive von den beiden wünschen, denn die Gesangsstimme von Bonamassa mag ich persönlich nicht so gerne. Er erinnert mich übrigens optisch mit Designeranzug, nerdiger Brille und Zuhälter-Uhr immer wieder ein wenig an den US-Schauspieler Woody Harrelson.
Wer die Studioalben von Beth Hart und Joe Bonamassa mag, wird auch hier bedenkenlos zugreifen können und seine Freude an der Musik haben. Die Bonamassa-Fans, die seinen typischen Bluesrock erwarten, sollten vielleicht vorab mal reinhören…

Beth Hart & Joe Bonamassa - Live From Amsterdam - EPK


Beth Hart & Joe Bonamassa - Live In Amsterdam bestellen bei:
Diesen Artikel bei Amazon.de bestellen
Diesen Artikel bei JPC bestellen

Links
Joe Bonamassa Homepage
Facebook Seite von Joe Bonamassa
Beth Hart Homepage
Facebook Seite von Beth Hart

Das angezeigte Video wird von YouTube bereitgestellt!

4.3/64votes
Voting statistics:
RatePercentageVotes
650%2
50%0
40%0
325%1
225%1
10%0
Foto: PR

Horst Weber - Steps - Das zweite Album des Jazz-Gitarristen

Ende 2012 habe ich eher zufällig Island View, die erste CD von Horst Weber bei Amazon entdeckt und hier im Blog als neue Veröffentlichung in einer Liste mit CD-Tipps aufgeführt. Das hat Horst Weber auch mitbekommen und nach einem kurzen, netten Schriftwechsel bekam ich das Album als Rezensionsexemplar, welches ich dann auch noch mal ausführlich besprochen habe. Vor einiger Zeit bekam ich nun das neue Album Steps von Horst Weber zugesandt, welches am 7. März bei Timezone-Records erscheint.

Horst Weber - Steps
Wer bei dem Begriff Jazz gleich mit den Augenrollt, sollte kurz ein wenig innehalten. Wie der Vorgänger, besticht auch Steps in erster Linie durch das ruhige, partiell schon fast meditative Gitarrenspiel von Horst Weber. Dabei zeigen sich hinsichtlich der Kompositionen und der Spielweise immer die feinsinnige Kunst sowie das Gespür für das Reduzierte. Schon bei Island View war es genau das, was mir gefiel. Weniger ist mehr. Und so knüpft Horst Weber an bewährtes an und beweist, dass man Virtuosität auch in ruhigen Stücken zeigen kann. Schon in meiner letzten Rezension habe ich in voller Absicht Vergleiche zu weltbekannten Jazz-Gitarristen gezogen. Steps belegt diese These erneut und überzeugt mit schönen Melodien, sauberem Gitarrenspiel und sensiblen Momenten. Weber verbindet in seinen lyrisch-impressionistischen Kompositionen Jazz, Folk und Klassik. Er benutzt für seine Musik Nylon-, Stahlsaiten-, und E-Gitarren und zaubert daraus leichte und ruhige Stimmungen, die einen problemlos in den Bann ziehen und für Entspannung sorgen. Knapp 64 Minuten geht diese Instrumental-Reise, für die man sich auch die Zeit nehmen sollte, um die volle Wirkung zu genießen. Das internationale Potential ist deutlich erkennbar. Alle Songs erreichen erneut ein sehr hohes Niveau und nehmen einen mit. Aus meiner Sicht herausragend ist "The Circle", eine 10-minütige Nummer, die größtenteils improvisiert eingespielt wurde. Der Klang der Scheibe ist tadellos!

Vielleicht sorgt die Zusammenarbeit mit der Plattenfirma für eine größere Wahrnehmung dieses besonderen Künstlers und dafür, dass noch mehr Jazz-Freunde in den Genuss dieser wunderbaren Musik kommen. Verdient wäre das in jedem Fall! Auf der Webseite von Horst Weber gibt es einige Hörproben aus dem Album.

Horst Weber - Steps bestellen bei:
Diesen Artikel bei Amazon.de bestellen
Diesen Artikel bei JPC bestellen
Album als MP3 bei Musicload kaufen

Link
Horst Weber Homepage

6.0/611votes
Voting statistics:
RatePercentageVotes
6100%11
50%0
40%0
30%0
20%0
10%0
Foto: Mascha Muenzesheimer

Robben Ford – A Day In Nashville – Die neue CD des Ausnahmegitarristen

Im weitesten Sinne würde ich Robben Ford als Bluesgitarristen bezeichnen. Er spielt jedoch ebenso Jazz, Fusion und singt auf seinen Platten – und das seit über 40 Jahren. Eine neue CD des Südkaliforniers kommt am kommenden Freitag (31.01.2014) in den Handel und hört auf den Namen A Day In Nashville. Der Name ist Programm, weil das Album tatsächlich an nur einem Tag im legendären Studio "Sound Kitchen" in Nashville aufgenommen wurde. Normal dauert so eine Produktion mehrere Wochen.

Robben Ford - A Day In Nashville Cover
Robben Ford hatte die Stücke selbstverständlich alle gut vorbereitet und die Musiker mit Demos versorgt, so dass die Songs in der kurzen Zeit eingespielt werden konnten. Es ist aber auch ein Beleg für die technische Qualität des Gitarristen, der definitiv zu den ganz großen des Genres zählt. Denn A Day In Nashville klingt in keinster Weise wie ein Schnellschuss. Im Gegenteil. Es gibt rund 45 Minuten hochkarätige musikalische Unterhaltung. Dabei bilden Fords charakteristisches Gitarrenspiel sowie sein Gesang eine bekannte Basis. Ich kenne nicht die komplette Diskographie von Robben Ford, Posaune habe ich jedoch bis dato noch nicht so prägnant gehört. Das ist auf diesem Album anders. Barry Green, der auch für Tony Bennett ins Horn bläst, gibt dem Album eine ungewöhnliche aber interessante Komponente. Bläsersätze hört man ja häufiger auf derartigen Platten, aber markante Posaunensolos sind schon etwas seltener. Die Gitarre kommt aber zum Glück auch nicht zu kurz, so dass wir auch da schöne Soli in bekannter Manier dargeboten bekommen. Wir haben es auch nicht mit einem reinen Bluesalbum zu tun, sondern hören ebenfalls etwas Jazz und ein wenig R’n’B. Diese Genre-Mischungen sind Robben Ford Fans vertraut. Die Songs wirken grundsätzlich ein wenig ruhiger und werden somit ebenfalls dem Albumnamen gerecht. Im Pressetext ist von "Old School" die Rede, was also nicht nur auf die schnelle Aufnahme, sondern auch auf die Songs zutrifft. Das bedeutet jedoch nicht, dass einfache 12-Takt-Themen heruntergeschrabbelt werden. Der besondere Ton von Robben Ford macht schon eine ganze Menge mehr her und demonstriert die Klasse. Die Posaune bringt aber doch zuweilen etwas tradiertes Südstaaten-Flair ins Spiel. Mir sind die früheren Alben als Robben Ford mit The Blue Line als Trio aktiv war etwas lieber, weil es dort mehr flottere Stücke gab. Das ist aber reine Geschmackssache. Qualitativ lässt sich an A Day In Nashville nichts aussetzen. Gute Songs und solides musikalisches Handwerk mit virtuosen Soloparts können eben auch etwas ruhiger sein. Robben Ford ist immerhin schon 62 Jahre alt, so dass er durchaus mal etwas gemächlicher zu Werke gehen kann. Er ist und bleibt ohne jeden Zweifel ein genialer sowie herausragender Musiker.

Robben Ford - A Day In Nashville - EPK


Robben Ford – A Day In Nashville bestellen bei:
Diesen Artikel bei Amazon.de bestellen
Diesen Artikel bei JPC bestellen
Album als MP3 bei Musicload kaufen

Links
Robben Ford Homepage
Facebook Seite von Robben Ford

Das angezeigte Video wird von YouTube bereitgestellt!

6.0/62votes
Voting statistics:
RatePercentageVotes
6100%2
50%0
40%0
30%0
20%0
10%0
Foto: PR

Santana & McLaughlin - Invitation To Illumination - Live At Montreux 2011

Carlos Santana und John McLaughlin sind jeder für sich Weltstars und Ausnahmegitarristen. Santana ist der Erfinder des "Latin Rocks" und McLaughlin zählt zu den besten Jazz-Gitarristen des Planeten. 1973 haben die beiden zusammen das Album "Love Devotion Surrender" aufgenommen. Die meisten Titel des Longplayers sowie diverse weitere Songs haben sie am 1. Juli 2011 zusammen auf der Bühne des legendären Montreux Jazz Festivals live dargeboten.

Santana & McLaughlin - Live At Montreux 2011
Santana und McLaughlin sind beide in ihren Genres Virtuosen und seit über 40 Jahren erfolgreich. Die Zusammenkunft dieser Stars schürt die Erwartungen auf ein Konzert-Highlight der Extraklasse. Das Opening des Auftritts wird durch eine lange Ansage des Festival Mitbegründers Claude Nobs und eine anschließende recht improvisiert klingende musikalische Einleitung durch die Band und die beiden Protagonisten zu einer Geduldsprobe. Die Band besteht aus hervorragenden Musikern, was aber auch nicht anders zu erwarten war. Besonders gefallen haben mir David K. Mathews an den Keyboards sowie Etienne M´Bappé am Bass. Isoliert betrachtet sind auch Santana und McLaughlin in der Lage zu überzeugen, nur will das Zusammenspiel irgendwie nicht so richtig klappen. Ich finde zudem, dass Santana seinen Zenit hinsichtlich seiner Spielkunst schon länger überschritten hat. Er wirkt jedoch zeitweise so, als ob er der wichtigste Musiker auf der Bühne wäre. John McLaughlin sucht ständig Blickkontakt und ist technisch um Längen besser, als sein Mitspieler. Er strahlt jederzeit eine tiefe Güte aus und freut sich über die gelungenen Momente mit einem sympathischen Lächeln.

Highlights sind für mich die beiden akustisch vorgetragenen Titel "Naima" und "Lotus Land Op 47, No. 1", die zeitweise sogar leichte Erinnerungen an den Klassiker "Friday Night in San Francisco" wecken. Hier wird die Überlegenheit McLaughlins deutlich erkennbar. Es gibt im Verlauf des Konzertes, das über 2 Stunden läuft, weitere Highlight, die jedoch durch zeitweilig schlechte Abstimmung getrübt werden. Besonders zum Schluss merkt man, dass die Musiker Schwierigkeiten haben, die Stücke zu beenden. Bei "A Love Supreme" wird es Santana sogar zu bunt, so dass er die Bühne verlässt. Vielleicht sind es auch einfach zu viele Instrumentalisten, die in der Anzahl schwer zu koordinieren sind. Dennis Chambers, eine Kapazität am Schlagzeug, kommt neben Cindy Blackman Santana, der Ehefrau von Carlos Santana gar nicht richtig zum Zuge. Trotz aller Qualität, die dieses Konzert natürlich auch beinhaltet, fällt die schlechte Abstimmung trübend auf. Schön ist am Ende des Auftritts die Geste, Festival-Leiter Claude Nobs auf die Bühne zu holen, wo dieser zur John Lee Hooker Nummer "Shake It Up And Go" recht überzeugend die Mundharmonika gespielt hat. Der Reiz dieses Mitschnitts liegt in der Tatsache, dass Santana und McLaughlin zusammen auf der Bühne standen. Bei einer besseren Vorbereitung hätte das ein legendäres Zusammentreffen werden können. Das Konzert erscheint am 16. August 2013 auf DVD und Blu-ray.

Santana & McLaughlin - Invitation To Illumination - Live At Montreux 2011 jetzt als DVD oder Blu-ray bestellen bei:
Diesen Artikel bei Amazon.de bestellen
Diesen Artikel bei JPC bestellen

6.0/63votes
Voting statistics:
RatePercentageVotes
6100%3
50%0
40%0
30%0
20%0
10%0
Foto: PR

Larry Carlton & Robben Ford – Unplugged [DVD]

Über Larry Carlton und Robben Ford muss man eigentlich keine großen Worte verlieren. Beide sind Gitarren-Legenden und als solche von ihren Fans weltweit geschätzt und geachtet. Larry Carlton wird auch Mr. 335 genannt, was auf die Gibson ES 335 E-Gitarre zurückzuführen ist, die er in erster Linie für seine musikalischen Darbietungen einsetzt. Zusammen mit Robben Ford hat er jedoch 2009 in Paris ein Konzert gegeben, bei dem beide mit Akustikgitarren spielten. Diese Aufnahme wurde kürzlich als DVD und CD veröffentlicht. Es ist übrigens die erste Akustik-Performance, die bis dahin mit Robben Ford aufgenommen wurde.

Larry Carlton Robben Ford - Unplugged
Den Opener des Konzertes im New Morning spielen die beiden Gitarren-Helden ohne Begleitung. Dann kommen Fifi Chayeb am Bass und Claude Salmieri am Schlagzeug hinzu, die das Duo perfekt ergänzen. Larry Carlton hat für mein Empfinden die größeren Solo-Anteile. Bei Robben Ford kommt dafür bei einigen Songs die Stimme zum Einsatz. Genau wie über die Gitarristen als solche, erübrigt sich auch eine Bewertung der spielerischen Leistung der Protagonisten. Beide überzeugen mit hoher Qualität und Professionalität. Dennoch will der Funken bei mir nicht so recht überspringen. Larry Carlton wirkt auf mich wie ein Gitarrist einer Top-40-Band, der tagsüber auf der Zielgerade zum Rentendasein einem "normalen" Beruf nachgeht und sich abends mit tollen Solopassagen auf seinem Instrument profiliert. Robben Ford erscheint mir bei seinen Solo-Einsätzen sauberer und sicherer zu sein. Die Musik dürfte die Fans beider Gitarristen jedoch grundsätzlich begeistern. Besonders haben mir die Songs "Monty", eine Hommage von Robben Ford an Wes Montgomery sowie "I Put A Spell On You" von Screamin' Jay Hawkins (siehe Video) gefallen. Leider ist das Konzert selbst schon nach weniger als 1 Stunde Spielzeit vorbei. Beim Bonusmaterial gibt es dann noch ein Gespräch zwischen den Herren, das vor der Show aufgezeichnet wurde und bei dem natürlich auch viel Gitarre gespielt wird. Den Anhänger von Larry Carlton und Robben Ford dürfte das Konzert, trotz der kurzen Spielzeit vermutlich größtenteils gefallen. Meine Erwartungen wurden jedoch nicht ganz erfüllt.

Larry Carlton & Robben Ford - I Put A Spell On You + Rio Samba



Larry Carlton & Robben Ford – Unplugged als DVD, CD oder MP3 jetzt bestellen bei:
Diesen Artikel bei Amazon.de bestellen
Diesen Artikel bei JPC bestellen
Album als MP3 bei Musicload kaufen

Das angezeigte Video wird von YouTube bereitgestellt!

4.3/63votes
Voting statistics:
RatePercentageVotes
667%2
50%0
40%0
30%0
20%0
133%1
Foto: Reisig and Taylor

Erin Boheme – What A Life

Ist das poppiger Jazz, oder jazziger Pop? Laut Genre-Einteilung der Plattenfirma ist Erin Boheme eine Jazz-Sängerin. Der 22. Februar 2013 ist das Erscheinungsdatum für das neue Album "What A Life" in Deutschland. In den USA ist die CD schon letztes Jahr im August erschienen. Produzent war übrigens Michael Bublé!

Erin Boheme - What A Life
Bereits im zarten Alter von 18 Jahren hat die US-Amerikanerin ihren ersten Longplayer "What Love Is" herausgebracht, mit dem sie es bis auf Platz 17 der U.S. Billboard Top Jazz Albums Charts brachte. Das war 2006. Wer rechnen kann, wird ermittelt haben, dass Erin Boheme jetzt Mitte Zwanzig sein müsste. Dass ist normal nicht das Alter, in dem man anspruchsvolle Jazz-Alben aufnimmt. Und an dieser Stelle nehme ich den Ball vom Anfang des Artikels auf. Es gibt nämlich etwas poppige Einflüsse. Das bedeutet jedoch nicht, dass man tanzbaren Disko-Pop erwarten kann; ein hochwertiges Album ist "What A Life" gleichwohl. Radiotauglich wäre das eine oder andere Lied auf alle Fälle auch. Es sind ruhigere Songs rund um die Liebe, die Erin Boheme zum Teil selbst geschrieben hat. Der Gesang klingt mal samtig, mal zart. Man hört eine junge Stimme, die mit einem schönen Timbre eine angenehme Atmosphäre zaubert und die es vermag, zusammen mit einer guten Band, den Jazz extrem frisch klingen zu lassen. Der gute Klang der CD tut sein übriges dazu. Der letzte Song des Albums, "I´d Love To Be Your Last" ist ein Duett mit dem Jazz-Sänger Spencer Day, das zweifelsohne gute Dienste als Schmachtlied in einem Liebesfilm leisten könnte. Gute Kompositionen, eine ausnahmslos angenehme Gesangsstimme sowie der highfidele Hörgenuss werden diesem Album auch zukünftig erfreuliche Nutzungen in meinem CD-Player bescheren! "What A Life" von Erin Boheme ist ein gelungenes Jazz-Album, dessen Hörgenuss allerdings schon nach knapp 37 Minuten wieder vorbei ist.


Erin Boheme – What A Life als CD bestellen bei:
Diesen Artikel bei Amazon.de bestellen
Diesen Artikel bei JPC bestellen

6.0/62votes
Voting statistics:
RatePercentageVotes
6100%2
50%0
40%0
30%0
20%0
10%0
Seiten:12345