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Tag: Heavy

Foto: Torsten Sukrow

Meine CD-Tipps aus den Veröffentlichungen des 8. Februars 2013

Neues Spiel, neues Glück! Diese Woche erstelle ich zum vorerst letzten Mal meine Liste mit Tipps aus den Neuerscheinungen des Plattenmarktes. Die Resonanz auf diese Rubrik ist zu gering und die Arbeit dafür zu aufwendig. Ich werde jedoch weiter in loser Folge interessante Einzeltitel auf CD und DVD / Blu-ray rezensieren.

Meine Auswahl enthält diesmal wieder in erster Linie eher unbekannte Namen. Da wäre z.B. die belgische Elektronik-Pop-Band Amatorski, die bereits reichlich Lob aus dem Feuilleton bekommen hat, oder Chris Stamey, dessen Albumtitel zwar Blues vermuten lässt; zum Vorschein kommt jedoch ein Singer-Songwriter mit ansprechendem Retro-Sound. Die Band Carver steht für zeitgemäßen Rock mit Punk und Heavy Einflüssen und Lakeside Inn bieten einen spannender Genre-Mix zwischen Rock und Pop mit Anleihen britischer Künstler der 80er. Ebenfalls eher unbekannt ist die Band Delta Spirit, die auf ihrem dritten Album vom Americana/Folk zum Rock/Pop wechselt. Bekannte Namen habe ich aber auch dabei: Da wären z.B. die UK SUBS mit ihrem 24. Album. Die erste Pressung der neuen CD von den Punk-Urgesteinen erscheint als Deluxe Hard Back Sleeve komplett mit einem 20-seitigen Booklet in einer Auflage von 2.000 Stück. Die Bluesrocker Robin Trower und Dr. Feelgood tummeln sich auch in meinen Tipps. Letztere bringen ein Re-Release des 90er Albums "Live In London", remastered und mit bisher unveröffentlichten Tracks. Jazzig wird es mit ECM Künstler Charles Lloyd & Jason Moran und die Singer-Songwriterin Lisa Loeb, die mit dem Song "Stay (I Missed You)" bekannt wurde, steht auch mit einem neuen Longplayer in den Startlöchern. Beim Klick auf die Cover-Fotos öffnet sich die entsprechende Produktseite von Amazon.de. Bei den meisten Alben kann man die Songs anspielen.

Hier kommt die makellose Übersicht meiner Tipps aus den Neuerscheinungen vom 8. Februar 2013:

Cover
Titel
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Lisa Loeb - No Fairy Tale
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Amatorski - TBC
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Robin Trower - Roots & Branches
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Delta Spirit - Delta Spirit
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Carver - Preflight
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Charles Lloyd & Jason Moran - Hagar's Song
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UK SUBS - XXIV
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Chris Stamey - Lovesick Blues
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Lakeside Inn - Tomorrow Will Be Done
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Dr. Feelgood - Live In London
Dr. Feelgood - Live In London
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Steel Panther – Balls Out

Die cmm GmbH, eine Promotion-Agentur aus Hannover hat kürzlich auf Facebook ihren 500sten Fan bekommen und zur Feier des Tages eine Aktion ausgelobt, bei der alle, die an dem Tag eine E-Mail an das Team schreiben ein CD-cmm-Metal-Party-Package, oder so bekommen sollten. Gesagt getan! Ich schrieb eine E-Mail und habe für den Fall, dass etwas Aktuelles dabei ist, angeboten hier auf Rock-Jazz-Pop ein paar warme Worte zu verfassen. Zwei Tage nach meiner Mail (also heute) hatte ich 2 Briefumschläge mit CD´s im Postkasten! DANKESCHÖÖÖN!!! Eine CD war das kürzlich erschienene Album "Balls Out" von Steel Panther.

Steel Panther – Balls Out
Bis hierhin durften noch alle mitlesen, aber nun möchte ich die Frauenrechtlerinnen und Gleichstellungsbeauftragte bitten, das Lesen einzustellen. Alle anderen seien gewarnt. Das Album ist eindeutig chauvinistisch! Bereits das Cover, mit einer vermutlich nicht vollkommen natürlich gewachsenen Brünetten, lässt eine gewisse Grundrichtung vermuten. Bevor ich zur Musik komme, schaut Euch dieses Video an:



Was ist das denn??? Da stehen 4 Herren mit auftoupierten Haaren, mehr Schminke im Gesicht als Daniela Katzenberger, zerschnittenen Hosen und Shirts sowie einem Styling, das seit mindestens 2,5 Jahrzehnten eher dem Adjektiv „geschmacklos“ zugeordnet wird und kloppen einen Chauvi-Spruch nach dem anderen raus. Bassmann Lexxi Foxx (2. von links) richtet sich bei ca. 0:50 das erstmals die Haare, um dann ab ca. 1:26 fast feminin verschämt an seiner Haarpracht herumzuspielen. So ein Stirnband will ich übrigens auch… Ehrlich, als ich das Video das erste Mal gesehen habe, wurde mir ganz deutlich klar, was mit dem Wort "fremdschämen" gemeint ist. Und als das Video weiterlief, wurde es im Gesamtzusammenhang doch irgendwie amüsant. Das was Steel Panther da abzieht, ist eine Show, die leicht überspitzt den Glam-Metal der Achtziger und frühen Neunziger inszeniert. Und Übertreibung macht bekanntlich anschaulich. Die Herren posen und prollen was das Zeug hält und haben mit Ihrem Styling fast einen weiblichen Touch. Da kann ich mir an dieser Stelle auch nicht verkneifen, dass die eingangs erwähnten "warmen Worte" auf einmal in einem ganz neuen Kontext stehen. Ich behielt dennoch ein befremdliches Gefühl.

Heute nun kam die CD von Steel Panther, die ich aufgrund meiner leicht traumatisierenden Vorbelastung auch gleich als erstes in den Player schmiss. Auch hier möchte ich nochmal meine Warnung auffrischen, dass die Texte eher chauvinistischer Art sind. Songs wie "Supersonic Sex Machine", "17 Girls In A Row" oder "That´s What Girls Are For" sprechen eine deutliche Sprache. Hier geht es nicht um verschämtes Händchenhalten, sondern um deutlich mehr. Musikalisch bewegen sich die US-Amerikaner im Bereich melodischer Hardrock. Die Texte dürften allerdings nicht Alice-Schwarzer-kompatibel sein. Da aber auch bekannte Künstler wie Chad Kroeger (Nickelback) oder Nuno Bettencourt (Extreme) etwas zum Album beigetragen haben und Rockgrößen wie Tom Morello (Rage Against The Machine), Steven Tyler (Aerosmith), Paul Stanley (KISS), Corey Taylor (Slipknot), Chester Bennington (Linkin Park) oder Green Day sowie Stars wie Jessica Simpson oder Vince Vaughn bekennende Fans sind, erkennt der aufmerksame Beobachter, dass der Trash gar nicht so trashig ist! Und wenn selbst Rüppel-Rapper, die mit extrem frauenfeindlichen Texten bekannt geworden sind, den Bambi bekommen, kann ich auch diese CD hier als neutrales Presseorgan besten Gewissens empfehlen! Halleluja!!! Nicht nur die Schminke ist bei Steel Panther dick aufgetragen, auch die Mucke drückt mit ordentlichen Gitarrenbrettern auf die Membranen und erinnert an Bands wie Poison, Mötley Crüe, Twisted Sister,… Macht die Scheibe schön laut, damit Ihr das Klopfen der Nachbarn nicht hört! Wenn man das Ganze mit der nötigen Ironie betrachtet, macht das Album nämlich einfach Spaß. Falls ich die Ironie jedoch nur hineininterpretiere, würde ich sagen: Hut ab zum Gebet! Im Frühjahr 2012 sind Steel Panther übrigens auf Tour durch Deutschland!

Und wo bekomme ich denn jetzt nur so ein schickes Stirnband her…?

Vermutlich waren die Texte doch zu weit unter der Gürtellinie, so dass das Album "Balls Out" inzwischen indiziert wurde und offiziell nicht mehr angeboten und beworben werden darf... Sachen gibt´s!

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Das angezeigte Video wird von YouTube bereitgestellt!

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