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Tag: Fusion

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Larry Carlton & Robben Ford – Unplugged [DVD]

Über Larry Carlton und Robben Ford muss man eigentlich keine großen Worte verlieren. Beide sind Gitarren-Legenden und als solche von ihren Fans weltweit geschätzt und geachtet. Larry Carlton wird auch Mr. 335 genannt, was auf die Gibson ES 335 E-Gitarre zurückzuführen ist, die er in erster Linie für seine musikalischen Darbietungen einsetzt. Zusammen mit Robben Ford hat er jedoch 2009 in Paris ein Konzert gegeben, bei dem beide mit Akustikgitarren spielten. Diese Aufnahme wurde kürzlich als DVD und CD veröffentlicht. Es ist übrigens die erste Akustik-Performance, die bis dahin mit Robben Ford aufgenommen wurde.

Larry Carlton Robben Ford - Unplugged
Den Opener des Konzertes im New Morning spielen die beiden Gitarren-Helden ohne Begleitung. Dann kommen Fifi Chayeb am Bass und Claude Salmieri am Schlagzeug hinzu, die das Duo perfekt ergänzen. Larry Carlton hat für mein Empfinden die größeren Solo-Anteile. Bei Robben Ford kommt dafür bei einigen Songs die Stimme zum Einsatz. Genau wie über die Gitarristen als solche, erübrigt sich auch eine Bewertung der spielerischen Leistung der Protagonisten. Beide überzeugen mit hoher Qualität und Professionalität. Dennoch will der Funken bei mir nicht so recht überspringen. Larry Carlton wirkt auf mich wie ein Gitarrist einer Top-40-Band, der tagsüber auf der Zielgerade zum Rentendasein einem "normalen" Beruf nachgeht und sich abends mit tollen Solopassagen auf seinem Instrument profiliert. Robben Ford erscheint mir bei seinen Solo-Einsätzen sauberer und sicherer zu sein. Die Musik dürfte die Fans beider Gitarristen jedoch grundsätzlich begeistern. Besonders haben mir die Songs "Monty", eine Hommage von Robben Ford an Wes Montgomery sowie "I Put A Spell On You" von Screamin' Jay Hawkins (siehe Video) gefallen. Leider ist das Konzert selbst schon nach weniger als 1 Stunde Spielzeit vorbei. Beim Bonusmaterial gibt es dann noch ein Gespräch zwischen den Herren, das vor der Show aufgezeichnet wurde und bei dem natürlich auch viel Gitarre gespielt wird. Den Anhänger von Larry Carlton und Robben Ford dürfte das Konzert, trotz der kurzen Spielzeit vermutlich größtenteils gefallen. Meine Erwartungen wurden jedoch nicht ganz erfüllt.

Larry Carlton & Robben Ford - I Put A Spell On You + Rio Samba



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Foto: Rob Shanahan
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Steve Lukather – Transition – Die neue CD vom Toto Gitarristen

Steve Lukather ist ohne jeden Zweifel einer der besten Gitarristen der Welt. Seine Technik, verbunden mit dem eigenen, unverkennbaren Stil und der Vielseitigkeit sorgen nicht nur bei Toto für einen unverwechselbaren Sound. Steve Lukather zählt auch seit Jahrzehnten zu einem der gefragtesten Studiogitarristen und wurde von unzähligen Weltstars für Plattenaufnahmen gebucht.

Steve Lukather - Transition
Ich habe Steve Lukather in meiner Zeit als Bildjournalist einige Male getroffen und erlebt. Er ist ein nahbarer, sympathischer Künstler, der zwar hinsichtlich seiner Arbeit immer extrem professionell ist, dennoch niemals die Diva gibt, oder mit sonstigen Star-Allüren um die Ecke kommt. Am 18. Januar erscheint das neue Solo-Album "Transition". Bei einem Musiker dieser Liga ist die Erwartung natürlich auch immer etwas höher. Heute hatte ich ein Promo-Exemplar der CD im Postkasten. Leider wurde das Album ohne Cover geliefert. Somit kann ich zur Haptik und zum Artwork gar nichts schreiben.

Dass ich Steve Lukather musikalisch sehr schätze, wird aus den einleitenden Worten dieses Artikels vermutlich schon klar. Unvergessen ist für mich immer noch das Album "Candyman", das er 1994 in Deutschland unter seinen Namen und in Amerika unter dem Bandnamen Los Lobotomys herausbrachte. Das Album ist und bleibt für mich der Benchmark, an dem sich alles Nachfolgende messen lassen muss. Es war musikalisch mit einem Mix aus Fusion und Rock mit einer Menge Punch ein Meilenstein. Auch der Klang des Albums war der Musik entsprechend gut. Die nachfolgenden Alben von Steve Lukather tendierten wieder etwas mehr zum Toto-Sound, wurden also etwas massentauglicher. Dennoch wurde nie auf ausgefallenen Soli verzichtet und die Besetzungen der anderen Musiker waren ebenfalls stets auf hohem Niveau. So ist es auch auf "Transition" wieder. Mehr Mainstream, weniger Los Lobotomys, aber dennoch musikalisch anspruchsvoll! Toll ist z.B. die Lukather-Version von "Smile", eine schöne Instrumentalnummer, vom Meister sehr schön interpretiert! Begleitet wird Steve Lukather auf "Transition" u.a. von Lee Sklar, Nathan East, Lenny Castro und Gregg Bissonette.

Beim Klang der Scheibe muss ich jetzt jedoch mal richtig Dampf ablassen. Ein Problem, das ich seit einiger Zeit speziell bei den CDs von Mascot aber auch bei einigen anderen Labels feststelle: Es klingt tendenziell pappig, mittenlastig und verhangen! Und auch der Klang auf "Transition" ist leider bescheiden und flach. Beim Hören hinterfrage ich mich selbst, ob ich ggf. einen schlechten Tag habe, oder meine Anlage vielleicht spinnt. Zur Gegenprobe habe ich dann "Through The Looking Glass" von Toto aus dem Jahr 2002 eingelegt. Ein Unterschied wie Tag und Nacht! Auf einmal war Dynamik und Druck da und es wurde richtig luftig. Nach dem Rückwechsel zum frischen Lukather Album hingen aber wieder die Decken vor den Boxen. Wie kann es sein, dass ein Label wie Mascot, bei dem wirklich viele geniale Musiker ihre Scheiben veröffentlichen, scheinbar dem Klang der Musik keine angemessene Bedeutung mehr beimisst? Und wieso lassen die Künstler das mit ihrer Musik machen? Mich ärgert so etwas ganz massiv! Denn die Technik gibt es problemlos her, ordentlich klingende Scheiben zu produzieren. Und ich glaube nicht, dass die Mascot Künstler ihre Platten in heruntergekommenen Hinterhofstudios aufnehmen. Die Voraussetzungen für einen guten Klang sind also definitiv gegeben! Dennoch wird musikalisch hochwertiges Material - aus mir nicht ersichtlichen Gründen - zum klanglichen Gematsche zusammenpresst, welches speziell die Zielgruppe der Mascot-Künstler nicht zufriedenstellen dürfte! Gute Musik mit Radioweckerklang macht nicht wirklich glücklich. Die Leistung von Steve Lukather wird durch den faden MP3-Sound leider extrem negiert… Schade!

Live dürfte es hoffentlich etwas besser klingen, so dass ich hier auch noch die kommenden Konzert-Termine poste. Karten könnt Ihr hier bestellen.

STEVE LUKATHER Live 2013
Datum Ort Location
24.03.2013 Hamburg Markthalle
10.04.2013 Berlin Lido
15.04.2013 Aschaffenburg Colos Saal
16.04.2013 Hannover Musikzentrum
17.04.2013 Bochum Zeche
19.04.2013 Stuttgart LKA Longhorn
20.04.2013 München Backstage Werk
    

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Mike Stern – All Over The Place

Der US-amerikanische Jazz- und Fusion Gitarrist Mike Stern hat kürzlich mal wieder ein frisches Album auf den Markt gebracht. "All Over The Place" heißt das Werk und bietet mit einer feinen Auswahl von Gastmusikern eine flexible Zusammenstellung von 11 Songs.

Mike Stern - All Over The Place
Vorab fällt bereits beim Einlegen der CD die Spielzeit von über 75 Minuten positiv auf. Während Mainstream-Musiker sich oft schon schwer tun, 40 Minuten ansatzweise akzeptabel zu füllen, scheint es bei Jazz-Musikern eher so zu sein, dass sie zu wenig Platz auf dem Silberling haben, um alle guten Songs unterzubringen. Quantitativ ist der Daumen schon mal oben. Wer nun ein Album erwartet, dass von der Gitarre dominiert wird, muss umdenken. Aufgrund der vielen hochkarätigen Gäste stehen auch andere Instrumente im Focus und die Stücke zeigen ganz verschiedene Facetten, so dass es durchaus Abwechslung gibt. Ein Titel wie "Cameroon" mit Richard Bona am Gesang (und Bass) klingt im Refrain ein wenig wie Toto, also fast poppig. Andere Stücke zeigen mehr den zeitgenössischen Jazz. "Out Of The Blue" erinnert an Pat Metheny; hier spielt Randy Brecker noch eine passende Trompete und Tom Kennedy zupft dazu eine Basslinie, die schon ziemlich abgefahren ist. Gerade die Solo-Parts sind auf diesem Album wahre Leckerbissen und zeigen die durchgehend hohe Qualität aller Musiker. Ebenfalls mit dabei sind u.a. Jim Beard (zudem Produdent des Albums), Dave Weckl, Kenny Garrett, Dave Holland, Victor Wooten,…

Bei der Expertendichte wäre für profilneurotische Ego-Shows auf der Gitarre wohl gar kein Platz. Das scheint auch Mike Stern´s Ding nicht zu sein! Dennoch kommt der typische, mittenbetonte und Chorus-versetzte Gitarrensound nicht zu kurz. Auf zwei Stücken greift Mike Stern auch zur Nylon-Gitarre. Die Songs gehen von fetzig bis ruhig, "As Far As We Know" ist fast meditativ. Somit ist die Richtung Jazz und Fusion grob vorgegeben, das Album zeigt jedoch ein buntes Spektrum mit Einflüssen aus allen Himmelsrichtungen. Folglich sind die 75 Minuten kurzweilig und qualitativ ebenfalls erste Sahne. Nachdem nun die Spielzeit und die Güte der Musik positiv abgeschnitten haben, möchte ich abschließend noch den Klang lobend erwähnen, der ebenfalls seinen Beitrag zum Gelingen des Musikgenusses leistet. Wer nicht fest auf ein Instrument geprägt ist, sondern Jazz und Fusion Musik mit großer Vielfalt begrüßt, ist mit "All Over The Place" in jeder Hinsicht optimal bedient.

Mike Stern - All Over The Place - Teaser


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Return To Forever – The Mothership Returns

Ein wahres Schmankerl für Jazz/Rock/Fusion Freunde steht seit heute in den CD-Regalen guter Plattenhändler. Return To Forever ist ein Band-Projekt, das Anfang der Siebziger von der Jazz-Keyboard-Legende Chick Corea ins Leben gerufen wurde. "The Mothership Returns" ist eine Doppel-Live-CD + DVD, die jetzt zum normalen CD-Kurs in die Läden kommt.

Return To Forever - The Mothership Returns
Die aktuelle Besetzung wird auch "Return To Forever IV" genannt und besteht neben Chick Corea aus Stanley Clarke am Bass, Lenny White am Schlagzeug, Jean-Luc Ponty an der Geige sowie Frank Gambale an der Gitarre, der Al Di Meola´s Posten übernommen hat. Jeder für sich ist schon ein Meister an seinem Instrument und hat als Solo-Künstler sowie in verschiedenen Formationen bereits höchste Beachtung und Anerkennung errungen. In dieser wahren Supergroup findet sich allerdings eine Band zusammen, die das Genre perfekt bedient. Die Herren sind alle schon etwas betagter, Frank Gambale ist mit 53 Jahren der jüngste im Bunde. Der Rest hat – bis auf Stanley Clarke – die Rente altersmäßig schon längst erreicht. Und dennoch sprüht diese Altherrengruppe vor Spielfreude und Können, dass viele jüngere Kollegen nur blass werden können.

Bei dem Konzertmittschnitt aus dem Jahr 2011 zeigt sich die wahre musikalische Größe des Quintetts. Jeder Ton sitzt perfekt, das Timing stimmt und man spürt die Energie. Trotz der teils komplexen Stücke und der hohen Güte, wird alles mit einer scheinbaren Leichtigkeit vorgetragen. Vielleicht wirkt sich das Alter der Bandmitglieder hier positiv aus! Alle fünf Protagonisten haben tolle Solo-Parts in den Stücken und die Songs überschreiten das radiotaugliche Spielzeitmaß von 3-4 Minuten meistens erheblich. Für Jazzrock-Fans ein rauschendes Fest! Die Beiden CDs kommen zusammen auf knapp zwei Stunden musikalischen Hochgenuss und klingen hervorragend.

Die DVD enthält eine Dokumentation, in der die fünf Musiker über die Entstehung der Songs sprechen und Anekdoten dazu erzählen. Auch hier spürt man die Freundschaft und das Glücksgefühl zusammen zu musizieren. Zudem sind mit "After The Cosmic Rain" und "The Romantic Warrior" zwei umfangreiche Live-Songs auf der DVD. Last but not least gibt es einen ausführlichen Trailer für den demnächst erscheinenden Film "The Story Of Return To Forever". Zu den zwei Stunden hochkarätiger Musik kommen also noch mal rund zwei Stunden Bonus-Material auf der DVD. Dieses Album ist qualitativ und quantitativ ein Highlight. Return To Forever spielt ohne Zweifel in der höchsten Liga und geizt nicht mit beeindruckendem Material. "The Mothership Returns" wird garantiert viele alte und neue Fans beglücken.

Das folgende Video zeigt eine Aufnahme vom Festival Jazz des Cinq Continents (FJ5C) in Marseille. Der Song "Medieval Overture" ist der klassische Opener für RTF-Konzerte, natürlich auch auf The Mothership Returns.

RETURN TO FOREVER IV / FJ5C 2011 MARSEILLE OFFICIAL


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Larry Carlton Trio – The Paris Concert

Als "Mr. 335" wird der vierfache Grammy-Gewinner Larry Carlton wie kaum ein anderer mit seinem Instrument, einer Gibson ES-335 in Verbindung gebracht. Der warme Sound, den er aus der Halbresonanzgitarre herausholt, zusammen mit seiner charakteristischen Spieltechnik haben ihm diesen Spitznamen eingebracht. Mit einer Mischung aus Blues, Jazz und Fusion hat er sich sowohl als Studiomusiker, als auch live einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Er spielte bei den Crusaders, ersetzte Lee Ritenour in der Band Fourplay und war als Gitarrist für viele namhafte Künstler auf unzähligen Studio-Sessions. Es hat ihn aber auch immer wieder sehr zu seinen Solo-Projekten gezogen. So spielte er u.a. auch erfolgreiche Konzertreihen mit Steve Lukather (Toto) oder Robben Ford, die ebenfalls auf CD/DVD veröffentlicht wurden. Nun ist bei In-Akustik das Konzert des Larry Carlton Trios im Pariser New Morning aus dem April 2008 als CD erschienen.

Larry Carlton Trio - The Paris Concert
Bei diesem Silberling wird das Format mit über 70 Minuten Spielzeit recht gut genutzt. Zum Larry Carlton Trio gehören (neben dem Meister selbst) am Bass Larry´s Sohn Travis Carlton und am Schlagzeug Toss Panos. Die drei bilden eine überzeugende Einheit und spielen ihre Songs absolut überzeugend und auf Augenhöhe. Auf DVD ist das Konzert bereits 2009 in den Handel gekommen. Die Musik von Larry Carlton zielt auf eine Nische. Man muss es einfach mögen, wenn drei Musiker ihr Können zeigen und sich in den Solopassagen auch die Zeit nehmen, die sie brauchen. Gesang gibt es auf dieser CD nicht, was aber auch nicht im Geringsten stört. Im Gegenteil! Die Musik hat Raum und das Trio zeigt, was es kann. Und das ist absolut beeindruckend und macht Spaß. Wenn die CD über vernünftige Hardware abgespielt wird, ist man wirklich dabei und denkt auf keinen Fall daran, das Konzert zu unterbrechen. Sein Übriges tut der sehr gute Klang der Scheibe obendrein. Für alle, die mit dem Namen Larry Carlton nichts oder wenig anfangen können, füge ich oben ein Video mit dem Song "Cold Gold" an, das jedoch in anderer Besetzung aufgenommen wurde. Der Titel ist allerdings auch auf "The Paris Concert" enthalten! Freunde guter Jazz-Rock-Fusion-Musik dürften in der Regel sowieso schon das eine oder andere Werk von Larry Carlton in der Sammlung haben. "The Paris Concert" ist ohne Zweifel ein weiteres Sammlerstück!

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Spyro Gyra – A Foreign Affair

Die Jazz-Fusion-Band Spyro Gyra wurde in den Siebzigern vom Saxophonisten Jay Beckenstein und dem Keyboarder Jeremy Wall gegründet und gehört bis heute zu den kommerziell erfolgreichsten Jazzbands. Sieben Grammys haben die Herren auch schon abgeräumt und mit "A Foreign Affair" steht nun seit letztem Freitag das 29. Album von Spyro Gyra im Verkaufsregal gut sortierter Plattenhändler.

Spyro Gyra - A Foreign Affair
Freundlicherweise habe ich ein Rezensionsexemplar der CD erhalten, auf dem ca. 1 Stunde hochwertige Jazz-Fusion-Musik dargeboten wird. Interessant finde ich bei Spyro Gyra die Vielfalt der Stücke. Die Scheibe beginnt mit dem Song "Caribe", einer ganz typischen Spyro Gyra Nummer, die von Jay Beckenstein´s charakteristischem Saxophonspiel getragen wird, aber auch ein Gitarrensolo enthält, das leicht an modernere Santana-Stücke erinnert. Es folgt das von Arijit Singh in Hindi gesungene "Khuda". Stück Nr. 3 – "Sweet Ole Thang" – zeigt eine weitere stilprägende Facette der Band: Latino-Rhythmen, Steel-Drums und das Gefühl, dass dieser Song auch problemlos bei internationalen Wettbewerben für lateinamerikanische Standardtänze aufgeführt werden könnte. "Falling Walls" begeistert dann wieder mit knackig, synkopierten Drums, einem staubtrockenen Bass sowie einem betörenden funky Groove. Trotz dieser bunten Abwechslung innerhalb der Stücke, behält das Liedgut immer den Spyro Gyra Sound, und entzückt mit einem hervorragenden Klang, der warm und samtig, aber dennoch transparent und luftig ist.

Spyro Gyra/J. Beckenstein am 16.02.1994 in der Großen Freiheit 36 in Hamburg:
Spyro Gyra / Jay Beckenstein © SULUPRESS.DE / Torsten Sukrow
Die Band verpackt wieder mal anspruchsvolle Kompositionen in ein leichtes Gewand. Die Musik ist speziell, aber in ihrem Genre überaus erfolgreich. Wer Spyro Gyra kennt und den Stil mag, kann beim neuen Album "A Foreign Affair" bedenkenlos zugreifen! Der Name Spyro Gyra bedeutet übersetzt übrigens "Schraubenalge" - ein netter Name für eine Musikkapelle! Das Video oben zeigt ein älteres Stück von Spyro Gyra!

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Foto Unten: © SULUPRESS.DE / Torsten Sukrow
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Dave Weckl Band – Perpetual Motion

Bei Platten, die Drummer machen, auch wenn diese klangvolle Namen haben, ist das Ergebnis häufig ernüchternd. Solche Scheiben bedienen in der Regel weder die Freunde üppiger Trommelexzesse, noch die, anspruchsvoller Musikhörer. Dave Weckl ist auch ein Schlagzeuger, der sowohl unter eigenen Namen, als auch unter der Bezeichnung Dave Weckl Band CD´s herausbringt. Im Katalog von in-akustik gab es im November ein paar Re-Releases von interessanten Jazzplatten, die jetzt zum Sonderpreis in die Läden kommen.

Dave Weckl - Perpetual Motion
In dieser Reihe ist auch die CD "Perpetual Motion" von der Dave Weckl Band zu finden, die erstmals 2002 veröffentlicht wurde. Und wer nun meint, dass die eingangs erwähnte Ernüchterung auch mit diesem Longplayer zu erwarten ist, muss sich eines Besseren belehren lassen. Die Scheibe ist wunderbar groovig. Stillsitzen unmöglich! Der Stil von Dave Weckl geht schon ziemlich nach vorne. Er treibt seine ebenfalls hervorragenden Kollegen Tom Kennedy (Bass), Brandon Fields (Saxophone), Steve Weingart (Keyboards) sowie eine klasse Bläsersektion mächtig an. Weckl bearbeitet sein Schlagzeug in einer verspielten Art, was alles sehr lebendig macht. Seine Technik ist ausgezeichnet und man hört einfach, dass hier nicht nur ein Rhythmus getrommelt wird, sondern dass das Schlagzeug in dieser Musik eine tragende Rolle spielt, ohne sich jedoch zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Das Album passt wohl am besten irgendwo zwischen die Genres Jazz, Latin, Funk und Fusion und ist neben der hochkarätigen Musik auch im Klang schön offen, differenziert und direkt. Letztlich wird "Perpetual Motion" somit sowohl den Fans gepflegten Trommelns, als auch denen hochwertiger Musik gerecht. Und wenn man dann noch den aktuell günstigen Sonderpreis bei einer Spielzeit von über 1 Stunde berücksichtigt, zeigen bei dieser CD definitiv alle Daumen nach oben!

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Foto: SULUPRESS.DE / Torsten Sukrow
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Steve Lukather – Candyman

Er gilt als einer der besten Rock-Gitarristen der Welt und hat mit Toto Musikgeschichte geschrieben. Die Rede ist von Steve Lukather. 1994 brachte er mit Candyman sein zweites Soloalbum auf den Markt, welches bei Kritikern und Fans bis heute als sein bestes gilt. Das Werk sprüht vor Spielfreude und bietet Rock/Fusion erster Klasse. Die Band, die Steve Lukather für die CD und die anschließende Tour um sich versammelt hat, nannte sich Los Lobotomys und bestand zu der Zeit neben Lukather aus dem Trommel-Gott Simon Phillips, dem Keyboarder David Garfield sowie John Pêna am Bass. Dieses Quartett hat 1994 auch diverse Konzerte in Deutschland gespielt. Eines davon fand am 12. Juni (ein Sonntag) um 12.00 Uhr mittags(!) auf dem Jübek Open Air statt, wo auch anschließend das freundliche Gruppenfoto entstand. Live war die Formation ein Hammer und brachte das anfangs verkaterte Festival-Publikum schnell wieder auf Kurs. Eine grandiose Show bei bestem Wetter!

Steve Lukather – Candyman
Da die CD größtenteils live eingespielt wurde, springt auch hier der Funken sofort über. Bereits die ersten Takte von „Hero With A 1.000 Eyes“ bringen die Füße zum Mitwippen. Bis auf „Freedom“ von Jimi Hendrix und „The Bomber“ von Joe Walsh, wurden alle Stücke von Steve Lukather und seinen Kollegen geschrieben. Ein besonderes Highlight der Platte ist „Party In Simon´s Pants“, bei dem Simon Phillips seine wahre Klasse zeigt; der Song hat einen 17/8 Takt und groovt ziemlich. Das Album ist schon genial und gilt wohl für viele Musiker dieses Genres als Benchmark! In den USA erschien das Album unter dem Bandnamen "Los Lobotomys" und hatte mit "Red House" von Jimi Hendrix auch noch einen Song mehr im Gepäck.

Leider wird die Band in dieser Formation wohl nicht wieder gemeinsam musizieren, da es aufgrund nicht abgesprochener Bootleg-Veröffentlichungen Streit zwischen den Mitgliedern gab. Allerdings haben auch andere Bands schon wieder zusammengefunden, obwohl sie sagten, dass vorher die Hölle zufrieren müsse, was aber meinem Wissen nach nicht passiert ist! Ich würde mich über eine neue CD und eine Tour der Los Lobotomys sehr freuen! Bis dahin genieße ich von Zeit zu Zeit die Candyman CD und zehre von den Erinnerungen an zwei großartige Konzerte, die ich erleben durfte.

Foto oben: David Garfield, Steve Lukather, Simon Phillips, John Pêna (© Copyright SULUPRESS.DE / Torsten Sukrow)

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