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Tag: Folk

Foto: Paal Audestad

Katzenjammer – Rockland – das dritte Studioalbum der Norwegerinnen

Aufmerksame Leser dieses Blogs konnten beim Lesen der letzten Katzenjammer-Rezension Zeuge meiner Begeisterung werden. Die Band ist so andersartig und speziell und lieferte auf den letzten Alben einige extrem festsitzende Ohrwürmer, so dass die Erwartungen für das neue Album ziemlich hoch waren. Dieses erscheint nun am kommenden Freitag (16.01.2015) unter dem Namen Rockland.

Katzenjammer - Rockland
Ich habe Rockland als Download bemustert bekommen, lud also sofort das Material herunter und startete den Player. Auf gut 42 Minuten finden sich 11 brandneue Songs der nordischen Mädels. Beim ersten Durchhören wollte der Funke noch nicht so recht überspringen. Beim Vorgänger A Kiss Before You Go gab es Songs wie "I Will Dance (When I Walk Away)", "Lady Marlene", "Rock-Paper-Scissors" oder "Cocktails and Ruby Slippers", die sofort hängengeblieben sind und vor dem geistigen Ohr in einer Tour abliefen. Das ist bei Rockland nicht der Fall. Die Songs passen zwar ins Schema von Katzenjammer, die Leichtigkeit scheint jedoch ein wenig abhanden gekommen zu sein. Beeindruckten die ersten beiden Alben noch durch Frische, Eigenart und Spontanität, wirkt die neue Platte etwas affektierter bzw. gesteuerter. Während die ersten Scheiben vermutlich relativ frei und ohne Erfolgsdruck eingespielt werden konnten, müssen bei Rockland wahrscheinlich Erwartungen hinsichtlich des Publikums und der Verkaufszahlen erfüllt werden. Das geht für mein Empfinden auf Kosten der Andersartigkeit. Aber gerade das ist das Markenzeichen bei Katzenjammer. Mir scheint das Konzept Katzenjammer etwas aufgeweicht bzw. nicht konsequent fortgesetzt worden zu sein. Somit klingt der eine oder andere Song schon mal leicht wie ein zweiter Aufguss älterer Titel. Das Material auf Rockland ist dennoch gut und wird vermutlich dem Großteil der Fans zusagen. Gefallen haben mir z.B. "Flash In The Dark" mit einem schönen mehrstimmigen Gesang oder "My Dear" mit einem eingängigen Folk-Refrain. Der große Aha-Effekt bleibt unterm Strich aber leider aus. Da hätte ich mir etwas mehr Mut gewünscht. Stattdessen hat man lieber wieder auf Bewährtes gesetzt, gleiche Sounds und ähnliche Songs eingespielt. So wirkt das Ganze dann in der Summe doch etwas zu berechnet und die richtigen Ohrwürmer sind leider ebenfalls nicht dabei. Möglicherweise brennt sich der eine oder andere Song noch nach mehrmaligem Hören besser ein. Die Klasse des Vorgängers erreicht Rockland jedoch nicht. Das nächste Album darf gerne wieder etwas experimenteller und authentischer werden!

Nachtrag / Korrektur
Nun habe ich Rockland einige Male durchgehört und mich doch nahezu komplett infiziert. Die neuen Katzenjammer-Songs zündeten etwas weniger schnell als einige Vorgänger, aber nun spucken mir die Lieder wieder derart durch den Kopf, dass ich kaum noch schlafen kann. Ergo nehme ich meine Kritik an dem Album zurück und korrigiere meine Bewertung. Sorry Mädels, aber Ihr habt erneut einen sehr guten Job gemacht und ein tolles Album abgeliefert, das mich wohl noch einige Tage um die verdiente Nachtruhe bringen wird. Das ist vielleicht die Strafe für meine erste Fehleinschätzung 😉

Katzenjammer – Lady Grey (Official Video)


Katzenjammer Tour 2015
Datum Ort Location
04.03.2015 Köln Palladium
05.03.2015 Dresden Alter Schlachthof
06.03.2015 Berlin Columbiahalle
07.03.2015 Bielefeld Ringlokschuppen
09.03.2015 Hamburg Große Freiheit
10.03.2015 Mannheim Maimarktclub
20.03.2015 München Tonhalle
21.03.2015 Wiesbaden Schlachthof
    

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Foto: Sony Music

You+Me – rose ave. – Ein neues Projekt von Alecia Moore und Dallas Green

Wenn es beim Namen Alecia Moore nicht sofort klingelt, ist das völlig normal. Alecia Moore arbeitet nämlich normal unter ihrem Künstlernamen P!nk. Jetzt, wo der Groschen gefallen ist, muss aber auch gleich die Erwartung in die richtige Richtung gelenkt werden. Denn You+Me ist keine Popmusik, wie man sie sonst von der US-amerikanischen Sängerin kennt.

You+Me – rose ave.
In der offiziellen Presseankündigung von Sony Music fällt der Name P!nk auch kein einziges Mal. Das deutet darauf hin, dass die Zielgruppe der Popsängerin nicht unbedingt für dieses Album ihre Gültigkeit behält. Oder umgekehrt sollen vielleicht die Leute erreicht werden, die normal nicht auf die teils extrovertierte Popmusik stehen. Dass Alecia Moore eine sehr gute Sängerin ist, konnte sie schon unter ihrem Pseudonym P!nk mehrfach klar belegen. Nun singt sie jedoch zusammen mit dem kanadischen Gitarristen und Sänger Dallas Green, der bereits mit seinem Akustik-Solo-Projekt City and Colour vier Alben veröffentlicht hat und beachtliche Erfolge feiern konnte. Weltweit loben Kritiker den Kanadier, der schon dreimal mit dem Juno Award (eine Art kanadischer Grammy) ausgezeichnet wurde, davon zweimal als bester Songwriter des Jahres (2009, 2012). Akustisch geht es somit auch bei You+Me zu. Neben dem Gesang dominiert die akustische Gitarre das musikalische Geschehen. Und der Gesang erklingt oft wohlklingend zweistimmig. Die Lieder haben von den Harmonien schon einen leicht populären Charakter. Die meist reduzierten Arrangements, die man eher aus Genres wie Folk, Americana oder Western kennt, zaubern aber eine schöne, intime Stimmung. Wer z.B. "Dear Mr. President" von P!nk mochte, ist mit You+Me ebenfalls bestens beraten. Wer eher die schrillen und bunten Songs von P!nk bevorzugt, könnte ggf. etwas enttäuscht werden. Alecia Moore und Dallas Green lernten sich durch Alecias Ehemann Carey Hart kennen, spürten sofort eine musikalische Verbindung und entschieden, zusammen Musik zu machen. Alecia lud Dallas nach Los Angeles ein, um ein oder zwei Songs zu schreiben. Schließlich entstanden acht Titel innerhalb einer Woche. Die beiden beschlossen deshalb, ein Album zu machen, welches in Deutschland am 10. Oktober veröffentlicht wird. Ich denke, dass P!nk Fans definitiv Gefallen an rose ave. finden werden, aber auch eine erweiterte Zielgruppe den ruhigeren Songs zugetan sein wird. Leider ist die Platte bereits nach gut 37 Minuten am Ende. Da hätte also problemlos noch der eine oder andere Song Platz gehabt.

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Foto: Isabel Watson

Marion Raven – Songs From A Blackbird

Wie kann eine Frau, die 30 Jahre alt ist, bereits über 20 Jahre Erfahrungen im Musikbusiness haben? Ganz einfach! Marion Raven hat bereits mit neun Jahren den ersten Plattenvertrag bekommen. Damals war sie zusammen mit ihrer Freundin Marit Larsen ("If a Song Could Get Me You") als "M2M" u.a. in den USA, Asien und Skandinavien erfolgreich. Die beiden wurden sogar für einen Grammy nominiert. Am 8. August erscheint in Deutschland das neue Solo-Album Songs From A Blackbird.

Marion Raven - Songs From A Blackbird
Blackbird ist Marion Ravens selbst designte Gitarre, die zusammen mit ihr das Cover des neuen Tonträgers ziert. Somit deutet der Name dieses Albums auch schon in Richtung handgemachter Musik. Waren die Werke der Norwegerin früher noch deutlich poppiger, zeigt sich Songs From A Blackbird reifer und tiefgründiger. Dabei fallen das hochwertige Songwriting und die professionelle Produktion positiv auf. Die Songs variieren und erinnern hier und da durchaus an große Kompositionen aus Zeiten, in denen noch nicht mit ein paar Mausklicks am PC ein Charterfolg zusammengebaut werden konnte. Damals gab es einige hochkarätige Songwriter wie z.B. Burt Bacharach oder Carole King & Gerry Goffin, die für viele Stars große Hits geschrieben haben. Und Ähnlichkeiten zu den Songwritern jener Zeit sind in einigen Tracks erkennbar. Aber nicht nur das Material ist gut, sondern auch die Interpretationen. Marion Raven hat eine wohlklingende, eingängige Stimme, mit der sie äußerst gekonnt umgehen kann. Das hat sie u.a. auch 2006 als Duett-Partnerin von Meat Loaf bei seiner Single "It´s All Comming Back To Me Now" eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sie beherrscht erste und zweite Stimme mit überzeugender Sicherheit und stets mit dem nötigen Feeling.

Meat Loaf & Marion Raven - It´s All Comming Back To Me Now


Also, die Songs stimmen, die Umsetzung ist erstklassig und dann sieht die Frau auch noch ziemlich gut aus. Das sollte in dieser Kombination eigentlich schon ein Erfolgsgarant sein! Wenn es doch nur so einfach wäre… Die Musikredakteure im Radio scheinen leider immer ängstlicher zu werden, unbekanntes Material zu spielen, obwohl in den Radio-Jingles oft mit der größten Vielfalt kokettiert wird. Einige Titel auf dem Album hätten durchaus Potential als Radiohit zu zünden. Das Material geht von klassischen Nummern im 60er / 70er Stil über Folkpop bis zu modernen Pop-Songs ohne auf den kommerziellen Großerfolg zu schielen. Die erste Single "The Minute" ist kürzlich erschienen. Mal sehen, ob Marion Raven damit in Deutschland punkten kann. Ich hebe definitiv die Daumen für dieses Album und würde mich freuen, wenn diese tolle Künstlerin auch in unseren Breitengraden die verdiente Anerkennung bekommen würde.

Marion Raven - The Minute (Live)


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Foto: PR

Paper Aeroplanes – Little Letters

Würde eine deutschen Band mit dem Namen Papierflugzeuge in die Welt ziehen? Sarah Howells und Richard Llewellyn von der walisischen Westküste gaben ihrem Projekt diesen Namen – natürlich auf Englisch. Und Paper Aeroplanes klingt auch viel anschmiegsamer als Papierflugzeuge. Little Letters ist bereits das dritte Album der Band, welches am 14. März in den deutschen Plattenläden zur Landung ansetzt.

Paper Aeroplanes - Little Letters
Bei der Musik erwartet den Hörer eingängiger Folkpop, der luftig und leicht wie der Bandname eine angenehme Atmosphäre zaubert, der man sich nur schwer entziehen kann. Seit 2005 musizieren die beiden zusammen, seit 2009 arbeiten sie unter dem Namen Paper Aeroplanes. In dieser Formation begeistern sie mittlerweile ganz Großbritannien. In Deutschland sammelten sie bereits Erfahrungen als Support von Ron Sexsmith, Tom Lüneburger und Tina Dico. Das Cover der neuen CD, aufgenommen in einer Küche mit reichlich 70er-Jahre-Kolorit, lässt erahnen, dass es hier nicht um optisch angereicherte Hochglanzmusik für Mainstreamkonsumenten geht. Nein, die Paper Aeroplanes spielen feine, ruhige Popsongs, die mich an The Corrs oder auch an Eddi Reader (Ex-Fairground Attraction) erinnern. Getragen werden die Lieder in erster Linie durch den klaren und sehr angenehmen Gesang von Sarah Howells, der besonders in den mehrstimmigen Passagen gänsehautverdächtig ist. Das Album Little Letters wurde in Großbritannien bereits letztes Jahr im Mai veröffentlicht. Nun fliegt der Longplayer auch in Deutschland ein. Und wie es sich für ein Album-Release gehört, kommen die beiden auch auf Tour. Als Headliner werden die Paper Aeroplanes in einer Doppelkonzert-Tour mit dem Engländer Lee MacDougall unter dem Titel "Tales from Britain" vom 20. März bis 10. April durchs Land touren. Die Termine findet ihr unten.

Ich wage mal die Behauptung, dass diese Musik, auch wenn sie nicht unbedingt auf die Single-Charts schielt, sehr gute Chancen auf Airplay im Radio hätte. Die Single "When The Windows Shook" geht direkt in den Ohrwurmspeicher. Wenn die Musikredakteure sich doch einfach mal wieder trauen würden, weniger bekannter Künstler zu spielen, kämen noch mehr Menschen in den Genuss dieser wohlklingenden Band. Leider ist das Hörerlebnis bereits nach gut 41 Minuten vorbei. Na dann starte ich die CD eben nochmal …

Paper Aeroplanes - When The Windows Shook


Paper Aeroplanes & Lee MacDougall: Tales From Britain Tour 2014
Datum Ort Location
20.03.2014 München Strom
21.03.2014 Stuttgart Keller Klub
22.03.2014 Dortmund FZW
23.03.2013 Köln Studio 672
25.03.2014 Mannheim Capitol
27.03.2014 Magdeburg Alte Feuerwache
28.03.2014 Braunschweig HANSA Kultur-Club
29.03.2014 Bremen Cafe Erlesenes
30.03.2014 Hamburg Prinzenbar
01.04.2014 Bremen Cafe Erlesenes
02.04.2014 Hannover Lux
04.04.2014 Gera Comma
05.04.2014 Berlin Crystal Club
07.04.2014 Greifswald Brasserie Hermann
09.04.2014 Münster Cafe Sputnik
10.04.2014 Frankfurt Sankt Peter Café
    
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Foto: Colm Henry (www.colmhenry.ie)

Sarah McQuaid – The Plum Tree And The Rose

Was macht eine Frau, die als Tochter eines Spaniers und einer Amerikanerin in Madrid geboren wurde, in Chicago aufwuchs, die amerikanische sowie irische Staatsbürgerschaft hat und nun mit ihrer Familie im ländlichen England lebt für Musik? Sarah McQuaid findet offensichtlich großen Gefallen an der alten, englischen Folkmusik.

Sarah McQuaid - The Plum Tree and the Rose
Auf Ihrem neuen Album "The Plum Tree And The Rose" sind diese Einflüsse unüberhörbar. Mehr noch; sie arbeitet stilistisch und textlich mit den Elementen der frühen Neuzeit und hat sogar einige alte Lieder aus dieser Epoche für dieses Album aufgenommen. Zu allen Titeln gibt es im Booklet die Texte sowie Beschreibungen, die meist die Intention erläutern, wie es zum jeweiligen Stück gekommen ist. Auch hier zeigt sich vielfach das eingangs beschriebene Interesse zur frühen Neuzeit. Der Großteil der Songs wurde von Sarah McQuaid selbst, teilweise zusammen mit Gerry O´Beirne geschrieben. Gerry O´Beirne hat das Album auch produziert und spielt die Gitarrenparts.

Interessant an der Zusammenstellung der Songs ist, dass mich Stücke wie "Lift You Up And Let You Fly" oder "So Much Rain" an die Musik von James Taylor erinnern, jedoch wunderbar mit den traditionell anmutenden Titeln harmonieren. Die Verwandtschaft der alten britischen Folkmusik zum amerikanischen Singer-/Songwriter Genre ist somit erkennbar. Die Vorfahren von James Taylor kamen übrigens aus Schottland. Die Stimme von Sarah McQuaid lässt durchaus den Vergleich zu Carly Simon zu. Sie hat das gleiche Timbre. Und interessanterweise waren James Taylor und Carly Simon von 1972 bis 1983 verheiratet. Das alles passt wohl eher zufällig zusammen, aber die Verbindung ist dennoch irgendwie da und interessant! Wer also die Klangfarbe der Stimme von Carly Simon mag, mit der Musik von James Taylor etwas anfangen kann und ebenfalls einen Zugang zu alter englischer Folkmusik hat, könnte mit "The Plum Tree And The Rose" einen Volltreffer landen. Klanglich ist das Album überzeugend und wird dem Zuhörer Freude bereiten.

Sarah McQuaid - Lift you up and let you fly


In das Album "The Plum Tree And The Rose" reinhören und/oder als MP3 bei Amazon.de kaufen:



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Foto: Samantha Rozon

Brooke Miller – Familiar

Manche CD-Veröffentlichungen würde man als "Normalbürger" glatt übersehen. Zum Glück halten mich diverse Platten- und Promotionfirmen hinsichtlich ihrer Neuerscheinungen auf dem Laufenden, so dass ich auf diesen musikalischen Leckerbissen aufmerksam wurde. Veröffentlicht wird Familiar von Brooke Miller am 15. Juni 2012. Die Plattenfirma Stockfisch Records hat mir freundlicherweise auf Anfrage ein Rezensionsexemplar zukommen lassen (Danke!). Und das ist auch gut so. Das Album, das sowohl als SACD (läuft problemlos im normalen CD-Player), als auch gebacken in 180g Vinyl erscheinen wird, ist nämlich höchst beeindruckend!

Brooke Miller - Familiar
Bei Brooke Miller werden nicht unzählige Instrumente und Effekte eingesetzt, um eine bombastische Stimmung zu konstruieren. Nein, die Kanadierin erzeugt ihr ganz besonderes, einfühlsames Feeling allein mit ihrer Stimme und einer Akustik-Gitarre. Das ist Stimmungsmusik der anderen Art mit Einflüssen aus Folk, Country und Pop. Reduziert, intim und apodiktisch. Bei einigen Stücken kommt Don Ross am Bass, Piano oder einem Fender Rhodes E-Piano zum Einsatz. Der Rest ist Brooke Miller pur. Sie erzeugt mit der Minimalbesetzung eine unglaublich persönliche Atmosphäre. Ein Großteil der Stücke ist mit Open Tunings eingespielt. Das bedeutet, dass die Gitarre nicht normal gestimmt ist, sondern die Saiten individuelle Stimmungen erhalten. Dadurch entstehen teils wunderbare Harmonien, die abseits vom Mainstream eine willkommene Abwechslung bieten. Für die Gitarristen werden die Open Tunings der Songs auch im Booklet genannt. Das erspart einen Teil der aufwendigen Transkription. Doch bevor man die Stücke nachspielt, sollte man sich erst mal Zeit nehmen und dieses Album ausgiebig genießen. Im Pressematerial wird Brooke Miller mit ihren kanadischen Landsleuten Bruce Cockburn und Joni Mitchell verglichen. Ich bin mir sicher, dass deren Fans auch Gefallen an Familiar finden werden. Hinsichtlich der Stimmfarbe würde ich noch Sarah McLachlan und Dido, als Vergleich heranziehen, wobei Brooke Miller weniger poppig klingt und die Töne am Schluss nicht so hochzieht. Der herausragend gute, audiophile Klang des Albums, tut sein übriges zum redlichen Musikgenuss der Sonderklasse! Aufgenommen wurde der Longplayer übrigens Im Gewölbe von Stockfisch Records im beschaulichen Northeim (Niedersachsen). In Zeiten oftmals übertechnisierter Produktionen und maschinell erstellter Musik, ist Familiar von Brooke Miller eine akustische Perle mit erfrischendem Charakter. Grandios!

Das folgende Video zeigt eine Aufnahme aus der Gitarrenwerkstatt von Greenfield Guitars. Der Song "You Can See Everything" ist vom Album Familiar.

Brooke Miller - You can see everything


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Foto: Larry Marcus

Claudia Schmidt – Bend In The River – Collected Songs

Zugegeben, der Namen Claudia Schmidt klingt nicht unbedingt nach einer internationalen Sängerin, die schon erfolgreich mehrere Alben publiziert hat. Und dennoch kommt eine Frau, mit eben diesem Namen aus Traverse City in Michigan / USA und hat kürzlich ihr 17. Album mit einer Songauswahl früherer Tonträger veröffentlicht.

Claudia Schmidt - Bend In The River
Die Songs zeigen einen Auszug aus ihren Red House Alben "Big Earful", "Essential Tension", "While We Live (with Sally Rogers)", "It Looks Fine From Here" und "Wings Of Wonder". Claudia Schmidt hat nicht den Bekanntheitsgrad, wie Künstlerinnen der ersten Liga, was der musikalischen Qualität jedoch keinen Abbruch tut. Sie begeistert mit ihrer wandlungsfähigen Stimme bereits seit Jahrzehnten und bietet mit Folk, Jazz und Blues eine ganz besondere musikalische Mischung. Auf dem Album "Bend In The River" mit 16 Original-Songs sind auch Gastauftritte von Mitgliedern der JJ Farley & The Original Soul Stirrers, Beausoleil, The Violent Femmes, Tom Waits Band, Peter Ostroushko und Sally Rogers zu hören. Neben dem Gesang spielt Claudia Schmidt ebenfalls Gitarre sowie ein zitherähnliches Instrument namens Appalachian Dulcimer. Seit Ende der Siebziger zählt sie zur Folk/Akustik Musikszene in den USA und hatte bereits mit ihrem ersten Album, das schlicht "Claudia Schmidt" hieß, großen Erfolg. Wer so lange im Geschäft ist, muss Qualität abliefern. Und genau das macht Claudia Schmidt auch. Sowohl das Songwriting, als auch ihr Gesang überzeugen. Garrison Keillor, ein US-amerikanischer Schriftsteller und Radiomoderator sagt: "Wenn Claudia ein Lied singt, bleibt es gesungen", und der San Francisco Bay Guardian schrieb: "Schmidts Shows sind ähnlich, wie sich zu verlieben. Man weiß nie, was als nächstes passieren wird, möglich ist, es wird wunderbar sein, jeder Moment wird ins Gedächtnis gebrannt und du weißt, du wirst nie wieder derselbe sein." Konzerte gibt Claudia Schmidt hauptsächlich in ihrem direkten Umfeld in Michigan, große Tourneen scheinen jedoch nicht ihr Ding zu sein. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie in Deutschland eher unbekannt ist. Ihre neue CD ist hier dennoch erhältlich. Diese zeigt über eine Spielzeit von 63:30 Minuten ein interessantes Spektrum ihrer Stile und ihres sauberen Gesangs.

In das Album "Bend In The River" reinhören und/oder als MP3 bei Amazon.de kaufen:



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Foto: Ana Price-Eckles

Winterpills – All My Lovely Goners

Wer meinen Blog öfter liest, hat vielleicht schon bemerkt, dass ich ein Faible für etwas speziellere amerikanische Acts habe. Die Firma In-Akustik hat das wohl auch beobachtet und mir nachträglich ein Promo-Exemplar des Albums "All My Lovely Goners" von den Winterpills zugeschickt, für das sie den deutschen Vertrieb macht. Die CD ist zwar schon im März erschienen, was aber eben noch als Neuheit durchgeht, insbesondere, weil die Gruppe vielen unbekannt sein dürfte.

Winterpills - All My Lovely Goners
Die Winterpills sind eine Indie-Rock-Band aus Northampton / Massachusetts, die einerseits einen recht eigenen Sound haben, hier und da aber auch immer mal wieder an verschiedene Folk-, Rock- oder Popgrößen erinnern. Die Instrumentierung des Albums ist schon recht indie-rock-mäßig, während der Gesang teilweise ziemlich in die Richtung Folk-Pop geht. Das kommt u.a. durch die zweistimmigen Harmonien von Philip Price und Flora Reed. Die Kombination Mann und Frau am Mikro ist bei guter Umsetzung oft eine Wonne für die Ohren. So ist es auch bei den Winterpills. Beide Sänger können für sich bereits eine tolle Stimmung erzeugen. Zusammen stellt sich schon mal leicht eine Gänsehaut ein. Zudem sind die Songs mit einer zarten Melancholie ganz dezente Audiodokumente, die sowohl für intensives Hören als auch für eine moderate Hintergrundbeschallung geeignet sind. Die Gitarren und Keyboards sorgen für den speziellen Sound, den irgendwie nur die Amis so hinbekommen. Manchmal wird es etwas schräg, aber nie nervig. Echte Highlights sind für mich die Titel "Fleure-De-Luce" und "The Sun Is Alone", letzterer eine Nummer, die mich an eine Band namens The Sundays erinnert, die es in Deutschland zeitweise nur als Import gab. Die Winterpills gibt es zum Glück direkt als CD und auf Vinyl beim deutschen Plattenhändler und meiner Vorliebe für diese Art der Musik konnte wieder mal hinreichend entsprochen werden!

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Foto: Craig Mackay

The Band From Rockall – Das Solo-Projekt von Calum & Rory Macdonald (Runrig)

Die Brüder Calum und Rory Macdonald sind die Gründer und Songwriter der schottischen Gruppe Runrig. Die Band ist mit ihrem Folkrock eine fest Größe im Musikbusiness und verfügt über eine treue Fangemeinde. Mit "The Band From Rockall" haben sich die Macdonald-Brüder nun einen Traum erfüllt. Die CD enthält teilweise ältere Kompositionen, aber auch neu geschriebene Stücke. Die Idee des Albums beruht darauf, die musikalischen Einflüsse aus US-amerikanischen Rock'n'Roll sowie den Songs aus der Zeit des Merseyside-Beats wieder aufzunehmen und mit den eigenen schottischen Wurzeln zu verbinden. Dabei sollten bewusst keine Kompromisse eingegangen werden, wie sie in der Bandarbeit bei Runrig schon mal nötig sind.

The Band From Rockall
Das im Namen genannte "Rockall" ist eine kleine, mystische Felsinsel mitten im Atlantik und bildet den westlichsten Punkt Europas. Calum und Rory Macdonald symbolisieren damit einen Verbindungspunkt zwischen den britischen Inseln und den USA. Und die musikalischen Stile der beiden geografischen Regionen verschmelzen auf dem Album in einer nahezu perfekten Symbiose. Die Wurzeln der schottischen Folkmusik sind immer noch hörbar, was auch durch vier Songs in gälischer Sprache belegt wird. Auf der anderen Seite sind da aber typische Gitarrensounds der 50er und 60er Jahre mit reichlich Twang sowie Runrig-untypische Kompositionen zu hören. Die Kombination funktioniert überraschend gut. Der Einsatz klassischer Instrumente und Verstärker sowie die teils analoge Aufnahmetechnik, geben der CD einen sehr angenehmen und warmen Klang, der positiv in der Vielzahl oftmals gleichklingenden Massenproduktionen auffällt. Die Songs vereinen schöne folkloristische Elemente mit typischen Sounds aus der interessantesten Phase der modernen Musik. Das Ergebnis sind keine glattgeschliffenen Titel, die von Marketingstrategen auf größtmögliche Massenkompatibilität optimiert wurden, sondern authentische Musikstücke mit Herz und Seele. Dabei sind die Songs mit ihren schönen Harmonien durchaus auch radiotauglich. Eine Top-10-Platzierung in den deutschen Album-Charts halte ich für absolut denkbar! Nach fast 40 Jahren Runrig haben Calum und Rory Macdonald ein Experiment gewagt und mit "The Band From Rockall" vielleicht eines ihrer authentischsten Alben aufgenommen. Ab 27. April ist die CD im Handel erhältlich.

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Tracy Grammer - Foto: Ben Barnhart

Dave Carter & Tracy Grammer – Little Blue Egg

Dave Carter & Tracy Grammer waren ein amerikanisches Folk-Duo, das zwischen 1998 und 2001 drei Alben veröffentlicht hat. Am 19. Juli 2002 starb Dave Carter jedoch während einer laufenden Tour im Alter von 50 Jahren an einem schweren Herzinfarkt. Die Musik der beiden mit Elementen aus Blues, Country und Bluegrass ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Wer jedoch wunderbare Melodien, tiefgründige Texte und musikalisch gutes Handwerk mag, sollte unbedingt mal in die Arbeiten reinhören.

Dave Carter & Tracy Grammer - Little Blue Egg
Das Album "Little Blue Egg" enthält 11 Songs, die Carter & Grammer zwischen 1997 und 2002 in ihrem Heimstudio in Portland aufgenommen haben und die einen groben Einblick in den musikalischen Prozess des Duos gewähren. Alle Titel sind sparsam instrumentiert, aber sehr schön interpretiert. Insbesondere der zweistimmige Gesang berührt einen ganz tief. In der Jahresauswertung für "Top-Stars" der amerikanischen Folk Music Radio Airplay Charts waren Dave Carter & Tracy Grammer 2001 und 2002 auf Platz 1. Das Duo war zu der Zeit extrem angesagt. Selbst in den Folgejahren nach dem Tod von Dave Carter blieb die Popularität auf sehr hohem Niveau. Joan Baez, die 2002 mit den beiden auf Tour war, sprach über die Songs von Dave Carter, wie sie es einst schon beim jungen Bob Dylan tat: „Es ist eine große Gabe, Songs zu schreiben, mit denen sich andere Menschen identifizieren können, und mit Dave's Songs kann ich mich sehr gut identifizieren.“ Die Texte von Dave Carter bezeichnete die Folklegende als „ziemlich genial“. Seine Songs handeln oft von poetischer Symbolik, Spiritualität sowie Erzählungen. Diese Themen kombiniert er mit der Country Musik, welche ihn während seiner ländlich geprägten Kindheit und Jugend in den Südstaaten begleitet hat. Die buddhistische Philosophie, die Artussage, andere mystische Themen und der amerikanische Westen konnten schon mal in einem einzigen Song thematisiert werden.

Dave Carter & Tracy Grammer
Dave Carter - Tracy Grammer - © Red House Records
Dave Carter's Betrachtungen bleiben durch seine vielen Fans lebendig, besonders aber durch seine ehemalige Duo Partnerin. Tracy Grammer erhält bis heute den Spirit des Duos und hat nach dem Tod ihres musikalischen Partners bereits Alben mit Songs aus der gemeinsamen Zeit veröffentlicht. Dabei kamen bis dahin nicht aufgenommene Titel sowie bestehendes Material zur Publikation. "Little Blue Egg" ist das jüngst veröffentlichte Album, dessen Songs das Duo gemeinsam eingespielt hat. Als Gastmusiker wirkten Claire Bard (Gesang), Jonathan Mann (Bass) sowie Eric Park (Gesang, Harmonika, Akkordeon) mit. Es gibt kein Schlagzeug auf der CD. Alles ist sehr ruhig und harmonisch gehalten. Man spürt förmlich die private und häusliche Atmosphäre. Und obwohl das Album nicht in einem Hightech-Studio aufgenommen wurde, ist die Klangqualität wirklich gut. Bis auf "Way Over Yonder In The Minor Key" von Woody Guthrie stammen alle Songs aus der Feder von Dave Carter. Wenn man den Longplayer durchhört, kann man die Begeisterung von Joan Baez absolut teilen. Große Musik braucht kein Tamtam, Effekte oder opulente Studiotechnik. Dave Carter & Tracy Grammer konnten das in heimischen Räumen einfangen, was anderen selbst mit teuerstem Equipment versagt bleibt. Die Musik ist wunderschön. Ein stilles Meisterwerk!

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Foto mitte: Red House Records

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