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Tag: Doku

Foto: W-film - DokLab

Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser – Jetzt auf DVD

Erst kürzlich habe ich meine konzeptionelle Ausrichtung hier im Blog etwas aufgeweicht und die neue CD von Lavinia Meijer, einer klassischen Harfenistin vorgestellt, obwohl dieses Genre hier nicht so ganz reinpasst. Nun breche ich schon wieder die Regel und stelle einen Dokumentarfilm vor, der mit Musik gar nichts zu tun hat. Da der Inhalt des Films jedoch von erheblicher Wichtigkeit und Brisanz ist, nehme ich mir die Freiheit "Bottled Live – Das Geschäft mit dem Wasser" vorzustellen. Am Freitag, den 21. Februar kommt der Film als DVD in den Handel.

Bottled Life - DVD Cover
Bottled Life ist eine Dokumentation, der anhand des Beispiels Wasser aufzeigt, wie Großkonzerne für die eigene Gewinnmaximierung handeln. Grundsätzlich ist ja gegen Geschäfte mit Verbrauchsgütern erst mal nichts einzuwenden. Doch am Beispiel des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé wird in dem Film gezeigt, wie ausbeuterisch und verwerflich dabei gehandelt wird. Denn das Unternehmen erwirbt weltweit Firmen und Pumprechte rund um das wichtigste Grundnahrungsmittel - Wasser. Solange eine Firma ein Produkt aus einzelnen Zutaten herstellt oder veredelt und verkauft, ist das prinzipiell okay. Schließlich leben wir in einer Gesellschaft, in der es absolut normal ist, die Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen. Und obwohl – zumindest in Deutschland – sehr gutes Wasser aus dem Wasserhahn kommt, kaufen viele Menschen abgefülltes Wasser. Dabei ist es erstaunlich, wie viele Marken mittlerweile unter die Dachmarke von Nestlé gehören. Nun wird im Film am Beispiel des Ortes Fryeburg im Nordosten der USA gezeigt, wie die Schweizer agieren. Poland Spring, eine Firma, die zu Nestlé gehört, hat dort Pumprechte erworben und zieht Unmengen Wasser aus einer Quelle. Für die Wasserfüllung eines Tanklasters mit 30.000 Litern zahlt Nestlé gerade mal 10,- US-Dollar an einen privaten Grundeigentümer, der Verkaufswert liegt bei ca. 50.000,- US-Dollar, sobald das Wasser in Flaschen abgefüllt ist. 25.000 solcher befüllten LKW fahren jährlich allein durch den kleinen Ort in Bundesstaat Maine – Tendenz steigend. Das Wasser wird also für sehr kleines Geld eingekauft, abgefüllt und mit bombastischer Marge wieder verkauft. Alleine in Maine werden jährlich rund 3 Milliarden Liter Wasser von Nestlé abgepumt.

Wenn diese enormen Wassermengen der Natur entnommen werden, bleibt das allerdings nicht ohne Folgen. Insbesondere in ärmeren Ländern, in denen die Wasserversorgung sowieso schon schlecht ist, fördert der Konzern Wasser und sorgt damit gerade bei den armen Menschen für großes Leid. Diese Leid ignorieren die Schweizer jedoch weitestgehend. Auch brüstet sich der Konzern mit humanitären Aktivitäten, z.B. in einem Flüchtlingslager in Äthiopien. Im Film wird dieses Projekt in Augenschein genommen. Von Nestlé war dort jedoch 2005 das letzte Mal jemand. Solche Projekte werden nur für Marketingmaßnahmen benutzt, um das Geschäft mit dem Wasser etwas aus der Ecke der Gewinnoptimierung zu holen. Der Film belegt jedoch mit diversen Fallbeispielen, dass der Profit de facto die einzige Motivation für den Konzern ist, alles andere sind marginale PR-Maßnahmen. Natur und Menschen spielen keine Rolle, solange das Wasser und somit das Geld sprudelt. Bottled Life sollten möglichst viele Menschen sehen, um zu erkennen, mit welchen Methoden die Großkonzerne ihre Gewinne generieren. Es geht dabei mehr und mehr um Abhängigkeiten. Die einen machen es mit patentiertem, genmanipuliertem Saatgut, andere mit scheinbar unverzichtbaren Smartphones und Nestlé will über die Grundressource Wasser herrschen. Jeder kann sein Verhalten überdenken und anpassen. Bottled Life wird garantiert einen entsprechenden Impuls geben, sobald der Hals wieder abgeschwollen ist!

Bottled Life - Trailer


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Pink Floyd – The Story Of Wish You Were Here

Nach dem großen Erfolg von "The Dark Side Of The Moon" standen Pink Floyd für das nächste Album extrem unter Druck. Bis heute rangiert "The Dark Side Of The Moon" auf Platz zwei der meistverkauften Alben aller Zeiten. Mit der Platte gelang Pink Floyd der große, weltweite Durchbruch. Es hat die Messlatte jedoch auch sehr hoch gelegt.

Pink Floyd - Wish You Were Here -DVD Cover
Mit der DVD bzw. Blu-ray "The Story Of Wish You Were Here" kommt am 22. Juni eine Dokumentation in den Handel, die über die Entstehung des Nachfolgealbums zu "The Dark Side Of The Moon" erzählt. Sowohl von Fans, als auch von den Bandmitgliedern David Gilmour und Richard Wright wurde und wird "Wish You Were Here" als liebstes Pink Floyd-Album bezeichnet. In England und Amerika stieg die Platte sofort nach Erscheinen auf Platz 1 der Charts ein und rangierte auch in vielen anderen Ländern der Erde auf absoluten Spitzenpositionen. Die Entstehung dieses Meisterwerks war jedoch alles andere, als einfach. Gewidmet wurde es dem ehemaligen Pink Floyd Mitglied Syd Barrett, der die Band bereits 1968 aufgrund schwerer Drogenprobleme verließ. Die beiden Songs "Wish You Were Here" und "Shine On You Crazy Diamond" beziehen sich auf den früheren Frontmann.

Während der Aufnahmen zur Platte kam es immer wieder zu Spannungen zwischen Roger Waters und David Gilmour. Zudem war die kreative Ausbeute bei den Arbeiten in den Abbey Road Studios zeitweise alles andere, als gut. Auf der DVD erzählen die damaligen Pink Floyd Mitglieder Roger Waters, David Gilmour und Nick Mason, wie das Album entstand. Archivaufnahmen des 2008 verstorbenen Keyboarders Richard Wright fließen ebenfalls mit ein. Auch der Cover-Künstler Storm Thorgerson, der Gastsänger Roy Harper, Ronnie Rondell, der brennende Mann vom Cover und andere, an der Entstehung des Albums beteiligte Personen kommen zu Wort. Der damalige Toningenieur Brian Humphries verdeutlicht anhand der Original Masterbänder die Konstruktion der Songs.

Ich finde derartige Dokumentationen extrem spannend, weil sie hinter die glänzende Fassade schauen. Dabei kommen Details zum Vorschein, die so ein Album noch mal wieder in einem anderen Licht erscheinen lassen. Auch andere Platten der Musikgeschichte sind unter teilweise unglaublichen Bedingungen entstanden. Und dennoch, oder gerade deswegen wurden diese zu Meisterwerken. Die Mitglieder von Fleetwood Mac waren z.B. bei den Aufnahmen zu "Rumours" in zerrütteten Beziehungen zueinander und Drogen waren wohl auch im Spiel. Die Aufnahmen von Queen für "A Night At The Opera" waren seinerzeit ein letztes Aufgebaren vor dem finanziellen Ruin. Denn an den Vorgängeralben haben Queen fast nichts verdient! Vielleicht braucht es eine außergewöhnliche Situation, um außergewöhnliche Alben aufzunehmen? Bei "Wish You Were Here" war das wohl auch der Fall. Die Story zum Album gibt es in Kürze auf DVD / Blu-ray. Die Doku ist im Originalton, bietet jedoch auch verschiedene Untertitel inkl. Deutsch. Letztlich ist "The Story Of Wish You Were Here" aber wohl nur etwas für eingefleischte Pink Floyd Fans. Als Schmankerl füge ich noch ein Video mit bei, das den einmalig wiedervereinten Auftritt von Pink Floyd mit Roger Waters beim Live 8 Konzert aus dem Jahr 2005 zeigt.

Pink Floyd - Wish You were here Live 8 Concert


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George Harrison – Living In The Material World (DVD)

Bei den Beatles galt er als der Stille und stand hinter John Lennon und Paul McCartney immer eher in der zweiten Reihe. Dabei lag ihm diese Rolle gar nicht so sehr. Gerade in den späteren Jahren der Band hat George Harrison immer mehr versucht, eigene Songs zu den Beatles Alben beizusteuern, was aber oft nicht nach seinen Vorstellungen gelang. Was dann z.B. aus diesen Songs wurde, zeigt die Dokumentation "Living In The Material World" von Regie-Altmeister und Oscar-Preisträger Martin Scorsese.

George Harrison – Living In The Material World (DVD)
In über 3 Stunden erfährt man auf der DVD/Blu-ray ganz viele Details aus dem Leben von George Harrison. So schaffte Harrison es z.B. doch, zunehmend mit seinen Songs auf die Beatles Alben zu kommen. Insbesondere auf der eher experimentellen "Sgt.Pepper's Lonely Hearts Club Band" konnte er noch das sehr indisch angehauchte "Within You Without You" beisteuern und damit eine wichtige Marke auf dem Album setzen. Seine ganz großen Beatles Songs waren z.B. "While My Guitar Gently Weeps" (Weißes Album), "Something" oder "Here Comes the Sun" (beide Abbey Road). Harrison merkte aber zunehmend, dass er alleine wohl besser zurechtkommen würde und die Beatles ihn eher in seiner künstlerischen Entfaltung behindern als fördern. Während der Let It Be-Aufnahmen, die auch gefilmt wurden, kritisierte Paul das Gitarrenspiel von George und es kam zum Streit vor laufender Kamera. Die ganze Platten-Aufnahme scheint unter extremen Spannungen entstanden zu sein. Das Album wurde fertiggestellt, aber die Differenzen blieben, so dass Paul McCartney am 10. April 1970 die offizielle Auflösung der Beatles bekanntgab!

Die Solo-Karriere von George Harrison kann sich aber ebenfalls sehen lassen. Mit "My Sweet Lord" hatte er als erster Ex-Beatle einen Nr. 1 Hit. Zusammen mit Ravi Shankar organisierte er 1971 das "Konzert für Bangladesch" im "Madison Square Garden" in New York, bei dem u.a. auch Eric Clapton, Ringo Starr, Billy Preston und Bob Dylan neben George Harrison auftraten. Auch Klaus Voormann, ein Freund aus alten Hamburger Tagen stand bei dem Konzert mit auf der Bühne. Mit Bob Dylan, Jeff Lynne, Tom Petty und Roy Orbison feierte George Harrison unter dem Namen "Traveling Wilburys" Ende der Achtziger weitere Erfolge. Die Band produzierte 2 Studioalben, wobei Roy Orbison bereits vor der Auskopplung der zweiten Single und vor Veröffentlichung des ersten Albums an einem Herzinfarkt starb.

George Harrison war auch Fimproduzent. Eric Idle (Monty Python), der kurz vor Beginn der Dreharbeiten zu "Das Leben des Brian" mit George telefonierte, erzählte, dass die Finanzierung des Projektes durch die EMI gestoppt wurde, weil die Handlung anstößig sei. Harrison sprang spontan ein und sagte die Finanzierung in Höhe von rund 4 Millionen Dollar aus eigenen Mitteln zu, angeblich nur, weil er diesen Film unbedingt sehen wollte! Kurz darauf gründete er zusammen mit Denis O’Brian die Firma "HandMade Films", um den Film zu produzieren. Es folgten weitere Filme wie z.B. Time Bandits, Mona Lisa, Nonnen auf der Flucht,… Selbst in der Formel 1 war George Harrison öfter als Gast in der Boxengasse und zog dort schnell die Journalisten an. Damon Hill und Jackie Stewart waren Freunde des Ex-Beatles.

In der Dokumentation kommen viele Wegbegleiter von George Harrison zu Wort: Eric Clapton, Jeff Lynne, Tom Petty, Ringo Starr, Klaus Voormann, George Martin, Yoko Ono, Phil Spector, … Natürlich spielt die spirituelle Entwicklung von George Harrison auch eine ganz wichtige Rolle. Er wechselte bereits in den sechziger Jahren zum Hinduismus und praktizierte diese Religion fortan. Seine zweite Frau Olivia Arias, mit der er seit 1978 verheiratet war, erzählt zum Ende der Doku über ein beeindruckendes Erlebnis, welches Sie nach dem Tod von George hatte… Dies möchte ich hier aber nicht vorwegnehmen!

HD-Trailer GEORGE HARRISON: LIVING IN THE MATERIAL WORLD



Es macht wenig Sinn eine Dokumentation dieses Ausmaßes inhaltlich in Textform wiederzugeben. So bleibt mir nur die Empfehlung dieser DVD/Blu-ray für Beatles Fans, aber auch für alle die, die Einblicke in das Leben eines besonderen Menschen bekommen möchten und Interesse an einer großen Persönlichkeit haben. Es gibt in dem Film viele wissenswerte, heitere, aber auch traurige Geschichten über George Harrison. Auch wenn er der ruhige Beatle war, erzählt "Living In The Material World" mit viel bisher unveröffentlichtem und nie gezeigtem Filmmaterial die Geschichte eines beeindruckenden Mannes, der vielleicht von vielen Fans als solches gar nicht wahrgenommen wurde.

Die Doppel-DVD und Blu-ray werden am 08. Dezember veröffentlicht!

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26.09.2011 Veröffentlicht von Torsten in TV, TV Dokus

Tonspur - der Soundtrack meines Lebens

Das ist mal eine coole Idee! Man nehme einen Promi, lasse diesen eine Liste von Songs aufstellen, die ihr/sein Leben geprägt haben und lege diese Liste einem Team aus drei Profilern vor. Nur anhand der Songliste und der Hintergrundinformationen der Songs ziehen die „Profiler“ ihre Schlüsse und sollten im Idealfall am Ende den Promi benennen können, von dem die Playlist stammt. Das Ganze nennt sich „Tonspur - der Soundtrack meines Lebens“ und läuft derzeit immer Samstagabend ca. 23.00 Uhr bei 3sat.

Tonspur - der Soundtrack meines Lebens

Die drei Profiler sind die Schweizer Jazz-Sängerin Nubya, die man in Deutschland eher durch die ehemalige Beziehung zu Pur-Frontmann Hartmut Engler kennt, der Krokus-Gründer und Bass-Mann Chris von Rohr sowie der Motor-Music Chef Tim Renner. Alle sind also Kenner der Musikbranche.

Aber kann man nur anhand einer Playlist aus 6-8 Songs erkennen, wer eben diese erstellt hat? Eine spannende Aufgabe, die mit Sachverstand, einer Menge Hintergrundwissen zur Musik sowie der entsprechenden Kombinationsgabe angegangen wird! Vom gesuchten Gast bekommt die sympathische Schweizer Moderatorin Nina Brunner weitere Informationen zu den Songs und erfährt was sie/er mit diesen Titeln verbindet, während die Profiler parallel an der Lösung arbeiten! Eine reizvolle Sendung mit hohem Unterhaltungswert!

Hier geht es zu den aktuellen Tonspur Folgen
Webseite von Nubya
Webseite von Chris von Rohr
Webseite von Tim Renner





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