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Tag: Bluesrock

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Ana Popovic – Can You Stand The Heat

Boah, das groovt aber mal so richtig. Während die letzte Scheibe (Unconditional) von Ana Popovic eher back to the roots ging und ruhigerer Natur war, geht auf der neuen CD "Can You Stand The Heat" mit knackigen Funk-Elementen meist die Post so richtig ab.

Ana Popovic - Can You Stand The Heat
Bei der optischen Darstellung von Frau Popovic mögen der eine oder andere Herr und bestimmt auch ein paar Damen von der Musik abgelenkt sein. Die serbische Gitarristin und Sängerin geizt nicht mit ihren Reizen und zeigt offensichtlich gerne ihre weibliche Seite. Nun mag der unkundige Leser meinen, dass man mit hohen Schuhen und langen Beinen nicht unbedingt für den Blues prädestiniert ist. Die oftmals reizvolle Darstellung ist auch nicht jedermanns Sache, aber ein unverkennbares Statement der Künstlerin. Ich kann jedoch die frohe Botschaft verkünden, dass bei Ana Popovic die Musik erster Güte ist. Bereits die ersten Töne der neuen Platte geben die Richtung vor. Sehr funky fühlt man sich sofort in Zeiten zurückversetzt, in denen handgemachte Musik mit synkopierten Bassläufen, groovigen Drums und kernigen Bläsersätzen noch massentauglicher war. Ana Popovic nimmt diesen Faden auf und zeigt wieder mal mit ihrem beeindruckenden Gitarrenspiel und dem gefühlvollen Gesang, dass sie in einer Männerdomäne durchaus ihren Platz gefunden hat. Mit "Can You Stand The Heat" demonstriert sie zudem die Wandelbarkeit des Blues, der nicht nur die Form eines 08/15 12-Takte-Schemas haben muss, sondern so viele weitere interessante Facetten hat. Und interessant ist das Album von Ana Popovic allemal. Es erinnert zeitweise an die Musik von Albert Collins. Als Anpieltipp sei hier mal "Ana´s Shuffle" genannt. Mit einer knappen Stunde Spielzeit beweist die Serbin, dass Blues weder schwarz noch männlich, oder gar traurig ist und auch nicht aus dem Mississippi Delta oder Chicago kommen muss. Ana Popovic zeigt, dass sie mit anständiger Qualität auch ohne Frauenquote begeistert und legt erneut eine Platte vor, die positiv überrascht und zudem auch noch sehr gut klingt. Ich bin von dieser CD sehr angetan und kann sie nur wärmstens empfehlen. Erschienen ist "Can You Stand The Heat" am 19. April 2013 und im Sommer und Herbst gibt es Livetermine: Karten bestellen!

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Danny Bryant – Hurricane / Neues Album und Tour

Der 32-jährige Brite Danny Bryant veröffentlicht am 19. April bereits sein neuntes Album Hurricane. Vor gut einem Jahr hatte ich schon die Live-CD Night Life zur Rezension vorliegen, welche auch durchaus lobende Worte bei mir fand. Nun steht das frische Werk auf dem Prüfstand.

Danny Bryant - Hurricane
Das schlichte Design des CD-Covers im zurückhaltenden Schwarz/Weiß passt scheinbar nicht so ganz zum Titel Hurricane. Das soll hier aber nicht weiter stören, schließlich soll so eine Platte mit den inneren Werten überzeugen. Nach dem Start des Longplayers drückt gleich das eingängige Gitarrenriff von "Prisoner Of The Blues" auf die Membranen. Der Songtitel erinnerte mich flugs an Walter Trout´s "Prisioner Of A Dream", vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1990, ein Song, den ich bis heute ziemlich genial finde. Danny Bryant´s Eröffnungstitel enthält ebenfalls das Potential über Dekaden zu begeistern. Die Nummer hat Druck, gute Solopassagen und wieder erinnert mich sein Gesang partiell an Ian Gillan (Deep Purple). Der Titelsong "Hurricane", eine eher ruhige Nummer, lässt sowohl vom Song, als auch vom Gesang leichte Assoziation zu einem gewissen Jon Bon Jovi zu. Das muss jetzt nicht für jeden einen Anlass zum Kauf darstellen, zeigt aber auf jeden Fall die Wandelbarkeit von Danny Bryant. Der im Song besungene Hurricane ist übrigens mit Herzschmerz des Sängers gleichzusetzen, was die eher ruhige Stimmung des Titels erklärt und somit auch die oben erwähnte Covergestaltung. Es geht halt um den Blues!

Aufgenommen wurde das Album in der Zurückgezogenheit der Grafschaft Cornwall im Südwesten Großbritanniens, ohne technische Errungenschaften wie das Internet und selbst ein Telefonnetz ist dort kaum vorhanden. In dieser Abgeschiedenheit konnte sich Danny Bryant voll auf die Musik konzentrieren. Und herausgekommen ist tatsächlich ein solides Blues-Rock-Album. Bei einigen Stücken sind die Enden für meinen Geschmack etwas flatterig. Im positiven Gesamtbild ist das aber zu verschmerzen. Auch wenn der Vergleich ggf. etwas hinkt, ist das Gitarrenspiel gegenüber des letzten Livealbums sauberer. Das kann natürlich durch die wesentlich legereren Bedingungen im Studio begünstigt sein, aber auch durch eine Entwicklung in der Spieltechnik. In meiner letzten Rezension hatte ich mir gewünscht, dass Danny Bryant noch mehr seinen eigenen Sound findet. Und ich denke, er ist auf einem sehr guten Weg. Da viele Songs des Albums mit 2 Gitarren oder zusätzlichen Keyboards aufgenommen wurden, bleibt abzuwarten, wie das Ganze in der Formation des Power-Trios live herüberkommt. Ansehen und anhören kann man sich das auf der anstehenden Tour. Musikalisch und spielerisch hat Danny Bryant auf jeden Fall wieder einen Sprung nach oben gemacht.

Danny Bryant – Hurricane – Tour Termine
Datum Ort Location
18.04.2013 Unna Lindenbrauerei
19.04.2013 Köln Yardclub
20.04.2013 Rutesheim Uhlenspiegel
21.04.2013 Freiburg Jazzhaus
22.04.2013 A-Salzburg Rockhouse
24.04.2013 München Garage Deluxe
25.04.2013 Erfurt Museumskeller
26.04.2013 Torgau Kulturbastion
27.04.2013 Berlin Quasimodo
    
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Danny Bryant 'Hurricane' Album Preview



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Die volle Packung für Jeff Healey Fans

Ich kann mich noch recht gut daran erinnern, als ich das erste Mal Jeff Healey im Fernsehen sah. Das war damals eine Offenbarung. Ein blinder Mann lieferte, seine Gitarre auf den Beinen liegend, eine grandiose Performance mit extremer Spielfreude ab und überzeugte mich total. Das war virtuoser Bluesrock der Extraklasse! Ich weiß allerdings nicht mehr, in welcher Sendung das war. In den folgenden Jahren habe ich Jeff Healey zweimal live erlebt, wo er mich auch jedes Mal total begeistert hat. Am 22. Februar sind gleich zwei neue Sahnestückchen für Jeff Healey Fans erschienen.

Jeff Healey – As The Years Go Passing By [CD/DVD]

Jeff Healey - As The Years Go Passing By
Dieses besondere Set von in-akustik ist in zwei Versionen erhältlich. Einmal mit drei CDs sowie als Deluxe Edition zusätzlich mit 2 DVDs. Enthalten sind drei Konzertmitschnitte aus der Zeit, als es im Fernsehen noch die Kultsendung "Ohne Filter" gab. Konkret sind es die Auftritte "Ohne Filter Extra" vom 10. Mai 1989, da war Healey noch relativ unbekannt. Eventuell ist das sogar das Konzert, bei dem ich ihn erstmals begeistert sah. Ferner im Set dabei sind "Extraspät in Concert" vom 2. April 1995 sowie "Ohne Filter Extra" vom 31. Oktober 2000. Über die Jahre kann man sehr gut sehen und hören, wie Jeff Healey reifte. Zu Anfang seiner Solo-Karriere war er noch voller Adrenalin, wirkte wild und ungestüm, in den folgenden Jahren wurde er zwar etwas ruhiger, blieb aber dennoch virtuos und einzigartig. Sein Gitarrenspiel wurde sogar mit der Zeit sauberer. Die Tour aus dem Jahr 2000 war jedoch auch die letzte der Jeff Healey Band.

Jeff Healey - As The Years Go Passing By (Official Trailer)



Die Konzerte waren für Fans wahre Highlights dieses außergewöhnlichen Musikers! Das 89er Konzert ist ein echter Kracher. Wenn Healey seinen ersten Hit "See The Light" anstimmt, bekomme ich noch heute eine Gänsehaut. Und das Solo ist einmalig! B.B. King, mit dem Jeff Healey bereits 1986 spielte, sprach damals schon in den höchsten Tönen von Healey und nannte ihn seinen Freund. Diese Kompilation enthält Mitschnitte aus drei tollen Konzerten, die den Kanadier mit seinem ganzen Können zeigen. Definitiv für Fans ein "Must Have". Die Tonträger haben zusammen 183 Minuten, das Videomaterial 200 Minuten Spielzeit.


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Jeff Healey Band – House On Fire

Jeff Healey Band - House On Fire
Die andere Veröffentlichung ist ein Album, das von Eagle Rock publiziert wurde. Enthalten sind gut 47 Minuten mit Demos und Raritäten aus den Neunzigern. Acht der elf Nummern wurden zwischen März und Juli 1992 während der Sessions für das Album "Feel This" aufgenommen. Die beiden Tracks "Adam Raised A Cain" (von Bruce Springsteen) und "We’ve Got Tonight" (ja, genau das, was im Original von Kenny Rogers und Sheena Easton intoniert und von Bob Seeger geschrieben wurde) stammen vom Mai/Juni 1994, "Daze Of The Night" wiederum vom Oktober 1998. Das Album ist klanglich bei einigen Songs nicht ganz optimal, aber als Ergänzung zur bestehenden Diskografie, insbesondere für Healey-Anhänger eine Bereicherung. Das Artwork der CD passt zu den damaligen Scheiben der Jeff Healey Band und reiht sich somit auch optisch perfekt in die bereits gesammelten Tonträger ein.


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Jeff Healey, der seit seinem ersten Lebensjahr an einem bösartigen Netzhauttumor litt, welcher auch für seine Erblindung verantwortlich war, starb am 02. März 2008 an dieser heimtückischen Krankheit, wenige Tage vor seinem 42. Geburtstag. Kurz vor seinem fünften Todestag erschienen nun diese beiden Werke und bringen den Fans zum einen die wirklich überzeugenden TV-Konzerte vom Anfang seiner Karriere bis zum Jahr 2000. Das sind großartige Zeitdokumente, die in jede Healey-Sammlung gehören! Zum anderen kommen auf "House On Fire" einige unveröffentlichten Stücke heraus, die ebenfalls eine wichtige Vervollständigung des Lebenswerks von Jeff Healey darstellen. Selbst nach einem knappen viertel Jahrhundert und fünf Jahre nach seinem Tod fasziniert mich der blinde Blues-Man aus Kanada immer noch. So einen Gitarristen wie Jeff Healey wird es wahrscheinlich nie wieder geben!

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Neues vom Plattenmarkt am 01. Februar 2013

Auch diese Woche sind keine Mega-Kracher unter den neuen Releases der Plattenfirmen. Dennoch sind nach einiger Suche in den Veröffentlichungen des 1. Februars 2013 ein paar Perlen aufgetaucht, die ich als Empfehlungen in meine Auswahl genommen habe. Wer mit Walliserdeutsch etwas anfangen kann, sollte sich mal die frische CD der Schweizer Mundartsängerin Sina mit schönen Popsongs in unterschiedlichen Duetten, u.a. mit Stefanie Heinzmann antun. Der Bluesrocker Mitch Ryder veröffentlicht einen Konzertmittschnitt, genau wie die Average White Band, die mit Soul, Funk und R&B sowie dem Hit "Pick Up The Pieces" in den Siebzigern bekannt wurde. Ebenfalls live, aber schon etwas älter, ist das Album der UK-Tour 75 von Thin Lizzy. Die Niederländer von Golden Earring (Radar Love) bringen ein neues Studioalbum und von Blind Guardian kommt ein fettes Box-Set, das auf 8.000 Exemplare limitiert ist. Hochwertiger Jazz kommt diese Woche von Cloning Americana (Modern Jazz), dem deutschen Jazz-Gitarristen Helmut Kagerer sowie vom Lora Kostina Trio, einer Gruppe um die namensgebende Pianisten aus Sankt-Petersburg. Zu guter Letzt beglückt uns Altpunk Billy Idol mit einem DVD-Live-Konzert aus dem Jahr 1993, das jedoch mit 50 Minuten Spielzeit recht knapp ausfällt.
Somit sind doch auch diese Woche wieder ein paar Schmankerl dabei. Geht doch!

Die Liste meiner Auswahl in tabellarischer Übersicht:

Cover
Titel
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Sina - Duette
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Blind Guardian - A Traveler's Guide to Space and Time
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Golden Earring - Tits 'n Ass
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Cloning Americana - For Which It Stands
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Average White Band - Times Squared
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Helmut Kagerer - About Birds and Bees
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Thin Lizzy - UK Tour '75
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Lora Kostina Trio – Vorahnung
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Mitch Ryder - It's Killing Me
Mitch Ryder - It's Killing Me
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Billy Idol - Live From London
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The Motives – Featuring Matt Taylor

Ein Freund von mir nennt Blues auch gerne mal abwertend "Bauernpunk". Nun gut, es gibt sicherlich drittklassige Blueskapellen, die auf Dorffesten spielen und mit einer derartigen Umschreibung zufrieden sein könnten. Es gibt jedoch auch Bands, die wirklich hochkarätig sind und allein mit dem Genre Blues schon ungenügend beschrieben wären. The Motives sind so eine Band!

The Motives - Cover
Laut Presseankündigung vereinen sich bei "The Motives" vier der besten Bluestalente Europas. Da wären an der Gitarre und am Gesang Matt Taylor (Long John Baldry, The Snow White Blues Projekt, Patricia Kaas, Gary Barlow,…), an der Hammond sowie am Piano Jonny Dyke (Amy Macdonald, Judie Tzuke, Coco Montoya, Ben E King, US Bonds and The Overtones,…), am Bass Andy Graham ('Best Bass Player' bei den British Blues Awards 2010 & 2011, Ian Siegal,…) und last but not least am Schlagzeug Roy Martin (Aretha Franklin, David Sanborn, James Morrison, Jack Bruce, Joan Baez, Robert Palmer,…). Diese vier haben das neue Bandprojekt The Motives gegründet und werden am 22. Juni ihr erstes Album in dieser Konstellation veröffentlichen. Ich habe bereits ein Promoexemplar vorliegen und bin richtig begeistert. Das Cover mit Sin-City-Schrift ist schon ein erstes Statement, das die Erwartungen schürt. Hier sind Profis mit ganz viel Herzblut am Werk und zeigen rund eine Stunde lang, wie anständige Bluesmusik klingt. Sie verbinden 40er New York, 50er Chicago und 60er London Sound mit dem elektrisierenden Gitarrenspiel von Matt Taylor. Dabei erklingen die Gitarrenparts mit einem herrlichen Röhrensound, ergänzt von typischen Hammond-Orgeln und feinsten (E-)Piano Melodien. Getragen wird alles durch die solide Rhythmus-Sektion. Der Gesang von Matt Taylor klingt streckenweise wie ein motivierter Eric Clapton, erinnert aber zuweilen auch etwas an Mark Hollis von Talk Talk. Die Mischung macht´s. Das Album geht spielerisch durch die Jahrzehnte und zeigt Songmaterial, das vertraut, aber dennoch frisch wirkt. Schon der Opener "Never Tell A Lie" glänzt durch ein tolles Intro, in dem gleich der Benchmark gesetzt wird. Die Füße wippen sofort mit und der überzeugende Retro-Sound begeistert bei sehr gutem Klang. Hier sind Musiker am Werk, die die Songs nicht nur spielen, sondern leben. Feinste Handmade-Musik live und auf echten, (vermutlich) alten Instrumenten eingespielt. So muss Blues gemacht werden – ehrlich und authentisch und ohne große Effekthascherei. Dann ist es auch definitiv kein Bauernpunk, sondern musikalische Handwerkskunst erster Klasse, die richtig abgeht! Im April 2012 hat übrigens die Pre-Produktion für einen weiteren Sin-City Film (Sin City: A Dame to Kill For) begonnen. Der eine oder andere Song von The Motives könnte da doch bestimmt in den Soundtrack passen!

The Motives feat. Matt Taylor - Natures Cruel Design


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Joe Bonamassa – Driving Towards The Daylight

Faulheit kann man Joe Bonamassa sicher nicht vorwerfen. Solo, mit Beth Hart sowie mit der Band Black Country Communion, bei der er festes Mitglied ist, hat er allein 2011 drei Studio-Alben veröffentlicht! Ende März erschien der Konzertmitschnitt "Beacon Theatre – Live From New York" auf DVD/Blu-ray und am Freitag (18. Mai 2012) folgt bereits sein nächstes Album, das 13. seiner Karriere. "Driving Towards The Daylight" heißt das Werk; und wieder lässt Herr Bonamassa sich nicht lumpen.

Joe Bonamassa - Driving Towards The Daylight
In rund 55 Minuten zeigt der US-Gitarrist, Sänger und Songwriter wieder mal seine herausragenden Qualitäten. Vier der 11 Songs stammen aus seiner Feder, die anderen Titel sind von Robert Johnson, Howlin´ Wolf, Willie Dixon, Bernie Marsden (Ex-Whitesnake), Bill Withers, Tom Waits und Jimmy Barnes. Letzterer hat es sich auch nicht nehmen lassen, seinen 87er Hit "Too Much Ain't Enough Love" selbst einzusingen. Mit dem "Fremdmaterial" verneigt sich Joe Bonamassa vor seinen Helden. Die Zusammenstellung der Songs enthält eine gute Mischung aus klassischen Bluesthemen und gradlinigem Rock. Dabei zeigt das Album, dass die Genres Blues und Rock sehr eng verbunden und die Grenzen fließend sind. Diese Musik ist durch eine gekonnte Spielweise auch im Jahr 2012 immer noch topaktuell! Während ich früher oft das Gefühl hatte, dass Joe Bonamassa sich gerne durch schnelle Soli profilieren wollte, hält er heute ein besseres Maß ein. Der Mann wird ja ebenfalls älter und reifer. Er hat es auch inzwischen gar nicht mehr nötig, sein Können permanent durch ausschweifende Kurbel-Exzesse auf dem Griffbrett unter Beweis zu stellen. Da wo es passt, gibt es natürlich dennoch flotte Soloparts. An anderen Stellen überzeugt er durch ruhiges und sehr gefühlvolles Spiel. Meine Anspieltipps sind "A Place In My Heart" und "New Coat Of Paint". Die Tendenz der Chartplatzierungen der letzten Bonamassa Alben zeigte eigentlich immer nach oben. Die Top-Positionen stiegen also sukzessive von CD zu CD. Sein letztes reines Solo-Album "Dust Bowl" schaffte es 2011 immerhin auf Platz 10 in Deutschland. Hier scheint Joe Bonamassa eine ganz respektable und stetig wachsende Fan-Gemeinde zu haben, die garantiert auch an "Driving Towards The Daylight" erneut ihre Freude haben wird.

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Ledfoot – Gothic Blues Volume One

Weiße Haare, schwarze Kleidung, schwarz lackierte Fingernägel und zahlreiche Tattoos; Das ist der Wahl-Norweger Ledfoot (aka Tim Scott McConnell). Geboren 1958 in einem Trailerpark in Florida und als Sohn von Wanderarbeitern durch die USA gereist, fing er im Alter von 15 Jahren an, in Biker Bars Musik zu machen. Mit 17 ging er nach New York, um in Undergroundclubs zu spielen. Der Mann ist ein Ausnahmekünstler mit großer Ausstrahlungskraft, in seiner Art sicher mit Alleinstellungsmerkmal und kein Unbekannter in der Musikszene. Seine früheren Bands hießen The Rockats (ab 1979) sowie The Havalinas (ab 1989) und er tourte mit Größen wie Bob Dylan, Chris Isaak oder Tina Turner. 1996 covert sogar der Boss Bruce Springsteen den Havalinas Song "High Hopes".

Ledfoot - Gothic Blues Volume One
Nun erscheint das neue Ledfoot Album, "Gothic Blues Volume One". Tim Scott McConnell gilt als Meister der 12-saitigen Gitarre, der Gothic Blues ist eine von ihm kreierte Musikrichtung. Hier verbindet er klassischen Blues und Bluesrock mit lyrischen Gothic Elementen. Es gibt viel Slidegitarre und charismatischen Gesang. Heraus kommen melancholische bis düstere, aber kraftvolle Songs, die mich gesanglich teilweise an Jim Morrison (The Doors) erinnern. Und optisch könnte er doch durchaus der ältere Bruder von Dave Gahan (Depeche Mode) sein, oder? Die Texte von Ledfoot sind kurz und knapp, aber sehr bissig und mit einer Spur Extravaganz. Der Mann ist ein Unikum und seine Musik speziell. Live ist Ledfoot voller Energie und zieht seine Zuhörerschaft in den Bann. 2011 konnte er auf dem legendären Glastonbury Festival im Südwesten Englands Publikum und Presse begeistern. Eine Kostprobe aus dem neuen Album findet Ihr im Videoclip:

Ledfoot - What you mean to me


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Danny Bryant´s Redeyeband – Night Life – Live In Holland

In der Fachpresse habe ich schon öfter über Danny Bryant gelesen. Dort wird der englische Bluesgitarrist und Sänger teils hoch gelobt. Insbesondere weil er permanent auf Tour ist, gebührt ihm schon mal der Preis für den Fleiß. Er spielt jährlich über 150 Konzerte! Am 9. März kam zeitgleich der Live-Mitschnitt eines Konzertes vom 17. September 2011 auf CD und DVD raus. Ich habe die CD "Night Live" zum Probehören erhalten.

Danny Bryant - Night Life
Danny Bryant spielt seinen Blues mit dem nötigen Feeling und wirkt dadurch authentisch. Technisch hat er (noch) nicht die Brillanz wie Joe Bonamassa oder Robben Ford, aber seine Gitarre erzählt ehrliche und schmerzvolle Geschichten mit reichlich Crunch. Zudem hat er eine powervolle Stimme, die z.B. in "Just As I Am" sehr an Ian Gillan (Deep Purple) erinnert. Er kann die Töne aber auch mal wie Joe Cocker rausdrücken. Gesanglich bedient er das Bluesrock-Genre also ziemlich gut. Für meinen Geschmack könnte er den Gitarrensound jedoch noch etwas optimieren. Er spielt hauptsächlich eine strat-ähnliche "Fret King Corona SP", die mit 2 Single Coils und einem P-90 Pickup bestückt ist. Der P-90 hat extrem viel Output, was über den Marshall Amp in High-Gain-Einstellung leider partiell etwas matschig bzw. zu fett klingt. Wenn er die Verzerrung mehr über den Volumenregler der Gitarre und die Spieltechnik rausholen würde, wäre es vielleicht noch ein wenig geiler! Ihm fehlt also noch ein wenig der eigene, unverkennbare Sound, der für einen Gitarristen extrem wichtig ist. Bei seiner Spielpraxis sollte da jedoch noch Luft nach oben sein. Vielleicht sollte er ebenfalls mit dem Equipment experimentieren, um den einmaligen Danny Bryant Sound zu finden. Der Klang des Albums wirkt teilweise etwas dick und leicht mittenlastig. Zudem ist der Livemix nicht ganz optimal. Dass der Applaus des Publikums nach den Songs hochgezogen wird, ist normal. Es sollte aber nicht das Klangbild so sehr beeinflussen, wie es hier zum Teil der Fall ist. Am Ende der John Hiatt Nummer "Master Of Disaster" wird der Pegel sehr schlagartig und deutlich vernehmbar angehoben (im Video ist diese Stelle deutlich bei 1:34 hörbar). Das hätte man besser machen können! Die CD ist mit gut 68 Minuten Spielzeit gut gefüllt und für Bluesrockfans durchaus ein Tipp. Lange Stücke, mit ausgiebigen Soloanteilen finden auch 2012 viele Freunde!

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Morblus – Deluxe (Live At The Camploy Theatre)

Die Bluesmusik hat einige verschiedene Facetten. So gibt es z.B. den Delta Blues dessen wichtigste Figur wohl Robert Johnson war und der sozusagen dem Mississippi-Delta entsprang. Andere Blues-Stile sind ebenfalls namentlich mit der Region verbunden, in der sie entstanden sind. Es gibt den Chicago Blues (Buddy Guy, Bo Diddley, Luther Allison, Muddy Waters,…), den Texas Blues (Albert Collins, Freddy King, Stevie Ray Vaughn,…) den Britischen Blues (Eric Clapton, John Mayall, Alexis Korner,…) und vielleicht auch schon den Italian Blues? Na gut, ganz so weit will ich mich nun doch nicht aus dem Fenster lehnen! Die italienische Band Morblus spielt dennoch einen beeindruckenden Blues, der stilistisch allerdings etwas breiter gefächert ist.

Morblus Deluxe Cover
Die vorliegende CD ist ein Livemittschnitt eines Konzerts vom 17. November 2006 im "Teatro Camploy" in Verona. Frontmann Roberto Morbioli spielt hauptsächlich eine Fender Telecaster über klassische Fender Röhrenverstärker und zaubert damit die typisch drahtigen, leicht mittigen Sounds. Zudem hat er eine recht interessante Stimme – passend zur Musik. Ich würde den Stil der Band grundsätzlich eher dem Chicago Blues zuordnen. Es gibt auf der CD aber auch Rockabilly (Jungle Night), rockiges und Stücke, die z.B. in Richtung Eric Clapton oder Joe Cocker (I Can´t Go Wrong) gehen. Es ist also eine bunte Mischung, die jedoch in sich geschlossen ist. Alles dreht sich doch immer um den Blues und die Band bedient die einzelnen Varianten absolut überzeugend. Dafür sorgt eine gut eingespielte Truppe mit zwei Keyboardern, einem zweiten Gitarristen, Bassist, Drummer und einem weiblichen Backgroundchor. Insgesamt stehen 10 Leute auf der Bühne, die ihr Handwerk verstehen. Die gute Klangqualität der CD ist ein weiterer Pluspunkt, der dem ambitionierten Bluesfan jede Menge Freude bereiten sollte. Als letztes Stück des Albums gibt es dann noch den Achtziger-Hit "Purple Rain" von Prince. Gut 72 Minuten erklingt dieser gelungene Morblus Mitschnitt und liefert eine richtig gute Liveclub-Atmosphäre mit tollen Blues-Songs ins heimische Wohnzimmer.

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TV-Tipp: Rockpalast von den Leverkusener Jazztagen 2011

Walter Trout © SULUPRESS.DE / Torsten Sukrow
Am Montag, den 20. Februar 2012 sendet das dritte Programm vom WDR einen ganz besonderen Rockpalast. Von 01.30 - 04.30 Uhr werden Walter Trout, Johnny A., Popa Chubby und Andy McKee für kurzweilige Unterhaltung sorgen. Aufgenommen bei den 32. Leverkusener Jazztagen 2011 im letzten November zeigen die vier Gitarristen, was sie können. Vor vielen Jahren habe ich Walter Trout in Hamburg bei einem Konzert erleben dürfen und war restlos begeistert! Auf dem Konzert entstand auch das Foto (oben). Der US-Bluesrocker ist live immer ein Erlebnis und wird auch bei diesem Konzert sicherlich überzeugen. Der schwergewichtige Popa Chubby dürfte unter Bluesrockfreuden ebenfalls bekannt sein. Johnny A. (das A. steht für Antonopoulos) ist auch aus Amerika, hat jedoch griechische Wurzeln. Hierzulande ist er noch weniger bekannt, seine Musik ist jedoch im Bereich melodischer Blues- und Jazz- Nummern recht interessant und der Gitarrenbauer Gibson hat ihm bereits ein eigenes Signatur-Model erstellt, was durchaus als Qualitätsmerkmal gewertet werden kann. Und last but least ist Andy McKee noch auf der Setliste, der sich als Fingerstyle-Gitarrist bereits einen Namen gemacht hat. Der Rockpalast-Mitschnitt dürfte also eine unterhaltsame Sendung werden, die man aufgrund der späten Stunde am besten aufzeichnet. Zur Einstimmung kredenze ich noch drei Videos der genannten Künstler.

Walter Trout - Work No More


Johnny A. - Ignorance Is Bliss


Andy McKee - Ebon Coast


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Johnny A. bei Amazon.de suchen
Andy McKee bei Amazon.de suchen
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Foto oben: © SULUPRESS.DE / Torsten Sukrow
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