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Tag: Blues

Foto: Jeff Katz
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Beth Hart & Joe Bonamassa – Seesaw

Joe Bonamassa beherrscht nicht nur diverse Genres wie Blues, Rock oder Funk, er tobt sich auch gerne mal in weiteren Musikstilen aus und hat diverse Nebenprojekte. So kamen zuletzt in recht kurzen Abständen diverse Tonträger von und mit ihm auf den Markt, die von Classic-Rock (Black Country Communion) bis Akustik-Blues (An Acoustic Evening at the Vienna Opera) gingen. Der neueste Coup ist eine weitere CD zusammen mit US-Rockröhre Beth Hart. Das zweite Album der beiden hört auf den Namen Seesaw und enthält 11 Soulklassiker im neuen Gewand.

Beth Hart & Joe Bonamassa - Seesaw
Der erste Track ist eine uralte Nummer aus der Feder von Maceo Pinkard, Doris Tauber und William Tracey. "Them There Eyes" wurde erstmalig 1930 veröffentlicht und u.a. von Weltstars wie Louis Armstrong, Duke Ellington oder Diana Ross interpretiert. Richtig bekannt wurde der Song, als Billie Holiday ihn 1939 sang. Ein absolut zeitloser Titel, der aber auch schon gleich zu Anfang klarmacht, dass überall da, wo Joe Bonamassa draufsteht, nicht nur zünftiger Bluesrock drin sein muss. Dennoch gibt es flotte Stücke und bluesig ist es zum Teil natürlich auch. Irgendwie sind die Musikstile am Ende ja doch alle miteinander verwandt. An der Gitarre ist Bonamassa eine Koryphäe, nimmt sich aber auf Seesaw durchaus zurück. Gesanglich kann Beth Hart mich persönlich sowieso deutlich mehr überzeugen. Mir gefällt die Stimme von Joe Bonamassa nämlich nicht so gut, so dass eine verruchte, dreckige Frauenstimme entschieden mehr gefällt. Deutlich wird dies z.B. bei der Coverversion von "Nutbush City Limits". Beth Hart hat jede Menge Rotz im Gesang, was absolut positiv ist. Auch die ruhigeren Nummern singt sie ausnahmslos überzeugend. Die großen Gitarrenkurbelexzesse gibt es auf diesem Album nicht und dennoch vermag Bonamassa wieder seine Güte unter Beweis zu stellen und mit tollen Solo-Einlagen zu überzeugen. Der Soul liegt ihm wohl ebenfalls. Und weil zu diesem Musikstil knackige Bläsersätze gehören, kommt zuweilen ein angenehmes Bigband-Feeling auf. Mit "If I Tell You I Love You" von Melody Gardot kommt sogar eine Prise Chanson mit Akkordeon ins Spiel. Abwechslungsreich ist das Album also schon und Spaß macht es ebenfalls. Und da Soul und Blues durchaus fließende Übergänge haben, dürfte auch der eingefleischte Bonamassa-Fan seine Freude an Seesaw haben. Die CD mit knapp 50 Minuten Spielzeit wird am 17. Mai 2013 als Limited Edition (inkl. DVD) in den Handel kommen, kann aber bereits jetzt vorbestellt werden.

Beth & Joe - Seesaw WEBISODE 1



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Larry Carlton & Robben Ford – Unplugged [DVD]

Über Larry Carlton und Robben Ford muss man eigentlich keine großen Worte verlieren. Beide sind Gitarren-Legenden und als solche von ihren Fans weltweit geschätzt und geachtet. Larry Carlton wird auch Mr. 335 genannt, was auf die Gibson ES 335 E-Gitarre zurückzuführen ist, die er in erster Linie für seine musikalischen Darbietungen einsetzt. Zusammen mit Robben Ford hat er jedoch 2009 in Paris ein Konzert gegeben, bei dem beide mit Akustikgitarren spielten. Diese Aufnahme wurde kürzlich als DVD und CD veröffentlicht. Es ist übrigens die erste Akustik-Performance, die bis dahin mit Robben Ford aufgenommen wurde.

Larry Carlton Robben Ford - Unplugged
Den Opener des Konzertes im New Morning spielen die beiden Gitarren-Helden ohne Begleitung. Dann kommen Fifi Chayeb am Bass und Claude Salmieri am Schlagzeug hinzu, die das Duo perfekt ergänzen. Larry Carlton hat für mein Empfinden die größeren Solo-Anteile. Bei Robben Ford kommt dafür bei einigen Songs die Stimme zum Einsatz. Genau wie über die Gitarristen als solche, erübrigt sich auch eine Bewertung der spielerischen Leistung der Protagonisten. Beide überzeugen mit hoher Qualität und Professionalität. Dennoch will der Funken bei mir nicht so recht überspringen. Larry Carlton wirkt auf mich wie ein Gitarrist einer Top-40-Band, der tagsüber auf der Zielgerade zum Rentendasein einem "normalen" Beruf nachgeht und sich abends mit tollen Solopassagen auf seinem Instrument profiliert. Robben Ford erscheint mir bei seinen Solo-Einsätzen sauberer und sicherer zu sein. Die Musik dürfte die Fans beider Gitarristen jedoch grundsätzlich begeistern. Besonders haben mir die Songs "Monty", eine Hommage von Robben Ford an Wes Montgomery sowie "I Put A Spell On You" von Screamin' Jay Hawkins (siehe Video) gefallen. Leider ist das Konzert selbst schon nach weniger als 1 Stunde Spielzeit vorbei. Beim Bonusmaterial gibt es dann noch ein Gespräch zwischen den Herren, das vor der Show aufgezeichnet wurde und bei dem natürlich auch viel Gitarre gespielt wird. Den Anhänger von Larry Carlton und Robben Ford dürfte das Konzert, trotz der kurzen Spielzeit vermutlich größtenteils gefallen. Meine Erwartungen wurden jedoch nicht ganz erfüllt.

Larry Carlton & Robben Ford - I Put A Spell On You + Rio Samba



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Ana Popovic – Can You Stand The Heat

Boah, das groovt aber mal so richtig. Während die letzte Scheibe (Unconditional) von Ana Popovic eher back to the roots ging und ruhigerer Natur war, geht auf der neuen CD "Can You Stand The Heat" mit knackigen Funk-Elementen meist die Post so richtig ab.

Ana Popovic - Can You Stand The Heat
Bei der optischen Darstellung von Frau Popovic mögen der eine oder andere Herr und bestimmt auch ein paar Damen von der Musik abgelenkt sein. Die serbische Gitarristin und Sängerin geizt nicht mit ihren Reizen und zeigt offensichtlich gerne ihre weibliche Seite. Nun mag der unkundige Leser meinen, dass man mit hohen Schuhen und langen Beinen nicht unbedingt für den Blues prädestiniert ist. Die oftmals reizvolle Darstellung ist auch nicht jedermanns Sache, aber ein unverkennbares Statement der Künstlerin. Ich kann jedoch die frohe Botschaft verkünden, dass bei Ana Popovic die Musik erster Güte ist. Bereits die ersten Töne der neuen Platte geben die Richtung vor. Sehr funky fühlt man sich sofort in Zeiten zurückversetzt, in denen handgemachte Musik mit synkopierten Bassläufen, groovigen Drums und kernigen Bläsersätzen noch massentauglicher war. Ana Popovic nimmt diesen Faden auf und zeigt wieder mal mit ihrem beeindruckenden Gitarrenspiel und dem gefühlvollen Gesang, dass sie in einer Männerdomäne durchaus ihren Platz gefunden hat. Mit "Can You Stand The Heat" demonstriert sie zudem die Wandelbarkeit des Blues, der nicht nur die Form eines 08/15 12-Takte-Schemas haben muss, sondern so viele weitere interessante Facetten hat. Und interessant ist das Album von Ana Popovic allemal. Es erinnert zeitweise an die Musik von Albert Collins. Als Anpieltipp sei hier mal "Ana´s Shuffle" genannt. Mit einer knappen Stunde Spielzeit beweist die Serbin, dass Blues weder schwarz noch männlich, oder gar traurig ist und auch nicht aus dem Mississippi Delta oder Chicago kommen muss. Ana Popovic zeigt, dass sie mit anständiger Qualität auch ohne Frauenquote begeistert und legt erneut eine Platte vor, die positiv überrascht und zudem auch noch sehr gut klingt. Ich bin von dieser CD sehr angetan und kann sie nur wärmstens empfehlen. Erschienen ist "Can You Stand The Heat" am 19. April 2013 und im Sommer und Herbst gibt es Livetermine: Karten bestellen!

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Danny Bryant – Hurricane / Neues Album und Tour

Der 32-jährige Brite Danny Bryant veröffentlicht am 19. April bereits sein neuntes Album Hurricane. Vor gut einem Jahr hatte ich schon die Live-CD Night Life zur Rezension vorliegen, welche auch durchaus lobende Worte bei mir fand. Nun steht das frische Werk auf dem Prüfstand.

Danny Bryant - Hurricane
Das schlichte Design des CD-Covers im zurückhaltenden Schwarz/Weiß passt scheinbar nicht so ganz zum Titel Hurricane. Das soll hier aber nicht weiter stören, schließlich soll so eine Platte mit den inneren Werten überzeugen. Nach dem Start des Longplayers drückt gleich das eingängige Gitarrenriff von "Prisoner Of The Blues" auf die Membranen. Der Songtitel erinnerte mich flugs an Walter Trout´s "Prisioner Of A Dream", vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1990, ein Song, den ich bis heute ziemlich genial finde. Danny Bryant´s Eröffnungstitel enthält ebenfalls das Potential über Dekaden zu begeistern. Die Nummer hat Druck, gute Solopassagen und wieder erinnert mich sein Gesang partiell an Ian Gillan (Deep Purple). Der Titelsong "Hurricane", eine eher ruhige Nummer, lässt sowohl vom Song, als auch vom Gesang leichte Assoziation zu einem gewissen Jon Bon Jovi zu. Das muss jetzt nicht für jeden einen Anlass zum Kauf darstellen, zeigt aber auf jeden Fall die Wandelbarkeit von Danny Bryant. Der im Song besungene Hurricane ist übrigens mit Herzschmerz des Sängers gleichzusetzen, was die eher ruhige Stimmung des Titels erklärt und somit auch die oben erwähnte Covergestaltung. Es geht halt um den Blues!

Aufgenommen wurde das Album in der Zurückgezogenheit der Grafschaft Cornwall im Südwesten Großbritanniens, ohne technische Errungenschaften wie das Internet und selbst ein Telefonnetz ist dort kaum vorhanden. In dieser Abgeschiedenheit konnte sich Danny Bryant voll auf die Musik konzentrieren. Und herausgekommen ist tatsächlich ein solides Blues-Rock-Album. Bei einigen Stücken sind die Enden für meinen Geschmack etwas flatterig. Im positiven Gesamtbild ist das aber zu verschmerzen. Auch wenn der Vergleich ggf. etwas hinkt, ist das Gitarrenspiel gegenüber des letzten Livealbums sauberer. Das kann natürlich durch die wesentlich legereren Bedingungen im Studio begünstigt sein, aber auch durch eine Entwicklung in der Spieltechnik. In meiner letzten Rezension hatte ich mir gewünscht, dass Danny Bryant noch mehr seinen eigenen Sound findet. Und ich denke, er ist auf einem sehr guten Weg. Da viele Songs des Albums mit 2 Gitarren oder zusätzlichen Keyboards aufgenommen wurden, bleibt abzuwarten, wie das Ganze in der Formation des Power-Trios live herüberkommt. Ansehen und anhören kann man sich das auf der anstehenden Tour. Musikalisch und spielerisch hat Danny Bryant auf jeden Fall wieder einen Sprung nach oben gemacht.

Danny Bryant – Hurricane – Tour Termine
Datum Ort Location
18.04.2013 Unna Lindenbrauerei
19.04.2013 Köln Yardclub
20.04.2013 Rutesheim Uhlenspiegel
21.04.2013 Freiburg Jazzhaus
22.04.2013 A-Salzburg Rockhouse
24.04.2013 München Garage Deluxe
25.04.2013 Erfurt Museumskeller
26.04.2013 Torgau Kulturbastion
27.04.2013 Berlin Quasimodo
    
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Danny Bryant 'Hurricane' Album Preview



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Die volle Packung für Jeff Healey Fans

Ich kann mich noch recht gut daran erinnern, als ich das erste Mal Jeff Healey im Fernsehen sah. Das war damals eine Offenbarung. Ein blinder Mann lieferte, seine Gitarre auf den Beinen liegend, eine grandiose Performance mit extremer Spielfreude ab und überzeugte mich total. Das war virtuoser Bluesrock der Extraklasse! Ich weiß allerdings nicht mehr, in welcher Sendung das war. In den folgenden Jahren habe ich Jeff Healey zweimal live erlebt, wo er mich auch jedes Mal total begeistert hat. Am 22. Februar sind gleich zwei neue Sahnestückchen für Jeff Healey Fans erschienen.

Jeff Healey – As The Years Go Passing By [CD/DVD]

Jeff Healey - As The Years Go Passing By
Dieses besondere Set von in-akustik ist in zwei Versionen erhältlich. Einmal mit drei CDs sowie als Deluxe Edition zusätzlich mit 2 DVDs. Enthalten sind drei Konzertmitschnitte aus der Zeit, als es im Fernsehen noch die Kultsendung "Ohne Filter" gab. Konkret sind es die Auftritte "Ohne Filter Extra" vom 10. Mai 1989, da war Healey noch relativ unbekannt. Eventuell ist das sogar das Konzert, bei dem ich ihn erstmals begeistert sah. Ferner im Set dabei sind "Extraspät in Concert" vom 2. April 1995 sowie "Ohne Filter Extra" vom 31. Oktober 2000. Über die Jahre kann man sehr gut sehen und hören, wie Jeff Healey reifte. Zu Anfang seiner Solo-Karriere war er noch voller Adrenalin, wirkte wild und ungestüm, in den folgenden Jahren wurde er zwar etwas ruhiger, blieb aber dennoch virtuos und einzigartig. Sein Gitarrenspiel wurde sogar mit der Zeit sauberer. Die Tour aus dem Jahr 2000 war jedoch auch die letzte der Jeff Healey Band.

Jeff Healey - As The Years Go Passing By (Official Trailer)



Die Konzerte waren für Fans wahre Highlights dieses außergewöhnlichen Musikers! Das 89er Konzert ist ein echter Kracher. Wenn Healey seinen ersten Hit "See The Light" anstimmt, bekomme ich noch heute eine Gänsehaut. Und das Solo ist einmalig! B.B. King, mit dem Jeff Healey bereits 1986 spielte, sprach damals schon in den höchsten Tönen von Healey und nannte ihn seinen Freund. Diese Kompilation enthält Mitschnitte aus drei tollen Konzerten, die den Kanadier mit seinem ganzen Können zeigen. Definitiv für Fans ein "Must Have". Die Tonträger haben zusammen 183 Minuten, das Videomaterial 200 Minuten Spielzeit.


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Jeff Healey Band – House On Fire

Jeff Healey Band - House On Fire
Die andere Veröffentlichung ist ein Album, das von Eagle Rock publiziert wurde. Enthalten sind gut 47 Minuten mit Demos und Raritäten aus den Neunzigern. Acht der elf Nummern wurden zwischen März und Juli 1992 während der Sessions für das Album "Feel This" aufgenommen. Die beiden Tracks "Adam Raised A Cain" (von Bruce Springsteen) und "We’ve Got Tonight" (ja, genau das, was im Original von Kenny Rogers und Sheena Easton intoniert und von Bob Seeger geschrieben wurde) stammen vom Mai/Juni 1994, "Daze Of The Night" wiederum vom Oktober 1998. Das Album ist klanglich bei einigen Songs nicht ganz optimal, aber als Ergänzung zur bestehenden Diskografie, insbesondere für Healey-Anhänger eine Bereicherung. Das Artwork der CD passt zu den damaligen Scheiben der Jeff Healey Band und reiht sich somit auch optisch perfekt in die bereits gesammelten Tonträger ein.


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Jeff Healey, der seit seinem ersten Lebensjahr an einem bösartigen Netzhauttumor litt, welcher auch für seine Erblindung verantwortlich war, starb am 02. März 2008 an dieser heimtückischen Krankheit, wenige Tage vor seinem 42. Geburtstag. Kurz vor seinem fünften Todestag erschienen nun diese beiden Werke und bringen den Fans zum einen die wirklich überzeugenden TV-Konzerte vom Anfang seiner Karriere bis zum Jahr 2000. Das sind großartige Zeitdokumente, die in jede Healey-Sammlung gehören! Zum anderen kommen auf "House On Fire" einige unveröffentlichten Stücke heraus, die ebenfalls eine wichtige Vervollständigung des Lebenswerks von Jeff Healey darstellen. Selbst nach einem knappen viertel Jahrhundert und fünf Jahre nach seinem Tod fasziniert mich der blinde Blues-Man aus Kanada immer noch. So einen Gitarristen wie Jeff Healey wird es wahrscheinlich nie wieder geben!

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Meine CD-Tipps aus den Veröffentlichungen des 8. Februars 2013

Neues Spiel, neues Glück! Diese Woche erstelle ich zum vorerst letzten Mal meine Liste mit Tipps aus den Neuerscheinungen des Plattenmarktes. Die Resonanz auf diese Rubrik ist zu gering und die Arbeit dafür zu aufwendig. Ich werde jedoch weiter in loser Folge interessante Einzeltitel auf CD und DVD / Blu-ray rezensieren.

Meine Auswahl enthält diesmal wieder in erster Linie eher unbekannte Namen. Da wäre z.B. die belgische Elektronik-Pop-Band Amatorski, die bereits reichlich Lob aus dem Feuilleton bekommen hat, oder Chris Stamey, dessen Albumtitel zwar Blues vermuten lässt; zum Vorschein kommt jedoch ein Singer-Songwriter mit ansprechendem Retro-Sound. Die Band Carver steht für zeitgemäßen Rock mit Punk und Heavy Einflüssen und Lakeside Inn bieten einen spannender Genre-Mix zwischen Rock und Pop mit Anleihen britischer Künstler der 80er. Ebenfalls eher unbekannt ist die Band Delta Spirit, die auf ihrem dritten Album vom Americana/Folk zum Rock/Pop wechselt. Bekannte Namen habe ich aber auch dabei: Da wären z.B. die UK SUBS mit ihrem 24. Album. Die erste Pressung der neuen CD von den Punk-Urgesteinen erscheint als Deluxe Hard Back Sleeve komplett mit einem 20-seitigen Booklet in einer Auflage von 2.000 Stück. Die Bluesrocker Robin Trower und Dr. Feelgood tummeln sich auch in meinen Tipps. Letztere bringen ein Re-Release des 90er Albums "Live In London", remastered und mit bisher unveröffentlichten Tracks. Jazzig wird es mit ECM Künstler Charles Lloyd & Jason Moran und die Singer-Songwriterin Lisa Loeb, die mit dem Song "Stay (I Missed You)" bekannt wurde, steht auch mit einem neuen Longplayer in den Startlöchern. Beim Klick auf die Cover-Fotos öffnet sich die entsprechende Produktseite von Amazon.de. Bei den meisten Alben kann man die Songs anspielen.

Hier kommt die makellose Übersicht meiner Tipps aus den Neuerscheinungen vom 8. Februar 2013:

Cover
Titel
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Lisa Loeb - No Fairy Tale
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Amatorski - TBC
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Robin Trower - Roots & Branches
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Delta Spirit - Delta Spirit
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Carver - Preflight
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Charles Lloyd & Jason Moran - Hagar's Song
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UK SUBS - XXIV
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Chris Stamey - Lovesick Blues
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Lakeside Inn - Tomorrow Will Be Done
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Dr. Feelgood - Live In London
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Interessante Musik Neuerscheinungen auf CD vom 25. Januar 2013

Wirklich neue Alben der bekannten, großen Namen sind diese Woche zwar nicht dabei, ich habe aber dennoch eine ganz spannende Auswahl der Neuerscheinungen des Plattenmarktes vom 25. Januar 2013 zusammengestellt. Meine Liste beginnt mit der Neuauflage des legendären Fleetwood Mac Albums "Rumors", das zum 35. Geburtstag in verschiedenen Ausführungen erscheinen wird. Die deutschen Elektromusik-Pioniere von Qluster (vormals Kluster bzw. Cluster) erfreuen die Fans mit frischem Material. Eine fluffige Scheibe bringt auch die Singer-Songwriterin Betty Steeles und ein Comeback feiert die britische Metal-Institution Chrome Molly nach 22 Jahren. Die Sparte "Blues" wird diese Woche mit den Alben von Erja Lyytinen und Bart Walker anspruchsvoll besetzt. Und jazzig wird es mit dem Yaron Herman Trio sowie der CD von Jill Barber, die den 50er Style mit Orchester aufleben lässt und dabei mit ihrer Stimme zeitweise an Katie Melua erinnert. Die Hard 'n' Heavy Fraktion wird weiter beglückt mit dem neuen Werk von Pink Cream 69 sowie einer tollen Platte von Dante, die irgendwo zwischen Progressive Metal und Progressive Rock ihr Genre gefunden haben.

Hier ist die strukturierte Auflistung meiner Empfehlungen für diese Woche:

Cover
Titel
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Fleetwood Mac - Rumours
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Pink Cream 69 - Ceremonial
Pink Cream 69 - Ceremonial
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Dante - November Red
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Jill Barber - Mischievous Moon
Jill Barber - Mischievous Moon
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Erja Lyytinen - Forbidden Fruit
Erja Lyytinen - Forbidden Fruit
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Betty Steeles - This Is Betty Steeles
Betty Steeles - This Is Betty Steeles
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Chrome Molly - Gunpowder Diplomacy
Chrome Molly - Gunpowder Diplomacy
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Qluster - Lauschen
Qluster - Lauschen
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Bart Walker - Waiting On Daylight
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Yaron Herman Trio - A Time for Everything
Yaron Herman Trio - A Time for Everything
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The Motives – Featuring Matt Taylor

Ein Freund von mir nennt Blues auch gerne mal abwertend "Bauernpunk". Nun gut, es gibt sicherlich drittklassige Blueskapellen, die auf Dorffesten spielen und mit einer derartigen Umschreibung zufrieden sein könnten. Es gibt jedoch auch Bands, die wirklich hochkarätig sind und allein mit dem Genre Blues schon ungenügend beschrieben wären. The Motives sind so eine Band!

The Motives - Cover
Laut Presseankündigung vereinen sich bei "The Motives" vier der besten Bluestalente Europas. Da wären an der Gitarre und am Gesang Matt Taylor (Long John Baldry, The Snow White Blues Projekt, Patricia Kaas, Gary Barlow,…), an der Hammond sowie am Piano Jonny Dyke (Amy Macdonald, Judie Tzuke, Coco Montoya, Ben E King, US Bonds and The Overtones,…), am Bass Andy Graham ('Best Bass Player' bei den British Blues Awards 2010 & 2011, Ian Siegal,…) und last but not least am Schlagzeug Roy Martin (Aretha Franklin, David Sanborn, James Morrison, Jack Bruce, Joan Baez, Robert Palmer,…). Diese vier haben das neue Bandprojekt The Motives gegründet und werden am 22. Juni ihr erstes Album in dieser Konstellation veröffentlichen. Ich habe bereits ein Promoexemplar vorliegen und bin richtig begeistert. Das Cover mit Sin-City-Schrift ist schon ein erstes Statement, das die Erwartungen schürt. Hier sind Profis mit ganz viel Herzblut am Werk und zeigen rund eine Stunde lang, wie anständige Bluesmusik klingt. Sie verbinden 40er New York, 50er Chicago und 60er London Sound mit dem elektrisierenden Gitarrenspiel von Matt Taylor. Dabei erklingen die Gitarrenparts mit einem herrlichen Röhrensound, ergänzt von typischen Hammond-Orgeln und feinsten (E-)Piano Melodien. Getragen wird alles durch die solide Rhythmus-Sektion. Der Gesang von Matt Taylor klingt streckenweise wie ein motivierter Eric Clapton, erinnert aber zuweilen auch etwas an Mark Hollis von Talk Talk. Die Mischung macht´s. Das Album geht spielerisch durch die Jahrzehnte und zeigt Songmaterial, das vertraut, aber dennoch frisch wirkt. Schon der Opener "Never Tell A Lie" glänzt durch ein tolles Intro, in dem gleich der Benchmark gesetzt wird. Die Füße wippen sofort mit und der überzeugende Retro-Sound begeistert bei sehr gutem Klang. Hier sind Musiker am Werk, die die Songs nicht nur spielen, sondern leben. Feinste Handmade-Musik live und auf echten, (vermutlich) alten Instrumenten eingespielt. So muss Blues gemacht werden – ehrlich und authentisch und ohne große Effekthascherei. Dann ist es auch definitiv kein Bauernpunk, sondern musikalische Handwerkskunst erster Klasse, die richtig abgeht! Im April 2012 hat übrigens die Pre-Produktion für einen weiteren Sin-City Film (Sin City: A Dame to Kill For) begonnen. Der eine oder andere Song von The Motives könnte da doch bestimmt in den Soundtrack passen!

The Motives feat. Matt Taylor - Natures Cruel Design


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Claudia Schmidt – Bend In The River – Collected Songs

Zugegeben, der Namen Claudia Schmidt klingt nicht unbedingt nach einer internationalen Sängerin, die schon erfolgreich mehrere Alben publiziert hat. Und dennoch kommt eine Frau, mit eben diesem Namen aus Traverse City in Michigan / USA und hat kürzlich ihr 17. Album mit einer Songauswahl früherer Tonträger veröffentlicht.

Claudia Schmidt - Bend In The River
Die Songs zeigen einen Auszug aus ihren Red House Alben "Big Earful", "Essential Tension", "While We Live (with Sally Rogers)", "It Looks Fine From Here" und "Wings Of Wonder". Claudia Schmidt hat nicht den Bekanntheitsgrad, wie Künstlerinnen der ersten Liga, was der musikalischen Qualität jedoch keinen Abbruch tut. Sie begeistert mit ihrer wandlungsfähigen Stimme bereits seit Jahrzehnten und bietet mit Folk, Jazz und Blues eine ganz besondere musikalische Mischung. Auf dem Album "Bend In The River" mit 16 Original-Songs sind auch Gastauftritte von Mitgliedern der JJ Farley & The Original Soul Stirrers, Beausoleil, The Violent Femmes, Tom Waits Band, Peter Ostroushko und Sally Rogers zu hören. Neben dem Gesang spielt Claudia Schmidt ebenfalls Gitarre sowie ein zitherähnliches Instrument namens Appalachian Dulcimer. Seit Ende der Siebziger zählt sie zur Folk/Akustik Musikszene in den USA und hatte bereits mit ihrem ersten Album, das schlicht "Claudia Schmidt" hieß, großen Erfolg. Wer so lange im Geschäft ist, muss Qualität abliefern. Und genau das macht Claudia Schmidt auch. Sowohl das Songwriting, als auch ihr Gesang überzeugen. Garrison Keillor, ein US-amerikanischer Schriftsteller und Radiomoderator sagt: "Wenn Claudia ein Lied singt, bleibt es gesungen", und der San Francisco Bay Guardian schrieb: "Schmidts Shows sind ähnlich, wie sich zu verlieben. Man weiß nie, was als nächstes passieren wird, möglich ist, es wird wunderbar sein, jeder Moment wird ins Gedächtnis gebrannt und du weißt, du wirst nie wieder derselbe sein." Konzerte gibt Claudia Schmidt hauptsächlich in ihrem direkten Umfeld in Michigan, große Tourneen scheinen jedoch nicht ihr Ding zu sein. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie in Deutschland eher unbekannt ist. Ihre neue CD ist hier dennoch erhältlich. Diese zeigt über eine Spielzeit von 63:30 Minuten ein interessantes Spektrum ihrer Stile und ihres sauberen Gesangs.

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Joe Bonamassa – Driving Towards The Daylight

Faulheit kann man Joe Bonamassa sicher nicht vorwerfen. Solo, mit Beth Hart sowie mit der Band Black Country Communion, bei der er festes Mitglied ist, hat er allein 2011 drei Studio-Alben veröffentlicht! Ende März erschien der Konzertmitschnitt "Beacon Theatre – Live From New York" auf DVD/Blu-ray und am Freitag (18. Mai 2012) folgt bereits sein nächstes Album, das 13. seiner Karriere. "Driving Towards The Daylight" heißt das Werk; und wieder lässt Herr Bonamassa sich nicht lumpen.

Joe Bonamassa - Driving Towards The Daylight
In rund 55 Minuten zeigt der US-Gitarrist, Sänger und Songwriter wieder mal seine herausragenden Qualitäten. Vier der 11 Songs stammen aus seiner Feder, die anderen Titel sind von Robert Johnson, Howlin´ Wolf, Willie Dixon, Bernie Marsden (Ex-Whitesnake), Bill Withers, Tom Waits und Jimmy Barnes. Letzterer hat es sich auch nicht nehmen lassen, seinen 87er Hit "Too Much Ain't Enough Love" selbst einzusingen. Mit dem "Fremdmaterial" verneigt sich Joe Bonamassa vor seinen Helden. Die Zusammenstellung der Songs enthält eine gute Mischung aus klassischen Bluesthemen und gradlinigem Rock. Dabei zeigt das Album, dass die Genres Blues und Rock sehr eng verbunden und die Grenzen fließend sind. Diese Musik ist durch eine gekonnte Spielweise auch im Jahr 2012 immer noch topaktuell! Während ich früher oft das Gefühl hatte, dass Joe Bonamassa sich gerne durch schnelle Soli profilieren wollte, hält er heute ein besseres Maß ein. Der Mann wird ja ebenfalls älter und reifer. Er hat es auch inzwischen gar nicht mehr nötig, sein Können permanent durch ausschweifende Kurbel-Exzesse auf dem Griffbrett unter Beweis zu stellen. Da wo es passt, gibt es natürlich dennoch flotte Soloparts. An anderen Stellen überzeugt er durch ruhiges und sehr gefühlvolles Spiel. Meine Anspieltipps sind "A Place In My Heart" und "New Coat Of Paint". Die Tendenz der Chartplatzierungen der letzten Bonamassa Alben zeigte eigentlich immer nach oben. Die Top-Positionen stiegen also sukzessive von CD zu CD. Sein letztes reines Solo-Album "Dust Bowl" schaffte es 2011 immerhin auf Platz 10 in Deutschland. Hier scheint Joe Bonamassa eine ganz respektable und stetig wachsende Fan-Gemeinde zu haben, die garantiert auch an "Driving Towards The Daylight" erneut ihre Freude haben wird.

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