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Tag: Blu-ray

Foto: Warner Bros.

Jersey Boys – Der Film von Clint Eastwood jetzt auf DVD und Blu-ray

Es muss irgendwann in den Achtzigern gewesen sein, als ein paar Freunde und ich zusammen in einer Kneipe saßen und darüber sinnierten, von wem der Song "December, 1963 (Oh, What a Night)" sei. Jedem, der an unserem Tisch vorbeikam, sangen wir den Refrain vor und jeder kannte das Lied. Aber niemand konnte sagen, von wem der Titel ist… Irgendwann sind wir dahintergekommen, dass es die Four Seasons waren, die wir suchten.

Jersey Boys DVD
Ganz korrekt waren es Frankie Valli and The Four Seasons, die hauptsächlich in den Sechzigern mit Hits wie "Sherry", "Big Girls Don´t Cry", "Working My Way Back To You" und vielen mehr begeistert haben und bis heute begeistern. Um die turbulente Geschichte der Band wurde ein Musical namens Jersey Boys geschrieben, dass 2005 am Broadway uraufgeführt wurde. Die Show wurde weltweit ein Erfolg und spielte auch am Londoner West End, in Las Vegas sowie in Metropolen in Kanada, Südafrika, Australien,… Ferner gewann Jersey Boys vier Tony Awards für das beste Musical und den Laurence Olivier Award als bestes neues Musical.

2013 wurde das Bühnenwerk dann unter dem gleichen Namen verfilmt. Clint Eastwood führte Regie und war ferner einer der Produzenten des Films. Am 18. Dezember kommen nun die Kaufversionen als DVD- und Blu-ray in die Läden. Der Film zeigt die Zeitspanne von der Gründung der Band in den Fünfzigern bis zur Aufnahme in die Hall Of Fame im Jahre 1990. Die Story erzählt den Aufstieg der Musiker aus dem Armeleuteviertel in Newark, New Jersey, die in den Sechzigern als Four Seasons berühmt wurden. Insgesamt wirkt die Handlung jedoch ein wenig auseinander gerissen und lässt somit den roten Faden etwas vermissen. Mir gefällt allerdings an gut gemachten Musik-Biografien bzw. grundsätzlich an Filmen, die ein paar Jahrzehnte in der Vergangenheit spielen, das Szenenbild, das bei Jersey Boys detailgetreu von den richtigen Autos bis zur Seeburg Wall-O-Matic Tisch-Jukebox das Flair der Zeit authentisch transportier. Viel Musik gibt es selbstverständlich auch, so dass Freunde der Sechziger also hinsichtlich der Optik und der Akustik ihre Freude haben werden. John Lloyd Young spielte bereits in der Broadway-Inszenierung, wie auch im Film die Rolle des Frankie Valli und kann darin ebenso überzeugen, wie Christopher Walken als Mafia-Boss Gyp DeCarlo. Leider geht aus allen mir vorliegenden Informationen nicht klar hervor, wie nah der Film an der echten Geschichte der Four Seasons ist, oder ob einiges fiktiv ist. Ich habe die DVD-Version bemustert bekommen, die im DVD-Player problemlos abgespielt wird, auf meinem PC jedoch etwas zickig war. Die Sprachauswahl funktionierte am Rechner leider gar nicht.

JERSEY BOYS - offizieller Trailer


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Foto: Anton Corbijn

Depeche Mode – Live In Berlin – Ein Konzertfilm von Anton Corbijn

Letztes Jahr im November waren Depeche Mode u.a. für zwei Konzerte in Berlin. Bei diesen beiden Shows hat Starfotograf und Regisseur Anton Corbijn den Konzertfilm Live In Berlin aufgenommen, der seit dem 14. November im deutschen Handel erhältlich ist. Ich habe das DVD-Boxset bemustert bekommen, das auf der ersten DVD den kompletten Konzertfilm mit Interview-Sequenzen und dem Bonus-Material (zwei Songs aus der Bordello Acoustic Session) enthält. Eine weitere DVD enthält die reine Live-Show, die auch auf den zwei Audio-CDs zu hören ist. Last but not least gibt es eine Audio-Blu-ray-Disk mit der 5.1 Version des Albums Delta Machine. Das Ganze kommt in einer wertige Pappschachtel mit Stülpdeckel daher und dürfte den Fan schon mal vom Umfang entzücken.

Depeche Mode – Live In Berlin
Ich selbst hatte meine heiße Depeche Mode Phase vor ca. 30 Jahren, als "People Are People" und "Master And Servant" in den Charts waren. Damals habe ich auch verschiedene Tonträger der Briten erworben und diese gerne gehört. Gerade aus dem seinerzeit aktuellen Album Some Great Reward hat es aber leider kein Song in die Show geschafft. Dennoch sind neben einigen Titeln aus Delta Machine diverse Welthits von Depeche Mode zu hören und zu sehen. Wer nur hören will, bekommt vermutlich, was er erwartet: Jede Menge typischen Depeche Mode Sound, eine tolle Stimmung in der Halle sowie ein stimmiges Gesamtpaket. Wer sich die Show anschaut, sieht drei Bandmitglieder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Andrew Fletcher steht, ohne eine Miene zu verziehen, mit schwarzer Hose, schwarzem T-Shirt, Bauchansatz und Sonnenbrille hinter seinen Keyboards und spielt. Der totale Gegenpart ist Dave Gahan, der extrovertiert tanzt, die Hüften kreisen lässt, mit dem Hintern wackelt und derart charismatisch und energiegeladen die Show rockt, dass man nur staunen kann. Zum Zeitpunkt des Konzerts, war Gahan 51 Jahre alt und hinsichtlich seiner Biographie inkl. Suizid-Versuch, einem fast-Drogentod und einer früheren Krebserkrankung beneidenswert gut in Form. Er kokettiert mit dem Publikum, ist Diva, Sex-Symbol und beindruckender Frontmann. Daneben wirkt Martin Gore blass und fast eingeschüchtert. Ich habe das Gefühl, dass er Dave Gahan gerne nacheifern würde, aber einfach nicht das Handwerkszeug dafür hat. Da helfen dann auch keine glitzernden Karo-Hosen. Es wirkt, als verstecke er sich hinter den Gitarren, obwohl er, so ist mein Eindruck, auch gerne mehr im Mittelpunkt stehen würde. Ich habe teilweise auch den Verdacht, dass er zumindest die Gitarre(n) gar nicht live spielt. Der Schnitt des Bildmaterials macht es extrem schwer, das genau zu beurteilen. Bei den drei Solo-Stücken, wo Martin Gore alleine mit Keyboarder Peter Gordeno auf der Bühne stehend singt, wirkt er ohne Gitarre hinterm Mikroständer fast ein wenig zerbrechlich, weiß nicht so Recht, wohin mit den Händen. Er scheint hin und her gerissen zwischen Unwohlsein und der zuträglichen Anerkennung des Publikums. Viele Fans mögen gerade diese Parts der Show, vielleicht weil sie eine gewisse Intimität und Verletzbarkeit zeigen. Ein grandioser Live-Musiker ist Gore auf jeden Fall nicht! Dafür ist er jedoch hinsichtlich der Kreativität das Maß der Dinge in der Band und hat es über Jahrzehnte geschafft, einen eigenen, speziellen Sound zu entwickeln und zu erhalten, der unverwechselbar ist.

Die Interviews einiger Konzertbesucher vor der Halle zeigen, dass Depeche Mode extrem treue Fans hat, die der Band auf Tour sogar nachreisen und möglichst viele Konzerte mitnehmen wollen. Eine Frau sagte sogar auf die Frage, was die Band für sie bedeutet: Depeche Mode sei ihre Religion. Und diesen Status muss man erst mal erreichen. Depeche Mode hat ihn seit vielen Jahren. Und somit sind es vermutlich genau die ungleichen Charaktere der Bandmitglieder sowie der unverwechselbare Sound, die das Gesamtwerk so hell leuchten lassen. Die eigenständigen Songs, zum Großteil von Mastermind Martin Gore geschrieben und authentisch vorgetragen vom energiestrotzenden Entertainer Dave Gahan. So wird ein Schuh draus. Der eine könnte ohne den anderen nicht und das macht am Ende vielleicht die Magie dieser Band aus. Die Fans danken es mit bedingungsloser Treue und geben dem Gesamtkonzept der Band somit auch im vierten Jahrzehnt ihres Bestehens Recht. Live In Berlin ist ein ansprechendes Set, Anton Corbijns Videoschnitt ist eher Old-School und verzichtet zum Glück auf überzuckerte Videoeffekte wie Splittscreens, Zoom-Fahrten im Rhythmus der Musik oder nervige Überblend-Animationen. Die Klangqualität ist gut, das Bild so lala… Zur Audio-Blu-ray mit 5.1 Sound kann ich nichts schreiben, da ich weder einen BR-Player, noch eine Surround-Anlage habe. Insgesamt schneidet das Boxset mit fünf Scheiben gerade noch gut ab, weil es inhaltlich viel bietet, einen restlos überzeugenden Dave Gahan in Top-Form zeigt und somit in jede ordnungsgemäß geführte Depeche Mode Sammlung gehört.

Depeche Mode - Live in Berlin - Trailer


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Foto: Eagle Vision

Deep Purple with Orchestra – Live In Verona [DVD & Blu-ray]

Bereits länger auf dem Markt ist der Konzertmitschnitt Deep Purple - Live At Montreux 2011, den es als DVD, Blu-ray sowie auf CD gibt. Der Montreux-Auftritt wurde am 16. Juli 2011 aufgenommen. Zwei Tage später, am 18. Juli 2011 wurde in der Arena in Verona ein weiteres Konzert der englischen Rockband in Bild und Ton festgehalten, welches am 17. Oktober als DVD und Blu-ray veröffentlicht wird.

Deep Purple with Orchestra – Live In Verona
Bei beiden Konzerten wurden exakt die gleichen Songs gespielt. Auch die Reihenfolge ist identisch. Somit kann man durchaus die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, zwei so kurz aufeinanderfolgende Gigs als DVD / Blu-ray zu veröffentlichen bzw. zu erwerben? Ich kenne die Montreux-Fassung nicht, hinsichtlich der Kulisse wird aber wohl das Verona-Konzert die Nase vorn haben. Das römische Amphitheater aus dem Jahre 30 n. Chr. ist optisch schon ein Hingucker und sorgt alleine dadurch für eine Gänsehautatmosphäre. Die farbigen Lichter auf den Torbögen sehen einfach klasse aus. Und wenn dort, wo normalerweise Nabucco, Aida oder Don Giovanni vorgetragen werden, eine britische Hardrock-Band ihr Liedgut zum Besten gibt, hat das definitiv was. Die Ergänzung mit dem Orchester Neue Philharmonie Frankfurt unter der Leitung von Stephen 'BK' Bentley-Klein setzt dem Ganzen das i-Tüpfelchen auf.

Das Konzert beginnt mit einem klassischen Intro namens Overture, in dem zum Ende das Gitarren-Riff aus "Smoke On The Water" orchestral angespielt wird. Danach geht es Deep Purple-typisch mit dem bekannten Opener "Highway Star" und der gewohnten Instrumentierung los. Es folgt eine bunte Mischung der großen Hits von "Strange Kind Of Woman" über "Woman From Tokyo" und "Lazy" bis zu "Smoke On The Water". Zwischendurch werden auch neuere Stücke wie "Rapture Of The Deep" und "When A Blind Man Cries" gespielt. Mein Highlight ist – ein wenig atypisch – "Contact Lost", eine Instrumentalnummer vom 2003er Album Bananas, geschrieben von Steve Morse. Eine ganz typische Nummer für Steve Morse, mit einer grandiosen Melodie als perfektes Schaustück für den besonderen Stil des Amerikaners. Anders, als bei der Album-Version von "Contact Lost" folgt noch ein klasse Solo-Part auf der Gitarre, den ich wirklich herausragend finde und bei dem Steve Morse seine Fähigkeiten beim Volume-Bending vorzüglich unter Beweis stellt! Der Gitarrensound von Ritchie Blackmore war definitiv schärfer und aus meiner Sicht auch rockiger. Steve Morse gibt der Band durch seine Spielart seit nunmehr 20 Jahren einen etwas weicheren und melodiöseren Charakter. Für mich ist er aber, trotz einiger kleiner Fehler der beste Musiker bei Deep Purple. Er ist jedoch auch der Jüngste in der Kapelle und vielleicht einfach noch etwas vitaler? Alle anderen haben inzwischen nämlich das Rentenalter geknackt. Und das zeichnet sich hier und da auch mal ein wenig ab. Die ganz bissige Hardrock-Power früher Jahre ist einfach nicht mehr da. Dennoch liefern die Herren einen guten Job ab und wählten vielleicht auch als Tribut an ihr Alter eine traditionelle Spielstätte wie die Arena in Verona. Wer Live At Montreux 2011 bereits im Archiv hat, wird vermutlich wenig Neues finden. Ob dann die schöne Kulisse allein den Kauf rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden.

Deep Purple & Orchestra - Space Truckin (Live in Verona)


Dass die Herren aber auch in absehbarer Zeit nicht in den Ruhestand eintreten wollen, belegt die gerade verkündete Tour für November 2015:

Datum Ort Location
13.11.2015 Oberhausen König-Pilsener-ARENA
14.11.2015 Magdeburg GETEC Arena
16.11.2015 Rostock Stadthalle
15.11.2015 Leipzig Arena
18.11.2015 Hannover Swiss Life Hall
20.11.2015 Trier Arena
21.11.2015 Nürnberg Arena
23.11.2015 Hamburg O2 World
24.11.2015 Berlin Max-Schmeling-Halle
26.11.2015 München Olympiahalle
27.11.2015 Frankfurt Festhalle
28.11.2015 Stuttgart Hanns-Martin-Schleyer-Halle
    

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Foto: Wendy Wilson

The Australian Pink Floyd Show – Eclipsed By The Moon

Cover-Bands gibt es wie Sand am Meer. Viele sind grauenvoll, andere ganz okay und einige wenige richtig gut. Zu letzteren zählt The Australian Pink Floyd Show, die weltweit tourt und bereits über 3 Millionen Tickets in 35 Ländern verkauft hat. Es muss also etwas dran sein, an dieser Cover-Band.

The Australian Pink Floyd Show - Eclipsed By The Moon
Und weil so viele Zuschauer und Zuhörer nicht irren können, wird am 22. August ein Mitschnitt der Damen und Herren aus Down Under als Doppel-CD, Vinyl, 2-DVD sowie auf 2 Blu-ray Disks unter dem Namen Eclipsed By The Moon veröffentlicht. Das Material stammt aus dem April 2013 und wurde in Trier und Oberhausen aufgenommen. Mir liegt die DVD-Version vor. Die erste Scheibe enthält die Live-Darbietung des kompletten 73er Albums Dark Side Of The Moon. Disk Nr. 2 hält eine schöne Auswahl weiterer Pink Floyd Songs wie "In The Flesh?", "Shine On You Crazy Diamond", "Wish You Were Here", ... bereit. Insgesamt beträgt die Spielzeit der Doppel-DVD 190 Minuten.

Wie gut ist das Ganze denn nun wirklich? Die Band besteht seit 1988 und hat in der Zeit immer wieder diverse Umbesetzungen erlebt. Dennoch ist die Professionalität aller Bandmitglieder deutlich erkennbar. Die Songs werden extrem authentisch wiedergegeben und sorgen für eine nahezu perfekte Kopie des Originals. Es sind nur Details an denen man Unterschiede hört. Manchmal ist der Gitarrensound eben nicht so brillant wie bei David Gilmour, dann erkennt man mal wieder, dass die Stimmfarbe beim Gesang leicht abweicht. Der Gesang der drei Background-Sängerinnen ist super! In der Summe liefern die Australier definitiv eine beeindruckende Show ab, die auch optisch mit Lasereffekten, runder Videoleinwand und Figuren à la The Wall an die Pink Floyd Bühnenshows angelehnt ist. Da die Herren Waters, Gilmour, Mason selbst nicht mehr als Band auf Tournee gehen, ist es gut, dass es eine Kapelle gibt, die dem Original ziemlich nah kommt und die tollen Songs live auf die Bühne und nun auch auf verschiede Ton- und Bildträger bringt. Eclipsed By The Moon ist ein kurzweiliges Vergnügen, das auch hartgesottenen Pink Floyd Fans gefallen dürfte.

Another Brick in the Wall Pt 2 performed by The Australian Pink Floyd Show in 2013


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TOTO - 35TH ANNIVERSARY TOUR - LIVE IN POLAND

Als junger Bursche war ich gerne und viel auf Konzerten. Toto habe ich dreimal live erlebt – jedes Mal mit einem anderen Drummer. Das erste Konzert war 1991 auf dem Midtfyns Festival im dänischen Ringe, damals noch mit Jeff Porcaro. Das zweite Konzert war auf der Kingdom Of Desire-Tour 1992 in Hamburg. Auf dieser Gastspielreise war Simon Phillips erstmals als Schlagzeuger dabei und wurde später auch festes Mitglied der Band. Und last but not least konnte ich Toto mit Gregg Bissonette an den Trommeln 1995 ebenfalls in Hamburg sehen. Bissonette sprang für den damals verletzten Simon Phillips ein. Eines haben grundsätzlich alle Toto Konzerte gemeinsam: Es sind Live-Erlebnisse der Spitzenklasse.

TOTO - 35TH ANNIVERSARY TOUR – LIVE IN POLAND
So freut es mich auch riesig, einen recht frischen Konzertmittschnitt der Band auf DVD in mein musikalisches Testlabor bekommen zu haben. TOTO - 35TH ANNIVERSARY TOUR - LIVE IN POLAND heißt das Werk, wurde letztes Jahr am 25. Juni im polnischen Łódź aufgenommen und erscheint am 25. April als DVD, Blu-ray , Doppel-CD und in einer besonders hochwertigen Deluxe-Buch-Edition. Auf der Tour zum 35. Jubiläum der Band standen dann auch mit Steve Lukather, David Paich und Steve Porcaro drei Gründungsmitglieder von Toto auf der Bühne. Ebenfalls kein unbekannter war Sänger Joseph Williams, der bereits von 1986 – 1989 Frontmann der Band war und seit 2010 wieder mit an Bord ist. Mit Nathan East und Simon Phillips war das Line Up komplett.

Schon der Opener verursachte bei mir eine Gänsehaut. Ich mag einfach die professionellen Inszenierungen der Band. Die Herren wissen längst, wie sie ihr Publikum von der ersten Sekunde in den Bann ziehen. Musikalisch ist Toto sowieso über jeden Zweifel erhaben. Das ist Mainstream-Rock auf höchsten technischem Niveau. Die Klasse jedes einzelnen Musikers ist herausragen und in der Kombination ist es eine Superband die mit Africa, Rosanna, Hold The Line oder Stop Loving You diverse Welthits hatte. Und auch wenn die großen Charterfolge schon etwas zurückliegen, bleiben die Spielfreude und die Qualität ungetrübt. Das ist erste Liga! Ein Live Konzert von Toto ist einfach ein großes Vergnügen und somit fällt mein Urteil erwartungsgemäß auch für diese Veröffentlich positiv aus. Ein wenig stört mich mal wieder der Schnitt. Nur weil moderne Videobearbeitung tolle Effekte enthält, sollte das keinen Zwang darstellen, immer alles zu nutzen. Glücklicherweise halten sich die optischen Ausraster in Grenzen. Aber warum der Song It´s A Feeling komplett mit einem horizontalen Splitscreen dargestellt wird, erschließt sich mir nicht. Mich lenken solche Effekte nur ab. Der Großteil des Bildmaterials ist jedoch okay, so dass der musikalische Genuss meist ungetrübt bleibt. Insgesamt enthält die DVD 150 Minuten Material, was für einen gepflegten Toto-Konzert-Abend reichen sollte. Leider ist Simon Phillips letztes Jahr nach über 20 Jahren bei Toto ausgestiegen. Seinen Job übernimmt seit diesem Jahr Keith Carlock, der einzige Drummer, mit dem ich Toto noch nicht live gesehen habe. Vielleicht wäre das ja mal wieder ein Grund für einen Konzertbesuch, sofern sich noch mal die Möglichkeit bietet...

Toto - Hold the Line (35th Anniversary Tour - Live In Poland)


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Brian May & Kerry Ellis – The Candlelight Concerts – Live At Montreux 2013

Brian May ist als Queen-Gitarrist und Urheber vieler Queen-Hits längst eine lebende Legende. Kerry Ellis ist eine etablierte Musical-Darstellerin und -Sängerin, die insbesondere auch durch das Queen-Musical We Will Rock You bekannt wurde, wo sie in der Originalbesetzung von 2002 bis 2004 als "Meat" im Londoner Dominion Theatre zu sehen und zu hören war. Brian May und Kerry Ellis geben seit einigen Jahren zusammen Konzerte und haben auch schon gemeinsam Platten produziert. Am 28. März kommt das Montreux-Konzert der beiden aus dem letzten Jahr als DVD bzw. Blu-ray auf den Markt. Zudem ist eine Live-CD, aufgenommen auf der Born Free Tour 2012 mit enthalten.

Brian May & Kerry Ellis – The Candlelight Concerts – Live At Montreux 2013
Als alter Queen-Fan freue ich mich stets über Veröffentlichungen rund um die Band. Dass Brian May seit einiger Zeit gemeinsame Sache mit Kerry Ellis macht, habe ich zwar wahrgenommen, aber irgendwie ging das immer an mir vorbei. Vielleicht wurde ich mal mit einer schlechteren Aufnahme konfrontiert, oder ich konnte mir die Kombination eines meiner musikalischen Helden mit einer Musicalsängerin nicht so recht vorstellen. Kürzlich sah ich dann bei YouTube einen Clip, bei dem die beiden zusammen den Queen-Song Save Me spielten. Ich war schwer begeistert, obwohl es zum Ende bei Kerry Ellis ein wenig so klang, als ob sie "Shave Me" sang… 😉

Kaum, dass mein Interesse an dieser Kollaboration stieg, bekam ich die Info, dass Eagle Vision das Montreux-Konzert aus dem Jahr 2013 auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Selbiges liegt mir nun als Rezensionsexemplar vor. Bereits die DVD-Version ist in der Bildqualität brillant. Die Klangqualität ist ebenfalls makellos. Wie der Name dieser Publikation bereits erahnen lässt, sind es keine Rock-Konzerte, die die beiden geben. Es sind eher die ruhigen Töne, die angeschlagen werden. Aber die Kombination aus einem der markantesten Gitarristen der Rockgeschichte und einer hochgradig guten Sängerin funktioniert super. Und weil Brian May auf einen tollen Fundus großartiger Songs aus seiner Queen-Zeit zurückgreifen kann, gibt es natürlich auch entsprechendes Liedgut in speziellen Versionen zu hören. Dabei sind u.a. Love Of My Life, Sombody To Love, ´39 und selbst Titel wie Tie Your Mother Down und We Will Rock You fanden Einzug in die Setlist. Aber auch Something von den Beatles oder Dust In The Wind von Kansas und viele weitere Songs tragen die beiden in ihren speziellen Fassungen vor. Besonders schön finde ich ferner den Titel Born Free, der mir auf Anhieb bekannt vorkam. Nach kurzem Überlegen erinnerte ich mich an die Fernsehserie "Frei Geboren" aus den Siebzigern, wo dieser Song lief. Wahnsinn, wie stark eine Melodie über Jahrzehnte im Gedächtnis bleibt und auch die dazugehörigen Emotionen mitkonserviert. Brian May und Kerry Ellis unterstützen mit dem Song die Born Free Foundation von Virginia McKenna und weisen auch auf ihren Konzerten auf die Rechte von Tieren hin.

Brian May & Kerry Ellis - The Way We Were (The Candlelight Concerts - Live At Montreux 2013)


Begleitet werden Brian May und Kerry Ellis bei den Konzerten von Jeff Leach an den Keyboards. Die Spielzeit der DVD liegt bei gut 1,5 Stunden, die CD hat knapp 65 Minuten Material. Brian May – inzwischen doch ziemlich stark ergraut – und Kerry Ellis geben vor den Songs immer eine kurze Einleitung. Alles ist sehr intim, entspannt und durchweg sympathisch. Ich mag die bescheidene Art von Brian May, die nicht im Ansatz erahnen lässt, was er mit Queen alles erreicht hat. Und auch wenn die meisten Songs unplugged vorgetragen werden, lässt er es sich nicht nehmen, auch noch mal hier und da zur Red Special – seiner E-Gitarre – zu greifen und den einen oder anderen Titel elektrisch zu spielen, was vom Publikum durch rasch einsetzendes Mitklatschen dankend quittiert wird. Sowohl hier, als auch bei den Songs, wo zum Mitsingen animiert wird, erkannt man schnell, dass die Dichte der Queen-Fans nicht gerade gering ist. Von Love Of My Life erklingen nur die ersten Töne und schön gibt es begeisterte Zustimmung aus dem Stravinski Auditorium. Auch dort wird natürlich mitgesungen – nicht so druckstark wie zu Queen-Zeiten, aber das Publikum in Montreux ist zum einen quantitativ etwas überschaubarer und inzwischen im Durchschnitt wohl ebenfalls etwas älter geworden (hüstel). Das Package aus dem Montreux Konzert auf DVD bzw. Blu-ray und der CD dürfte sowohl Queen-Fans, aber auch Musical-Freunde beglücken. Die ganz großen Gänsehautmomente fehlen zwar, aber insgesamt ist diese Veröffentlichung eine runde Sache und gehört in jede Queen-Sammlung.

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Beth Hart & Joe Bonamassa - Live In Amsterdam

Letztes Jahr im Mai veröffentlichten Beth Hart und Joe Bonamassa ihr zweites gemeinsames Studioalbum Seesaw. Wie es sich gehört, haben die beiden auch eine Tournee gespielt und die Scheibe live vorgestellt. Am 21. März kommt der Mitschnitt des Konzertes aus Amsterdam als Doppel-DVD, Blu-ray, Doppel-CD und 3 LP Set in den Handel.

Beth Hart & Joe Bonamassa - Live In Amsterdam
Von Joe Bonamassa kommt ja in den letzten Jahren viel Material auf den Markt. Studio-Alben, Live-Mitschnitte in aller Form und auch Kollaborationen mit anderen Musikern, wie Black Country Communion, die sich inzwischen wieder aufgelöst haben, oder eben Beth Hart. Die Menge der Bonamassa-Publikationen hat gefühlt schon fast etwas Inflationäres…

Beth Hart ist eine US-Sängerin mit einer Powerstimme, wie man sie selten hört. Dass dieses Organ auch live bestens funktioniert, wird auf dem neuen Tonträger Live In Amsterdam eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Für Bonamasssa Fans sei vorab erwähnt, dass Beth Hart bei dieser Zusammenarbeit in der ersten Reihe steht. Joe Bonamassa spielt zwar unter den Musiker die erste Geige – pardon – die erste Gitarre, aber er tritt spürbar etwas zurück und überlässt die Bühne seiner musikalischen Partnerin, die mit rauer Stimme und gekonnt eingesetztem Vibrato überzeugt. Natürlich werden Songs aus den gemeinsamen Alben vorgetragen, welches größtenteils Soul- und Jazzcover z.B. von Etta James, Melody Gardot, Aretha Franklin, Billie Holiday oder Ray Charles sind. Für meinen Geschmack stechen "Someday After Awhile (You´ll Be Sorry)" von Freddie King, "Nutbush City Limits" von Tina Turner und "I´d Rather Go Blind" von Billy Foster & Ellington Jordan am meisten hervor. Und obwohl auch die Band auf sehr hohem Niveau unterwegs ist, will der Funken nicht so ganz überspringen. Sowohl beim holländischen Publikum, als auch bei mir auf der Couch zündet die Show nicht vollständig. Das mag an den Songs liegen, die grundsätzlich weniger gitarrensololastig sind, wie auf anderen Bonamassa-Produktionen. Musikalisch gibt es jedoch nichts zu meckern. Das überragende Können von Joe Bonamassa an der Gitarre und die Hammerstimme von Beth Hart ergänzen sich eigentlich optimal. Ich würde mir mal eine echte Bluesrockscheibe mit mehr Drive von den beiden wünschen, denn die Gesangsstimme von Bonamassa mag ich persönlich nicht so gerne. Er erinnert mich übrigens optisch mit Designeranzug, nerdiger Brille und Zuhälter-Uhr immer wieder ein wenig an den US-Schauspieler Woody Harrelson.
Wer die Studioalben von Beth Hart und Joe Bonamassa mag, wird auch hier bedenkenlos zugreifen können und seine Freude an der Musik haben. Die Bonamassa-Fans, die seinen typischen Bluesrock erwarten, sollten vielleicht vorab mal reinhören…

Beth Hart & Joe Bonamassa - Live From Amsterdam - EPK


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The Rolling Stones ‘Sweet Summer Sun – Hyde Park Live’

Im Sommer haben die Rolling Stones ihren 50. Geburtstag zusammen mit mehr als 100.000 Fans im Londoner Hyde Park gefeiert. An zwei Abenden gab es die großen Hits vor beeindruckender Kulisse. Und damit auch alle Stones Fans daran teilhaben können, erscheint die Show am 8. November auf DVD, Blu-ray sowie in verschiedenen Editionen auf CD und Vinyl.

The Rolling Stones - Sweet Summer Sun - Hyde Park Live
Bereits vor 44 Jahren, am 5. Juli 1969 spielten die Rolling Stones ein Konzert in der Londoner Grünanlage. Das war seinerzeit das erste Konzert für Mick Taylor bei der britischen Rockband, der 1974 allerdings wieder ausstieg. Zum Jubiläum im Sommer kam er jedoch für zwei Titel zurück auf die große Bühne seiner ehemaligen Kollegen, was auf dem Mittschnitt natürlich festgehalten ist.

Die Show begann bei Tageslicht an einem perfekten Sommertag. Die Bühne wurde speziell mit massiven Eichen flankiert. Woher die Bäume kamen und was anschließend damit passierte, will ich lieber nicht hinterfragen. Die Kulisse sollte damit an den früheren Auftritt der Rolling Stones an gleicher Stelle erinnern. Ansonsten bestand der komplette Bühnenhintergrund fast vollständig aus Videowänden, was diverse Effekte zuließ, aber vor allem auch den Besuchern, die weiter hinten standen, etwas mehr optische Eindrücke ermöglichen sollte. Background-Sängerin Lisa Fischer hatte bei "Gimme Shelter" ihren großen Einsatz. Zusammen mit Mick Jagger schritt sie den langen Laufsteg entlang ins Publikum und sang zusammen im Duett mit dem Frontmann. Ihre Stimme hatte eine Power, die selbst eine Aretha Franklin erblassen lassen würde. Ganz große Klasse!

Mit Einsetzen der Dämmerung und dem ins Violette neigende Abendrot kamen die Showelemente deutlicher in den Mittelpunkt. Bei "Sympathy For The Devil" stiegen die Fans mit den ersten Tönen sofort ins obligatorische "Ooo-whoo" ein, während die Bühne sich optisch zu einem Entree in die Hölle verwandelte. Tiefes rot, Flammen und mittendrin Mick Jagger. Ja, das hat schon was. Und wer je ein Konzert der Stones erlebt hat, weiß über die Magie solcher Inszenierungen. Bei "You Can’t Always Get What You Want" intonierten der Voce Choir und Mitglieder des London Youth Choir den Anfang des Songs sowie die Refrains. Ansonsten waren die großen Hits von "Start Me Up" über "Honky Tonk Women" bis "Jumpin’ Jack Flash" und viele andere dabei. Es macht einfach Spaß die Rolling Stones, die alle schon um die 70 Jahre alt sind, live zu sehen. Mick Jagger hat immer noch eine Beweglichkeit, die beeindruckend ist und seine Stimme ist so markant wie genial. Auch wenn Keith Richards und Ronnie Wood aussehen, als ob sie jeden Abend am Tresen einer nikotingeschwängerten Kneipe abhängen und mächtig was kippen, liefern sie ebenfalls eine perfekte Show ab. Charlie Watts trommelt gewohnt schlicht, aber am Ende steht das musikalische Gesamtbild, der einzigartige Sound, der die Rolling Stones auszeichnet und dafür verantwortlich ist, dass sie eine der dienstältesten und erfolgreichsten Rockbands der Musikgeschichte sind.

Ich konnte die Rolling Stones im Mai 1990 auf der Urban Jungle Tour in Hannover live erleben. Obwohl ich nie ein großer Stones-Fan war, faszinierten mich die Herren damals derart, dass die Begeisterung bis heute anhält. Ich war seinerzeit dort, weil es ja mal wieder die letzte Tour der Stones sein sollte 🙂 Gut, dass es anders kam und die Briten bis heute geniale Konzerte spielen. Ein bisschen von diesem Zauber kommt auch auf der DVD ‘Sweet Summer Sun – Hyde Park Live’ rüber. Was soll ich sagen: "It’s Only Rock ‘n’ Roll, but I like it…"

The Rolling Stones: Sweet Summer Sun - Hyde Park Live ~ Trailer


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Foto: Darko Boehringer

Dream Theater – Live At Luna Park

Sie sind ohne Zweifel in der obersten Liga des musikalischen Könnens zuhause. Die progressiven Metaller von Dream Theater beherrschen ihr Handwerk fast perfekt. Das stellen sie nun auch wieder mit dem frischen Live-Mitschnitt "Live At Luna Park" unter Beweis. Das Konzert erscheint am 01. November 2013 als Blu-ray, Doppel-DVD und als Deluxe-Edition (Blu-ray + 2 DVDs + 3 CDs) . Ich hatte gestern ein Promoexemplar der DVD in der Post, womit die Abendbeschäftigung geklärt war.

Dream Theater - Live At Luna Park DVD
Vorweg sei erwähnt, dass ich mir den Großteil des Hauptkonzertes angesehen habe und den Rest in einem Schnelldurchgang. Die Gesamtspielzeit der enthaltenen Datenträger beträgt nämlich knapp fünf Stunden! Wer dem Progressive Metal zugetan ist, braucht hinsichtlich Dream Theater keine weitere Erklärung. Alle anderen sollten sich mit gebührlicher Vorsicht an das Werk machen. Die fünf Herren finden ihre Erfüllung nun mal nicht im trivialen 4/4 Takt und normalen Aufbau ihres Liedguts. Die Songs sind bis ins Mark komplex, mit schrägen Rhythmen, dicken Gitarrenriffs, Breaks und Soloeinlagen, die es in sich haben. Mir ist und bleibt es ein Rätsel, wie man sich derartige Songs überhaupt nur einprägen, geschweige dann in der Güte wiedergeben kann. Zugegeben, das ist nicht jedermanns Sache, aber so ist es ja auch nicht konzipiert. Hier geht es ganz klar um Grenzerfahrungen zwischen dem machbaren und dem nicht machbaren. Und an einigen Stellen fragt man sich schon, wie lange man wohl dafür üben müsste.

Das Konzert entstand auf der "A Dramatic Tour Of Events"-Welttournee in der Luna Park Arena in Buenos Aires. Die über ein Jahr dauernde Konzertreise war übrigens für den neuen Drummer Mike Mangini die Nagelprobe. Schließlich musste er die Trommel-Koryphäe Mike Portnoy ersetzen. Diese Prüfung hat er jedoch mit Bravur bestanden. Wenn man sein Drumset sieht, denkt man erst, da sitzt jemand mit einer übergroßen Hybris. Spätestens bei seinem sehr sehens- und hörenswerten Drumsolo zeigt sich jedoch, dass jedes Teil am Kit einen guten Grund hat. Auch die Stamm-Crew hat hervorragende Dienste geleistet. Das einzige was mir auffiel, war der Gesang bei den ruhigen Stücken. Balladen liegen James LaBrie einfach nicht. Er muss hoch und laut singen, damit es gut klingt. Ansonsten gibt es aber musikalisch überhaupt nichts zu meckern.

Die Videoaufnahmen geben jedoch sehr wohl Grund zur Kritik. Das Konzert wurde mit 16 Kameras aufgenommen. Es gab welche, die klassisch von Kameramännern (oder –frauen?) bedient wurden. Dann gab es fest montierte Kameras, z.B. über dem Schlagzeug oder rechts am Keyboard. Diese hatten leider die Qualität einer besseren Webcam. Das kann jedoch im Rahmen der künstlerischen Freiheit auch gewollt gewesen sein. Und dann gab es noch die MAT-Kamerakräne, die Bilder quasi im Fluge aufnehmen und dramatische Schwenks sowie spektakuläre Kamerafahrten ermöglichen, wovon auch über die Maßen Gebrauch gemacht wurde. Diese permanente Bewegung im Bild nervt jedoch und strengt ziemlich an. Hinzu kamen – besonders am Anfang – viele, schnelle Schnitte, was den nervösen Gesamteindruck weiter unterstreicht. Natürlich ist Film das Medium für bewegte Bilder, aber es langt meiner Meinung nach, wenn sich die Protagonisten bewegen. Nichts gegen dezente Kameraschwenks, aber hier wurde definitiv übertrieben. Es gab leider kaum stehende Bilder. Zum Teil waren die Kamerabewegungen sogar unrund und man hatte partiell das Gefühl besoffen vor einem Ego-Shooter zu sitzen. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Bei der Musik zeigt der Daumen steil nach oben, aber beim Videomaterial waren wohl einige Verantwortliche deutlich überzuckert.

Dream Theater - Pull Me Under (Live At Luna Park)


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Foto: Bert Treep

Flying Colors – Live In Europe [verschiedene Formate]

In meinen persönlichen Top 10 Veröffentlichungen aus dem Jahr 2012 waren die Flying Colors mit ihrem gleichnamigen Debütalbum vertreten. Die Superband aus den fünf Top-Musikern Steve Morse, Neal Morse, Casey McPherson, Mike Portnoy und Dave LaRue haben begleitend zum ersten Longplayer eine Tour gemacht, in deren Rahmen ein Konzert in Ton und Bild festgehalten wurde, welches am 11. Oktober 2013 als DVD, Blu-ray, 2CD, Limited Edition 3 LP Vinyl Set und als Download in die Läden kommt.

Flying Colors - Live In Europe
Am 20. September 2012 gastierten die Flying Colors im niederländischen Tilburg, wo diese Konzertaufnahme entstand. Musikalisch haben alle eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie das, was im Studio für das Album aufgenommen wurde, auch live wiedergeben können. Casey McPherson intoniert seine Gesangsparts überzeugend und bringt die Songs stimmlich mit seinem angenehmen Timbre rüber, ohne auch nur in die Nähe seines Limits zu kommen. Allerdings ist McPherson nicht der geborene Entertainer. Das mag daran liegen, dass er der jüngste im Konglomerat der musikalischen Kapazitäten ist und eine gewisse Ehrfurcht vor den Kollegen allgegenwärtig ist. Oder ihm liegt die Position "Stimmungskanone" einfach nicht so sehr. Somit springt Trommelkoryphäe Mike Portnoy bei einigen Moderationsparts ein, was ihm sichtlich Freude bereitet. Auch seine Live-Qualitäten an den Drums sind über jeden Zweifel erhaben und singen kann er ebenfalls. Hinsichtlich der Fähigkeiten am Instrument gilt für Steve Morse das gleiche. Mit seinem ganz speziellen Stil und der genialen Spieltechnik punktet er sowohl bei den Gitarrenspezis als auch bei Freunden guter Harmonien. Neal Morse liefert neben einer fachgerechten Bedienung der Keyboards diverse Gesangsparts, die ebenfalls super ins Gesamtbild passen. Und last but not Least konnte Dave LaRue am Bass ebenso beweisen, dass er eine richtige Keule ist. Hinsichtlich der Musik zeigt der Daumen für dieses Konzert also steil nach oben. Neben den Album-Titeln gibt es von allen Bandmitgliedern noch jeweils eine Nummer aus deren anderen Projekten. Die Konzertspielzeit liegt bei ca. 110 Minuten, hinzu kommt eine Doku "First Flight" mit 45 Minuten Spielzeit, in der weitere Konzertausschnitte und Interviews der Musiker zu sehen sind. Die letzte Zugabe des Konzertteils steht sogar nicht mal im Titelverzeichnis. Denn nachdem das komplette Repertoire abgeliefert wurde, fordert das begeisterte Publikum einen weiteren Nachschlag. So kommt man am Ende noch in den Genuss von Deep Purple´s Klassiker "Space Truckin'", das normal nur während der Soundchecks angestimmt wird.

Neben dem musikalischen Genuss will man bei einem Konzertvideo aber auch optisch etwas geboten bekommen. Ich habe als Promoexemplar eine DVD bekommen. Während des Schauens fiel mir recht schnell auf, dass die Kameras teilweise Probleme mit dem Licht haben. Wenn die Grundstimmung dunkel ist und einer der Musiker mit einem hellen Spot angeleuchtet wird, sorgt das im Bild für ausgefressene Lichter bzw. Überstrahlungen. Das lässt vermuten, dass die eingesetzte Kameratechnik nicht die beste war. Weitere Auffälligkeiten waren unruhige Schwenks und als Krönung eine Kamera die mit einem Ministativ auf einem Flightcase (?) inkl. Rollen im Fotograben vor der Bühne hin- und hergeschoben wurde. Das ist unprofessionell! Beim Song "All Falls Down", eine schnellere Nummer, scheint die Videotechnik sogar mit den Stroboskoplichtern Probleme zu haben, so dass es zu leichten Aussetzern kommt… Also bei der Videoqualität wurde ganz offensichtlich gespart. Schade! Da bekommt so ein Konzertvideo leicht den Eindruck, dass mit einem billig produzierten Mitschnitt nochmal schnell ein bisschen Kasse gemacht werden soll. Ein paar Euros mehr bei der Produktion hätten den Gesamteindruck deutlich verbessern können. Dennoch bereitet die Show große Freude und die fünf Herren kann man auch genießen, wenn das Bild mal nicht so optimal ist. Für Freunde herausragender Musik wird hier auf jeden Fall eine Menge geboten und die Flying Colors haben ihre Live-Qualitäten eindrucksvoll belegt.

Flying Colors - The Storm

Flying Colors - The Storm (Live Music Video) on MUZU.TV.

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