Spike – 100% Pure Frankie Miller


Jonathan 'Spike' Gray kennt der eine oder andere vielleicht als Sänger der britischen Rock 'n' Roll-, Hardrock- und Glam-Metal-Band The Quireboys. Seine Stimme ist sehr speziell; dazu später mehr. Frankie Miller ist ein schottischer Blues-, Rock- und Soul-Sänger, der 1972 mit Robin Trower (Procol Harum), Clive Bunker (Jethro Tull) und James Dewar (Stone the Crows) die Band Jude ins Leben rief, die jedoch auch recht schnell wieder in ihre Einzelteile zerfiel. Spike hat sich nun einiger, bis dato unveröffentlichter Titel von Frankie Miller angenommen und diese mit illustren Gästen eingespielt.

Spike – 100% Pure Frankie Miller
Das Album 100% Pure Frankie Miller ist vergangenen Freitag, am 12. September erschienen. Zeitgleich hatte ich ein Promo-Exemplar im Postkasten. Ich öffnete das Kuvert, entnahm die CD, legte sie ein und drückte den Startknopf des Players… Mit Einsetzen des Gesangs überkam mich das dringende Bedürfnis, dem armen Mann ein Hustenbonbon zu reichen. Die Stimme von Spike klingt nämlich wirklich sehr eigen. Den übermäßigen Gebrauch von Alkoholika will ich hier jetzt nicht unterstellen, man könnte jedoch auf entsprechende Gedanken kommen. Das Bild (s.o.) untermauert meinen Verdacht. Fast krächzend mit viel Hall singt Spike die Songs. Im ersten Moment klingt das gewöhnungsbedürftig bis befremdlich. Die Instrumentierung des Albums ist jedoch wirklich gut. Das kommt möglicherweise auch durch einige wohlklingende Gastmusiker wie Ronnie Wood (Rolling Stones), Andy Fraser (Free), Simon Kirke (Free und Bad Company), Ian Hunter (Mott The Hoople),… Bei einem Song tritt auch Bonnie Tyler zum Duett ans Mikrofon.

Frankie Miller hatte in den 70er-Jahren durchaus einige Hits. Bei uns in Deutschland war er 1978 mit der Single Darlin´ (siehe Video) in den Charts. Der große Durchbruch gelang ihm jedoch nie so richtig. Das Siebziger-Kolorit macht Spike auf der CD sehr gut greifbar. Die Songs klingen typisch nach dem Jahrzehnt und entfalten dadurch eine ganz spezielle Wirkung. Mal rockig rau mit verzerrten Gitarrenbrettern, wie einst Rod Stewart, dann mal balladesk mit einer Country-Note à la "Lucille" von Kenny Rogers und dann ertönen auch noch schottische Klänge aus dem Dudelsack. Plötzlich passt die Stimme von Spike ganz wunderbar ins Gesamtbild. Denn auch wenn er ziemlich angeschlagen klingt, ist er stets sauber in der Intonation und gibt den Songs – vermutlich erst durch den heiseren Gesang – Charakter und Authentizität. Es muss ja auch nicht immer alles hochglänzend und glatt gebügelt sein. 100% Pure Frankie Miller ist sicher kein Album für die ganz hohen Chart-Positionen, aber in der Retro-Nische kann man es durchaus als kleine Perle bezeichnen, die ein gutes 70er-Feeling transportiert, was vermutlich auch die Intention von Spike war. Und für heute Abend empfehle ich ein wenig Gurgeln mit Salbei- oder Kamillentee 🙂

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