Robben Ford – A Day In Nashville – Die neue CD des Ausnahmegitarristen


Im weitesten Sinne würde ich Robben Ford als Bluesgitarristen bezeichnen. Er spielt jedoch ebenso Jazz, Fusion und singt auf seinen Platten – und das seit über 40 Jahren. Eine neue CD des Südkaliforniers kommt am kommenden Freitag (31.01.2014) in den Handel und hört auf den Namen A Day In Nashville. Der Name ist Programm, weil das Album tatsächlich an nur einem Tag im legendären Studio "Sound Kitchen" in Nashville aufgenommen wurde. Normal dauert so eine Produktion mehrere Wochen.

Robben Ford - A Day In Nashville Cover
Robben Ford hatte die Stücke selbstverständlich alle gut vorbereitet und die Musiker mit Demos versorgt, so dass die Songs in der kurzen Zeit eingespielt werden konnten. Es ist aber auch ein Beleg für die technische Qualität des Gitarristen, der definitiv zu den ganz großen des Genres zählt. Denn A Day In Nashville klingt in keinster Weise wie ein Schnellschuss. Im Gegenteil. Es gibt rund 45 Minuten hochkarätige musikalische Unterhaltung. Dabei bilden Fords charakteristisches Gitarrenspiel sowie sein Gesang eine bekannte Basis. Ich kenne nicht die komplette Diskographie von Robben Ford, Posaune habe ich jedoch bis dato noch nicht so prägnant gehört. Das ist auf diesem Album anders. Barry Green, der auch für Tony Bennett ins Horn bläst, gibt dem Album eine ungewöhnliche aber interessante Komponente. Bläsersätze hört man ja häufiger auf derartigen Platten, aber markante Posaunensolos sind schon etwas seltener. Die Gitarre kommt aber zum Glück auch nicht zu kurz, so dass wir auch da schöne Soli in bekannter Manier dargeboten bekommen. Wir haben es auch nicht mit einem reinen Bluesalbum zu tun, sondern hören ebenfalls etwas Jazz und ein wenig R’n’B. Diese Genre-Mischungen sind Robben Ford Fans vertraut. Die Songs wirken grundsätzlich ein wenig ruhiger und werden somit ebenfalls dem Albumnamen gerecht. Im Pressetext ist von "Old School" die Rede, was also nicht nur auf die schnelle Aufnahme, sondern auch auf die Songs zutrifft. Das bedeutet jedoch nicht, dass einfache 12-Takt-Themen heruntergeschrabbelt werden. Der besondere Ton von Robben Ford macht schon eine ganze Menge mehr her und demonstriert die Klasse. Die Posaune bringt aber doch zuweilen etwas tradiertes Südstaaten-Flair ins Spiel. Mir sind die früheren Alben als Robben Ford mit The Blue Line als Trio aktiv war etwas lieber, weil es dort mehr flottere Stücke gab. Das ist aber reine Geschmackssache. Qualitativ lässt sich an A Day In Nashville nichts aussetzen. Gute Songs und solides musikalisches Handwerk mit virtuosen Soloparts können eben auch etwas ruhiger sein. Robben Ford ist immerhin schon 62 Jahre alt, so dass er durchaus mal etwas gemächlicher zu Werke gehen kann. Er ist und bleibt ohne jeden Zweifel ein genialer sowie herausragender Musiker.

Robben Ford - A Day In Nashville - EPK


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