Mike Stern – All Over The Place


Der US-amerikanische Jazz- und Fusion Gitarrist Mike Stern hat kürzlich mal wieder ein frisches Album auf den Markt gebracht. "All Over The Place" heißt das Werk und bietet mit einer feinen Auswahl von Gastmusikern eine flexible Zusammenstellung von 11 Songs.

Mike Stern - All Over The Place
Vorab fällt bereits beim Einlegen der CD die Spielzeit von über 75 Minuten positiv auf. Während Mainstream-Musiker sich oft schon schwer tun, 40 Minuten ansatzweise akzeptabel zu füllen, scheint es bei Jazz-Musikern eher so zu sein, dass sie zu wenig Platz auf dem Silberling haben, um alle guten Songs unterzubringen. Quantitativ ist der Daumen schon mal oben. Wer nun ein Album erwartet, dass von der Gitarre dominiert wird, muss umdenken. Aufgrund der vielen hochkarätigen Gäste stehen auch andere Instrumente im Focus und die Stücke zeigen ganz verschiedene Facetten, so dass es durchaus Abwechslung gibt. Ein Titel wie "Cameroon" mit Richard Bona am Gesang (und Bass) klingt im Refrain ein wenig wie Toto, also fast poppig. Andere Stücke zeigen mehr den zeitgenössischen Jazz. "Out Of The Blue" erinnert an Pat Metheny; hier spielt Randy Brecker noch eine passende Trompete und Tom Kennedy zupft dazu eine Basslinie, die schon ziemlich abgefahren ist. Gerade die Solo-Parts sind auf diesem Album wahre Leckerbissen und zeigen die durchgehend hohe Qualität aller Musiker. Ebenfalls mit dabei sind u.a. Jim Beard (zudem Produdent des Albums), Dave Weckl, Kenny Garrett, Dave Holland, Victor Wooten,…

Bei der Expertendichte wäre für profilneurotische Ego-Shows auf der Gitarre wohl gar kein Platz. Das scheint auch Mike Stern´s Ding nicht zu sein! Dennoch kommt der typische, mittenbetonte und Chorus-versetzte Gitarrensound nicht zu kurz. Auf zwei Stücken greift Mike Stern auch zur Nylon-Gitarre. Die Songs gehen von fetzig bis ruhig, "As Far As We Know" ist fast meditativ. Somit ist die Richtung Jazz und Fusion grob vorgegeben, das Album zeigt jedoch ein buntes Spektrum mit Einflüssen aus allen Himmelsrichtungen. Folglich sind die 75 Minuten kurzweilig und qualitativ ebenfalls erste Sahne. Nachdem nun die Spielzeit und die Güte der Musik positiv abgeschnitten haben, möchte ich abschließend noch den Klang lobend erwähnen, der ebenfalls seinen Beitrag zum Gelingen des Musikgenusses leistet. Wer nicht fest auf ein Instrument geprägt ist, sondern Jazz und Fusion Musik mit großer Vielfalt begrüßt, ist mit "All Over The Place" in jeder Hinsicht optimal bedient.

Mike Stern - All Over The Place - Teaser


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