Midge Ure – ´fragile´ – Das erste Studio-Soloalbum nach über 10 Jahren


Als Mastermind von Ultravox, Initiator von Band Aid und Live Aid sowie als Solo-Künstler hat es Midge Ure in den Achtzigern ohne Zweifel zu einer der musikalischen Ikonen des Jahrzehnts gebracht. Ebenfalls war Midge Ure Mitgründer der New-Romantic-Band Visage, die mit "Fade To Grey" einen Megahit hatte. Am 4 Juli erscheint nach über 10 Jahren ein neues Solo-Album des Briten, welches mir seit kurzem als Rezensionsexemplar vorliegt.

Midge Ure - Fragile
Vor gut zwei Jahren kam bereits ein neues Ultravox-Album mit dem Namen Brilliant auf den Markt, das mich positiv überrascht hat. Die Erwartungen waren somit auch für das neue Solowerk von Midge Ure entsprechend hoch. Als ich die CD das erste Mal anhörte, war ich allerdings etwas enttäuscht. Es waren zwar gleich wieder typische Anleihen zu den Achtzigern zu erkennen, aber der Funken wollte nicht so recht überspringen. Inzwischen habe ich dem Longplayer jedoch einige Male angehört und bekomme mit jedem Durchlauf einen besseren Zugang zur Musik. Somit kann ich für mich resümieren, dass die Ultravox-Songs hinsichtlich der Hooklines grundsätzlich eingängiger sind. Die Titel auf dem aktuellen Soloalbum brauchen demnach etwas länger um zu zünden, können dann aber durchaus begeistern. Fragile ist eine CD, für die man sich Zeit nehmen muss. Man sollte sie nicht nebenbei hören, sondern ganz bewusst. Die Grundstimmung des Albums ist eher ruhig, selbst der Gesang klingt dem Namen entsprechend zerbrechlich. Die Stücke "Wire And Wood" sowie "Bridges" sind instrumental und gefallen mir sehr gut, weil sie angenehme Stimmungen erzeugen. "Wire And Wood" hat mich in Ansätzen an Mike Oldfield´s "The Songs Of Distant Earth" erinnert und "Bridges" weckt bei mir Assoziationen zum Twin Peaks Thema. Als Gast wirkt Moby mit, der den Song "Dark, Dark Night" mitgeschrieben hat und bei selbigen für das Programming und die Keyboards zuständig war, was nochmal eine andere, modernere Facette zeigt. Die anfängliche Enttäuschung ist gewichen und inzwischen gefällt mir das Album mehr und mehr. Vielleicht muss es beim Zuhörer erst reifen, um sein volles Potential offenzulegen. Als Multiinstrumentalist verbindet Midge Ure seine Fähigkeiten an der Gitarre mit den Finessen der Synthie-Musik und spannt problemlos Bögen zwischen Pop und Prog-Rock bis hin zu cineastischen Klangkulissen. Midge Ure hat die Songs geschrieben, arrangiert und fast alles selbst eingespielt. Beim Song "Let It Rise" war Christopher von Deylen (Schiller) als Co-Autor beteiligt. Fragile macht deutlich, dass man sich manchmal erst auf ein Album einhören muss, um den Wert zu erkennen und Gefallen daran zu finden. Dann kann es aber auch zu den Werken im CD-Regal avancieren, auf die man immer wieder gerne zugreift und über Jahre Freude daran hat.

Midge Ure – Become


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