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Meat Loaf – Hell In A Handbasket


In der Karriere von Meat Loaf ging es häufiger bergauf und bergab. Sein großer Durchbruch kam 1977 mit dem Album "Bat Out Of Hell", das sich bis heute über 43 Millionen mal verkauft hat. Sämtliche Songs dieses Klassikers stammen von Jim Steinmann, der als riesen Wagner-Fan gilt und auch im Musical-Umfeld viel komponiert hat. Diese Einflüsse zeigten sich deutlich auf "Bat Out Of Hell". Auf der Platte wurde durch Steinmann ein neuer pompöser Musikstil geprägt, der "Wagner-Rock" genannt wird und natürlich immer auch mit Meat Loaf in Verbindung steht. "Bat Out Of Hell" ist Fluch und Segen zugleich. Denn zum einen ist da der kommerzielle Erfolg; die Platte steht auf Platz 5 der meistverkauften Alben weltweit. Zum anderen muss sich Meat Loaf immer wieder an diesem Werk messen lassen. Es kam zwischenzeitlich auch zum Streit zwischen Meat Loaf und Jim Steinmann, was in dessen Folge zu weniger erfolgreichen Alben ohne die Beteiligung von Steinmann führte. Nach der Versöhnung kam einige Jahre später (1993) mit "Bat Out Of Hell II", ein weiteres, sehr erfolgreiches Meisterwerk in den Handel und sorgte für ein erstklassiges Comeback. Die beiden erfolgreichsten Alben von Meat Loaf waren also in Zusammenarbeit mit Jim Steinmann und durch dessen unverkennbaren Sound entstanden.

Meat Loaf – Hell In A Handbasket
Nun ist Anfang Dezember das neue Album "Hell In A Handbasket" von Meat Loaf erschienen. Jim Steinmann ist diesmal nicht dabei. Ich gebe zu, dass ich mit einer gewissen Erwartungshaltung an das neue Werk rangegangen bin und natürlich die Songs an den großen Werken von Meat Loaf gemessen habe. Beim ersten flüchtigen Hören war ich etwas enttäuscht. Nachdem ich die CD jedoch öfter laufen ließ, gefiel mir Großteil der Songs auch mehr und mehr. Was ich jedoch weiterhin nicht verstehe, ist z.B. beim Song "Mad Mad World", die Einlage durch Rapper "Chuck D". Rap auf einer Rock-Platte? Vielleicht soll dadurch Fortschritt demonstriert werden, was für mich jedoch zum einen nicht passt und zum anderen einfach zu gewollt wirkt! Die neue Platte ist also ganz klar weg vom klassischen Steinmann-Sound und beschreitet andere, rockigere Wege. Die Produktion ist gut. Meat Loaf ist auch ein zu großer Künstler, um etwas Halbherziges abzuliefern. Deswegen sind natürlich Top-Leute an dem Werk beteiligt, die ihre Arbeit auch gut gemacht haben. Besonders gefallen hat mir der Song "Blue Sky", der mit einem atemberaubenden, mehrstimmigen Chor eine Gänsehautstimmung erzeugt. Wenn man sich auf den neuen (anderen) Sound von Meat Loaf einlässt, bekommt man ein solides Rock-Album von einem der größten Sänger der letzten Jahrzehnte!

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Foto oben: © Paul Brown


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