Emma-Lee – Backseat Heroine


Besonders spannend sind für mich als "Musikkritiker" immer Alben von solchen Künstlern, die ich bis dato nicht kannte. Das kann mächtig in die Hose gehen, oder wie im Fall von Emma-Lee ein Aha-Erlebnis sein. Das zweite Album "Backseat Heroine" der kanadischen Singer/Songwriterin kam am 19. April in den Handel und kürzlich auf meinen Rezensionstisch.

Emma-Lee - Backseat Heroine
Das Genre Singer/Songwriter klingt vielleicht ein wenig nach Protestsongs à la Bob Dylan. Es kann aber auch eine deutlich poppigere Färbung haben, wie bei Emma-Lee. Die CD enthält 11 Songs, die sich auf gut 45 Minuten Spielzeit verteilen und eine Menge Abwechslung bieten. Schon der Opener "Not Coming By" fängt zwar ruhig an, baut sich aber bis zum Schluss zu einer extrem energiegeladenen Nummer auf. Im Mittelteil des Songs erklingen noch klagende Mariachi-Trompeten, während am Ende der powervolle Gesang den Stimmungswechsel deutlich macht. Der Titeltrack "Backseat Heroine" klingt im Refrain ein wenig nach Lady Antebellum´s Erfolgshit "Need You Now", bleibt aber nicht zuletzt deswegen auch hängen.

Ansonsten besticht das Album durch ein exzellentes Songwriting, Top-Produktion und absolut eingängige Musik. Emma-Lee´s Stimme erinnert an einigen Stellen an Eddi Reader (Fairground Attraction). Das Duett "Today´s Another Yesterday" mit Luke Doucet lässt Vergleiche zu Songs aus den Federn von Burt Bacharach sowie Carole King & Gerry Goffin zu. Es gibt also leichte Anleihen zu den Sechzigern. Und dennoch klingt alles extrem frisch und authentisch. Das Kolorit Nordamerikas ist unüberhörbar. Die Songs sind vielfältig und werden genau genommen keinem Genre wirklich gerecht. Emma-Lee hat einen eigenen Stil gefunden, den sie glaubwürdig auf diesen Tonträger gebannt hat. Der poppige Einschlag macht diverse Songs sogar absolut radiotauglich. Es würde den Musikredakteuren der Stationen guttun, mal auf den 387sten Einsatz der versmaßunfähigen und inzwischen total weichgespülten Toten Hosen zu verzichten und vielleicht mal ganz mutig etwas von Emma-Lee zu spielen. Dafür müsste jedoch der Wille da sein, die eingetretenen Pfade mal ein wenig zu verlassen und beherzt etwas Neues vorzustellen. Ich habe bei der Einöde der Radioprogramme zwar nur wenig Hoffnung, aber die Songs von Emma-Lee hätten es allemal verdient, einem größeren Publikum vorgestellt zu werden. "Backseat Heroine" ist ein richtig gutes Album, das auch klanglich voll überzeugen kann.


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