Dream Theater – Live At Luna Park


Sie sind ohne Zweifel in der obersten Liga des musikalischen Könnens zuhause. Die progressiven Metaller von Dream Theater beherrschen ihr Handwerk fast perfekt. Das stellen sie nun auch wieder mit dem frischen Live-Mitschnitt "Live At Luna Park" unter Beweis. Das Konzert erscheint am 01. November 2013 als Blu-ray, Doppel-DVD und als Deluxe-Edition (Blu-ray + 2 DVDs + 3 CDs) . Ich hatte gestern ein Promoexemplar der DVD in der Post, womit die Abendbeschäftigung geklärt war.

Dream Theater - Live At Luna Park DVD
Vorweg sei erwähnt, dass ich mir den Großteil des Hauptkonzertes angesehen habe und den Rest in einem Schnelldurchgang. Die Gesamtspielzeit der enthaltenen Datenträger beträgt nämlich knapp fünf Stunden! Wer dem Progressive Metal zugetan ist, braucht hinsichtlich Dream Theater keine weitere Erklärung. Alle anderen sollten sich mit gebührlicher Vorsicht an das Werk machen. Die fünf Herren finden ihre Erfüllung nun mal nicht im trivialen 4/4 Takt und normalen Aufbau ihres Liedguts. Die Songs sind bis ins Mark komplex, mit schrägen Rhythmen, dicken Gitarrenriffs, Breaks und Soloeinlagen, die es in sich haben. Mir ist und bleibt es ein Rätsel, wie man sich derartige Songs überhaupt nur einprägen, geschweige dann in der Güte wiedergeben kann. Zugegeben, das ist nicht jedermanns Sache, aber so ist es ja auch nicht konzipiert. Hier geht es ganz klar um Grenzerfahrungen zwischen dem machbaren und dem nicht machbaren. Und an einigen Stellen fragt man sich schon, wie lange man wohl dafür üben müsste.

Das Konzert entstand auf der "A Dramatic Tour Of Events"-Welttournee in der Luna Park Arena in Buenos Aires. Die über ein Jahr dauernde Konzertreise war übrigens für den neuen Drummer Mike Mangini die Nagelprobe. Schließlich musste er die Trommel-Koryphäe Mike Portnoy ersetzen. Diese Prüfung hat er jedoch mit Bravur bestanden. Wenn man sein Drumset sieht, denkt man erst, da sitzt jemand mit einer übergroßen Hybris. Spätestens bei seinem sehr sehens- und hörenswerten Drumsolo zeigt sich jedoch, dass jedes Teil am Kit einen guten Grund hat. Auch die Stamm-Crew hat hervorragende Dienste geleistet. Das einzige was mir auffiel, war der Gesang bei den ruhigen Stücken. Balladen liegen James LaBrie einfach nicht. Er muss hoch und laut singen, damit es gut klingt. Ansonsten gibt es aber musikalisch überhaupt nichts zu meckern.

Die Videoaufnahmen geben jedoch sehr wohl Grund zur Kritik. Das Konzert wurde mit 16 Kameras aufgenommen. Es gab welche, die klassisch von Kameramännern (oder –frauen?) bedient wurden. Dann gab es fest montierte Kameras, z.B. über dem Schlagzeug oder rechts am Keyboard. Diese hatten leider die Qualität einer besseren Webcam. Das kann jedoch im Rahmen der künstlerischen Freiheit auch gewollt gewesen sein. Und dann gab es noch die MAT-Kamerakräne, die Bilder quasi im Fluge aufnehmen und dramatische Schwenks sowie spektakuläre Kamerafahrten ermöglichen, wovon auch über die Maßen Gebrauch gemacht wurde. Diese permanente Bewegung im Bild nervt jedoch und strengt ziemlich an. Hinzu kamen – besonders am Anfang – viele, schnelle Schnitte, was den nervösen Gesamteindruck weiter unterstreicht. Natürlich ist Film das Medium für bewegte Bilder, aber es langt meiner Meinung nach, wenn sich die Protagonisten bewegen. Nichts gegen dezente Kameraschwenks, aber hier wurde definitiv übertrieben. Es gab leider kaum stehende Bilder. Zum Teil waren die Kamerabewegungen sogar unrund und man hatte partiell das Gefühl besoffen vor einem Ego-Shooter zu sitzen. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Bei der Musik zeigt der Daumen steil nach oben, aber beim Videomaterial waren wohl einige Verantwortliche deutlich überzuckert.

Dream Theater - Pull Me Under (Live At Luna Park)


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