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Archive for November 2014

Birdy / Foto: Warner Music

Sounds Of The 80s – Unique Covers Of Classic Hits

Eigentlich war ich geneigt, mich für diesen Artikel als Kind der Achtziger zu bezeichnen. Richtig ist jedoch, dass ich ein Teenager der Achtziger war. Diese jugendliche Lebensphase war extrem prägend und fiel bei mir eben rein zufällig zu fast 100% in das besagte Jahrzehnt, das musikalisch tatsächlich ganz besonders war. Sounds Of The 80s ist nicht nur die nächste Kompilation einiger Hits aus der Zeit, sondern enthält teils recht spezielle Cover-Versionen verschiedenster Songs meiner Jugend, interpretiert von namhaften Künstlern, sowohl von damals, als auch von heute. Das Album ist seit 21.11.2014 im Handel.

Sound Of The 80s - Unique Covers Of Classic Hits
Es handelt sich um eine Doppel-CD mit einer Gesamtspielzeit von rund 137 Minuten, verteilt auf 37 Songs. Viele der Titel sind im Original eigentlich kaum zu toppen, wobei das wohl auch nicht die Absicht war. Spannend wird es jedoch an den Stellen, wo die Hits von damals komplett neu interpretiert werden. Herausragend ist da z.B. "Man In The Mirror" der Country-Zwillinge Ward Thomas. Ja, da wird der Michael Jackson Klassiker kurz mal zur Country-Pop-Nummer umfunktioniert. Klasse! Ebenfalls super gefällt mir die Katie Melua Version von Black´s "Wonderful Life". Die samtige Stimme und eine akustische Gitarre mit einer, an "More Than Words" von Extreme erinnernden Anschlagtechnik geben dem Song eine ganz neue Stimmung. Gefallen haben mir ferner "Lucky Star" von Birdy, "Island In The Stream" von The Shires und "Head Over Heals" von Millers Daughter. Aber nicht alles begeistert! Einige Titel sind mir zu nah am Original oder können diesen, trotz eigener Interpretation, nicht ansatzweise das Wasser reichen. So finde ich z.B. "If I Could Turn Back Time" von Christina Perri stimmlich etwas schwach. Sich auf einen Vergleich mit Cher einzulassen, ist vielleicht auch nicht die beste Idee, wenn man nur ein relativ dünnes Stimmchen hat. Dido versucht sich an "Smalltown Boy" von Bronski Beat. Im ersten Moment eine tolle Alternativversion mit akustischer Gitarre, die dann aber für meinen Geschmack doch mit etwas zu wenig Feeling vorgetragen wird. Gut gemacht und besonders ist dann wieder "True Colors" von Shane Filan (Westlife). Fast etwas schräg wird es, wenn Dolly Parton und Richie Sambora den Bon Jovi Hit "Lay Your Hands On Me" zusammen intonieren.

Dass bei so einer speziellen Zusammenstellung nicht alles gefällt, ist klar. Aber neben einigen schwächeren Titeln sind durchaus Coverversionen dabei, die richtig gelungen sind. Interessanterweise sind es die (bei uns) eher unbekannteren Künstler, deren Versionen bei mir persönlich mehr Anklang finden. Die bekannteren Acts sind in der Summe etwas weniger überzeugend, Kylie Minogue schafft es aber dennoch "Betty Davis Eyes" zu einem Kylie-Song zu machen und Paul Heaton von den Housemartins covert gleich mal zusammen mit Jacqui Abbot den eigenen Hit "Caravan Of Love", obwohl der auch in den Achtzigern schon ein Cover war und im Original 1985 von Isley Jasper Isley kam, bevor die Housemartins damit zu Weihnachten 1986 in ihrer A-cappella Version einen Nr. 1 Hit in Großbritannien landeten.

Es gibt auf Sounds Of The 80s also einiges zu entdecken und so schwelgt man dann doch ganz schnell wieder in diesem abgefahrenen Jahrzehnt und erfreut sich an den meisten Songs, auch oder teilweise gerade wegen der ungewohnten Interpretationen.

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Foto: ZDF / GF-Design

3sat Thementag – Pop Around The Clock – Das Programm für Silvester 2014

Erneut neigt sich ein Jahr dem Ende zu und steuert zumindest aus Sicht der Musikfans auf ein TV-Highlight erster Kajüte hin. Zu Silvester heißt es bei 3sat wieder Pop Around The Clock. Mir liegen die Details für diesen Thementag mit vielen interessanten Konzerten vor. Ich bin entzückt und möchte Euch hiermit am Programm für den 31. Dezember 2014 teilhaben lassen. Es handelt sich komplett um TV-Erstausstrahlungen und es finden sich erneut eine Menge wohlklingender Namen wie Queen, Deep Purple, The Rolling Stones, Genesis, Billy Joel, Coldplay, Muse, Depeche Mode, Bryan Adams, Moby u.v.m. im Line-Up. Insgesamt stehen 25 Stunden Live-Musik auf dem Zettel!

Einige Konzerte sind Klassiker, wie z.B. "Three Sides Live" von Genesis, "Live At The Rainbow" von Queen, oder "From The Vault – Live in 1981" von den Rolling Stones. Andere Aufzeichnungen sind so frisch, dass sie noch dampfen. Da wäre z.B. Jeff Beck - "Live in Tokyo" (2014), Max Herre mit seinem MTV Unplugged (2013), Depeche Mode – "Live in Berlin" (2013) oder Bryan Adams - "Live in Toronto" (2014). Die meisten Konzerte sind – wie immer – Auszüge aus kompletten Shows, die größtenteils in voller Länge auf DVD bzw. Blu-ray erhältlich sind. Wenn Ihr auf die Titel in der Übersicht klickt, könnt Ihr diese Konzerte - sofern verfügbar - in der kompletten Version bestellen. Die neueren Aufnahmen sendet 3sat übrigens alle in HD-Qualität.

Ich finde es überaus beeindruckend, was 3sat alljährlich bei diesem speziellen Thementag auf die Beine stellt. So sind einige Konzerte gerade als DVD bzw. Blu-ray in den Handel gekommen und schon laufen die meist recht ansprechenden Auszüge im Free-TV. Da sehe ich die Rundfunkgebühr ausnahmsweise mal als richtig gutes Investment.

Also, Schampus kühlen, Knabberzeug parat legen und die Party kann beginnen!

Queen - Foto: Universal Music

Die Liste der Pop Around The Clock Konzerte für Silvester 2014
Uhrzeit Sendung Aufnahmejahr
6.00
The Dukes Of September - Live At Lincoln Center
2012
6.45
Beth Hart & Joe Bonamassa - Live At Amsterdam
2013
7.45
Jeff Beck - Live In Tokyo
2014
8.45
Queen - Live At The Rainbow
1974
9.30
Deep Purple - Perfect Stranger
1984
10.30
The Rolling Stones - From The Vault - Live in 1981
1981
11.30
Genesis - Three Sides Live
1981
12.15
Phil Collins - No Ticket Required *
1985
13.15
Billy Joel - A Matter Of Trust - The Bridge To Russia
1987
14.00
Dire Straits - On The Night
1992
15.00
Ed Sheeran - Live In Dublin *
2014
15.45
Max Herre - MTV Unplugged - Kahedi Radio Show
2013
17.00
Sting - The Last Ship Sails
2013
18.15
Peter Gabriel - Back To Front
2013
19.20
Coldplay - Ghost Stories
2014
20.15
Céline Dion - Une Seule Fois
2013
21.00
Elton John - The Million Dollar Piano
2012
22.15
Jessie J - Alive At The O2 *
2013
23.00
Muse - Live At Rome
2013
0.00
Depeche Mode - Live In Berlin
2013
1.15
Bryan Adams - Live In Toronto *
2014
2.15
ZZ Top - Live At Montreux
2013
3.00
Roxette - Travelling The World - Roxette Live
2012
3.45
Simple Minds - Celebrate
2013
4.30
Zucchero - La Sesión Cubana *
2012
5.15
Hall & Oates - Live In Dublin *
2014
6.00
Moby - Almost Home - Live At The Fonda
2012
    
* Von diesen Konzerten gibt es (derzeit) keine DVD/Blu-ray zu kaufen.

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Foto: Anton Corbijn

Depeche Mode – Live In Berlin – Ein Konzertfilm von Anton Corbijn

Letztes Jahr im November waren Depeche Mode u.a. für zwei Konzerte in Berlin. Bei diesen beiden Shows hat Starfotograf und Regisseur Anton Corbijn den Konzertfilm Live In Berlin aufgenommen, der seit dem 14. November im deutschen Handel erhältlich ist. Ich habe das DVD-Boxset bemustert bekommen, das auf der ersten DVD den kompletten Konzertfilm mit Interview-Sequenzen und dem Bonus-Material (zwei Songs aus der Bordello Acoustic Session) enthält. Eine weitere DVD enthält die reine Live-Show, die auch auf den zwei Audio-CDs zu hören ist. Last but not least gibt es eine Audio-Blu-ray-Disk mit der 5.1 Version des Albums Delta Machine. Das Ganze kommt in einer wertige Pappschachtel mit Stülpdeckel daher und dürfte den Fan schon mal vom Umfang entzücken.

Depeche Mode – Live In Berlin
Ich selbst hatte meine heiße Depeche Mode Phase vor ca. 30 Jahren, als "People Are People" und "Master And Servant" in den Charts waren. Damals habe ich auch verschiedene Tonträger der Briten erworben und diese gerne gehört. Gerade aus dem seinerzeit aktuellen Album Some Great Reward hat es aber leider kein Song in die Show geschafft. Dennoch sind neben einigen Titeln aus Delta Machine diverse Welthits von Depeche Mode zu hören und zu sehen. Wer nur hören will, bekommt vermutlich, was er erwartet: Jede Menge typischen Depeche Mode Sound, eine tolle Stimmung in der Halle sowie ein stimmiges Gesamtpaket. Wer sich die Show anschaut, sieht drei Bandmitglieder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Andrew Fletcher steht, ohne eine Miene zu verziehen, mit schwarzer Hose, schwarzem T-Shirt, Bauchansatz und Sonnenbrille hinter seinen Keyboards und spielt. Der totale Gegenpart ist Dave Gahan, der extrovertiert tanzt, die Hüften kreisen lässt, mit dem Hintern wackelt und derart charismatisch und energiegeladen die Show rockt, dass man nur staunen kann. Zum Zeitpunkt des Konzerts, war Gahan 51 Jahre alt und hinsichtlich seiner Biographie inkl. Suizid-Versuch, einem fast-Drogentod und einer früheren Krebserkrankung beneidenswert gut in Form. Er kokettiert mit dem Publikum, ist Diva, Sex-Symbol und beindruckender Frontmann. Daneben wirkt Martin Gore blass und fast eingeschüchtert. Ich habe das Gefühl, dass er Dave Gahan gerne nacheifern würde, aber einfach nicht das Handwerkszeug dafür hat. Da helfen dann auch keine glitzernden Karo-Hosen. Es wirkt, als verstecke er sich hinter den Gitarren, obwohl er, so ist mein Eindruck, auch gerne mehr im Mittelpunkt stehen würde. Ich habe teilweise auch den Verdacht, dass er zumindest die Gitarre(n) gar nicht live spielt. Der Schnitt des Bildmaterials macht es extrem schwer, das genau zu beurteilen. Bei den drei Solo-Stücken, wo Martin Gore alleine mit Keyboarder Peter Gordeno auf der Bühne stehend singt, wirkt er ohne Gitarre hinterm Mikroständer fast ein wenig zerbrechlich, weiß nicht so Recht, wohin mit den Händen. Er scheint hin und her gerissen zwischen Unwohlsein und der zuträglichen Anerkennung des Publikums. Viele Fans mögen gerade diese Parts der Show, vielleicht weil sie eine gewisse Intimität und Verletzbarkeit zeigen. Ein grandioser Live-Musiker ist Gore auf jeden Fall nicht! Dafür ist er jedoch hinsichtlich der Kreativität das Maß der Dinge in der Band und hat es über Jahrzehnte geschafft, einen eigenen, speziellen Sound zu entwickeln und zu erhalten, der unverwechselbar ist.

Die Interviews einiger Konzertbesucher vor der Halle zeigen, dass Depeche Mode extrem treue Fans hat, die der Band auf Tour sogar nachreisen und möglichst viele Konzerte mitnehmen wollen. Eine Frau sagte sogar auf die Frage, was die Band für sie bedeutet: Depeche Mode sei ihre Religion. Und diesen Status muss man erst mal erreichen. Depeche Mode hat ihn seit vielen Jahren. Und somit sind es vermutlich genau die ungleichen Charaktere der Bandmitglieder sowie der unverwechselbare Sound, die das Gesamtwerk so hell leuchten lassen. Die eigenständigen Songs, zum Großteil von Mastermind Martin Gore geschrieben und authentisch vorgetragen vom energiestrotzenden Entertainer Dave Gahan. So wird ein Schuh draus. Der eine könnte ohne den anderen nicht und das macht am Ende vielleicht die Magie dieser Band aus. Die Fans danken es mit bedingungsloser Treue und geben dem Gesamtkonzept der Band somit auch im vierten Jahrzehnt ihres Bestehens Recht. Live In Berlin ist ein ansprechendes Set, Anton Corbijns Videoschnitt ist eher Old-School und verzichtet zum Glück auf überzuckerte Videoeffekte wie Splittscreens, Zoom-Fahrten im Rhythmus der Musik oder nervige Überblend-Animationen. Die Klangqualität ist gut, das Bild so lala… Zur Audio-Blu-ray mit 5.1 Sound kann ich nichts schreiben, da ich weder einen BR-Player, noch eine Surround-Anlage habe. Insgesamt schneidet das Boxset mit fünf Scheiben gerade noch gut ab, weil es inhaltlich viel bietet, einen restlos überzeugenden Dave Gahan in Top-Form zeigt und somit in jede ordnungsgemäß geführte Depeche Mode Sammlung gehört.

Depeche Mode - Live in Berlin - Trailer


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Foto: Stian Andersen

Röyksopp – The Inevitable End – Das letzte Album der Norweger

Als Remixer arbeiten Röyksopp für Weltstars wie Coldplay, Lady Gaga, Kings of Leon oder Depeche Mode. Sie gehören zu den erfolgreichsten Künstlern in der elektronischen Musik weltweit. Ihr neues Album The Inevitable End soll zugleich auch das letzte sein. Es erscheint am 21. November und enthält zum einen das Hauptalbum mit gut 60 Minuten Musik. Zum anderen ist eine weitere CD mit fünf Bonustracks dabei.

Röyksopp – The Inevitable End
Aufmerksam wurde ich auf das norwegische Duo, bestehend aus Svein Berge und Torbjørn Brundtland, weil ich in der Presseankündigung zum Album lass, dass bei zwei Titeln der Platte Susanne Sundfør singt. Selbige habe ich auch eher zufällig im Oktober 2012 über ihr Album "The Silicone Veil" entdeckt und in mein musikalisches Herz geschlossen, weil sie einen ganz eigenen und besonderen Musikstil hat. Letzteres gilt auch für Röyksopp, die selbst den Anspruch haben, Musik zu machen, die sie sonst nirgends finden. Die Songs sind schon größtenteils sehr technisch – manchmal weich und zart, dann wieder sperrig, hart und rau. Der Gesang schafft dann aber oft einen brillanten Gegenpol, der die teils kalten Sounds wieder mit Wärme füllt. Und so entstehen audiophile Leckerbissen, die irgendwo zwischen Daft Punk und Kraftwerk liegen. Neben Susanne Sundfør (ebenfalls aus Norwegen) singt bei einigen Stücken die Schwedin Robyn, die in Skandinavien eine Legende ist, und Jamie McDermott (The Irrepressibles) sowie Ryan James (Man Without Country) übernehmen die männlichen Gesangsparts. Die Damen gefallen mir jedoch eindeutig besser! In Norwegen gehen die Alben von Röyksopp meist auf die Top-Positionen der Charts. Dort haben sie auch bereits 7 norwegischen Grammys (Spellemannprisen) und fünf norwegische Musikpreise (Alarmprisen) bekommen. Das sind doch mal Belege. Dass Röyksopp bis dato in den anderen, ausländischen Märkten noch nicht so bekannt sind, mag an der Gesinnung der Macher und deren speziellen Werken liegen. Oder sie sind einfach (noch) nicht auf dem Tableau der Musikredakteure. Mich macht dieser leicht kühle, aber extrem moderne, skandinavische Sound auf jeden Fall ziemlich an. Die Herren verstehen es gekonnt, die geilsten Klänge aus ihren Synthesizern zu holen, coole Arrangements zu erstellen, perfekt zu mixen und das Ganze in ein Gesamtgebilde zu gießen, das auch mich, der eigentlich lieber ein dickes Gitarrenbrett hört, in den Bann zieht. Die Skandinavier scheinen grundsätzlich ein gutes Händchen für elektronische Musik zu haben. The Inevitable End von Röyksopp bedient dieses Genre definitiv sehr eindrucksvoll. So etwas findet man in der Tat sonst nirgends.

Røyksopp feat. Robyn - Monument (The Inevitable End Version)


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Foto: Harry Borden

Pink Floyd – The Endless River – Das letzte Kapitel der britischen Rockband

Sie sind für viele Fans die Gottkaiser der Musik. Das letzte Studioalbum von Pink Floyd war The Division Bell, das bereits über 20 Jahre auf dem Buckel hat. Und genau aus dieser Zeit stammen auch die Aufnahmen für das neue Werk The Endless River, das seit 7. November 2014 im deutschen Schallplattenhandel erworben werden kann.

Pink Floyd – The Endless River
Also wirklich neu ist das Material somit nicht. Es wurde seinerzeit während der Division Bell Sessions eingespielt. Aus insgesamt ca. 20 Stunden Musik haben David Gilmour und Nick Mason das Beste rausgesucht, einiges überarbeitet, einiges komplett neu eingespielt und laut Aussage von David Gilmour mit der heutigen Technik zu einem Pink Floyd-Album gemacht, das mit beiden Beinen im 21. Jahrhundert steht. Das ist doch mal eine Aussage! Mir gefielen die beiden Alben, die nach dem Ausstieg von Roger Waters aufgenommen wurden sehr gut, so dass ich auf The Endless River extrem gespannt war. Heute hatte ich das Rezensionsexemplar im Postkasten, habe es ohne Verzögerung in den CD Player gelegt und sofort gestartet… Ich habe die CD + DVD Deluxe Version bekommen, die zur normalen Audio-CD noch eine DVD mit Bonus-Video-Material und einem 5.1 Sound-Mix des Albums, ein Hardcover-Buch sowie zwei Fotos und ein Hologramm enthält. Dieses Set hat eine sehr hochwertige Haptik und eine elegante Anmutung! Gleiches gilt übrigens auch für die Blu-ray Variante. Und der Vollständigkeit halber gibt es das Album natürlich auch digital sowie auf Doppel-Vinyl.

Pink Floyd - The Endless River - Deluxe Set / Packshot

Normal lebe ich nach dem Grundsatz, die Erwartungen möglichst gering zu halten, um nicht enttäuscht zu werden. Nach 20 Jahren Wartezeit fällt diese Prämisse jedoch äußerst schwer, ja sie ist quasi unmöglich. Dass unter dem Namen Pink Floyd nochmal "neues" Studiomaterial veröffentlicht wird, war eigentlich fast undenkbar, obwohl sich die Band offiziell nie aufgelöst hat. Aber insbesondere nach dem Tod von Keyboarder Richard Wright 2008 schien die Wahrscheinlichkeit gen Null zu tendieren. Jetzt haben David Gilmour und Nick Mason eben bestehendes Material genommen und dieses zeitgemäß verpackt. Das Album ist ein Tribut an Rick Wright. Bereits 1975 haben Pink Floyd auf Wish You Were Here mit dem Song "Shine On You Crazy Diamond" eine musikalische Hommage an das frühere Bandmitglied Syd Barrett verfasst. Diese Tiefe und Klasse wird auf The Endless River nicht ganz erreicht. Für viele Fans waren aber auch bereits die beiden letzten Langspielplatten aus der sog. Gilmour Ära nicht mehr unbedingt typische Pink Floyd Alben. Der fehlende Einfluss von Roger Waters war deutlich erkennbar. Dennoch waren A Momentary Lapse Of Reason und The Divison Bell geniale Alben, aber eben in einem anderen Kapitel der Band. Somit reiht sich auch The Endless River in dieses quasi letzte Kapitel der Pink Floyd Geschichte ein. Es ist größtenteils instrumental und erstreckt sich über vier Sätze. Dabei flammen immer mal wieder musikalische Erinnerungen aus der Band-Geschichte auf, die fast ein wenig wie der letzte Rückblick eines Sterbenden auf das zu Ende gehende Leben wirken. David Gilmour hat wohl auch bereits verlauten lassen, dass dies definitiv das letzte Pink Floyd Album sei.

In Rezensionen anderer Kollegen und in den Bewertungen von Online-Shops wurde The Endless River zum Teil ziemlich verrissen, weil es keine Durchgängigkeit habe und nur aus Song-Fragmenten bestehe. Nach Lektüre derartiger Abwertungen waren meine eingangs erwähnten Erwartungen also wieder deutlich reduziert und ich überlegte, wie ich eine blutleere Resteverwertung galant umschreiben kann. Jetzt höre ich das Album allerdings und muss erstaunt feststellen: Das ist Pink Floyd! Jawohl, die Sounds, die Stimmung, die Atmosphäre – alles passt und klingt super. Es sind teilweise kurze Song-Fragmente, die jedoch ineinander überfließen. Hätte man jedem der vier Sätze jeweils nur einen Gesamttitel gegeben, wäre das vermutlich niemanden aufgefallen. Zuweilen wurde auch der fehlende Gesang beklagt. Das ist aber nun wirklich Geschmacksache. Es gab in der Vergangenheit reichlich Pink Floyd Songs, die zumindest über weite Strecken überzeugen konnten, weil eben nicht gesungen wurde. Ich habe das Album jetzt einmal durchgehört und kann nur mein Lob aussprechen. Gut, diese Musik sollte man öfter hören, um sie wirklich in ihrem vollen Umfang erkennen und bewerten zu können. Pink Floyd sind schließlich nicht Status Quo… Aber ich vermute, dass dieses Album durch mehrmaliges Hören eher noch mehr Zustimmung finden wird, als nach dem ersten Durchgang. Die, denen eine harsche Kritik zu schnell über die sprichwörtlichen Lippen ging, könnten ggf. feststellen, dass sie geirrt haben. Bei mir zeigt der Daumen nach oben und ich freue mich auf den nächsten Hördurchgang bei einem guten Tee!

The Endless River - Short EPK


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Foto: Heart © Norman Seeff

The Art Of McCartney – Eine musikalische Hommage an Paul McCartney

Egal, ob bei den Beatles, mit den Wings oder auf seinen Solo-Platten – Paul McCartney ist ohne jeden Zweifel einer der grandiosesten Songwriter unserer Zeit. Unzählige Hits und Ohrwürmer stammen aus seiner Feder und beglücken das Publikum seit über 50 Jahren mit guter Musik. Am 14. November erscheint das Doppelalbum The Art Of McCartney auf dem viele ganz große Stars dieser Musik ihren Tribut zollen und einige der tollen Songs aus dem Repertoire des Briten neu aufgenommen haben.

The Art Of McCartney
Die Idee zu diesem Projekt hatte der Produzent Ralph Sall, der Paul McCartney 2003 traf, als die beiden einen Song aus den Ram Sessions für einen Soundtrack bearbeiteten. Ralph Sall fragte Paul McCartney und dessen Musikverlag, ob sie die Idee für ein Tributalbum unterstützen würden und Paul gab sein OK. Ralph rekrutierte dann für die instrumentalen Parts auf dem Album die Gitarristen Rusty Anderson und Brian Ray, den Keyboarder Paul "Wix" Wickens und den Schlagzeuger Abe Laboriel Jr. Sie alle haben schon mit Paul McCartney getourt und kennen das umfangreiche musikalische Werk. Im nächsten Step wurden diverse große Künstler gefragt, ob sie Lust hätten, an dem Projekt mitzuwirken. So finden wir auf dem Album wohlklingene Namen wie Barry Gibb (Bee Gees), Billy Joel, Heart, Alice Cooper, Steve Miller, Jamie Cullum, Jeff Lynne (ELO), Paul Rodgers (Free / Bad Company), Brian Wilson (Beach Boys), u.v.m.

Ein Großteil der Stars betonte, wie wichtig der Einfluss von Paul McCartney auf ihre eigene musikalische Entwicklung und das eigene Songwriting war, so dass sie gerne an diesem besonderen Liebhaberprojekt teilgenommen haben, auch um ihre Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. So entstand ein Doppel-Album mit über 2 Stunden Musik, das zum einen klanglich top ist und zum anderen auf erfrischende Art und Weise zeigt, wie gut die McCartney Songs auch zu anderen Interpreten passen. Einige bleiben zwar sehr nah am Original, geben den Songs aber dennoch eine eigene Note. Andere interpretieren auf ihre Weise. Willie Nelson gehört z.B. nicht zu meinen Lieblingssängern, weil er ein grauenhaftes Timing hat und undeutlich singt. Seine Version von "Yesterday", die auch etwas anders instrumentiert ist, bekommt durch seine Stimme jedoch einen ganz eigenen und authentischen Charakter. Jamie Cullum singt "Every Night" und kann genauso überzeugen, wie Paul Rogers bei "Let Me Roll It". Modernere Künstler wie Corinne Bailey Rae ("Bluebird") oder Owl City ("Listen To What The Man Said") finden sich ebenfalls auf dem Album. Richtig klasse sind zudem die Kiss Version von "Venus And Mars / Rock Show" sowie "Eleanor Rigby" von Alice Cooper. Nicht alle Interpretationen sagen mir vollkommen zu, aber das Gros ist wirklich klasse, macht Spaß und gehört in jede ordentliche Beatles bzw. McCartney Sammlung.

Alice Cooper - Eleanor Rigby


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Foto: Neal Preston © Queen Productions Ltd

Queen – Forever – Unveröffentlichtes Material und altbekanntes

Es ist schon erstaunlich, dass selbst 23 Jahre nach dem Tod von Freddie Mercury immer wieder neue Veröffentlichungen von Queen auf den Markt kommen. Diesmal ist es das Album Forever, das drei neue Songs und bekanntes Material in überarbeiteter Form enthält. Queen - Forever kommt am 7. November in den Handel.

Queen – Forever
Als ich vor einiger Zeit auf der Facebook-Seite von Brian May las, dass unveröffentlichte Songs von Queen aus einer extrem spannenden Zeit der Band zur Veröffentlichung anstehen, war ich als Fan natürlich erst mal hocherfreut. Schnell wurde jedoch klar, dass es sich nur um drei neue Titel handelt, die auf einem Album mit bekanntem Material unter dem Oberbegriff Lovesongs angeboten werden. Die Kommentare auf der Brian May-Seite gingen dann auch eindeutig in die Richtung Missstimmung. Wenn aus drei unveröffentlichten Titeln ein ganzes Album gemacht wird, hat das offensichtlich für den einen oder anderen Fan ein Geschmäckle.

Gestern hatte ich Queen – Forever als Rezensionsexemplar in der Post. Es gibt die einfache Version als Einzel-CD mit 20 Titeln sowie die Deluxe Version mit 2 CDs und insgesamt 36 Titeln. Ich habe die Doppel-CD bekommen. Zu den drei neuen Titeln zählt "Let Me In Your Heart Again", der während der Aufnahmen zu The Works entstand, eine Balladenversion des ersten Mercury-Solohits "Love Kills", aus einer Zusammenarbeit mit Giorgo Moroder und last but not least die musikalische Kooperation zwischen Queen und Michael Jackson, die den Titel "There Must Be More To Life Then This" trägt. Ganz streng betrachtet sind es also nur zwei neue Songs. Diese gefallen mir persönlich jedoch ausgesprochen gut, weil sie einen sehr typischen Queen-Sound haben und natürlich tolle musikalische Tondokumente sind. Zudem ist das gesangliche Duett zwischen Freddie Mercury und Michael Jackson sehr hörenswert. Die restlichen Songs sind eine Zusammenstellung toller Queen-Titel aus dem kompletten Katalog der Band. Aus nahezu jedem Album von Begin bis zum Ende wurden die Stücke von Brian May und Roger Taylor zu einer sehr gelungenen Mischung bekannter, aber auch teils unbekannterer Songs vereint; einige meiner absoluten Favoriten, wie "Spread Your Wings", "Nevermore", "´39" oder "Sail Away Sweet Sister" sind auch dabei. Ein paar Titel sind teilweise marginal bearbeitet. Klanglich ist das Album top!

Ob es nun geschäftstüchtig ist, für die drei neuen Songs ein komplettes Album aufzulegen, muss jeder für sich entscheiden. Die Greatest Hits Alben von Queen wurden sicherlich auch von vielen Fans gekauft, obwohl sie das darauf enthaltene Material bereits komplett hatten. Insofern sehe ich Forever als gelungene Ergänzung zu den Greatest Hits Alben, obwohl es da dann auch wieder einige Überschneidungen gibt. Wenn jedoch zum Weihnachtsgeschäft 2015 erneut drei unveröffentlichte Songs mit bekanntem Material zu einem Album zusammengeklöppelt werden, wäre die Missstimmung einiger Fans durchaus berechtigt. Als echter Fan freut man sich aber dennoch und kommt sowieso nicht drum herum, sich dieses neue Werk zuzulegen. Und für alle, die nicht im Besitz der kompletten Diskographie von Queen sind, hält Forever bestimmt noch ein paar weitere Perlen bereit. Meine Queen-Sammlung wurde definitiv bereichert!

Queen - Forever - Album Trailer


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