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Archive for September 2014

Grafik: Torsten Sukrow

Simon Phillips – Protocol II

In der Musikgeschichte haben schon verschiedene Drummer Solo-Alben veröffentlicht. Häufig ist das in musikalischer Hinsicht in die Hose gegangen. Nun probiert es Schlagzeug-Koryphäe Simon Phillips erneut mit dem Album Protocol II, das am 26.09.2014 in Deutschland erscheinen wird. Bereits 1988 nahm der Brite sein erstes Solo-Album unter dem Namen Protocol auf. Damals spielte er alle Instrumente selbst. Es folgten neben vielen anderen Projekten diverse weitere Solowerke.

Simon Phillips - Protocol II
Das 88er Album habe ich tatsächlich in meinem Archiv. Dort blieb es jedoch eher unbeachtet. Das war eben so ein Drummer-Album, das für meinen Geschmack wenig aufregend war. Auf Protocol II überlässt Simon Phillips die anderen Instrumente Andy Timmons (Gitarre), Steve Weingart (Keyboards) und Ernest Tibbs (Bass). Musikalisch ist das deutlich besser. Denn auch wenn Simon Phillips wohl beim Songwriting federführend ist, ist sein Hauptinstrument nun mal das Schlagzeug und das bedient er auf Protocol II erwartungsgemäß gut. Auch die Songs sind anspruchsvoll und auf hohem Niveau. Teilweise fühle ich mich sogar an die Los Lobotomys erinnert. Das war die Gruppe, bei der Simon Mitte der Neunziger trommelte und zusammen mit Steve Lukather, David Garfield und John Pêna das Album Candyman aufnahm sowie einige tolle Konzerte spielte. Die Band löste sich leider aufgrund nicht abgestimmter Bootleg-Veröffentlichungen auf. Bei Toto ist Simon Phillips letztes Jahr auch in Freundschaft ausgestiegen, um sich mehr seinen Solo-Projekten zu widmen. Das Ergebnis habe ich nun zur Hörprobe bekommen. Der qualitative Unterschied zwischen Protocol und Protocol II ist deutlich. Die neue Scheibe glänzt mit rein instrumentalen Jazzrock/Fusion auf hohem Niveau. Simon ist ebenfalls Produzent der CD und für den Mix verantwortlich. Somit hat er sich genau auf die Tätigkeiten konzentriert, die er richtig gut beherrscht. Denn die Songs finde ich wirklich gelungen, das Schlagzeug-Spiel ist sowieso über jeden Zweifel erhaben und auch der Klang der Scheibe ist so, wie es sein soll. Transparent, warm und voll, aber nicht zu fett. So muss Jazzrock klingen! Das Album zeigt deutlich, dass Simon Phillips ein Vollblutmusiker ist und eben nicht nur ein brillanter Drummer. So einen hochwertigen Mix lassen viele, deutlich größere Produktionen von bekannten Künstlern oft vermissen. Manchmal dachte ich schon, dass ich Probleme mit dem Gehör habe. Da ist es sehr genugtuend, wenn man mal wieder eine CD im Player hat, die so super klingt.

Mein Fazit: Protocol II ist eine überzeugende Jazzrock/Fusion CD mit einem hervorragenden Klang, die für 1 Stunde hochkarätiges Musikvergnügen sorgt. Leider hatte die deutsche Plattenfirma in-akustik kein Bildmaterial für mich. So habe ich direkt per E-Mail beim Management von Simon Phillips angefragt, jedoch keine Antwort geschweige dann Fotos bekommen. Da die Platte wirklich gelungen ist und alle Tätigkeiten bei der musikalischen Besetzung optimal vergeben wurden, wäre mein Tipp, an der Qualität der Pressearbeit etwas zu schrauben. Denn da gibt es eindeutig Defizite. Notfalls langt mir auch ein Download-Bereich auf der Webseite, wo etwas Material zur Verfügung gestellt wird. Wenn jedoch selbst Anfragen zur Bebilderung einer Rezension ignoriert werden, ist dieses Aufgabengebiet suboptimal besetzt! Also: Super Album, schlechte Pressearbeit!

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Foto: Steven Parke

The Stanley Clarke Band – Up – Neue CD vom Top-Bassisten

Er ist einer der bedeutendsten Bassisten im Bereich Jazz und Fusion. Stanley Clarke hat seit 1973 eine Menge Solo-Scheiben herausgebracht, aber auch mit vielen anderen Top-Stars der Branche Projekte verwirklicht. Ich habe ihn z.B. 1994 zusammen mit Al Di Meola und Jean-Luc Ponty live im Hamburger Stadtpark gesehen und war schwer beeindruckt. Am 26. September kommt sein neues Werk Up auf den Markt. Es firmiert zwar unter dem Namen The Stanley Clarke Band, jedoch posiert er - wie unschwer zu erkennen - alleine auf dem Cover-Foto und sein Name ist auch hervorgehoben.

The Stanley Clarke Band – Up
Es sind aber durchaus einige Klangvolle Namen dabei, die das Album durch ihr Dazutun bereichern. So spielen im Titelsong "Up" Stewart Copeland (The Police) am Schlagzeug sowie Joe Walsh (u.a. Eagles) an der Gitarre. Chick Corea musiziert am Piano bei einer ruhigen, aber sehr ansprechenden Nummer namens "La Canción de Sofia" im Duett mit Stanley Clarke. Die Vielfalt der CD ist für das Genre bezeichnend. Einen Stil über ein ganzes Album durchziehen? Nicht bei Stanley Clarke! Der Eröffnungssong "Pop Virgil" ist zur Einstimmung gleich mal eine ganz typische Nummer, wie man sie vom Meister erwartet. Ein zünftiges Slap-Bass-Thema, das als "Türöffner" eine ziemlich groovige Marke setzt und wohl insbesondere die zahlreichen Basser und Bass-Fans unter den Zuhörern sofort in Wallung versetzen wird. Da zeigt Clarke gleich zu Beginn, wo der Hammer hängt. Dann geht es weiter mit "Last Train To Sanity", einem Song der durchaus auch als Filmmusik durchgehen würde. Soundtrack-Erfahrung hat Stanley Clarke ja schließlich auch, was auf Up ebenfalls klar erkennbar ist. Seinem früheren Weggefährten und Freund George Duke, der 2013 verstorben ist, widmet er eine Interpretation des Songs "Brazilian Love Affair" sowie das ganze Album. Klasse finde ich zudem die "Bass Folk Songs", drei bzw. vier kurze Solo-Bass-Passagen, die auf dem Kontrabass oder E-Bass dargeboten werden. Und last but not least finden wir auf dem Longplayer auch noch eine frisch eingespielte Version des Stanley Clarke Klassikers schlechthin: "School Days". Während der rund 45 Minuten Spielzeit wird man musikalisch auf hohen bis höchstem Niveau unterhalten. Der sehr gute Klang der Scheibe tut sein übriges, um die Freude noch weiter zu steigern. Denn gute Musik erfordert einen guten Klang, der heute leider viel zu häufig vernachlässigt wird. Nicht aber bei Stanley Clarke! Ein rundum gelungener Longplayer, bei dem die Songs zwar manchmal aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit etwas speziell und schräg wirken, aber dennoch durch die Bank gefallen.

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Foto: Jim Arbogast

Flying Colors – Second Nature – Das neue Album der Superband

Im März 2012 hatte ich das Debüt der Flying Colors auf dem Tisch, bzw. im CD-Player und war sehr angetan. Meine Begeisterung kam zum einen aufgrund der tollen Zusammensetzung der Band mit Drummer Mike Portnoy (Ex - Dream Theater), Gitarrist Steve Morse (Dixie Dregs, Deep Purple), Bassist Dave LaRue (Dixie Dregs, Joe Satriani, John Petrucci, Steve Vai,…), Multi-Instrumentalist Neal Morse (Spock's Beard, Transatlantic, …) und am Gesang sowie der zweiten Gitarre Casey McPherson (Alpha Rev, Endochine, …). Zum anderen enthielt die CD einfach geniale Songs! Nun steht das zweite Album der Band ab 26. September in den Startlöchern und ich habe es mir schon mal angehört.

Flying Colors – Second Nature
Nachdem das Debüt für eine Prog-Rock-Band relativ eingängig war, sind die Songs auf Second Nature etwas komplexer angelegt. Das sorgte dafür, dass sich beim Hören der CD nicht unbedingt auf Anhieb ein breites Grinsen einstellte. Wenn man das Album jedoch ein paar Mal durchhört, bleiben auch die Titel besser hängen und man findet mehr und mehr Gefallen daran. Zur Erinnerung: Die Flying Colors machen Progressive Rock auf hohem Niveau! Ergo findet man bei den Kompositionen nicht unbedingt Standard-Schemata nach dem Strickmuster "zwei schlicht, zwei kraus". Oder mit anderen Worten: Strophe, Bridge, Refrain, Strophe, Bridge, Refrain, Solo, Refrain ist nicht. Bei den Flying Colors beginnt z.B. der Song "One Love Forever" mit einem Thema, welches in Richtung Irisch Folk geht, was sich auch in der Instrumentierung niederschlägt. Obwohl das Grundthema erhalten bleibt, geht der Song zum Ende in eine reinrassige Classic-Rock-Nummer über. Also es gibt mal wieder das eine oder andere Break, welches auf Schallplatten herkömmlicher Mainstream-Künstler eben nicht zu finden ist. Ferner sind mit "Open Up Your Eyes" und "Cosmic Symphony" mal wieder zwei Stücke dabei, die deutliche die 10 Minuten-Marke knacken. Mir gefällt das 🙂

Der eigene Sound der Band verfestigt sich. Somit haben die Flying Colors das, was vielen heute inzwischen fehlt: Einen Wiedererkennungswert durch ein individuelles Profil, wie es auch Künstler á la Supertramp, Queen oder Mike Oldfield hatten. Die Musik war unverkennbar und hatte Charakter. Und das scheint bei den Flying Colors auch zu passieren. Da ist der Gitarrensound von Steve Morse ebenso für verantwortlich, wie der Schlagzeug-Stil von Mike Portnoy, aber auch und besonders die Stimme von Casey McPherson, der zwischen den alten Hasen eindeutig seinen Platz gefunden hat. Neal Morse und Mike Portnoy haben ebenfalls wieder ihre Gesangsanteile. In der Summe entsteht dann der typische Flying Colors Sound. Somit findet auch das neue Album nach kurzen Anlaufschwierigkeiten meine uneingeschränkte Zustimmung. Letztlich macht es ja auch Spaß sich in die Musik reinzuhören. Die Chance, dass es dann über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte anhält ist dadurch deutlich höher, als beim klassischen, schnell zündenden Ohrwurm.

Flying Colors - Second Nature - Album Trailer


Das Cover-Design erinnert mit den bunten Heißluftballons an Verpackungen der Grafik-Software Corel Draw von vor 20 Jahren. Da wird mir der Bandname doch ein wenig zu platt umgesetzt. Auf der Rückseite meiner Promo-CD-Hülle ist ein grafisch gestalteter Schwalbenschwanz Schmetterling, der von der Idee leider auch viel zu banal ist. Zudem hat der Arme nicht einmal Fühler… Das Cover-Design ist mir jedoch ziemlich egal. Denn was nützt die schönste Plattenhülle, wenn die Musik nichts taugt. Zum Glück ist es bei den Flying Colors andersrum!

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Spike – 100% Pure Frankie Miller

Jonathan 'Spike' Gray kennt der eine oder andere vielleicht als Sänger der britischen Rock 'n' Roll-, Hardrock- und Glam-Metal-Band The Quireboys. Seine Stimme ist sehr speziell; dazu später mehr. Frankie Miller ist ein schottischer Blues-, Rock- und Soul-Sänger, der 1972 mit Robin Trower (Procol Harum), Clive Bunker (Jethro Tull) und James Dewar (Stone the Crows) die Band Jude ins Leben rief, die jedoch auch recht schnell wieder in ihre Einzelteile zerfiel. Spike hat sich nun einiger, bis dato unveröffentlichter Titel von Frankie Miller angenommen und diese mit illustren Gästen eingespielt.

Spike – 100% Pure Frankie Miller
Das Album 100% Pure Frankie Miller ist vergangenen Freitag, am 12. September erschienen. Zeitgleich hatte ich ein Promo-Exemplar im Postkasten. Ich öffnete das Kuvert, entnahm die CD, legte sie ein und drückte den Startknopf des Players… Mit Einsetzen des Gesangs überkam mich das dringende Bedürfnis, dem armen Mann ein Hustenbonbon zu reichen. Die Stimme von Spike klingt nämlich wirklich sehr eigen. Den übermäßigen Gebrauch von Alkoholika will ich hier jetzt nicht unterstellen, man könnte jedoch auf entsprechende Gedanken kommen. Das Bild (s.o.) untermauert meinen Verdacht. Fast krächzend mit viel Hall singt Spike die Songs. Im ersten Moment klingt das gewöhnungsbedürftig bis befremdlich. Die Instrumentierung des Albums ist jedoch wirklich gut. Das kommt möglicherweise auch durch einige wohlklingende Gastmusiker wie Ronnie Wood (Rolling Stones), Andy Fraser (Free), Simon Kirke (Free und Bad Company), Ian Hunter (Mott The Hoople),… Bei einem Song tritt auch Bonnie Tyler zum Duett ans Mikrofon.

Frankie Miller hatte in den 70er-Jahren durchaus einige Hits. Bei uns in Deutschland war er 1978 mit der Single Darlin´ (siehe Video) in den Charts. Der große Durchbruch gelang ihm jedoch nie so richtig. Das Siebziger-Kolorit macht Spike auf der CD sehr gut greifbar. Die Songs klingen typisch nach dem Jahrzehnt und entfalten dadurch eine ganz spezielle Wirkung. Mal rockig rau mit verzerrten Gitarrenbrettern, wie einst Rod Stewart, dann mal balladesk mit einer Country-Note à la "Lucille" von Kenny Rogers und dann ertönen auch noch schottische Klänge aus dem Dudelsack. Plötzlich passt die Stimme von Spike ganz wunderbar ins Gesamtbild. Denn auch wenn er ziemlich angeschlagen klingt, ist er stets sauber in der Intonation und gibt den Songs – vermutlich erst durch den heiseren Gesang – Charakter und Authentizität. Es muss ja auch nicht immer alles hochglänzend und glatt gebügelt sein. 100% Pure Frankie Miller ist sicher kein Album für die ganz hohen Chart-Positionen, aber in der Retro-Nische kann man es durchaus als kleine Perle bezeichnen, die ein gutes 70er-Feeling transportiert, was vermutlich auch die Intention von Spike war. Und für heute Abend empfehle ich ein wenig Gurgeln mit Salbei- oder Kamillentee 🙂

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Foto: Sony Music

Pentatonix – PTX – Die A-Capella-Sensation aus den USA

Die Musik, die es heute in die Hitparaden schafft, ist häufig nicht wirklich nach meinem Geschmack. Da merkt man doch langsam das fortschreitende Alter, mit dem man sich mehr und mehr vom musikalischen Zeitgeschmack entfernt. Nun hatte ich heute jedoch mal wieder eine Blindbemusterung im Postkasten, auf der solch moderne Musik enthalten ist – jedoch in spezieller Form. Normal frage ich neue Veröffentlichungen an, wenn ich sie gerne rezensieren möchte. Bei Pentatonix, die mit A-Capella-Versionen verschiedener Chart-Hits und ihrem Album PTX in den Startlöchern stehen, war ich mir unsicher. Nun kam die CD, die am 19. September erscheint, ohne mein Dazutun und mir wurde die Entscheidung abgenommen.

Pentatonix – PTX
In der Pressemitteilung steht, dass ich mal fragen sollte, wer schon alles von Pentatonix gehört hat…? Die Band ist nämlich ein YouTube-Hit mit vielen Millionen Klicks. Als Sony Music kürzlich die Publikation angekündigt hat, habe ich natürlich auch mal reingeschaut. Ehe ich mich versah, hatte ich nahezu alle Clips der fünf US-Vocalisten angesehen, weil es mich fasziniert hat. Bei einigen Songs fragte ich mich jedoch, ob die Beatbox von Kevin James Olusola wirklich immer ohne Hilfsmittel intoniert wird. Ansonsten sind die mehrstimmigen Gesänge absolut erstklassig und beeindruckend. Wenn das live annähernd so vorgetragen wird, wie auf der CD oder in den Videos, kann man nur seinen Hut ziehen. Das ist harmonisch und vom Timing so exakt auf dem Punkt, dass einem die Luft wegbleibt. Auf dem Album-Track "Papaoutai" spielt Lindsay Stirling als Gast im übertragenen Sinne nicht die erste Geige, denn der Gesang ist hier immer vorrangig. Pentatonix besteht aus Mitch Grassi (Countertenor), Scott Hoying (Bariton), Avriel Kaplan (Bass), Kirstie Maldonado (Mezzosopran) und Kevin "K.O." James Olusola (Beatboxing). Optisch sind alle komplett unterschiedliche Typen – wie eben auch bei den Gesangsstimmen. Teilweise sind die Outfits schräg, aber das gehört bestimmt zum Gesamtkonzept – und das geht absolut auf! Allein das Video zum Opener der CD, ein Daft Punk Medley steuert bei YouTube auf 92 Millionen Klicks zu! Andere Videos sind bei den Klickzahlen ebenfalls im zweistelligen Millionenbereich. Auf diesem ersten Longplayer für Deutschland sind Interpretationen von "Royals" (Lorde), "Can’t Hold Us" (Macklemore), "Say Something" (A Great Big World & Christina Aguilera), u.a. sowie vier eigene Songs enthalten. Es bleiben moderne Popsongs, von denen mich im Fall der Cover-Versionen die meisten im Original nicht wirklich berühren. Wenn sie von Pentatonix vorgetragen werden, finde ich sie schon teilweise sehr hörenswert. Die Zahlen bei YouTube bedürfen grundsätzlich keiner weiteren Erklärung. Nun kann man Pentatonix eben auch im heimischen CD-Player abspielen. Eine Option, von der viele Fans sicher erheblichen Gebrauch machen werden.

[Official Video] Say Something - Pentatonix (A Great Big World & Christina Aguilera Cover)


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Foto: Frontiers Records

Mr. Big – The Stories We Could Tell

Es ist schon ein paar Tage her, dass die vier Herren von Mr. Big mit ihrer Musik in den Charts waren. Im April 1992 erreichte die Single "To Be With You" die Top-Position der deutschen Hitparade. Nicht schlecht für eine Band, die eigentlich im Hard-Rock beheimatet ist. Aber damals waren es oftmals gerade die harten Jungs, die mit Balladen bei einem breiten Publikum punkten konnten. Die Band löste sich 2002 auf, fand jedoch 2009 wieder in Originalbesetzung zusammen.

Mr. Big - The Stories We Could Tell
Am 26. September erscheint das neue Album The Stories We Could Tell bei Frontiers Records. Diese Plattenfirma hat sich ein wenig darauf spezialisiert, bekannte Bands früherer Zeiten unter Vertrag zu nehmen. Bei einigen frohlockt des Öfteren mehr der Name, als die Musik. Bei Mr. Big ist das definitiv anders. Eric Martin (Gesang), Paul Gilbert (Gitarre), Billy Sheehan (Bass) und Pat Torpey (Drums) sind musikalisch betrachtet top-fit und liefern eingängigen Rock, verteilt auf 13 Stücke bzw. knapp 56 Minuten Spielzeit. Gut, die Frisuren sind heute etwas alltagstauglicher. Nur Billy Sheehan, mit immerhin schon 61 Lenzen, trägt weiterhin lang, spielt allerdings auch unverändert auf extrem hohem Niveau. Bei der Fingerfertigkeit ist Paul Gilbert ebenfalls immer noch eine Tauglichkeit erster Kajüte zu bescheinigen. Eric Martin´s Stimme scheint etwas gereifter zu sein, so dass er teilweise ein wenig sonoriger klingt, als früher, was mir gut gefällt. Insgesamt hat die Scheibe einen guten, passenden Klang, bei dem alles transparent und füllig-warm rüberkommt. Das Album ist sehr gut produziert. Auch die Solo-Parts sind exzellent und machen aufgrund der durchgängig hohen Qualität wirklich Spaß. Von Arthrosen oder ähnlichem körperlichen Verschleiß scheinen die Herren noch ganz weit entfernt zu sein. Die hohen Erwartungen, die der Name Mr. Big mit sich bringt werden mit The Stories We Could Tell demnach voll erfüllt. Da darf der anspruchsvolle Hard-Rock Fan also gerne bedenkenlos zugreifen und wird sicher große Freude an der Platte haben. Eine hohe Platzierung in den Single-Charts ist aber wohl trotz allem eher nicht zu erwarten. Die Longplay-Charts könnten aber durchaus erobert werden, wenn die Zielgruppe mitbekommt, dass dieses Album richtig gut ist!

Mr. Big - The Monster In Me (Official Track)


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Foto: Rick Gould

Joe Bonamassa – Different Shades Of Blue

Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass Joe Bonamassa alle drei bis vier Monate etwas Neues veröffentlicht: Ein Studioalbum, ein Livealbum, die Konzert-DVD, etwas Akustisches,… Ganz so häufig war es dann wohl doch nicht, aber irgendwann trat bei mir so eine Art Langeweile ein. Am 19. September erscheint nun das 11. Studioalbum des US-amerikanischen Blues- und Bluesrock – Gitarristen mit dem Titel Different Shades Of Blue. Und bei der Ankündigung hat es mich dann doch so gereizt, dass ich ein Rezensionsexemplar angefragt habe – und das ist auch gut so!

Joe Bonamassa - Different Shades Of Blue
In der Presseankündigung steht, dass dies sein erstes Soloprojekt seit über zwei Jahren ist, was mich nach meinem oben beschriebenen Gefühl leicht verwundert hat. Es spielt aber auch keine Rolle. Sobald der Silberling sich nämlich im Abspieler dreht, ist es ziemlich egal, wann die letzte Platte publiziert wurde. Denn das, was aus den Lautsprechern kommt klingt gut. Der Opener ist ein Instrumentalstück, das gleich mal eine Duftmarke im Bereich Classic-Rock setzt. Titel Nr. 2 ("Oh Beautiful") schließt dort an und erlaubt Vergleiche zu Led Zeppelin. Der Gesang ist natürlich nicht vergleichbar, aber der Aufbau und der Sound gehen schon in die Richtung. Stimmlich hat mir Bonamassa noch nie so gut gefallen, wie auf diesem Album. Da zahlen sich das häufige Touren und die vielfache Nutzung der Stimme dann doch in einem – nenne wir es mal – "gereiften Klang" aus. Es folgen Stücke, die mit knackigen Bläsersätzen richtig funky sind, ohne jemals die Schiene des Rocks zu verlassen. Der Rock zieht sich durch das ganze Album, von richtig fetzigen Nummern bis zu ruhigeren Stücken. Es ist von allem etwas dabei. Alle Titel wurden von Joe Bonamassa geschrieben. Und auch hier möchte ich anerkennungsvoll meine Hochachtung zum Ausdruck bringen. Das Songwriting ist durchgängig erstklassig und stellt für meinen Geschmack alles Bisherige von Bonamassa in den Schatten. Die CD ist astrein produziert, bietet Abwechslung, reichlich Gitarrenarbeit des Meisters und in der Summe jede Menge Spaß für den Hörer. Ich bin wirklich von der Scheibe beeindruckt und hätte diese Qualität nicht erwartet. Das zeigt, dass Joe Bonamassa vermutlich noch nicht mal seinen Zenit erreicht hat und wir uns möglicherweise noch auf weitere Qualitätssteigerungen einstellen müssen. Ich könnte damit leben… 😉 Mit Different Shades Of Blue beweist der US-Gitarrist, dass er zu Recht zur derzeitigen Top-Elite der gepflegten Blues- und Rockmusik zählt. Für mich ist das bis jetzt ganz klar das beste Bonamassa Album, das mir zu Ohren gekommen ist. Den, an der Aufnahme beteiligten Musikern, wie Carmine Rojas (Bass), Reese Wynans (Orgel, Klavier), Lenny Castro (Percussion) u.a. gebührt ebenfalls höchste Anerkennung. Very good job!

Joe Bonamassa - Different Shades Of Blue - Official Video


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Queen – Live At The Rainbow '74

Wer meinen Blog zuweilen liest, hat sicher schon mitbekommen, dass ich ein Anhänger von Queen bin. Da freute es mich doch sehr, als ich vor einiger Zeit die Ankündigung zur Veröffentlichung eines alten Konzertes aus dem Jahr 1974 bekam. Es ist schon erstaunlich, wie viel Material es bei Künstlern von den Beatles über Elvis bis hin zu Queen immer noch zu veröffentlichen gibt. Live At The Rainbow '74 erscheint als CD, Doppel-CD, auf Vinyl, sowie als DVD und SD-Blu-Ray am 5. September.

Queen – Live At The Rainbow '74
Ich habe die Doppel-CD (Deluxe Edition) bemustert bekommen. Darauf sind zwei Konzerte von Queen verewigt. Das erste fand am 31. März 1974 im Rainbow Theatre im Norden Londons statt und enthält hauptsächlich Material der ersten beiden Studioalben. Das zweite Konzert ging am 19. November 1974 über die gleiche Bühne und gehörte bereits zu Sheer Heart Attack Tour, bei der selbstverständlich auch Stücke des dritten Albums dargeboten wurden.

Man muss bedenken, dass diese Konzerte noch vor den ganz großen Hits wie "Bohemian Rhapsody", "We Will Rock You" oder "We Are The Champions" aufgenommen wurden. Queen war zwar schon im Begriff zum großen Durchbruch, allerdings aufgrund eines geldgierigen Managements selbst monetär eher schlecht ausgestattet. Man hört jedoch den unnachgiebigen Willen der Band, grandiose Shows anzuliefern. Und es gelang den vier Briten. Der typische Queen-Sound ist schon eindeutig zu identifizieren. Und es gibt bereits diverse musikalische Erkennungsmerkmale, die auch später immer wieder in die Live-Shows fanden. So wurde z.B. in der November-Show "God Save The Queen" als Outro gespielt und Brian May intonierte damals schon bei beiden Konzerten Gitarrensoli mit Delay, welche Vorläufer das späteren Solos bei "Brighton Rock" auf der Live Killers waren. Im Gegensatz zur Live Killers scheinen diese beiden alten/neuen Konzerte jedoch ohne nachbearbeitete Spuren auf die Platte gekommen zu sein. Der Klang ist für das Alter der Aufnahmen allerdings erstaunlich gut. Die Musik hat eine gute Dynamik, ist brillant und Nebengeräusche, wie Rauschen sind mir nicht aufgefallen. Da wurde beim Mastern also richtig gute Arbeit geleistet! Somit dürften die Queen-Fans, die das alte Material schätzen, absolut auf ihre Kosten kommen. Ich bin z.B. seit ich Queen kenne und die Queen II Teil meiner Plattensammlung ist, großer Fan dieses Albums. Da ist es eine große Freude, einige der Stücke in Konzerten aus der Zeit in dieser Qualität live zu hören. Live At The Rainbow '74 ist ein grandioses Tondokument, das mit über 140 Minuten Spielzeit (CD Deluxe Edition) restlos überzeugen kann und eine echte Bereicherung für jede Queen-Sammlung ist. Wenn die DVD / Blu-ray-Versionen im Bild die Qualität erreichen, wie der Ton auf den CDs, dann sind auch diese ein "Must Have" für den ambitionierten Fan. Ich werde mir die DVD wohl auch noch besorgen, um das Feeling einer auf aufstrebenden Rockband - meiner Lieblingsband - auch visuell genießen zu können.

Queen - Stone Cold Crazy (Live at the Rainbow ‘74)


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