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Archive for May 2012

Foto: Keith Martin

Ultravox – Brilliant – Das erste Studioalbum seit 26 Jahren

In den Achtzigern gehörten Ultravox zu den stilprägenden Bands der damaligen Zeit. Sie waren u.a. mit Hits wie "Hymn", "Dancing With Tears In My Eyes" oder "Vienna" sehr erfolgreich. Ferner sind sie maßgeblich an der New-Wave sowie New-Romantic-Bewegung beteiligt gewesen und somit ein Stück Musikgeschichte. Am 25. Mai wurde nun nach 26 Jahren das erste Studioalbum der Band mit dem Namen "Brilliant" veröffentlicht.

Ultravox - Brilliant Cover
Die Musik von Ultravox hat auch heute noch jede Menge 80er-Kolorit, das gleich für eine wohlige Atmosphäre sorgt, nachdem der CD-Player in die Pflicht genommen wurde. Ich war in den Achtzigern ein Teenager und bin in dieser besonderen Klangwelt aufgewachsen. Das geht nicht spurlos an einem vorüber. "Brilliant" klingt für jemanden, der die moderne Musik seinerzeit erlebt hat, sehr vertraut. Schon der erste Titel "Live" erzeugt mit einer eingängigen Hookline dieses spezielle Gefühl. Trotz des "Retro-Sounds" klingt das Album durch aktuelle Technik frisch und modern. Ultravox kombinierten immer schon geschickt die typischen Synthie-Pop-Elemente mit anderen Instrumenten, wie E-Gitarre, Streicher, Schlagzeug,… Dabei kommt der ureigene Ultravox-Sound heraus, der mit dem neuen Album nahtlos an frühere Werke anschließt. Midge Ure, Billy Currie, Chris Cross und Warren Cann mussten hierfür das Rad nicht neu erfinden. Sie haben ihre Musik überzeugend ins 21. Jahrhundert mitgenommen sowie in ein frisches Gewand gepackt. Und es wirkt immer noch. Als Anspieltipp empfehle ich "Hello", ein Song, der anfangs ein wenig wie das Akte-X- Thema klingt, im Refrain von der Melodie an "That Was Yesterday" von Foreigner aus dem Jahr 1984 erinnert und auch noch mehr, bereits bekannte Fragmente früherer Songs durchschimmern lässt. Ein weiteres Highlight ist "Lie", ein perfekter Pop-Song, dessen Refrain bereits nach dem ersten Durchlauf sitzt und mitgesungen werden kann, ohne dabei banal zu wirken. Beide Songs könnten nach dem Titeltrack "Brillant" für meinen Geschmack als zweite Single herhalten. Man muss nicht gleich die Bundfaltenhosen reaktivieren, aber Ultravox machen auch 2012 mit dem gekonnt aufpolierten 80er-Sound gute Laune. Man hört, dass diese Band zu den Pionieren des Synthie-Pops gehört und die damals neumodischen Instrumente eigenständig und perfekt in ihre Musik einbauten und immer noch einbauen. Dies zeigt sich in ausdrucksstarken Songs die heute, wie früher funktionieren. Ich denke, dass auch jüngere Zuhörer den Reiz dieser Musik erkennen werden. Bei mir funktioniert es auf jeden Fall!

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Ultravox - Deutschland-Tour 2012
Im Herbst 2012 sind die Herren von Ultravox auch auf Tour durch Deutschland unterwegs. Derzeit sind acht Termine bestätigt.

Datum Ort Location
14.10.2012 Hamburg Docks
25.10.2012 Berlin Columbiahalle
26.10.2012 Mainz Phönixhalle
27.10.2012 Leipzig Haus Auensee
29.10.2012 München Kesselhaus
03.11.2012 Memmingen Stadthalle
07.11.2012 Köln E-Werk
08.11.2012 Bielefeld Ringlokschuppen
    
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Foto: DWP / Fotolia
25.05.2012 Veröffentlicht von Torsten in Sonstiges, Spezial

Die GEMA dreht durch!

Normal schreibe ich hier im Blog über neue CDs und DVDs, Konzerte und Festivals sowie andere Themen rund um die Musik. Heute geht es mal um die GEMA, die als Treuhänderin für 65.722 Mitglieder in Deutschland (stand 31.12.2011) sowie über 2 Millionen Rechteinhaber in aller Welt dafür sorgt, dass diese bei Nutzung ihres geistigen Eigentums angemessen entlohnt werden. Soweit so gut!

Musikstile © kentoh Fotolia

Nun ist die GEMA jedoch in letzter Zeit durch geplante, massive Preiserhöhungen häufiger in der Presse und in der Kritik. Hierbei geht es vorerst mal um die Neugestaltung der Veranstaltungstarife in Gaststätten, Diskos sowie auf Zeltfesten, usw. Laut Meldung der GEMA soll das System fairer werden. Hierbei werden Rechenbeispiele aufgeführt, die zeigen sollen, wo es günstiger wird und wo teurer. In einem Zeitungsbericht zu diesem Thema habe ich kürzlich gelesen, dass eine Diskothek in Norddeutschland anstatt aktuell rund 15.000 Euro, zukünftig in etwa 150.000 Euro, also das zehnfache an die GEMA zahlen soll. Bei vielen anderen Betrieben stehen ebenfalls teils massive Preiserhöhungen an. Im Grundsatz sollen durch die neuen Veranstaltungstarife kleine Betriebe entlastet und große Betriebe mehr zur Kasse gebeten werden. Für die meisten scheint sich jedoch eine massive Erhöhung der Beiträge abzuzeichnen. Wenn eine Erhöhung im Rahmen von 5-10% stattfinden würde, wäre es sicher auch keine große Sache. Doch die Erhöhungen liegen häufig bei mehreren hundert Prozent und darüber hinaus. Noch absurder wird das Ganze, wenn letztlich nicht mal unbedingt die Künstler, deren Songs gespielt werden, eine direkte, höhere Vergütung bekommen, sondern die Mehreinnahmen über den Verteilungsschlüssel (siehe weiter unten) ausgeschüttet werden. So könnte z.B. eine große Gothic-Party ordentlich Geld in die GEMA-Kassen spülen, von dem die Gothic Künstler selbst aber ggf. nur Bruchteile abbekommen würden. Das liegt zum einen daran, dass viele Veranstaltungen pauschal abgerechnet werden und es keine Auflistungen der gespielten Titel gibt. Somit kann auch keine gerechte Vergütung erfolgen. Zum anderen liegt es am Verteilungsschlüssel der GEMA. Der größte Anteil, nämlich 65,25% der Ausschüttung für 2011 erhielten die sogenannten ordentlichen Mitglieder bzw. Vollmitglieder. Ende des Jahres gab es (nur) 3.448 ordentliche Mitglieder bei der GEMA. Um Vollmitglied zu werden muss man jedoch mindestens fünf Jahre ein außerordentliches Mitglied gewesen sein und einen Mindest-GEMA-Ausschüttungsbetrag (30.000 Euro innerhalb der fünf Jahre) erlangt haben. An die 6.472 außerordentlichen Mitglieder wurden 2011 nur 4,79% der Ausschüttungen verteilt. Der Weg nach oben ist also nicht ganz einfach und von magerer Vergütung geprägt. Es gibt auch noch angeschlossene Mitglieder. Diese sind zwar Urheber, aber weder Komponist, noch Texter oder Verleger, oder deren Erben. Die knapp 56.000 angeschlossenen Mitglieder repräsentieren die größte Gruppe, die sich durch die GEMA vertreten lässt; es sind aber keine echten Vereinsmitglieder. An diese Gruppe wurden 2011 23,3% der Ausschüttungen verteilt. Zusammengefasst bedeutet das, dass die ordentlichen Mitglieder zwar mit gut 5% die kleinste Gruppe innerhalb aller Mitglieder darstellen, aber mit Abstand das größte Stück (ca. 2/3) vom Kuchen bekommen. Somit wird diese Gruppe von den neuen Veranstaltungstarifen natürlich auch am meisten profitieren. Diese Fehlgewichtung ist für mich der Beweis eines recht zweifelhaften Systems, in dem es viele Ungerechtigkeiten zu geben scheint!

GEMA Abgabe auf USB-Sticks und Speicherkarten
USB Stick © Yahia LOUKKAL - Fotolia
Der nächste Coup der GEMA sind die Erhöhungen der Abgaben auf USB-Sticks und Speicherkarten! Auch hier begnügt man sich nicht mit kleinen Preissteigerungen, sondern möchte die Abgabe von 10 Cent auf 1,95 Euro pro Medium erhöhen. Das entspricht einem Aufschlag von 1850%! Als Erklärung wird der technische Fortschritt genannt. Vermutlich ist der größere Speicherplatz gemeint? Aber für was zahlt der Kunde denn eigentlich konkret, bzw. was ist die Gegenleistung? Auf dem Speichermedium sind ja keine Daten drauf, die urheberrechtlich geschützt werden können. Meinen die, dass nun mehr Raubkopien auf die Speichermedien passen und deswegen eine so astronomische Preiserhöhung gerechtfertigt sei? Werden solche Raubkopien dann legal, weil sie über die erhöhte Abgabe üppig vergütet werden? Werden mal wieder alle unter Generalverdacht gestellt und müssen sich mit der willkürlich taxierten GEMA Abgabe freikaufen?

Ich betreibe nicht nur diese wunderbare Webseite, sondern bin auch Teehändler. Daher stelle ich mal einen Vergleich auf. Ich möchte ab 1. Januar 2013 bitte für jedes verkaufte Teetrinkgefäß (Tasse, Glas, Schale,…) 10 Cent Gebühr erheben und für jede Teekanne 50 Cent. Es könnten ja aus den Gefäßen Tees aus meinem Sortiment konsumiert werden, die illegal den Besitzer gewechselt haben. Das klingt bescheuert und ist bescheuert! Mir fehlt natürlich auch die staatliche Legitimation dafür. Und das macht den Unterschied zur GEMA. Die darf das und wartet nun auf das freundliche Abnicken vom Patentamt für diesen Irrsinn!

Da die Einnahmen der GEMA über die letzten 10 Jahre relativ konstant sind, stellt sich die Frage, was diese massiven Erhöhungen für einen Sinn haben? Es liegt die Vermutung nah, dass damit die heftigen Einbrüche bei den Musik-Verkäufen für die Künstler kompensiert werden sollen. Der Weg ist jedoch aus meiner Sicht eine Sackgasse! Denn bei den neuen Veranstaltungstarifen wird es vielen Betrieben das Genick brechen, da diese sich die unerhörten Preissteigerungen nicht werden leisten können. Primäres Ziel einer Veranstaltung kann es auch nicht sein, den GEMA-Mitgliedern ihre Taschen zu füllen. Ein Unternehmer arbeitet zuerst einmal für seinen eigenen Ertrag. Je mehr externe "Handaufhalter" jedoch vor dem eigenen Nutzen stehen und das wirtschaftliche Risiko drastisch erhöhen, desto weniger sind Unternehmer bereit, Veranstaltungen mit Musik überhaupt noch durchzuführen. Für viele Betriebe würde das das Ende bedeuten! Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich mir die Musik, die mir gefällt, auch kaufe. Dafür muss ich jedoch diese Musik erst mal irgendwo hören. Daher ist jede Aufführung, egal ob in der Disko, auf dem Stadtfest oder z.B. auch bei YouTube, eine Art Marketingmaßnahme, die dem Künstler hilft, Tonträger zu verkaufen! Somit sollte genau überlegt werden, ob es Sinn macht, alle diese Veranstalter und Aufführer derart zu drangsalieren!

Natürlich wird es immer Leute geben, die sich ihre Musik illegal kopieren. Die gab es aber auch schon zu Zeiten der Compact-Kassetten. Anstatt jedoch mit Pauschalabgaben – auch für die ehrlichen Bürger – diese Ausfälle auszugleichen und die Einnahmesituation augenscheinlich zu verbessern, würde es viel mehr Sinn machen, innovative Vertriebswege zu finden. Das hat die Musikindustrie jedoch über Jahre verschlafen. Es wird auch nicht jeder USB-Stick, jede Speicherkarte oder jeder CD-Rohling mit illegal beschafftem Urheberrechtsmaterial bespielt. Umsatzverluste können auch durch schlechte Qualität begünstigt sein. Falls die massiven Preissteigerungen der GEMA Beiträge wirklich in die Tat umgesetzt werden, wird das den Künstlern erheblichen Schaden zufügen und dem Gros sicher auf Dauer in der Summe nicht mehr Geld in die Taschen spülen… Zudem würde es der Veranstaltungskultur in Deutschland gar nicht bekommen!

Fotos: DWF/Fotolia, kentoh/Fotolia, Yahia LOUKKAL/Fotolia

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Foto: COW UNIVERSE MUSIC

Joon Wolfsberg – Wonderland

Aus Erfurt in Thüringen kommt Joon Wolfsberg, die am 1. Juni ihre zweite CD mit dem vielversprechenden Namen "Wonderland" veröffentlicht. Nun gilt Erfurt nicht gerade als Hochburg des musikalischen Schaffens. Deswegen hat sich Joon wohl auch in Richtung der USA orientiert. Dort hat sie ihr neues Album im Tracking-Room Studio in Nashville aufgenommen.

Joon Wolfsberg - Wonderland
Eher zufällig sah Joon mit ihrem Vater Joe im Oktober 2010 die Casting-Show "Popstars". In der Sendung waren die Teilnehmerinnen seinerzeit für Aufnahmen in dem o.g. Studio in Nashville. Es war ein Mitarbeiter des Tonstudios zu sehen, der auch die Mädels fachlich bewertete. Papa Joe sah das, sprang auf und rief: "Das ist der Typ, den wir suchen!" Sein Name war Zach Allen und Joe suchte im Internet nach ihm, fand seine E-Mail Adresse und schrieb sofort eine Nachricht. Joe fragte, ob er nicht Lust hätte, Joon´s nächstes Album zu produzieren. Er fügte Links hinzu, wo Zach sich Demos anhören konnte. Am nächsten Tag kam die positive Antwort. Zach Allen suchte dann mit einer Demo-CD von Joon Musiker für die Aufnahme und wurde fündig. Als Fan von Blind Melon fühlte er sich durch Joon an deren 1995 verstorbenen Sänger Shannon Hoon erinnert. So kam es letztlich auch zur Zusammenarbeit mit den beiden Blind Melon Musikern Brad Smith (Bass) und Christopher Thorn (Gitarre). Am Schlagzeug nahm Dave Krusen, Gründungsmitglied von Pearl Jam Platz. Last but not Least komplettiert Frank Ortegel, ein Freund der Wolfsberg´s die Stammbesetzung. Herausgekommen ist nun das Album Wonderland, das tatsächlich sehr amerikanisch klingt. Die Musiker leisten hervorragende Arbeit und schaffen es, den Alternative-Sound der frühen Neunziger wiederzubeleben. Die Stimme von Joon hat mich persönlich an Linda Perry von den 4 Non Blondes erinnert. Es brauchte ein wenig, bis ich dahinter kam, aber dann hat es irgendwann Klick gemacht. Im Song "Nothing To Lose" klingt sie ein wenig wie Macy Grey. Mein persönliches Highlight auf dem Album ist "Say Yes", eine Nummer, die der interessanten Stimme von Joon ein gutes Podium gibt und einen hohen Wiedererkennungswert hat. Der Song würde auch im Radio sehr gut funktionieren, weil er einfach im Kopf bleibt! Die Geschichte um die Entstehung des Albums zeigt, dass es Sinn macht, an seine Träume zu glauben. Ich denke, dass Joon vor zwei Jahren nicht im Ansatz daran geglaubt hätte, mit diesen Musikern zusammenzuarbeiten und am Ende ein wirklich gutes Album in den Händen zu halten. Die nahezu perfekte Pressearbeit wird hoffentlich ebenfalls dafür sorgen, dass Joon Wolfsberg auch ohne Major-Company ihren Platz in der Musiklandschaft finden wird. "Wonderland" hält absolut, was der Name verspricht. Die Songs, die Musiker, der Gesang und auch der gute Klang der CD ergeben ein Album, das mit Sicherheit seine Freunde finden wird. Wer sich jetzt angesprochen fühlt, kann das komplette Album als MP3-Stream über das folgende Widget anhören, oder selbiges ab 1. Juni käuflich erwerben. Viel Spaß!!!

In das Album "Wonderland" reinhören:

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Foto: Larry Marcus

Claudia Schmidt – Bend In The River – Collected Songs

Zugegeben, der Namen Claudia Schmidt klingt nicht unbedingt nach einer internationalen Sängerin, die schon erfolgreich mehrere Alben publiziert hat. Und dennoch kommt eine Frau, mit eben diesem Namen aus Traverse City in Michigan / USA und hat kürzlich ihr 17. Album mit einer Songauswahl früherer Tonträger veröffentlicht.

Claudia Schmidt - Bend In The River
Die Songs zeigen einen Auszug aus ihren Red House Alben "Big Earful", "Essential Tension", "While We Live (with Sally Rogers)", "It Looks Fine From Here" und "Wings Of Wonder". Claudia Schmidt hat nicht den Bekanntheitsgrad, wie Künstlerinnen der ersten Liga, was der musikalischen Qualität jedoch keinen Abbruch tut. Sie begeistert mit ihrer wandlungsfähigen Stimme bereits seit Jahrzehnten und bietet mit Folk, Jazz und Blues eine ganz besondere musikalische Mischung. Auf dem Album "Bend In The River" mit 16 Original-Songs sind auch Gastauftritte von Mitgliedern der JJ Farley & The Original Soul Stirrers, Beausoleil, The Violent Femmes, Tom Waits Band, Peter Ostroushko und Sally Rogers zu hören. Neben dem Gesang spielt Claudia Schmidt ebenfalls Gitarre sowie ein zitherähnliches Instrument namens Appalachian Dulcimer. Seit Ende der Siebziger zählt sie zur Folk/Akustik Musikszene in den USA und hatte bereits mit ihrem ersten Album, das schlicht "Claudia Schmidt" hieß, großen Erfolg. Wer so lange im Geschäft ist, muss Qualität abliefern. Und genau das macht Claudia Schmidt auch. Sowohl das Songwriting, als auch ihr Gesang überzeugen. Garrison Keillor, ein US-amerikanischer Schriftsteller und Radiomoderator sagt: "Wenn Claudia ein Lied singt, bleibt es gesungen", und der San Francisco Bay Guardian schrieb: "Schmidts Shows sind ähnlich, wie sich zu verlieben. Man weiß nie, was als nächstes passieren wird, möglich ist, es wird wunderbar sein, jeder Moment wird ins Gedächtnis gebrannt und du weißt, du wirst nie wieder derselbe sein." Konzerte gibt Claudia Schmidt hauptsächlich in ihrem direkten Umfeld in Michigan, große Tourneen scheinen jedoch nicht ihr Ding zu sein. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie in Deutschland eher unbekannt ist. Ihre neue CD ist hier dennoch erhältlich. Diese zeigt über eine Spielzeit von 63:30 Minuten ein interessantes Spektrum ihrer Stile und ihres sauberen Gesangs.

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Foto: Erik Weiss

Katzenjammer – A Kiss Before You Go – Live In Hamburg CD/DVD

ACHTUNG! Wer jetzt weiterliest, riskiert, wie ich ganz heftig angesteckt zu werden. Der Tristesse norddeutscher Radiosender ist es zuzuschreiben, dass die Musik von vier überaus talentierten Norwegerinnen bis vor Kurzem ungehört an mir vorüberging. Doch nun hat es mich gepackt und ich bin total von Katzenjammer infiziert! Katzenjammer ist der Name der Band der zuvor genannten vier Damen aus Oslo und am 25. Mai kommt ihr Live-Album mit DVD bzw. die Blu-ray inkl. Downloadlink für das Album in die Läden.

Katzenjammer - A Kiss Before You Go - Live in Hamburg CD/DVD
Ich wurde als berichterstattendes Organ schon vorab mit der DVD namens "A Kiss Before You Go – Live In Hamburg" ausgestattet, um ein paar warme Worte dafür zu finden. Das Konzert wurde in der Großen Freiheit 36 aufgenommen und enthält knapp 1,5 Stunden Show der Mädels sowie diverse Musikvideos und MakingOfs. Das Besondere bei Katzenjammer ist zum einen die Vielfalt der Stile. Sie spielen Pop, Country, Folk, Shantys, Polka, Rockabilly, Chanson,… Zum anderen beherrschen alle vier eine ungeheure Anzahl an Instrumenten, die während des Konzertes auch munter getauscht werden. Im ersten Moment wirken Katzenjammer wie eine Spaß-Kapelle, die einfach ein bisschen "Hau-drauf-Musik" macht. Schnell wird jedoch klar, dass das viel mehr ist. Gut, es gibt auch zünftige Mitschunkel-Songs, bei denen der Gesang mal in lautes Schreien kippen kann. Dann sind aber auch echte musikalische Perlen wie "Lady Marlene" dabei, das sowohl von der Komposition, als auch von der Livedarbietung mit mehrstimmigem, engelsgleichem Gesang eine Gänsehaut unvermeidlich macht. Und das passiert bereits, wenn ich mir das Konzert (nur) auf dem Fernseher anschaue. Live muss das Ganze ein emotionaler Overkill sein. Aber auch die eingängigen Singles, wie "I Will Dance (When I Walk Away)" (siehe Video unten) oder "Rock-Paper-Scissors" sind einfach klasse. Die Ohrwurmqualität der Songs sehe ich spätestens dadurch bestätigt, dass ich diese - ungelogen – noch im Schlaf nachsumme. Mehr geht nicht! Was so leicht und locker aussieht, ist in Wirklichkeit eine ganz professionelle Kiste, die aber bei den Konzerten mit einer gehörigen Menge Spaß geöffnet wird. Anne Marit Bergheim, Solveig Heilo, Turid Jørgensen und Marianne Sveen verstehen es exzellent, das Publikum auf eine phantastische Reise mitzunehmen, die aufgrund der Abwechslung und der Qualität extrem kurzweilig ist. In der nächsten Zeit haben Katzenjammer in Deutschland einige Konzerttermine angesetzt. Wer eine grandiose Show erleben möchte, sollte sich das nicht entgehen lassen. Für alle anderen wird zumindest die Live-CD/DVD bzw. Blu-ray "A Kiss Before You Go – Live In Hamburg" ein adäquates Trostpflaster sein. Das folgende Video ist vom Tonträger Festival 2011

Katzenjammer I Will Dance (When I Walk Away)


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Die Konzert-Termine 2012
Datum Ort Location
25.05.2012 Hamburg Elb-Jazz-Festival
21.06.2012 Nürnberg Burg Abenberg
22.06.2012 Köln Tanzbrunnen
23.06.2012 Neuhausen ob Eck Southside Festival
24.06.2012 Scheeßel Hurricane Festival
14.07.2012 München Tollwood
08.08.2012 Hanau Amphitheater
09.08.2012 Dresden Junge Garde
10.08.2012 Berlin Zitadelle
21.08.2012 Worpswede Music Hall
22.08.2012 Bochum Zelt Festival Ruhr 2012
23.08.2012 Stuttgart Freilichtbühne Killesberg
    
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Das angezeigte Video wird von YouTube bereitgestellt!

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Foto: © 1970 Paul McCartney - Photographer Linda McCartney

Paul und Linda McCartney – RAM

Das Album RAM erschien erstmals 1971 und gilt als einzige Platte, die Paul und Linda McCartney zugeschrieben wird. Entstanden ist RAM 1970 auf ihrer Farm auf der Landspitze von Kintyre in Schottland. Im Herbst 1970 flogen sie nach New York, um es aufzunehmen. Da bereits die Wiederveröffentlichungen der Alben "McCartney" sowie "McCartney II" begeistert von den Fans angenommen wurden und es einen Grammy für das "Beste historische Album" für "Band on the Run" gab, stand nun RAM auf der To Do Liste.

Paul und Linda McCartney - RAM
Die Bänder wurden in den Abbey Road Studios remastered und teilweise kamen je nach Version des Albums diverse weitere unveröffentlichte Songs, B-Seiten und anderes Material hinzu. Mir liegt die Special Edition mit einer Bonus CD vor, die z.B. auch die Hitsingle "Another Day" enthält. Beim Kauf sollte man genau auf die unterschiedlichen Ausführungen achten! Es gibt drei CD-Editionen, zwei Vinyl Varianten sowie verschiedene Downloadversionen. Von der Original-Platte aus dem Jahr 1971 wurden damals drei Singles veröffentlicht. "Uncle Albert/Admiral Halsey" wurde nur in den USA als Single rausgebracht, belegte dort aber Platz 1 der Billboard-Charts; "Eat At Home" wurde nur in Europa (ohne Großbritannien) veröffentlicht, erreichte in den Niederlanden und Norwegen jeweils Top-Ten-Platzierungen und "The Back Seat Of My Car" erschien nur in Großbritannien und schaffte es dort (nur) auf Platz 39. Dieser etwas merkwürdigen Art der Veröffentlichungsstrategie ist es vermutlich auch zu verdanken, dass die Songs alle – zumindest in Deutschland – nicht so bekannt sind. Im Radio – auch auf Oldie-Sendern – habe ich diese Singles nie bewusst gehört! Dennoch gilt das Album RAM als Meilenstein. Hat es damals die Kritiker noch gespalten, gibt es heute weitestgehend einen Konsens darüber, dass dieses Werk eine hohe Bewertung verdient. Selbst der "Rolling Stone" hat seine ursprüngliche negative Kritik inzwischen korrigiert. Mich erinnern diverse Stellen in den Songs schon teilweise deutlich an einige spätere Beatles Stücke. Dennoch ist es autark. Ich habe sogar das Gefühl, dass das Album für die damalige Zeit extrem innovativ war. So haben die Backgroundchöre beim Song "Dear Boy" durchaus Ähnlichkeit mit frühen Queen-Chören und die waren bekanntlich legendär, wurden aber erst einige Jahre später in Vinyl gepresst und bekannt. Mich würde es nicht wundern, wenn Queen durch diesen Song beeinflusst wurde. Aber auch andere Stellen auf RAM klingen vertraut, als ob diese Platte eine Art Ideenkasten für Musiker in den Siebzigern war. Das ist zwar ein subjektiver Eindruck, zeigt dennoch, wie kreativ das Songwriting von Paul McCartney und seiner Frau Linda damals war. Die Musik ist zeitlos und eigenständig. Es ist jedoch sinnvoll, das Album ganz durchzuhören, um den Spirit der damaligen Zeit zu erfassen. Für Fans dürfte bei der großen Auswahl an Versionen garantiert die richtige dabei sein. Im Deluxe Edition Box-Set ist neben viel anderem Material auch die orchestrale Instrumentalversion des Albums, die 1977 unter dem Pseudonym Percy 'Thrills' Thrillington veröffentlicht wurde, dabei. Für Sammler vermutlich ein MUSS!

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Foto: Ian Blissett

Headspace – I Am Anonymous

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Besser kann man es kaum formulieren. Keyboarder Adam Wakeman ist der Spross des legendären Yes-Keyboarder Rick Wakeman und veröffentlicht nun mit seiner Band Headspace das Debütalbum "I Am Anonymous". Ab 18. Mai wird der Longplayer im Handel verfügbar sein.

Headspace - I Am Anonymous
Als Vorbilder geben die Bandmitglieder Rush, Yes, Genesis und andere Bands an. Und das ist auch unüberhörbar. In einigen Abschnitten zollen sie nach eigenen Angaben sogar Dream Theater Tribut. Ja, das passt schon! Die Musik ist aufwendig geschrieben und die Songs laufen bis auf eine Ausnahme acht Minuten oder länger. Neben Adam Wakemann an den Keyboards besteht die Band aus Damian Wilson am Gesang, Pete Rinaldi an der Gitarre, Lee Pomeroy am Bass und Richard Brook an den Drums. Die Fünf beherrschen ihr Handwerk kein Deut schlechter als ihre Vorbilder. Ob es für Adam Wakeman Fluch oder Segen ist, der Sohn von Rick Wakeman zu sein, beantwortet sich zumindest aus musikalischer Sicht beim Hören des Albums. Ohne die Einflüsse seines Vaters wäre er vermutlich nicht so stark von dieser Musik geprägt worden, dass er in die gleichen Fußstapfen tritt und auch stilistisch seinem Erzeuger nacheifert. By the way ist Adam Wakeman ebenfalls Mitglied in der Band von Ozzy Osbourne und somit kein unbeschriebenes Blatt. Musikalisch fällt "I Am Anonymous" in die Rubrik Prog-Metal und überzeugt mit anspruchsvollem Liedgut der Sonderklasse. Die meist komplexen Songs, haben reichlich Breaks und sind in ihrer Qualität eindeutig auf Augenhöhe zu denen, der oben genannten Protagonisten. Es gibt schöne, pathetische Melodien, einen optimal passenden Gesang, fette Gitarrenbretter und Soli, die viel Freude bereiten. Auch wenn Adam Wakeman als Ast des Yes-Stammbaums namentlich das Zugpferd ist, legt er Wert darauf, dass die Summe aller Einzelteile bzw. aller Bandmitglieder Headspace ausmacht. Die meisten Songs stammen dennoch von Wakemann und Rinaldi. Das Progessive-Metal Genre bedient diese Band so oder so hervorragend. Der geneigte Zuhörer wird große Freude an diesem Album haben, das mit fast 74 Minuten Spielzeit auch reichlich Material zum Genießen bietet.

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Foto: Steve Gullick

Soulsavers – The Light The Dead See – mit Depeche Mode Frontmann Dave Gahan am Gesang

Dieses Album habe ich mit großer Spannung erwartet. Soulsavers ist ein musikalisches Projekt von Rich Machin und Ian Glover. Mit "The Light The Dead See" kommt am 18. Mai 2012 bereits das vierte Album der Band heraus. Das Highlight der aktuellen Veröffentlichung ist Depeche Mode - Frontmann Dave Gahan, der alle Texte geschrieben und den Gesang übernommen hat. Als Journalist konnte ich das Album bereits vorab anhören und meine hohen Erwartungen wurden absolut erfüllt.

SOULSAVERS - The Light The Dead See
Kennengelernt haben sich Rich und Dave auf der 2009/2010er Europa-Tour von Depeche Mode bei der die Soulsavers als Support eingeladen waren. Die Kollaboration auf dem neuen Album ermöglicht eine perfekte Melange aus den eher schweren Downtempo-Melodien der Soulsavers sowie dem charismatisch sonoren Gesang von Dave Gahan. Beides ergänzt sich hervorragend und Dave erfüllt die Musik mit seiner Stimme nahezu perfekt. In den Texten verarbeitet er die Höhen und Tiefen seines Lebens und macht sich somit jeden Song zu Eigen. Und sein Leben lief alles andere als glatt. Er hatte eine schwierige Kindheit, wurde als Jugendlicher kriminell und landete sogar im Gefängnis. Danach traf er Vince Clarke und Martin Gore, die gerade eine Band namens "French Look" gegründet hatten. Damals war Dave dort am Mischpult bzw. als Roadie tätig. Später nannte sich die Band um und Dave wurde der Sänger. Dann kam die letzte Umbenennung und die Gruppe nannte sich fortan Depeche Mode. Die Band gilt inzwischen weltweit als eine der einflussreichsten Pop-Gruppen und feiert bis heute grandiose Erfolge. Doch zwischendurch war Dave heroin- und kokainabhängig und versuchte sich 1995 sogar das Leben zu nehmen. 1996 spritze er sich einen Speedball – eine Mischung aus Heroin und Kokain – und kollabierte. Er soll damals bereits zwei Minuten lang klinisch tot gewesen sein, bevor er von Notärzten reanimiert werden konnte. Nach diesem Vorfall machte er einen Entzug – nicht seinen ersten – und ist seit dem nach eigenen Angaben clean. 2009 kam mit der Diagnose Blasenkrebs der nächste Tiefschlag. Der bösartige Tumor wurde operativ entfernt. Alles in allem hat Dave Gahan bis jetzt eine recht heftige Biographie mit reichlich Ecken und Kanten. Und dies alles scheint in seiner Stimme mitzuschwingen, ohne dass es sich negativ niederschlägt. Deswegen ist er auch die perfekte Besetzung für diese melancholische Musik. Ich kann mir keinen besseren Sänger dafür vorstellen. Für Dave Gahan ist es das erste Projekt nach seiner Krankheit. Da bei den Soulsavers hauptsächlich mit akustischen Instrumenten gearbeitet wird, wirkt alles extrem authentisch und geht direkt in die Seele. Dadurch bekommt das Album für mich eine ganz besondere Güte. Die CD enthält 12 Songs mit viel Kraft und Tiefe! Mir gefällt "The Light The Dead See" außerordentlich gut und es wird garantiert auch Fans und Nicht-Fans von Depeche Mode begeistern – die der Soulsavers sowieso!

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Foto: PR

Joe Bonamassa – Driving Towards The Daylight

Faulheit kann man Joe Bonamassa sicher nicht vorwerfen. Solo, mit Beth Hart sowie mit der Band Black Country Communion, bei der er festes Mitglied ist, hat er allein 2011 drei Studio-Alben veröffentlicht! Ende März erschien der Konzertmitschnitt "Beacon Theatre – Live From New York" auf DVD/Blu-ray und am Freitag (18. Mai 2012) folgt bereits sein nächstes Album, das 13. seiner Karriere. "Driving Towards The Daylight" heißt das Werk; und wieder lässt Herr Bonamassa sich nicht lumpen.

Joe Bonamassa - Driving Towards The Daylight
In rund 55 Minuten zeigt der US-Gitarrist, Sänger und Songwriter wieder mal seine herausragenden Qualitäten. Vier der 11 Songs stammen aus seiner Feder, die anderen Titel sind von Robert Johnson, Howlin´ Wolf, Willie Dixon, Bernie Marsden (Ex-Whitesnake), Bill Withers, Tom Waits und Jimmy Barnes. Letzterer hat es sich auch nicht nehmen lassen, seinen 87er Hit "Too Much Ain't Enough Love" selbst einzusingen. Mit dem "Fremdmaterial" verneigt sich Joe Bonamassa vor seinen Helden. Die Zusammenstellung der Songs enthält eine gute Mischung aus klassischen Bluesthemen und gradlinigem Rock. Dabei zeigt das Album, dass die Genres Blues und Rock sehr eng verbunden und die Grenzen fließend sind. Diese Musik ist durch eine gekonnte Spielweise auch im Jahr 2012 immer noch topaktuell! Während ich früher oft das Gefühl hatte, dass Joe Bonamassa sich gerne durch schnelle Soli profilieren wollte, hält er heute ein besseres Maß ein. Der Mann wird ja ebenfalls älter und reifer. Er hat es auch inzwischen gar nicht mehr nötig, sein Können permanent durch ausschweifende Kurbel-Exzesse auf dem Griffbrett unter Beweis zu stellen. Da wo es passt, gibt es natürlich dennoch flotte Soloparts. An anderen Stellen überzeugt er durch ruhiges und sehr gefühlvolles Spiel. Meine Anspieltipps sind "A Place In My Heart" und "New Coat Of Paint". Die Tendenz der Chartplatzierungen der letzten Bonamassa Alben zeigte eigentlich immer nach oben. Die Top-Positionen stiegen also sukzessive von CD zu CD. Sein letztes reines Solo-Album "Dust Bowl" schaffte es 2011 immerhin auf Platz 10 in Deutschland. Hier scheint Joe Bonamassa eine ganz respektable und stetig wachsende Fan-Gemeinde zu haben, die garantiert auch an "Driving Towards The Daylight" erneut ihre Freude haben wird.

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Affector – Harmagedon

Sowas passiert nicht alle Tage! Als Tour-Drummer von Neal Morse fragen Fans den Niederländer Collin Leijenaar öfter nach seiner Meinung zu deren Musik. Dass da nicht immer was bei rauskommt, ist nachvollziehbar. Beim deutschen Gitarristen Daniel Fries war das jedoch anders. Seine Musik hatte so viel Power, dass bei einem ersten Aufeinandertreffen mit Leijenaar 2006 die Idee entstand, musikalisch etwas gemeinsam zu machen. Bis es soweit war, verging dann doch noch etwas Zeit. Nun steht die Veröffentlichung des Konzeptalbums "Harmagedon" der Band AFFECTOR jedoch unmittelbar bevor!

Affector - Harmagedon
Verstärkt werden die beiden von Mike LePond am Bass und Ted Leonard am Gesang. Somit stand die Basis der Truppe fest. Für die Aufnahmen hatten Leijenaar und Fries eine Wunschliste mit Keyboardern formuliert, die wie folgt aussah: Neal Morse, Alex Argento, Derek Sherinian (Black Country Communion, Planet X, Ex-Dream Theater) und Jordan Rudess (Dream Theater). Letztlich konnten sie tatsächlich alle vier Keyboarder für das Projekt begeistern. Das Album kommt am 18. Mai in die Läden und erfüllt absolut die Erwartungen, die die vorangehenden Zeilen möglicherweise geweckt haben. Prog-Rock mit deutlichen Heavy-Metal Elementen – und das alles vom Feinsten. Leijenaar klärt auf: „Wir haben das Album nicht für das Publikum geschrieben, sondern für uns selbst. Als Komponist ist es wichtig, sich selbst treu zu bleiben und etwas zu komponieren, das einen bewegt; ein Künstler sollte für sich selbst schreiben anstatt darüber nachzudenken, was kommerziell das Richtige wäre und was die Leute sofort mögen. So sehe ich das jedenfalls. Ich selbst höre lieber Musik, die aus persönlicher Inspiration geboren wurde, als solche, die nach dem Handbuch 'Wie schreibe ich einen Hitsong?' entstanden ist. Wir drücken uns selbst mit all den unterschiedlichen Musikstilen aus, die wir mögen. Es ist Metal, aber auch Rock, es ist leicht, symphonisch und voller Seele, manchmal sogar ein bisschen Queen-mäßig. Das Album ist ein Schmelztiegel der Musik, die wir lieben.“ In den Leistungen steckt auch keiner der Musiker zurück. Alle zeigen, was sie können – und das macht ziemlich Spaß. Auch wenn das Album nicht für das Publikum geschrieben wurde, wird selbiges dennoch davon begeistert sein. Solche Debüts lasse ich mir gefallen. AFFECTOR wurden durch Bands wie Dream Theater, Spock’s Beard, Genesis und viele andere Prog-Rock- und Metal-Größen beeinflusst, was unüberhörbar ist. Ein mächtiges Werk und eine Band, die sich hinter ihren Vorbildern nicht verstecken braucht. AFFECTOR spielt definitiv in der gleichen Liga!

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