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Archive for April 2012

Foto: Rod Maurice - Le Hiboo

Anathema - Weather Systems

In den meisten Fällen bekomme ich als Journalist CDs auf Anfrage physikalisch bemustert. Im Fall von Anathema war es leider nicht so, denn hier bekam ich nur einen Link, wo ich das neue Album "Weather Systems" online anhören konnte. Unter den Bedingungen habe ich eigentlich gar keine Lust eine Rezension zu schreiben. Reingehört habe ich aber dennoch und war sofort angefixt. Dann bekam ich kurz drauf noch Möglichkeit das Album herunterzuladen, was zwar auch wieder mit Hürden verbunden war, aber dennoch klappte. Inzwischen läuft Anathema bei mir in der Dauerschleife und deswegen muss ich diese Rezension jetzt einfach noch nachreichen, weil die CD einfach so gut ist!

Anathema - Weather-Systems
Die britische Band Anathema kommt ursprünglich aus der Doom Metal Ecke, hat sich jedoch zu einem Juwel des Progressive Rocks entwickelt. "Weather Systems" ist ein Album zum Zuhören. Geniale Kompositionen, berührender, teils mehrstimmiger Gesang und eine phantastische Instrumentierung mit tollen orchestralen Anteilen bringen echte Ohrwürmer hervor. Diese reichen von melancholischen Nummern bis zu Uptempo-Songs mit dicken Gitarrenbrettern. Acht der neun Songs stammen aus der Feder von Gitarrist Daniel Cavanagh. Das Album erinnert mich an die Siebziger und Achtziger, als man sich noch hinsetzte und Zeit nahm, um eine LP komplett durchzuhören. Man versank in der Musik, weil sie einen gefesselt hat. Ein ähnliches Gefühl habe ich jetzt wieder bei Anathema. Das Album ist Kino für die Ohren und, um bei der Metapher zu bleiben: "Weather Systems" ist ein Blockbuster erster Kajüte. Es gibt viele Stellen auf der CD, die an Bands wie Pink Floyd, Depeche Mode, Ultravox, Evanescence und andere große Namen erinnern. Dabei bleibt jedoch alles immer eigenständig und authentisch. Die hervorragende weibliche Stimme von Lee Helen Douglas bereichert das Album ungemein. Hier ist besonders der Track "The Gathering Of The Clouds" zu nennen, der direkt unter die Haut geht und sich weiter bis zum Gänsehautfeeling steigert. Obwohl es bei Rock Jazz Pop kein "Album des Monats" gibt, küre ich "Weather Systems" dennoch ausnahmsweise mit dieser Auszeichnung. Die Download-Dateien klingen bereits besser als viele, physikalische CDs jüngerer Zeit. Somit bereitet der Longplayer nicht nur musikalisch, sondern auch klanglich richtige Glücksgefühle. Freunden anspruchsvoller, progressiver Rockmusik kann ich nur meine wärmste Empfehlung zum Kauf dieses Albums aussprechen! Beim Hören habe ich dann auch die "Repressalien" bei der Bemusterung vergessen.

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Foto: Craig Mackay

The Band From Rockall – Das Solo-Projekt von Calum & Rory Macdonald (Runrig)

Die Brüder Calum und Rory Macdonald sind die Gründer und Songwriter der schottischen Gruppe Runrig. Die Band ist mit ihrem Folkrock eine fest Größe im Musikbusiness und verfügt über eine treue Fangemeinde. Mit "The Band From Rockall" haben sich die Macdonald-Brüder nun einen Traum erfüllt. Die CD enthält teilweise ältere Kompositionen, aber auch neu geschriebene Stücke. Die Idee des Albums beruht darauf, die musikalischen Einflüsse aus US-amerikanischen Rock'n'Roll sowie den Songs aus der Zeit des Merseyside-Beats wieder aufzunehmen und mit den eigenen schottischen Wurzeln zu verbinden. Dabei sollten bewusst keine Kompromisse eingegangen werden, wie sie in der Bandarbeit bei Runrig schon mal nötig sind.

The Band From Rockall
Das im Namen genannte "Rockall" ist eine kleine, mystische Felsinsel mitten im Atlantik und bildet den westlichsten Punkt Europas. Calum und Rory Macdonald symbolisieren damit einen Verbindungspunkt zwischen den britischen Inseln und den USA. Und die musikalischen Stile der beiden geografischen Regionen verschmelzen auf dem Album in einer nahezu perfekten Symbiose. Die Wurzeln der schottischen Folkmusik sind immer noch hörbar, was auch durch vier Songs in gälischer Sprache belegt wird. Auf der anderen Seite sind da aber typische Gitarrensounds der 50er und 60er Jahre mit reichlich Twang sowie Runrig-untypische Kompositionen zu hören. Die Kombination funktioniert überraschend gut. Der Einsatz klassischer Instrumente und Verstärker sowie die teils analoge Aufnahmetechnik, geben der CD einen sehr angenehmen und warmen Klang, der positiv in der Vielzahl oftmals gleichklingenden Massenproduktionen auffällt. Die Songs vereinen schöne folkloristische Elemente mit typischen Sounds aus der interessantesten Phase der modernen Musik. Das Ergebnis sind keine glattgeschliffenen Titel, die von Marketingstrategen auf größtmögliche Massenkompatibilität optimiert wurden, sondern authentische Musikstücke mit Herz und Seele. Dabei sind die Songs mit ihren schönen Harmonien durchaus auch radiotauglich. Eine Top-10-Platzierung in den deutschen Album-Charts halte ich für absolut denkbar! Nach fast 40 Jahren Runrig haben Calum und Rory Macdonald ein Experiment gewagt und mit "The Band From Rockall" vielleicht eines ihrer authentischsten Alben aufgenommen. Ab 27. April ist die CD im Handel erhältlich.

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Foto: PR

Rufus Wainwright – Out Of The Game

Viele haben Rufus Wainwright vermutlich musikalisch erstmals im Film "Shrek" wahrgenommen, als er seine geniale Version des Leonard Cohen Songs "Hallelujah" gesungen hat. Das war richtig großes Kino. Entsprechend hoch war meine Erwartung für die neue CD "Out Of The Game" von Rufus Wainwright, die am 20.04.2012 in die Plattenläden kommt und mir bereits als Promo-Exemplar vorliegt.

Rufus Wainwright - Out Of The Game
Im Pressetext ist die Rede von "musikalischen Kronjuwelen" und einem "musikalischen Feuerwerk". Es werden ferner Einflüsse von Elton John, Freddie Mercury oder David Bowie geltend gemacht. Das schürt die Erwartungen noch um einiges mehr. Gut, Rufus Wainwright ist ohne Zweifel ein sehr guter Sänger, der einen gewissen Wiedererkennungswert hat, sehr sauber intonieren kann und dies natürlich auch auf dem aktuellen Longplayer zeigt. Zudem gilt er als einer der vielseitigsten Songwriter der Gegenwart. Die Musiker auf der CD spielen ihre Instrumente durch die Bank professionell, gekonnt und das Album ist uneingeschränkt hochwertig von Mark Ronson (Amy Winehouse, Lily Allen, Robbie Williams, ...) produziert, klingt also sehr gut. Das Songwriting auf "Out Of The Game" ist handwerklich ebenfalls anerkennenswert. Und dennoch will mich diese Musik so gar nicht erreichen. Für mich plätschern die Songs zum Teil zu stromlinienförmig und dann wieder zu verspielt dahin. Nachdem ich ein paar Titel hintereinander gehört habe, tauche ich fast in eine Art, ungewollt meditative Monotonie ab. Laut Rufus Wainwright ist dies das poppigste Album, das er je gemacht hat. Und die eine oder andere Nummer klingt in der Grundstruktur tatsächlich ein wenig wie ein, zu langsam abgespielter Song der Pet Shop Boys. Das Timbre der Stimme von Neil Tennant (Pet Shop Boys) hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Stimmfarbe von Rufus Wainwright. Die Tonhöhen unterscheiden sich allerdings. Ansonsten klingt es hier und da mal leicht nach einigen bekannten Beatles Sounds, oder in ganz zarten Ansätzen nach einigen früheren Harmonien aus den Queen Alben "A Night At The Opera" und "A Day At The Races". Das kommt jedoch nur in homöopathischen Dosen zum Tragen und wirkt sich auf den Gesamteindruck nicht positiv aus.

Rufus Wainwright - Out Of The Game (Teaser)


Wie soll ich nun aus dem vorangehenden Text ein versöhnliches Resümee erstellen? Aus meiner subjektiven Sicht zeigt die neue CD von Rufus Wainwright, dass selbst hohe Qualität beim Songwriting, beim Gesang, bei den Musikern sowie bei der Produktion nicht automatisch auch ein Album zur Folge haben, das (mich) berühren kann. Für meinen Geschmack liefert die Scheibe rund 50 Minuten pure Langeweile. Natürlich ist mir klar, dass ich mit dieser Meinung stark polarisieren werde. Aber ich schreibe bei Rock-Jazz-Pop halt authentisch! Das Bauchpinseln überlasse ich anderen! Es wird bestimmt auch Leute geben, die einen besseren Zugang zum Album finden.

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Foto: ICS

Saxon – Heavy Metal Thunder - Live – Eagles Over Wacken

Als ich 1992 als junger Pressefotograf mit eigener Bildagentur an einem Brückenpfeiler in Schleswig ein Plakat mit der Aufschrift Wacken Open Air sah, hatte ich keine Ahnung wo Wacken überhaupt ist. Als Headliner für das Festival war Saxon riesig groß auf dem Plakat zu lesen. Über eine Konzertagentur habe ich Kontakt zu den Festivalmachern bekommen und wurde auch prompt als Fotograf akkreditiert. Mein Ansprechpartner war Holger Hübner, der sich in einer Art um die Journalisten gekümmert hat, wie ich es von anderen Festivals nicht kannte. Es gab einen gemeinsamen Backstage-Bereich mit den Künstlern und auch das Catering stand den Presseleuten kostenlos zur Verfügung. Dort konnte man sich also richtig wohlfühlen! Damals waren neben Saxon auch noch andere tolle Bands wie z.B. Blind Guardian, Paradise, Highlander oder Mama´s Boys dabei. Highlight war jedoch der Auftritt von Saxon am Samstagabend. Die Wacken-Leute und Saxon waren wohl beide voneinander beeindruckt, so dass daraus über die Jahre eine geschäftliche Beziehung und Freundschaft wurde. Thomas Jensen, zweiter Hauptverantwortlicher für das Festival, macht heute auch das Management für die Band. Vielleicht waren es Saxon, die mit ihrem großen Bekanntheitsgrad 1992 den Stein für das Wacken Open Air (W:O:A) ins Rollen brachten und die Initialzündung dafür gaben, dass heute alljährlich ca. 80.000 Metalheads in einem beschaulichen Dorf in Schleswig Holstein das größte Heavy Metal-Festival der Welt feiern.

Saxon - Heavy Metal Thunder-Live
Am 20. April kommen diverse Saxon-Produkte als CD, DVD und auf Vinyl unter dem Namen "Heavy Metal Thunder-Live" in den Handel. Ich habe Rezensionsexemplare der DVD und der Doppel-Live-CD "Heavy Metal Thunder-Live-Eagles Over Wacken" bekommen. Es gibt die DVD jedoch auch in einem Digipac zusammen mit einer CD eines Konzertes der Band vom letzten Jahr in Glasgow. Insgesamt gibt es diese Veröffentlichung inkl. der digitalen Downloads in 6 unterschiedlichen Varianten. Da kann man als Fan schon mal leicht durcheinander kommen. Die Saxon Fans sind wohl auch die angestrebte Zielgruppe für diese Artikel. Auf der DVD sind Highlights der Wacken-Konzerte aus den Jahren 2004, 2007 und 2009 zusammengestellt. Zu sehen und zu hören gibt es die großen Hits der Band wie "Denim & Leather", "Metalhead", "Heavy Metal Thunder", "Princess Of The Night" oder "Crusader". Insgesamt sind 30(!) Songs zu bestaunen. Die Doppel-CD mit dem kompletten Wacken-Konzert von 2009 trägt den Untertitel "Fan´s Choice Setlist". Saxon war für das Wacken Open Air extrem wichtig! Aber auch die Auftritte der Band in Wacken sorgten dafür, dass die Saxon-Popularität in Deutschland auf einem hohen Level blieb. Die Verbindung zwischen Saxon und Wacken ist also eine Win-Win-Situation. Und nun können sich auch alle Fans die Früchte dieser Kooperation nach Hause holen. Ein tolles Fanpackage!

Weil ich 1992 beim ersten Gig von Saxon in Wacken dabei war, will ich Euch auch gerne ein paar Bilder der damaligen Show zeigen. Diese sind von alten KB-Dias eingescannt, ergo qualitativ nicht 100%ig! Schon damals war Frontmann Biff Byford (Peter Rodney Byford) mit 41 Jahren kein junger Spund mehr. Und auch dieses Jahr werden Saxon wieder in Wacken spielen; dann ist Herr Byford 61 Jahre alt! Andere Leute dieses Alters liegen abends mit einer Gicht-Attacke vorm Fernseher und nicken beim Musikantenstadl friedlich ein. Biff Byford entert weiter mit seinen Jungs die großen Bühnen, um den Fans ordentlich was auf die Ohren zu geben! Hier sind einige Bilder von sowie der Presse-Pass von damals aus Wacken:

Saxon auf dem Wacken Open Air 1992
Leider spinnt derzeit die Bildgalerie, so dass aktuell keine fehlerfreie Darstellung der Fotos möglich ist. 🙁

Saxon - Heavy Metal Thunder - Live - Eagles Over Wacken - EPK


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Fotos in der Galerie: © SULUPRESS.DE / Torsten Sukrow

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Foto: Mitch Lenet - Spyglass Photo

JW Jones – Seventh Hour

Ein weiteres Blues-Album eines Künstlers aus Kanada. JW Jones kommt optisch leicht snobistisch rüber, inszeniert aber eine tolle musikalische Melange und spielt mit verschiedenen bekannten Elementen des Blues. Dabei hat er auch rockige Anleihen, ist aber mehr in den klassischen Bereichen des Genres unterwegs. Die Unterschiedlichkeit der Songs ist auch nur durch ein ausgefeiltes Gitarrenspiel möglich. Denn jede Facette braucht ihren eigenen Sound. Und den liefert JW Jones in überzeugender Qualität ab. Andere Gitarristen wären schon froh, wenn sie einen Duktus ordentlich beherrschen würden. JW Jones bedient gleich mehrere Stile. Gesanglich überzeugt der erst 31-jährige ebenfalls.

JW-Jones - Seventh Hour
Die Band um den Kanadier besteht aus Jesse Whiteley an den Tasten, Jeff Asselin am Schlagzeug und Marc Decho am Bass. Geisterjäger und Blues Brother Dan Aykroyd (Elwood Blues) sagt: "Das ist eine fantastische Blues Band". Charlie Musselwhite fabuliert: "JW Jones ist einer der besten Gitarristen, die ich seit langer Zeit gehört habe. Er und seine Band schreiben tolle Songs mit coolen Arrangements und ich liebe es, ihnen zuzuhören. Sie spielen gleichzeitig mit Gefühl und Biss." Als einer der meisttourenden Bluesmusiker Kanadas hat sich JW Jones auch als Livekünstler internationale Reputation erarbeitet. "Seventh Hour" ist bereits das siebte Album, das wie alle Vorgänger in Europa von CrossCut Records rausgebracht wird. CrossCut ist seit über 30 Jahren eine Institution für Bluesfreunde und veröffentlicht immer wieder Highlights dieser Musik. Die aktuelle CD von JW Jones gehört definitiv dazu. Einige Songs könnten vom Sound und der Stimmung durchaus in einem Quentin Tarantino Film passen. Bei einer Spielzeit von knapp 37 Minuten hätte ich mir noch 1-2 weitere Songs gewünscht. Dennoch ist das Album vielfältig und macht mit seinem guten Klang richtig Spaß. Zum Einstimmen füge ich ein Video an, dass einen Auftritt vom Sierre Blues Festival 2011 zeigt, bei dem JW Jones den Titel "Kissin' In Memphis" vom letzten Album "Midnight Memphis Sun" spielt.

JW-Jones - Kissin' In Memphis - Sierre Blues Festival


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Foto: Patric Ullaeus

Europe – Bag Of Bones

Alter Schwede mag manch einer denken, der diese Rezension liest. Die schwedische Rockband Europe, die in den Achtzigern mit der Hymne "The Final Countdown" riesen Erfolg hatte, ist immer noch aktiv. Vielleicht sollte man besser sagen, sie sind es wieder. Nach der Trennung 1992 sind die Herren seit 2004 erneut als Band vereint und haben seit dem schon wieder einige Alben veröffentlicht und diverse Tourneen gespielt. Nun steht mit "Bag Of Bones" das neueste Werk der Skandinavier in den Startlöchern. In den Plattenläden wird die CD ab 27. April käuflich zu erwerben sein.

Europe - Bag Of Bones - Cover
Von den Europe Gründungsmitgliedern sind noch Joey Tempest am Gesang sowie John Norum an der Gitarre dabei. Musikalisch ist Europe deutlich rockiger, als in den Achtzigern. Synthie-Bläser á la "The Final Countdown" sucht man auf der neuen Scheibe vergeblich. Dafür röhrt alternativ eine klassische Hammond-Orgel, bedient von Mic Michaeli und liefert ein cooles 70er-Feeling. Alles geht mehr von der Glam-Metal-Schiene zum Classic-Rock und klingt viel erdiger und authentischer. Mir gefällt diese Richtung sehr gut. Die Rhythmus-Sektion, bestehend aus John Levén am Bass und Ian Haugland am Schlagzeug macht ebenfalls einen sehr überzeugenden Job. "Bag Of Bones" geht gut nach vorne los. Joey Tempest sagt über die CD: „…es ist ein raues, klassisches Hard Rock-Album, auf dem auch der Blues ab und an auf die Tür klopft.“ Sicherlich ist "Bag Of Bones" nicht so charttauglich und stromlinienförmig, wie frühere Werke, aber für Freunde anspruchsvoller Rockmusik dürfte es passen!

Es gibt allerdings bei der aktuellen Europe CD ein neues Phänomen, das mir schon häufiger aufgefallen ist. Das Album könnte deutlich besser klingen! Es fehlt an Dynamik, wodurch sich alles mittenlastig bis pappig anhört. Auch bei Scheiben einiger anderer Künstler habe ich dieses merkwürdige Klangverhalten schon festgestellt. Der flache Sound trägt vermutlich der Entwicklung in Richtung MP3-Player Rechnung. Denn durch das Glattbügeln der Dynamik werden quasi alle Instrumente in der Lautstärke in etwa auf den gleichen Level hochgezogen. Anschließend wird alles wieder etwas im Volumen reduziert und schon klingt es auf einer schlechten Abspielquelle etwas besser bzw. voller, während es auf vernünftigem Equipment leider nicht mehr so viel Spaß macht. Dann darf man sich aber auch nicht wundern, wenn die CD-Verkäufe einbrechen! Die Plattenfirmen und Studios sollten ganz schnell mal eruieren, ob das wirklich der richtige Weg ist! Es kann doch nicht sein, dass bei den Verantwortlichen nicht wahrgenommen wird, dass echten Musikfans der Spaß an neuen Tonträgern immer mehr abhandenkommt, weil diese nicht klingen! Oder ist es gar gewollt? Notfalls müssen zwei unterschiedliche Mixe für die CD und für MP3 angefertigt werden. Es ist nicht akzeptabel, dass aktuelle CD´s auf einer vernünftigen Stereoanlage kaum besser als aus dem Radiowecker klingen! "Bag Of Bones" ist musikalisch wirklich gelungen, klanglich aber leider nur mittelmäßig…

"Europe" Official Video "Not Supposed To Sing The Blues"


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Colin Linden – Still Live

Ein alter Röhrenverstärker mit stark verschlissenem Tweedbezug ziert das Cover des aktuellen Albums von Colin Linden. Es gibt Musiker, bei denen so ein Bild klischeehaft wirkt. Bei Colin Linden ist es schlicht die Abbildung seines "Werkzeugs", das seine mechanische Beanspruchung erkennen lässt. Denn dieser Amp ist für den Kanadier im Einsatz und vermutlich für den ganz speziellen Sound mitverantwortlich. Auf der CD "Still Live", einer Liveaufnahme, die zum großen Teil im Douglas Corner Cáfe in Linden´s Wahlheimat Nashville aufgenommen wurde, gibt es knapp eine Stunde ehrliche Roots-Songs und jede Menge Blues-Feeling.

Colin Linden - Still Live
Bei dem Album fällt sofort der herausragend gute Sound auf. Die Aufnahme ist extrem präsent, so dass man das Gefühl hat, die Band steht direkt vor einem. Wer glaubt, dass man aufgrund der klassischen Ausrichtung Standard-Blues im 08/15 12-Takt-Schema serviert bekommt, wird sich wundern. Die Scheibe enthält tolle Kompositionen, die u.a. durch die hervorragende Slide-Gitarre von Colin Linden ein ganz besonderes Feeling vermitteln. Dass diese Musikform bereits über 100 Jahre alt ist und immer noch so aktuell klingen kann, ist beeindruckend. Das hängt aber auch ganz wesentlich mit der Qualität der Musiker zusammen. Und vermutlich hat auch der Verstärker auf dem Cover seinen Anteil. Wenn der Kleine leicht übersteuert mit einem weiten Hall das Slidespiel der Resonatorgitarre in Schallwellen umwandelt, wird die Bedeutung des Equipments deutlich. Ein Song wie "Sugar Mine" geht deswegen ziemlich unter die Haut. Tolle Harmonien, exzellente Spielweise und authentische Instrumente bilden hier eine Eintracht. Colin Linden ist übrigens kein unbeschriebenes Blatt. Als angesehener Produzent war er z.B. für Künstler wie Bruce Cockburn, The Band, Colin James oder Janiva Magness tätig. Zudem ist er als Slidegitarrist sehr gefragt und wirkte auf über 300 Produktionen u.a. von Cassandra Wilson, Emmylou Harris, Greg Allman, Allison Kraus & Robert Plant oder Keb Mo mit. Das Artwork der CD überzeugt mich ebenfalls. Ein schön gestaltetes Digipac mit zusätzlichem Booklet machen optisch was her. Für Colin Linden ist "Still Live" das zwölfte Solo-Album und nach 30 Jahren das zweite Live-Album! Die fast intime Clubatmosphäre überträgt sich 1:1 ins Wohnzimmer. Mit dem eingangs erwähnten Top-Klang der Scheibe ist diese CD aus dem Hause CrossCut Records eine echte Empfehlung für Bluesfans!

Kürzlich war Colin Linden auch beim ersten Crossroads Festival im Jahr 2012 in Bonn dabei, das vom WDR Rockpalast aufgezeichnet wurde. In der Nacht vom 22. Auf den 23. April werden von 0.15 bis 2.15 Uhr die Highlights des Festivals im dritten Programm des WDR ausgestrahlt.

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