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DVD Neuheiten

Foto: ZDF / GF-Design

Pop Around The Clock – Das 3sat Programm für Silvester 2016

"The same procedure as every year", würde Butler James zu Miss Sophie sagen. Ja, 3sat verwöhnt uns auch dieses Jahr wieder beim Thementag Pop Around The Clock mit feinsten Konzerten, die dort alle in Erstausstrahlung sowie in HD laufen. Einige Namen sind alte Bekannte, die fast schon einen Stammplatz im Silvester-Programm des Senders haben. So dürfen wir uns erneut auf Joe Bonamassa freuen, aus dessen letzter Konzertfilm-Veröffentlichung "Live At The Greek Theatre" ein 60-minütiges Extrakt gezeigt wird. Ebenfalls zur Stammbesetzung zählen Tina Turner, diesmal mit dem Konzert "Rio ´88" und die Rolling Stones mit dem legendären "Havana Moon" Konzert, welches dieses Jahr am Karfreitag bei Vollmond und freiem Eintritt als Zeichen der kulturellen Öffnung Kubas vor 450.000 Menschen gespielt wurde. Für mich ein besonders Highlight ist das Konzert "Queen - Rock Montreal". Hierbei handelt es sich nicht um einen normalen Mitschnitt. Regisseur Saul Swimmer drehte dieses Konzert am 24./25. November 1981 mit 35 mm Panavision-Filmkameras, die normalerweise bei Kinoproduktionen zum Einsatz kommen. Das Ergebnis ist ein Konzerterlebnis der besonderen Art in beeindruckender Bildqualität. In der Full-HD Version, die gesendet wird, ist man so nah dran, als ob man live dabei wäre. Ein Queen-Monument auf dem musikalischen Höhepunkt der Band. Grandios! Nach den Terroranschlägen in Paris am 13. November 2015 sagten U2 die Konzerte am 14. und 15. November ab und kehrten drei Wochen später zurück, um ein Zeichen gegen den Terror zu setzen. Der gezeigte Mitschnitt von "iNNOCENCE + eXPERIENCE - Live in Paris" ist fast 2,5 Stunden lang und stellt ebenfalls einen absoluten Höhepunkt im 3sat-Silvesterprogramm dar.

Weitere "Auftritte" auf die wir uns freuen können, kommen u.a. von Bruce Springsteen, Mika, Kiss, Journey, Foreigner, Joan Baez, Eagles of Death Metal,... Die vollständige Liste aller Konzerte findet Ihr unten in der Tabelle. Dort sind ebenfalls – sofern vorhanden – die Links, um die Konzerte in voller Länge auf DVD, BluRay und/oder CD zu bestellen, da 3sat meist nur Highlights aus den Shows zeigt. Klickt dafür einfach auf die entsprechenden Titel.

Eine Silvester-Party ist somit schon fest im Kalender eingetragen und dürfte den Tag definitiv wieder bereichern. Falls es weitere Einladungen geben sollte, muss eben ordentlich aufgenommen werden...

Kiss - Foto: Universal Music

Alle Pop Around The Clock Konzerte für Silvester 2016 bei 3sat
Uhrzeit Sendung Aufnahmejahr
6.30
Mika: Sinfonia Pop
2015
7.00
Joan Baez: Live in New York - 75 Birthday Celebration
2016
7.45
Joe Bonamassa: Live at the Greek Theatre
2015
8.45
George Fest: A Night to Celebrate the Music of George Harrison*
2014
9.30
Bruce Springsteen: Thrill Hill Vault - The River Tour*
1980
10.15
Niedeckens BAP: Live im Heimathafen*
2016
11.15
Scorpions: MTV Unplugged
2013
12.15
Unheilig: MTV Unplugged "Unter Dampf - Ohne Strom"
2015
13.15
The Alan Parsons Symphonic Project: Live in Colombia
2013
14.15
Ed Sheeran: Live at Wembley Stadium
2015
15.15
Mumford & Sons: Dust and Thunder*
2016
16.15
Tina Turner: Rio '88
1988
17.00
Kiss: Rocks Vegas
2014
18.00
Eric Clapton: Live in San Diego*
2007
19.00
Phil Collins: Live in Paris
1997
20.15
The Rolling Stones: Havana Moon
2016
22.05
Queen: Rock Montreal
1981
23.15
Adele: Live in New York City*
2015
00.00
U2: iNNOCENCE + eXPERIENCE - Live in Paris
2015
2.25
Mötley Crüe: The End - The Final Tour
2015
3.30
Def Leppard: And there will be a next time*
2016
4.30
Journey: Live in Manila
2009
5.30
Foreigner: Live from New York*
2015
6.30
Eagles of Death Metal: Live in Paris*
2016
    
* Von diesen Konzerten gibt es (derzeit) keine DVD/Blu-ray zu kaufen.

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Foto: ZDF / GF-Design

3sat - Pop Around The Clock - Silvester 2015 - Das Programm

Alle Jahre wieder erfreut uns 3sat bei Pop Around The Clock mit einem bunten Strauß an Konzerten aller Couleur und sendet einen ganzen Tag lang Live-Mitschnitte, die teils erst ganz frisch auf DVD bzw. BluRay oder auch auf CD veröffentlicht wurden. So dürfen wir uns auch dieses Jahr wieder auf ein hochkarätiges, musikalisches Programm freuen, bei dem für jeden etwas dabei sein dürfte.

Den Anfang macht Joe Bonamassa mit seinem Konzert am leganderen Red Rocks Amphitheatre in Morrison, Colorado. Das Konzert vor beeindruckender Kulisse stand im Zeichen von Muddy Waters und Howlin´ Wolf. Ebenfalls dabei und für mich sehr erfreulich, ist der kürzlich veröffentlichte Mitschnitt eines Queen Konzertes, das am 24.12.1975 im Hammersmith Odeon in London im Rahmen der A Night At The Opera Tour aufgenommen wurde und den Beginn ihrer Weltkarriere markiert. Tina Turner ist gleich mit zwei Konzerten dabei und auch Ex-Beatle Ringo Starr zeigt mit illustren Gästen wie Steve Lukather (Toto), Todd Rundgren, Gregg Bissonette oder Mr. Mister-Sänger Richard Page eine sicher spannende Show.

Das komplette Programm mit den Sendezeiten findet ihr unten in der Tabelle. Dort sind auch wieder – sofern vorhanden – die Links, um die Konzerte in voller Länge auf DVD, BluRay und/oder CD zu ordern, da 3sat meist nur Highlights aus den Shows zeigt. Einfach auf den Titel klicken...

Die Silvester-Party 2015 findet also wieder gemütlich auf dem Sofa bei guter Musik statt.

Queen - Foto: Universal Music

Die Liste aller Pop Around The Clock Konzerte für Silvester 2015
Uhrzeit Sendung Aufnahmejahr
6.20
Joe Bonamassa: A Tribute to Muddy Waters & Howlin' Wolf
2014
7.05
In memoriam B.B. King: Live at Montreux 1993
1993
7.35
Annie Lennox: Nostalgia
2015
8.20
100 Jahre Frank Sinatra: The Main Event *
1974
9.10
Queen: A Night at the Odeon
1975
9.55
Tina Turner: Nice 'n' Rough *
1982
10.25
The Rolling Stones: From the Vault - Marquee 1971
1971
11.00
Dire Straits: Alchemy Live
1983
12.15
Deep Purple & Friends: Celebrating Jon Lord
2014
13.15
Ringo Starr & Friends: At the Ryman
2012
14.00
Shania Twain: Still the One - Live in Las Vegas
2014
14.45
Lynyrd Skynyrd: Pronounced Leh-nerd Skin-nerd - Live
2015
15.45
Bruce Springsteen & Friends: A MusiCares Tribute
2013
16.45
Peter Maffay & Band: Niemals war es besser
2015
18.00
Eric Clapton: Slowhand at 70
2015
19.15
Jeff Lynne's ELO: Hyde Park 2014
2014
20.15
Tina Turner: One Last Time
2000
21.15
Aerosmith: Rocks Donington
2014
22.15
Katy Perry: The Prismatic World Tour 2015
2015
23.15
Kylie Minogue: Kiss Me Once
2014
0.00
Miley Cyrus: Bangerz Tour
2014
0.45
One Direction: Where We Are
2014
1.30
Die Fantastischen Vier: Rekord
2015
2.30
Revolverheld: MTV Unplugged
2015
3.30
Andreas Bourani: Hey - Live
2015
4.15
Lenny Kravitz: Just Let Go - Live
2014
5.15
The Who: Live at Hyde Park 2015
2015
6.15
Status Quo: The Frantic Four Final Fling
2014
7.00
Roxy Music aus der 3sat-Reihe "In concert" *
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* Von diesen Konzerten gibt es (derzeit) keine DVD/Blu-ray zu kaufen.

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Foto: Warner Bros.

Jersey Boys – Der Film von Clint Eastwood jetzt auf DVD und Blu-ray

Es muss irgendwann in den Achtzigern gewesen sein, als ein paar Freunde und ich zusammen in einer Kneipe saßen und darüber sinnierten, von wem der Song "December, 1963 (Oh, What a Night)" sei. Jedem, der an unserem Tisch vorbeikam, sangen wir den Refrain vor und jeder kannte das Lied. Aber niemand konnte sagen, von wem der Titel ist… Irgendwann sind wir dahintergekommen, dass es die Four Seasons waren, die wir suchten.

Jersey Boys DVD
Ganz korrekt waren es Frankie Valli and The Four Seasons, die hauptsächlich in den Sechzigern mit Hits wie "Sherry", "Big Girls Don´t Cry", "Working My Way Back To You" und vielen mehr begeistert haben und bis heute begeistern. Um die turbulente Geschichte der Band wurde ein Musical namens Jersey Boys geschrieben, dass 2005 am Broadway uraufgeführt wurde. Die Show wurde weltweit ein Erfolg und spielte auch am Londoner West End, in Las Vegas sowie in Metropolen in Kanada, Südafrika, Australien,… Ferner gewann Jersey Boys vier Tony Awards für das beste Musical und den Laurence Olivier Award als bestes neues Musical.

2013 wurde das Bühnenwerk dann unter dem gleichen Namen verfilmt. Clint Eastwood führte Regie und war ferner einer der Produzenten des Films. Am 18. Dezember kommen nun die Kaufversionen als DVD- und Blu-ray in die Läden. Der Film zeigt die Zeitspanne von der Gründung der Band in den Fünfzigern bis zur Aufnahme in die Hall Of Fame im Jahre 1990. Die Story erzählt den Aufstieg der Musiker aus dem Armeleuteviertel in Newark, New Jersey, die in den Sechzigern als Four Seasons berühmt wurden. Insgesamt wirkt die Handlung jedoch ein wenig auseinander gerissen und lässt somit den roten Faden etwas vermissen. Mir gefällt allerdings an gut gemachten Musik-Biografien bzw. grundsätzlich an Filmen, die ein paar Jahrzehnte in der Vergangenheit spielen, das Szenenbild, das bei Jersey Boys detailgetreu von den richtigen Autos bis zur Seeburg Wall-O-Matic Tisch-Jukebox das Flair der Zeit authentisch transportier. Viel Musik gibt es selbstverständlich auch, so dass Freunde der Sechziger also hinsichtlich der Optik und der Akustik ihre Freude haben werden. John Lloyd Young spielte bereits in der Broadway-Inszenierung, wie auch im Film die Rolle des Frankie Valli und kann darin ebenso überzeugen, wie Christopher Walken als Mafia-Boss Gyp DeCarlo. Leider geht aus allen mir vorliegenden Informationen nicht klar hervor, wie nah der Film an der echten Geschichte der Four Seasons ist, oder ob einiges fiktiv ist. Ich habe die DVD-Version bemustert bekommen, die im DVD-Player problemlos abgespielt wird, auf meinem PC jedoch etwas zickig war. Die Sprachauswahl funktionierte am Rechner leider gar nicht.

JERSEY BOYS - offizieller Trailer


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Foto: ZDF / GF-Design

3sat Thementag – Pop Around The Clock – Das Programm für Silvester 2014

Erneut neigt sich ein Jahr dem Ende zu und steuert zumindest aus Sicht der Musikfans auf ein TV-Highlight erster Kajüte hin. Zu Silvester heißt es bei 3sat wieder Pop Around The Clock. Mir liegen die Details für diesen Thementag mit vielen interessanten Konzerten vor. Ich bin entzückt und möchte Euch hiermit am Programm für den 31. Dezember 2014 teilhaben lassen. Es handelt sich komplett um TV-Erstausstrahlungen und es finden sich erneut eine Menge wohlklingender Namen wie Queen, Deep Purple, The Rolling Stones, Genesis, Billy Joel, Coldplay, Muse, Depeche Mode, Bryan Adams, Moby u.v.m. im Line-Up. Insgesamt stehen 25 Stunden Live-Musik auf dem Zettel!

Einige Konzerte sind Klassiker, wie z.B. "Three Sides Live" von Genesis, "Live At The Rainbow" von Queen, oder "From The Vault – Live in 1981" von den Rolling Stones. Andere Aufzeichnungen sind so frisch, dass sie noch dampfen. Da wäre z.B. Jeff Beck - "Live in Tokyo" (2014), Max Herre mit seinem MTV Unplugged (2013), Depeche Mode – "Live in Berlin" (2013) oder Bryan Adams - "Live in Toronto" (2014). Die meisten Konzerte sind – wie immer – Auszüge aus kompletten Shows, die größtenteils in voller Länge auf DVD bzw. Blu-ray erhältlich sind. Wenn Ihr auf die Titel in der Übersicht klickt, könnt Ihr diese Konzerte - sofern verfügbar - in der kompletten Version bestellen. Die neueren Aufnahmen sendet 3sat übrigens alle in HD-Qualität.

Ich finde es überaus beeindruckend, was 3sat alljährlich bei diesem speziellen Thementag auf die Beine stellt. So sind einige Konzerte gerade als DVD bzw. Blu-ray in den Handel gekommen und schon laufen die meist recht ansprechenden Auszüge im Free-TV. Da sehe ich die Rundfunkgebühr ausnahmsweise mal als richtig gutes Investment.

Also, Schampus kühlen, Knabberzeug parat legen und die Party kann beginnen!

Queen - Foto: Universal Music

Die Liste der Pop Around The Clock Konzerte für Silvester 2014
Uhrzeit Sendung Aufnahmejahr
6.00
The Dukes Of September - Live At Lincoln Center
2012
6.45
Beth Hart & Joe Bonamassa - Live At Amsterdam
2013
7.45
Jeff Beck - Live In Tokyo
2014
8.45
Queen - Live At The Rainbow
1974
9.30
Deep Purple - Perfect Stranger
1984
10.30
The Rolling Stones - From The Vault - Live in 1981
1981
11.30
Genesis - Three Sides Live
1981
12.15
Phil Collins - No Ticket Required *
1985
13.15
Billy Joel - A Matter Of Trust - The Bridge To Russia
1987
14.00
Dire Straits - On The Night
1992
15.00
Ed Sheeran - Live In Dublin *
2014
15.45
Max Herre - MTV Unplugged - Kahedi Radio Show
2013
17.00
Sting - The Last Ship Sails
2013
18.15
Peter Gabriel - Back To Front
2013
19.20
Coldplay - Ghost Stories
2014
20.15
Céline Dion - Une Seule Fois
2013
21.00
Elton John - The Million Dollar Piano
2012
22.15
Jessie J - Alive At The O2 *
2013
23.00
Muse - Live At Rome
2013
0.00
Depeche Mode - Live In Berlin
2013
1.15
Bryan Adams - Live In Toronto *
2014
2.15
ZZ Top - Live At Montreux
2013
3.00
Roxette - Travelling The World - Roxette Live
2012
3.45
Simple Minds - Celebrate
2013
4.30
Zucchero - La Sesión Cubana *
2012
5.15
Hall & Oates - Live In Dublin *
2014
6.00
Moby - Almost Home - Live At The Fonda
2012
    
* Von diesen Konzerten gibt es (derzeit) keine DVD/Blu-ray zu kaufen.

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Foto: Anton Corbijn

Depeche Mode – Live In Berlin – Ein Konzertfilm von Anton Corbijn

Letztes Jahr im November waren Depeche Mode u.a. für zwei Konzerte in Berlin. Bei diesen beiden Shows hat Starfotograf und Regisseur Anton Corbijn den Konzertfilm Live In Berlin aufgenommen, der seit dem 14. November im deutschen Handel erhältlich ist. Ich habe das DVD-Boxset bemustert bekommen, das auf der ersten DVD den kompletten Konzertfilm mit Interview-Sequenzen und dem Bonus-Material (zwei Songs aus der Bordello Acoustic Session) enthält. Eine weitere DVD enthält die reine Live-Show, die auch auf den zwei Audio-CDs zu hören ist. Last but not least gibt es eine Audio-Blu-ray-Disk mit der 5.1 Version des Albums Delta Machine. Das Ganze kommt in einer wertige Pappschachtel mit Stülpdeckel daher und dürfte den Fan schon mal vom Umfang entzücken.

Depeche Mode – Live In Berlin
Ich selbst hatte meine heiße Depeche Mode Phase vor ca. 30 Jahren, als "People Are People" und "Master And Servant" in den Charts waren. Damals habe ich auch verschiedene Tonträger der Briten erworben und diese gerne gehört. Gerade aus dem seinerzeit aktuellen Album Some Great Reward hat es aber leider kein Song in die Show geschafft. Dennoch sind neben einigen Titeln aus Delta Machine diverse Welthits von Depeche Mode zu hören und zu sehen. Wer nur hören will, bekommt vermutlich, was er erwartet: Jede Menge typischen Depeche Mode Sound, eine tolle Stimmung in der Halle sowie ein stimmiges Gesamtpaket. Wer sich die Show anschaut, sieht drei Bandmitglieder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Andrew Fletcher steht, ohne eine Miene zu verziehen, mit schwarzer Hose, schwarzem T-Shirt, Bauchansatz und Sonnenbrille hinter seinen Keyboards und spielt. Der totale Gegenpart ist Dave Gahan, der extrovertiert tanzt, die Hüften kreisen lässt, mit dem Hintern wackelt und derart charismatisch und energiegeladen die Show rockt, dass man nur staunen kann. Zum Zeitpunkt des Konzerts, war Gahan 51 Jahre alt und hinsichtlich seiner Biographie inkl. Suizid-Versuch, einem fast-Drogentod und einer früheren Krebserkrankung beneidenswert gut in Form. Er kokettiert mit dem Publikum, ist Diva, Sex-Symbol und beindruckender Frontmann. Daneben wirkt Martin Gore blass und fast eingeschüchtert. Ich habe das Gefühl, dass er Dave Gahan gerne nacheifern würde, aber einfach nicht das Handwerkszeug dafür hat. Da helfen dann auch keine glitzernden Karo-Hosen. Es wirkt, als verstecke er sich hinter den Gitarren, obwohl er, so ist mein Eindruck, auch gerne mehr im Mittelpunkt stehen würde. Ich habe teilweise auch den Verdacht, dass er zumindest die Gitarre(n) gar nicht live spielt. Der Schnitt des Bildmaterials macht es extrem schwer, das genau zu beurteilen. Bei den drei Solo-Stücken, wo Martin Gore alleine mit Keyboarder Peter Gordeno auf der Bühne stehend singt, wirkt er ohne Gitarre hinterm Mikroständer fast ein wenig zerbrechlich, weiß nicht so Recht, wohin mit den Händen. Er scheint hin und her gerissen zwischen Unwohlsein und der zuträglichen Anerkennung des Publikums. Viele Fans mögen gerade diese Parts der Show, vielleicht weil sie eine gewisse Intimität und Verletzbarkeit zeigen. Ein grandioser Live-Musiker ist Gore auf jeden Fall nicht! Dafür ist er jedoch hinsichtlich der Kreativität das Maß der Dinge in der Band und hat es über Jahrzehnte geschafft, einen eigenen, speziellen Sound zu entwickeln und zu erhalten, der unverwechselbar ist.

Die Interviews einiger Konzertbesucher vor der Halle zeigen, dass Depeche Mode extrem treue Fans hat, die der Band auf Tour sogar nachreisen und möglichst viele Konzerte mitnehmen wollen. Eine Frau sagte sogar auf die Frage, was die Band für sie bedeutet: Depeche Mode sei ihre Religion. Und diesen Status muss man erst mal erreichen. Depeche Mode hat ihn seit vielen Jahren. Und somit sind es vermutlich genau die ungleichen Charaktere der Bandmitglieder sowie der unverwechselbare Sound, die das Gesamtwerk so hell leuchten lassen. Die eigenständigen Songs, zum Großteil von Mastermind Martin Gore geschrieben und authentisch vorgetragen vom energiestrotzenden Entertainer Dave Gahan. So wird ein Schuh draus. Der eine könnte ohne den anderen nicht und das macht am Ende vielleicht die Magie dieser Band aus. Die Fans danken es mit bedingungsloser Treue und geben dem Gesamtkonzept der Band somit auch im vierten Jahrzehnt ihres Bestehens Recht. Live In Berlin ist ein ansprechendes Set, Anton Corbijns Videoschnitt ist eher Old-School und verzichtet zum Glück auf überzuckerte Videoeffekte wie Splittscreens, Zoom-Fahrten im Rhythmus der Musik oder nervige Überblend-Animationen. Die Klangqualität ist gut, das Bild so lala… Zur Audio-Blu-ray mit 5.1 Sound kann ich nichts schreiben, da ich weder einen BR-Player, noch eine Surround-Anlage habe. Insgesamt schneidet das Boxset mit fünf Scheiben gerade noch gut ab, weil es inhaltlich viel bietet, einen restlos überzeugenden Dave Gahan in Top-Form zeigt und somit in jede ordnungsgemäß geführte Depeche Mode Sammlung gehört.

Depeche Mode - Live in Berlin - Trailer


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Depeche Mode Webseite
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Foto: Harry Borden

Pink Floyd – The Endless River – Das letzte Kapitel der britischen Rockband

Sie sind für viele Fans die Gottkaiser der Musik. Das letzte Studioalbum von Pink Floyd war The Division Bell, das bereits über 20 Jahre auf dem Buckel hat. Und genau aus dieser Zeit stammen auch die Aufnahmen für das neue Werk The Endless River, das seit 7. November 2014 im deutschen Schallplattenhandel erworben werden kann.

Pink Floyd – The Endless River
Also wirklich neu ist das Material somit nicht. Es wurde seinerzeit während der Division Bell Sessions eingespielt. Aus insgesamt ca. 20 Stunden Musik haben David Gilmour und Nick Mason das Beste rausgesucht, einiges überarbeitet, einiges komplett neu eingespielt und laut Aussage von David Gilmour mit der heutigen Technik zu einem Pink Floyd-Album gemacht, das mit beiden Beinen im 21. Jahrhundert steht. Das ist doch mal eine Aussage! Mir gefielen die beiden Alben, die nach dem Ausstieg von Roger Waters aufgenommen wurden sehr gut, so dass ich auf The Endless River extrem gespannt war. Heute hatte ich das Rezensionsexemplar im Postkasten, habe es ohne Verzögerung in den CD Player gelegt und sofort gestartet… Ich habe die CD + DVD Deluxe Version bekommen, die zur normalen Audio-CD noch eine DVD mit Bonus-Video-Material und einem 5.1 Sound-Mix des Albums, ein Hardcover-Buch sowie zwei Fotos und ein Hologramm enthält. Dieses Set hat eine sehr hochwertige Haptik und eine elegante Anmutung! Gleiches gilt übrigens auch für die Blu-ray Variante. Und der Vollständigkeit halber gibt es das Album natürlich auch digital sowie auf Doppel-Vinyl.

Pink Floyd - The Endless River - Deluxe Set / Packshot

Normal lebe ich nach dem Grundsatz, die Erwartungen möglichst gering zu halten, um nicht enttäuscht zu werden. Nach 20 Jahren Wartezeit fällt diese Prämisse jedoch äußerst schwer, ja sie ist quasi unmöglich. Dass unter dem Namen Pink Floyd nochmal "neues" Studiomaterial veröffentlicht wird, war eigentlich fast undenkbar, obwohl sich die Band offiziell nie aufgelöst hat. Aber insbesondere nach dem Tod von Keyboarder Richard Wright 2008 schien die Wahrscheinlichkeit gen Null zu tendieren. Jetzt haben David Gilmour und Nick Mason eben bestehendes Material genommen und dieses zeitgemäß verpackt. Das Album ist ein Tribut an Rick Wright. Bereits 1975 haben Pink Floyd auf Wish You Were Here mit dem Song "Shine On You Crazy Diamond" eine musikalische Hommage an das frühere Bandmitglied Syd Barrett verfasst. Diese Tiefe und Klasse wird auf The Endless River nicht ganz erreicht. Für viele Fans waren aber auch bereits die beiden letzten Langspielplatten aus der sog. Gilmour Ära nicht mehr unbedingt typische Pink Floyd Alben. Der fehlende Einfluss von Roger Waters war deutlich erkennbar. Dennoch waren A Momentary Lapse Of Reason und The Divison Bell geniale Alben, aber eben in einem anderen Kapitel der Band. Somit reiht sich auch The Endless River in dieses quasi letzte Kapitel der Pink Floyd Geschichte ein. Es ist größtenteils instrumental und erstreckt sich über vier Sätze. Dabei flammen immer mal wieder musikalische Erinnerungen aus der Band-Geschichte auf, die fast ein wenig wie der letzte Rückblick eines Sterbenden auf das zu Ende gehende Leben wirken. David Gilmour hat wohl auch bereits verlauten lassen, dass dies definitiv das letzte Pink Floyd Album sei.

In Rezensionen anderer Kollegen und in den Bewertungen von Online-Shops wurde The Endless River zum Teil ziemlich verrissen, weil es keine Durchgängigkeit habe und nur aus Song-Fragmenten bestehe. Nach Lektüre derartiger Abwertungen waren meine eingangs erwähnten Erwartungen also wieder deutlich reduziert und ich überlegte, wie ich eine blutleere Resteverwertung galant umschreiben kann. Jetzt höre ich das Album allerdings und muss erstaunt feststellen: Das ist Pink Floyd! Jawohl, die Sounds, die Stimmung, die Atmosphäre – alles passt und klingt super. Es sind teilweise kurze Song-Fragmente, die jedoch ineinander überfließen. Hätte man jedem der vier Sätze jeweils nur einen Gesamttitel gegeben, wäre das vermutlich niemanden aufgefallen. Zuweilen wurde auch der fehlende Gesang beklagt. Das ist aber nun wirklich Geschmacksache. Es gab in der Vergangenheit reichlich Pink Floyd Songs, die zumindest über weite Strecken überzeugen konnten, weil eben nicht gesungen wurde. Ich habe das Album jetzt einmal durchgehört und kann nur mein Lob aussprechen. Gut, diese Musik sollte man öfter hören, um sie wirklich in ihrem vollen Umfang erkennen und bewerten zu können. Pink Floyd sind schließlich nicht Status Quo… Aber ich vermute, dass dieses Album durch mehrmaliges Hören eher noch mehr Zustimmung finden wird, als nach dem ersten Durchgang. Die, denen eine harsche Kritik zu schnell über die sprichwörtlichen Lippen ging, könnten ggf. feststellen, dass sie geirrt haben. Bei mir zeigt der Daumen nach oben und ich freue mich auf den nächsten Hördurchgang bei einem guten Tee!

The Endless River - Short EPK


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Foto: Eagle Vision

Deep Purple with Orchestra – Live In Verona [DVD & Blu-ray]

Bereits länger auf dem Markt ist der Konzertmitschnitt Deep Purple - Live At Montreux 2011, den es als DVD, Blu-ray sowie auf CD gibt. Der Montreux-Auftritt wurde am 16. Juli 2011 aufgenommen. Zwei Tage später, am 18. Juli 2011 wurde in der Arena in Verona ein weiteres Konzert der englischen Rockband in Bild und Ton festgehalten, welches am 17. Oktober als DVD und Blu-ray veröffentlicht wird.

Deep Purple with Orchestra – Live In Verona
Bei beiden Konzerten wurden exakt die gleichen Songs gespielt. Auch die Reihenfolge ist identisch. Somit kann man durchaus die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, zwei so kurz aufeinanderfolgende Gigs als DVD / Blu-ray zu veröffentlichen bzw. zu erwerben? Ich kenne die Montreux-Fassung nicht, hinsichtlich der Kulisse wird aber wohl das Verona-Konzert die Nase vorn haben. Das römische Amphitheater aus dem Jahre 30 n. Chr. ist optisch schon ein Hingucker und sorgt alleine dadurch für eine Gänsehautatmosphäre. Die farbigen Lichter auf den Torbögen sehen einfach klasse aus. Und wenn dort, wo normalerweise Nabucco, Aida oder Don Giovanni vorgetragen werden, eine britische Hardrock-Band ihr Liedgut zum Besten gibt, hat das definitiv was. Die Ergänzung mit dem Orchester Neue Philharmonie Frankfurt unter der Leitung von Stephen 'BK' Bentley-Klein setzt dem Ganzen das i-Tüpfelchen auf.

Das Konzert beginnt mit einem klassischen Intro namens Overture, in dem zum Ende das Gitarren-Riff aus "Smoke On The Water" orchestral angespielt wird. Danach geht es Deep Purple-typisch mit dem bekannten Opener "Highway Star" und der gewohnten Instrumentierung los. Es folgt eine bunte Mischung der großen Hits von "Strange Kind Of Woman" über "Woman From Tokyo" und "Lazy" bis zu "Smoke On The Water". Zwischendurch werden auch neuere Stücke wie "Rapture Of The Deep" und "When A Blind Man Cries" gespielt. Mein Highlight ist – ein wenig atypisch – "Contact Lost", eine Instrumentalnummer vom 2003er Album Bananas, geschrieben von Steve Morse. Eine ganz typische Nummer für Steve Morse, mit einer grandiosen Melodie als perfektes Schaustück für den besonderen Stil des Amerikaners. Anders, als bei der Album-Version von "Contact Lost" folgt noch ein klasse Solo-Part auf der Gitarre, den ich wirklich herausragend finde und bei dem Steve Morse seine Fähigkeiten beim Volume-Bending vorzüglich unter Beweis stellt! Der Gitarrensound von Ritchie Blackmore war definitiv schärfer und aus meiner Sicht auch rockiger. Steve Morse gibt der Band durch seine Spielart seit nunmehr 20 Jahren einen etwas weicheren und melodiöseren Charakter. Für mich ist er aber, trotz einiger kleiner Fehler der beste Musiker bei Deep Purple. Er ist jedoch auch der Jüngste in der Kapelle und vielleicht einfach noch etwas vitaler? Alle anderen haben inzwischen nämlich das Rentenalter geknackt. Und das zeichnet sich hier und da auch mal ein wenig ab. Die ganz bissige Hardrock-Power früher Jahre ist einfach nicht mehr da. Dennoch liefern die Herren einen guten Job ab und wählten vielleicht auch als Tribut an ihr Alter eine traditionelle Spielstätte wie die Arena in Verona. Wer Live At Montreux 2011 bereits im Archiv hat, wird vermutlich wenig Neues finden. Ob dann die schöne Kulisse allein den Kauf rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden.

Deep Purple & Orchestra - Space Truckin (Live in Verona)


Dass die Herren aber auch in absehbarer Zeit nicht in den Ruhestand eintreten wollen, belegt die gerade verkündete Tour für November 2015:

Datum Ort Location
13.11.2015 Oberhausen König-Pilsener-ARENA
14.11.2015 Magdeburg GETEC Arena
16.11.2015 Rostock Stadthalle
15.11.2015 Leipzig Arena
18.11.2015 Hannover Swiss Life Hall
20.11.2015 Trier Arena
21.11.2015 Nürnberg Arena
23.11.2015 Hamburg O2 World
24.11.2015 Berlin Max-Schmeling-Halle
26.11.2015 München Olympiahalle
27.11.2015 Frankfurt Festhalle
28.11.2015 Stuttgart Hanns-Martin-Schleyer-Halle
    

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Queen – Live At The Rainbow '74

Wer meinen Blog zuweilen liest, hat sicher schon mitbekommen, dass ich ein Anhänger von Queen bin. Da freute es mich doch sehr, als ich vor einiger Zeit die Ankündigung zur Veröffentlichung eines alten Konzertes aus dem Jahr 1974 bekam. Es ist schon erstaunlich, wie viel Material es bei Künstlern von den Beatles über Elvis bis hin zu Queen immer noch zu veröffentlichen gibt. Live At The Rainbow '74 erscheint als CD, Doppel-CD, auf Vinyl, sowie als DVD und SD-Blu-Ray am 5. September.

Queen – Live At The Rainbow '74
Ich habe die Doppel-CD (Deluxe Edition) bemustert bekommen. Darauf sind zwei Konzerte von Queen verewigt. Das erste fand am 31. März 1974 im Rainbow Theatre im Norden Londons statt und enthält hauptsächlich Material der ersten beiden Studioalben. Das zweite Konzert ging am 19. November 1974 über die gleiche Bühne und gehörte bereits zu Sheer Heart Attack Tour, bei der selbstverständlich auch Stücke des dritten Albums dargeboten wurden.

Man muss bedenken, dass diese Konzerte noch vor den ganz großen Hits wie "Bohemian Rhapsody", "We Will Rock You" oder "We Are The Champions" aufgenommen wurden. Queen war zwar schon im Begriff zum großen Durchbruch, allerdings aufgrund eines geldgierigen Managements selbst monetär eher schlecht ausgestattet. Man hört jedoch den unnachgiebigen Willen der Band, grandiose Shows anzuliefern. Und es gelang den vier Briten. Der typische Queen-Sound ist schon eindeutig zu identifizieren. Und es gibt bereits diverse musikalische Erkennungsmerkmale, die auch später immer wieder in die Live-Shows fanden. So wurde z.B. in der November-Show "God Save The Queen" als Outro gespielt und Brian May intonierte damals schon bei beiden Konzerten Gitarrensoli mit Delay, welche Vorläufer das späteren Solos bei "Brighton Rock" auf der Live Killers waren. Im Gegensatz zur Live Killers scheinen diese beiden alten/neuen Konzerte jedoch ohne nachbearbeitete Spuren auf die Platte gekommen zu sein. Der Klang ist für das Alter der Aufnahmen allerdings erstaunlich gut. Die Musik hat eine gute Dynamik, ist brillant und Nebengeräusche, wie Rauschen sind mir nicht aufgefallen. Da wurde beim Mastern also richtig gute Arbeit geleistet! Somit dürften die Queen-Fans, die das alte Material schätzen, absolut auf ihre Kosten kommen. Ich bin z.B. seit ich Queen kenne und die Queen II Teil meiner Plattensammlung ist, großer Fan dieses Albums. Da ist es eine große Freude, einige der Stücke in Konzerten aus der Zeit in dieser Qualität live zu hören. Live At The Rainbow '74 ist ein grandioses Tondokument, das mit über 140 Minuten Spielzeit (CD Deluxe Edition) restlos überzeugen kann und eine echte Bereicherung für jede Queen-Sammlung ist. Wenn die DVD / Blu-ray-Versionen im Bild die Qualität erreichen, wie der Ton auf den CDs, dann sind auch diese ein "Must Have" für den ambitionierten Fan. Ich werde mir die DVD wohl auch noch besorgen, um das Feeling einer auf aufstrebenden Rockband - meiner Lieblingsband - auch visuell genießen zu können.

Queen - Stone Cold Crazy (Live at the Rainbow ‘74)


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TOTO - 35TH ANNIVERSARY TOUR - LIVE IN POLAND

Als junger Bursche war ich gerne und viel auf Konzerten. Toto habe ich dreimal live erlebt – jedes Mal mit einem anderen Drummer. Das erste Konzert war 1991 auf dem Midtfyns Festival im dänischen Ringe, damals noch mit Jeff Porcaro. Das zweite Konzert war auf der Kingdom Of Desire-Tour 1992 in Hamburg. Auf dieser Gastspielreise war Simon Phillips erstmals als Schlagzeuger dabei und wurde später auch festes Mitglied der Band. Und last but not least konnte ich Toto mit Gregg Bissonette an den Trommeln 1995 ebenfalls in Hamburg sehen. Bissonette sprang für den damals verletzten Simon Phillips ein. Eines haben grundsätzlich alle Toto Konzerte gemeinsam: Es sind Live-Erlebnisse der Spitzenklasse.

TOTO - 35TH ANNIVERSARY TOUR – LIVE IN POLAND
So freut es mich auch riesig, einen recht frischen Konzertmittschnitt der Band auf DVD in mein musikalisches Testlabor bekommen zu haben. TOTO - 35TH ANNIVERSARY TOUR - LIVE IN POLAND heißt das Werk, wurde letztes Jahr am 25. Juni im polnischen Łódź aufgenommen und erscheint am 25. April als DVD, Blu-ray , Doppel-CD und in einer besonders hochwertigen Deluxe-Buch-Edition. Auf der Tour zum 35. Jubiläum der Band standen dann auch mit Steve Lukather, David Paich und Steve Porcaro drei Gründungsmitglieder von Toto auf der Bühne. Ebenfalls kein unbekannter war Sänger Joseph Williams, der bereits von 1986 – 1989 Frontmann der Band war und seit 2010 wieder mit an Bord ist. Mit Nathan East und Simon Phillips war das Line Up komplett.

Schon der Opener verursachte bei mir eine Gänsehaut. Ich mag einfach die professionellen Inszenierungen der Band. Die Herren wissen längst, wie sie ihr Publikum von der ersten Sekunde in den Bann ziehen. Musikalisch ist Toto sowieso über jeden Zweifel erhaben. Das ist Mainstream-Rock auf höchsten technischem Niveau. Die Klasse jedes einzelnen Musikers ist herausragen und in der Kombination ist es eine Superband die mit Africa, Rosanna, Hold The Line oder Stop Loving You diverse Welthits hatte. Und auch wenn die großen Charterfolge schon etwas zurückliegen, bleiben die Spielfreude und die Qualität ungetrübt. Das ist erste Liga! Ein Live Konzert von Toto ist einfach ein großes Vergnügen und somit fällt mein Urteil erwartungsgemäß auch für diese Veröffentlich positiv aus. Ein wenig stört mich mal wieder der Schnitt. Nur weil moderne Videobearbeitung tolle Effekte enthält, sollte das keinen Zwang darstellen, immer alles zu nutzen. Glücklicherweise halten sich die optischen Ausraster in Grenzen. Aber warum der Song It´s A Feeling komplett mit einem horizontalen Splitscreen dargestellt wird, erschließt sich mir nicht. Mich lenken solche Effekte nur ab. Der Großteil des Bildmaterials ist jedoch okay, so dass der musikalische Genuss meist ungetrübt bleibt. Insgesamt enthält die DVD 150 Minuten Material, was für einen gepflegten Toto-Konzert-Abend reichen sollte. Leider ist Simon Phillips letztes Jahr nach über 20 Jahren bei Toto ausgestiegen. Seinen Job übernimmt seit diesem Jahr Keith Carlock, der einzige Drummer, mit dem ich Toto noch nicht live gesehen habe. Vielleicht wäre das ja mal wieder ein Grund für einen Konzertbesuch, sofern sich noch mal die Möglichkeit bietet...

Toto - Hold the Line (35th Anniversary Tour - Live In Poland)


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Brian May & Kerry Ellis – The Candlelight Concerts – Live At Montreux 2013

Brian May ist als Queen-Gitarrist und Urheber vieler Queen-Hits längst eine lebende Legende. Kerry Ellis ist eine etablierte Musical-Darstellerin und -Sängerin, die insbesondere auch durch das Queen-Musical We Will Rock You bekannt wurde, wo sie in der Originalbesetzung von 2002 bis 2004 als "Meat" im Londoner Dominion Theatre zu sehen und zu hören war. Brian May und Kerry Ellis geben seit einigen Jahren zusammen Konzerte und haben auch schon gemeinsam Platten produziert. Am 28. März kommt das Montreux-Konzert der beiden aus dem letzten Jahr als DVD bzw. Blu-ray auf den Markt. Zudem ist eine Live-CD, aufgenommen auf der Born Free Tour 2012 mit enthalten.

Brian May & Kerry Ellis – The Candlelight Concerts – Live At Montreux 2013
Als alter Queen-Fan freue ich mich stets über Veröffentlichungen rund um die Band. Dass Brian May seit einiger Zeit gemeinsame Sache mit Kerry Ellis macht, habe ich zwar wahrgenommen, aber irgendwie ging das immer an mir vorbei. Vielleicht wurde ich mal mit einer schlechteren Aufnahme konfrontiert, oder ich konnte mir die Kombination eines meiner musikalischen Helden mit einer Musicalsängerin nicht so recht vorstellen. Kürzlich sah ich dann bei YouTube einen Clip, bei dem die beiden zusammen den Queen-Song Save Me spielten. Ich war schwer begeistert, obwohl es zum Ende bei Kerry Ellis ein wenig so klang, als ob sie "Shave Me" sang… 😉

Kaum, dass mein Interesse an dieser Kollaboration stieg, bekam ich die Info, dass Eagle Vision das Montreux-Konzert aus dem Jahr 2013 auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Selbiges liegt mir nun als Rezensionsexemplar vor. Bereits die DVD-Version ist in der Bildqualität brillant. Die Klangqualität ist ebenfalls makellos. Wie der Name dieser Publikation bereits erahnen lässt, sind es keine Rock-Konzerte, die die beiden geben. Es sind eher die ruhigen Töne, die angeschlagen werden. Aber die Kombination aus einem der markantesten Gitarristen der Rockgeschichte und einer hochgradig guten Sängerin funktioniert super. Und weil Brian May auf einen tollen Fundus großartiger Songs aus seiner Queen-Zeit zurückgreifen kann, gibt es natürlich auch entsprechendes Liedgut in speziellen Versionen zu hören. Dabei sind u.a. Love Of My Life, Sombody To Love, ´39 und selbst Titel wie Tie Your Mother Down und We Will Rock You fanden Einzug in die Setlist. Aber auch Something von den Beatles oder Dust In The Wind von Kansas und viele weitere Songs tragen die beiden in ihren speziellen Fassungen vor. Besonders schön finde ich ferner den Titel Born Free, der mir auf Anhieb bekannt vorkam. Nach kurzem Überlegen erinnerte ich mich an die Fernsehserie "Frei Geboren" aus den Siebzigern, wo dieser Song lief. Wahnsinn, wie stark eine Melodie über Jahrzehnte im Gedächtnis bleibt und auch die dazugehörigen Emotionen mitkonserviert. Brian May und Kerry Ellis unterstützen mit dem Song die Born Free Foundation von Virginia McKenna und weisen auch auf ihren Konzerten auf die Rechte von Tieren hin.

Brian May & Kerry Ellis - The Way We Were (The Candlelight Concerts - Live At Montreux 2013)


Begleitet werden Brian May und Kerry Ellis bei den Konzerten von Jeff Leach an den Keyboards. Die Spielzeit der DVD liegt bei gut 1,5 Stunden, die CD hat knapp 65 Minuten Material. Brian May – inzwischen doch ziemlich stark ergraut – und Kerry Ellis geben vor den Songs immer eine kurze Einleitung. Alles ist sehr intim, entspannt und durchweg sympathisch. Ich mag die bescheidene Art von Brian May, die nicht im Ansatz erahnen lässt, was er mit Queen alles erreicht hat. Und auch wenn die meisten Songs unplugged vorgetragen werden, lässt er es sich nicht nehmen, auch noch mal hier und da zur Red Special – seiner E-Gitarre – zu greifen und den einen oder anderen Titel elektrisch zu spielen, was vom Publikum durch rasch einsetzendes Mitklatschen dankend quittiert wird. Sowohl hier, als auch bei den Songs, wo zum Mitsingen animiert wird, erkannt man schnell, dass die Dichte der Queen-Fans nicht gerade gering ist. Von Love Of My Life erklingen nur die ersten Töne und schön gibt es begeisterte Zustimmung aus dem Stravinski Auditorium. Auch dort wird natürlich mitgesungen – nicht so druckstark wie zu Queen-Zeiten, aber das Publikum in Montreux ist zum einen quantitativ etwas überschaubarer und inzwischen im Durchschnitt wohl ebenfalls etwas älter geworden (hüstel). Das Package aus dem Montreux Konzert auf DVD bzw. Blu-ray und der CD dürfte sowohl Queen-Fans, aber auch Musical-Freunde beglücken. Die ganz großen Gänsehautmomente fehlen zwar, aber insgesamt ist diese Veröffentlichung eine runde Sache und gehört in jede Queen-Sammlung.

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